Coronavirus-Ticker 13. Juni: Bachfest als Netz-Marathon gestartet

In Leipzig hat das Bachfest als Netz-Marathon begonnen. Griechenland verstärkt dass Medizinpersonal in Urlaubsorten. Deutschland und andere Länder haben für die EU 300 Millionen Impfdosen gesichert. Der Autozulieferer IFA aus Haldensleben baut wegen der Corona-Krise hunderte Stellen ab. Polen hat seine Grenzen zu den EU-Nachbarländern in der Nacht wieder geöffnet. In Thüringen gelten ab sofort keine offiziellen Kontaktbeschränkungen mehr, nur noch Empfehlungen. Die Entwicklungen im Überblick.

Denkmal des Komponisten Johann Sebastian Bach auf dem Thomaskirchhof in Leipzig.
Bachdenkmal vor der Thomaskirche in Leipzig Bildrechte: imago/epd

Unser Ticker vom Sonnabend endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Sonntag.

22:03 Uhr | Bachfest als Netz-Marathon gestartet

Weil das Bachfest in Leipzig wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, haben die Veranstalter die Musik ins Internet verlegt. An diesem und am nächsten Wochenende sind insgesamt 1.500 Minuten Bach zu erleben. Am Samstag war Start des Marathons.

20:49 Uhr | Chile feuert Gesundheitsminister

In Chile hat Präsident Sebastian Pinera Gesundheitsminister Jaime Manalich entlassen. Als Nachfolger ernannte Pinera den Mediziner Oscar Enriqze Paris. Manalich war zuvor wegen seines Agierens in der Corona-Krise heftig kritisiert worden. Politiker, Fachleute und verschiedene soziale Gruppen warfen ihm vor, Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zu spät eingeführt und fortlaufend Änderungen bei der Erfassung der Corona-Fälle vorgenommen zu haben.

Chile ist in Südamerika nach Brasilein und Peru am meisten von der Corona-Pandemie betroffen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt tendenziell noch immer und liegt inzwischen bei mehr als 6.000. Insgesamt gibt es im Land 167.000 bestätigte Fälle und 3.100 Todesopfer.

20:40 Uhr | Frankreich setzt Demonstrationsverbot aus

Das höchste Verwaltungsgericht in Frankreich hat ein wegen der Corona-Pandemie erlassenes Demonstrationsverbot ausgesetzt. Das Gericht folgte damit mehreren Beschwerden, dass das pauschale Verbot eine unverhältnismäßige Beeinträchtigung der Grundrechte darstelle. Unter anderem hatten Gewerkschaften das Verbot angefochten.

Zuletzt war das Verbot allerdings nur noch theoretisch in Kraft. In Paris gingen  am Sonnabend zum Beispiel Tausende gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße.

19:58 Uhr | Dresdner Kreuzchor singt in der Kreuzkirche

Blick in die Kreuzkirche
Kreuzkirche Dresden Bildrechte: Kreuzkirche Dresden

Die Mitglieder des Dresdner Kreuzchores haben erstmals in der Corona-Krise wieder eine Vesper gemeinsam gestaltet. Wegen der Coronavirus-Pandemie durften die jungen Sänger nur in ihren jeweiligen Klassenverbünden auftreten. Wie das Musikbüro der Dresdner Kreuzkirche mitteilte, probt der Chor derzeit auch auf diese Weise. Bei der Vesper in der Kreuzkirche erklangen Chorwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Hugo Distler und Charles Gounod sowie Nikolai Rimski-Korsakow und Josef Gabriel Rheinberger.

18:58 Uhr | Griechenland stockt Medizinpersonal in Urlaubsorten auf

Griechenland hat alle Inseln in der Ägäis und im Ionischen Meer mit zusätzlichem medizinischen Personal verstärkt. Das Land will sich so bereit zeigen für den Neu-Start des Tourismus am Montag. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden fast 700 Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger eingestellt. Zudem stehen rund 450 Intensivbetten für Urlauber bereit. Auch sind Transporte mit Hubschraubern und Flugzeugen vorgesehen, sollte ein Urlauber erkranken. Der Tourismus trägt etwa 20 Prozent zur griechischen Wirtschaftsleistung bei

17:23 Uhr | Finnland verlängert Einreisesperre

Finnland hat seine Einreisesperre für Urlauber aus Deutschland und einer Reihe anderer EU-Länder über den 15. Juni hinaus verlängert. Mit Ausnahme von Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland und Litauen gilt sie nun bis zum 14. Juli. Damit ist Finnland das dritte EU-Land für das auch nach dem kommenden Montag eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt. Spanien hebt seine Einreisesperre (mit Ausnahme des Mallorca-Projekts – siehe unten) am 1. Juli auf. Schweden erfüllt derzeit noch nicht die Bedingung, unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu bleiben.

17:04 Uhr | Balearen bereit für deutsche Touristen

Hinweisschild am Strand - zwei Meter Abstand halten, daneben zwei junge Frauen auf dem Weg ins Wasser.
Mallorca startet am Montag Tourismus-Versuch mit bis zu 11.000 deutschen Urlaubern. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

Kurz vor Beginn des Pilotprojekts mit knapp 11.000 deutschen Urlaubern auf den Balearen bleibt die Corona-Pandemie auf Mallorca und den anderen drei Inseln unter Kontrolle. Binnen 24 Stunden seien nur sechs neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonnabend in Palma mit. Obwohl Spanien seine Grenzen für Besucher aus dem EU-Raum erst am 1. Juli öffnet, dürfen die stark vom Tourismus abhängigen Balearen schon ab Montag Touristen aus Deutschland empfangen. Bis Ende Juni sollen es 10.900 sein. Das Projekt soll dazu dienen, den Ernstfall zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen unter anderem an Flughäfen und in Hotels funktionieren, hieß es.

16:16 Uhr | Schwarz-Rot streitet um Schuldenabbau

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ist mit seiner Forderung nach einem schnellen Abbau der coronabedingten Schulden auf Widerspruch beim Koalitionspartner SPD gestoßen. SPD-Vizefraktionschef Achim Post am sagte, angesichts der durch die Corona-Pandemie verursachten Krise dürfe sich die Regierung nicht "selbst durch willkürlich gesteckte Sparziele notwendige Handlungsspielräume für die Zukunft verbauen". Natürlich dürfe es nicht darum gehen, "das Geld zum Fenster herauszuwerfen", aber derzeit könne niemand absehen, "welche weiteren Anstrengungen diese Krise womöglich noch von uns verlangen wird". Ziemiak hatte im "Handelsblatt" gefordert, die Staatsverschuldung sollte im Jahr 2030 wieder auf dem Stand der Vor-Corona-Zeit sein. Der Bund müsse "so schnell wie möglich" wieder die schwarze Null, also einem Haushalt ohne Neuverschuldung, erreichen.

Anfang Juni hatten sich Union und SPD auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro geeinigt. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln schätzt die Finanzlücke hingegen auf über 400 Milliarden Euro bei Bund, Ländern und Gemeinden.

15:29 Uhr | 300 Millionen Corona-Impfdosen für EU gesichert

Ärztin, der einen Impfstoff für einen Patienten vorbereitet
Auch die EU hat sich nun ein Kontingent an Impfstoff gesichert. Bildrechte: imago images / Westend61

Deutschland, Italien, Frankreich und die Niederlande haben mit dem Pharmakonzern AstraZeneca einen Vertrag zur Versorgung der Europäer mit einem Impfstoff geschlossen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag in Berlin mit. Es gehe um 300 Millionen Dosen. Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza sprach von 400 Millionen. Aus beiden Ländern hieß es, im günstigen Fall könne die Entwicklung Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Profitieren sollen alle EU-Staaten, die dabei sein wollen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte, viele Länder der Welt hätten sich schon Impfstoffe gesichert, Europa noch nicht. Die vier Staaten haben sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Impfallianz zusammengeschlossen und sind mit mehreren Unternehmen im Gespräch.

15:07 Uhr | Russland kündigt Impfstoff im September an

Russland will nach eigenen Angaben im September mit der Massenproduktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 beginnen. Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte, nach den derzeitigen klinischen Tests an Freiwilligen sei die Zulassung des Medikaments im August geplant. 

Bereits im Mai hatte das staatliche Gamalaja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau mitgeteilt, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Institutsdirektor Alexander Ginsburg erklärte damals, das Serum habe eine Immunität gegen Corona erzeugt - ohne negative Nebenwirkungen. Eine unabhängige Bewertung gibt es nicht, die russischen Forscher haben bislang noch keine Studie zu ihren Ergebnissen vorgelegt.  

Die russische Regierung gab am Sonnabend auch die Coronavirus-Sterberate für April bekannt. Demnach starben 2.712 mit dem Virus infizierte Menschen. Die Gesamtzahl der Toten lag indes um 4.400 niedriger als im April des vorigen Jahres. Experten glauben, das hänge damit zusammen, dass durch den Lockdown in Russland weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind.

14:10 Uhr | "Mini-Trooping" für die Queen

Die alljährliche Geburtstags-Militärparade für die britische Königin Elizabeth II., "Trooping the Colour", ist wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

Königin Elisabeth II
Königin Elisabeth II. Bildrechte: dpa

Stattdessen gab es am Samstag eine vergleichsweise schlichte Zeremonie auf Schloss Windsor. Unter Einhaltung der Abstandsregeln marschierten einige Welsh Guards in roter Uniform und Bärenfellmütze auf, dazu spielte eine Kapelle. Die 94-jährige Monarchin verfolgte das "Mini-Trooping" von einem überdachten Podium im Innenhof des Schlosses aus. Prinz Philip, der diese Woche 99 Jahre alt wurde, nahm nicht an der Zeremonie teil.

13:25 Uhr | Situation in Sonneberg weiter angespannt

Die Corona-Situation im Thüringer Kreis Sonneberg bleibt kritisch. Wie das Landratsamt mitteilte, stieg die Zahl der bekannten Infektionen bis Samstag um drei auf 284. Damit liegt die Infektionsrate nur knapp unter der Marke von 35 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Sonneberg setzt die Lockerungen in der neuen Thüringer Corona-Verordnung vorsichtshalber nicht alle um. Per Allgemeinverfügung ist etwa die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz erweitert. Bisher starben in dem Südthüringer Landkreis mindestens 21 Menschen mit oder an einer Coronavirus-Infektion.

13:00 Uhr | Heil rechnet mit zwei Millionen Kurzarbeitern im Jahresschnitt

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) rechnet im Jahresverlauf mit einem deutlichen Rückgang der Kurzarbeit.

Dem "Deutschlandfunk" sagte er, mit den Lockerungen der Corona-Beschränkungen "kehren Menschen auch zurück, mit den wirtschaftsfördernden, ankurbelnden Maßnahmen geht es auch wieder los, sodass wir im Jahresschnitt nicht bei sieben Millionen sein werden. Wahrscheinlich bei zwei, zweieinhalb Millionen."

Das sei immer noch eine "atemberaubende Zahl". In der Finanzkrise 2008/2009 seien es ungefähr 1,3 Millionen Kurzarbeiter gewesen. Die Ausgaben für die Kurzarbeit in der Corona-Krise seien gut angelegtes Geld, um das Land aus der schwierigen Situation zu führen.

12:40 Uhr | Autozulieferer aus Haldensleben baut Stellen ab

Der Automobilzulieferer IFA aus Haldensleben baut wegen der Corona-Krise weltweit rund 400 Stellen ab. Geschäftsführer Arno Haselhorst sagte dem MDR, wegen Corona brächen dem Konzern bis Jahresende wohl 20 Prozent des geplanten Umsatzes weg, 2021 werde der Plan um etwa zehn Prozent verfehlt. Deshalb müsse man an allen Standorten in Deutschland, Polen, China und den USA Arbeitsplätze abbauen. In Haldensleben sollen demnach etwa 100 Jobs gestrichten werden.

Eigentlich sei geplant gewesen, Ifa ohne Kündigungen zu sanieren. Doch die negativen Folgen der Pandemie hätten die Firma bei den Umstrukturierungsplänen um ein Jahr zurückgeworfen.

Ifa produziert Seiten- und Gelenkwellen, die für den Antrieb von Autos benötigt werden. Die Firma war zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte einen strikten Sanierungsplan aufgestellt.

11:30 Uhr | Jenas OB erneuert Kritik an Lockerungen

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) hat die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen in Thüringen erneut kritisiert.

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche mit Mundschutz
Jenas OB Nitzsche. Bildrechte: MDR/Anke Preller

In einer Videobotschaft zum Wochenende sagte er, die Verordnung sei mutig. "Nur ist das eine Art Mut, dessen Nachbar der Leichtsinn ist". Es sei zwar gut, die Eigenverantwortung der Bürger zu stärken, betonte Nitzsche. Er befürchte aber, dass Corona-Leugner und Masken-Gegner die neuen Freiheiten ausnutzen werden. "Die Disziplin vieler (...) kann durch die Nichtdisziplin einiger weniger unterlaufen und am Ende komplett ausgehebelt werden. Und wir haben keine Handhabe dagegen."

10:59 Uhr | TÜV-IT: Corona-App sicher und stabil

Die für kommende Woche erwartete Corona-Warn-App des Bundes wird nach Einschätzung des IT-Dienstleisters TÜV Informationstechnik stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren. TÜV-IT-Chef Dirk Kretzschmar sagte, das habe eine Prüfung der App ergeben, die man im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unternommen habe. Dabei habe man auch kontrolliert, ob Unbefugte Daten abgreifen könnten. Das sei nicht der Fall. Anwender müssten keine Angst vor Überwachung haben. Die Entwickler von SAP und T-Systems hätten auch sichergestellt, dass niemand über die App Zugriff auf andere Daten bekomme.

Die App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Sie erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind und warnt dann Nutzer, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben.

10:10 Uhr | Kekulé-Podcast vom Samstag

Im Podcast des Hallenser Virologen Alexander Kekulé geht es diesmal unter anderem um die Themen Schulanfang in Corona-Zeiten, Sterblichkeitsrate bei Covid-19 und die Öffnung der Kinos. Hier können Sie die Fragen und Antworten nachören:

09:30 Uhr | GEW fordert Schutzkonzepte für Sachsens Schulen

Die Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen hat von der Landesregierung in Dresden klare Corona-Schutzkonzepte für Schulen und Kitas im Freistaat gefordert.

GEW-Landeschefin Ursula-Marlen Kruse sagte MDR AKTUELL, es gebe in Sachsen bislang kein Konzept, das den Mindestabstand ersetze. Viele Lehrerinnen und Lehrer fühlten sich als Teil eines Experiments.

Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hatte in einem Urteil bestätigt, dass der Mindestabstand von 1,50 Metern an Schulen und Kitas in Sachsen nicht eingehalten werden muss. Kruse erklärte, sie akzeptiere das Urteil. Die Begründung, es sei wissenschaftlich nicht erwiesen, wie ansteckend Kinder seien, befriedige sie aber nicht. Man sehe, dass es in allen Bundesländern angesteckte Kinder gebe – ob in Kitas oder in Schulen.

07:50 Uhr | Thüringen verweist auf Schulpflicht

Anders als in anderen Ländern wird in Thüringen die Schulpflicht nicht ausgesetzt. Das hat das Bildungsministerium in Erfurt auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitgeteilt. Demnach können Eltern ihre Kinder aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus nicht zu Hause lassen, wenn am Montag der Unterricht für Grundschüler wieder losgeht. Das gleiche gelte für ältere Jahrgänge mit Präsenzunterricht. Ausnahmen gebe es nur für Schüler, die selbst zur Risikogruppe gehören oder mit einem Risikopatienten in einem Haushalt leben.

07:35 Uhr | Ärztepräsident für bessere Krisenmechanismen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt dringt angesichts der Corona-Pandemie auf weitere Verbesserungen der Krisenmechanismen.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer
Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt. Bildrechte: Bundesärztekammer

Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, damit wir für ein mögliches Wiederaufflackern der Corona-Infektionen und für künftige Epidemien gut gerüstet sind." Die Krise habe gezeigt, dass engere europäische Vernetzung und Abstimmung nötig seien. Das gelte für Meldestrukturen, technische Plattformen von Corona-Apps, Vorräte an Schutzausrüstung und das Entwickeln von Medikamenten und Impfstoffen. "In Deutschland hat die Politik vieles richtig gemacht", sagte der Präsident der Bundesärztekammer. "Trotzdem müssen wir auch hier Strukturen reformieren." Die Zuständigkeiten von Bund und Ländern in Krisenzeiten seien klar zu regeln: "Wir brauchen ein vernetztes System von Krisenstäben, das dauerhaft auf Standby geschaltet ist." Nachzuhalten sei zudem, dass Bund, Länder, Kommunen und öffentliche Einrichtungen Pandemiepläne regelmäßig aktualisierten und zu Übungszwecken scharf schalteten.

06:00 Uhr | Millionen Atemschutzmasken noch nicht geliefert

In Deutschland sind bisher erst etwa 600 Millionen von rund zwei Milliarden Atemschutzmasken eingetroffen, die das Gesundheitsministerium bestellt hat. Das Ministerium teilte der Zeitung "Welt" mit, rund 1,5 Milliarden Masken müssten noch bis zum Herbst eintreffen. Der Großteil sei in China bestellt worden. Dem Bericht zufolge gibt es auch Probleme bei der Verteilung der Bestände in Deutschland. Ein Teil habe Empfänger wie die Bundesländer und Kassenärztlichen Vereinigungen noch nicht erreicht. Laut Ministerium befindet sich ein "größerer Teil" noch in den Depots des Bundes.

05:20 Uhr | Teile Pekings wegen neuer Corona-Infektionen abgeriegelt

Polizisten mit Mund-Nase-Bedeckung sichern einen Fleischmarkt.
Nachdem bekannt wurde, dass ein Besucher eines Großmarktes in Peking positiv getestet wurde, schlossen die Behörden den Markt. Bildrechte: dpa

Wegen mehrerer neuer Corona-Infektionsfälle haben die Behörden in Chinas Hauptstadt Peking elf Wohngebiete abgeriegelt. Auch neun Schulen und Kindergärten seien geschlossen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Behördenvertreter. Ausgangspunkt für die Neuinfektionen soll ein Großmarkt gewesen sein, und hier konkret ein Stand mit Lachs. Bislang seien mehr als 40 von insgesamt über 500 Marktbesuchern positiv getestet worden. Insgesamt sollen 10.000 Händler und Beschäftigte des Marktes getestet werden.

04:30 Uhr | Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen

Als erstes Bundesland beendet Thüringen ab heute seine Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise. Die neue Grundverordnung enthält nur noch Empfehlungen zu Einschränkungen der sozialen Kontakte. Demnach sollen sich die Thüringer nur mit einem weiteren Haushalt oder zehn weiteren Personen treffen. Verbote dazu gibt es nicht mehr. Abstands- und Hygieneregeln bleiben aber bestehen. Die Landesregierung hatte sich am Dienstag darauf verständigt. Der Schritt war unter anderem vom Nachbarland Bayern kritisiert worden. Auch Hessens Regierungschef Volker Bouffier hatte sich skeptisch geäußert.

04:00 Uhr | Covid-19-Tote: Brasilien überholt Großbritannien

Bei der Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus hat Brasilien am Freitag Großbritannien überholt und hat nun nach den USA die meisten Corona-Toten weltweit. Das südamerikanische Land verzeichnet offiziell mehr als 41.800 Tote. Mehr als 900 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich demnach auf fast 829.000. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. Demnach könnte die tatsächliche Zahl der Infektionsfälle zehn bis 15 Mal so hoch liegen wie in den offiziellen Statistiken angegeben.

03:45 Uhr | Frankreich will Grenzen zu Nicht-Schengen-Ländern schrittweise öffnen

Frankreich will seine wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zu Ländern außerhalb des Schengen-Raums ab 1. Juli schrittweise wieder öffnen. Die Wiedereröffnung werde auf Grundlage der jeweiligen gesundheitlichen Lage der verschiedenen Drittstaaten erfolgen, teilten Außenminister Jean-Yves Le Drian und Innenminister Christophe Castaner mit. Darüber hinaus werde man sich an die bis dahin auf europäischer Ebene beschlossenen Vereinbarungen halten.
Die Minister bestätigten zudem, dass ab 15. Juni die Beschränkungen für Reisen in die EU aufgehoben würden. Menschen aus EU-Mitgliedsländern sowie unter anderem aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz könnten ohne Einschränkungen oder Quarantäne einreisen. Beschränkungen würden aber weiter für Reisen von und nach Spanien und Großbritannien gelten.

01:15 Uhr | Polens Grenzen zu EU-Ländern wieder geöffnet

Die Bürgermeister Rafal Gronicz (Zgorzelec) und Octavian Ursu (Görlitz) mit Bolzenschndeider am provisorischen Grenzzaun
Die Bürgermeister Rafal Gronicz (Zgorzelec) und Octavian Ursu (Görlitz) mit Bolzenschneidern am provisorischen Grenzzaun. Bildrechte: dpa

Nach knapp drei Monaten hat Polen seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern in der Nacht zum Sonnabend wieder geöffnet. Bereits seit Freitag waren die Kontrollen an der litauisch-polnischen Grenze weggefallen. Seit Sonnabend um Mitternacht gilt dies auch für die Grenzen zu Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Die Auflagen für Reisende aus Nicht-EU-Staaten wurden gelockert. Kontrollen an den Grenzen zur Ukraine, Weißrussland und zur russischen Exklave Kaliningrad bleiben dagegen erhalten.

Um Mitternacht schnitten die Bürgermeister von Görlitz und Zgorzelec die Ketten des Grenzzauns auf der Altstadtbrücke, der die beiden Städte über mehrere Monate trennte, durch. Im Anschluss feierten zahlreiche Menschen um die Brücke herum die Öffnung.

00:15 Uhr | Forscher: Maskenpflicht hat wohl Zehntausende Infektionen verhindert

Die Maskenpflicht hat einer Studie zufolge womöglich Zehntausende Corona-Infektionen verhindert. Zur Eindämmung des Virus sei das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes sogar noch wichtiger als Abstandsregeln und Ausgangssperren, heißt es in der im US-Fachmagazin PNAS veröffentlichten Untersuchung. So habe sich das Infektionsgeschehen dramatisch verändert, als die Maskenpflicht in Norditalien am 6. April und in New York am 17. April eingeführt worden seien. "Allein diese Schutzmaßnahme reduzierte die Zahl der Infektionen erheblich, und zwar um über 78.000 in Italien vom 6. April bis 9. Mai und um über 66.000 in New York City vom 17. April bis 9. Mai", berechneten die Wissenschaftler.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2020 | 06:00 Uhr