Coronavirus-Ticker 11. April: USA mit weltweit meisten Toten

Die USA ist nun vor Italien das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. In Deutschland zeigte sich Bundespräsident Steinmeier tief beeindruckt vom Verhalten der Bevölkerung. Die WHO formuliert indes Bedingungen für eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. In Frankreich ging seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich zurück. Alle weiteren Entwicklungen lesen Sie im Ticker.

Krankenwagen in der US-Metropole in New York
Die Metropole New York Citiy ist innerhalb der USA weiterhin am stärksten von dem Coronavirus betroffen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonnabend endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Am Sonntag startet ein neuer Corona-Ticker.

22:37 Uhr | Maas verurteilt Angriffe auf Franzosen

Bundesaußenminister Heiko Maas hat Angriffe durch Deutsche auf Franzosen an der Grenze verurteilt. Maas schrieb bei Twitter, es tue weh zu sehen, wie Franzosen wegen Covid-19 in Deutschland beleidigt und angegangen würden. Corona kenne keine Nationalität. Genauso sei es mit der Menschenwürde.

Am Mittwoch hatte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger berichtet, an der deutsch-französischen Grenze würden Franzosen beschimpft und mit Eiern beworfen.

22:21 Uhr | Bundespräsident lobt Verhalten der Bevölkerung

21:59 Uhr | Papst feiert einsame Osternacht im Petersdom

Papst Franziskus leitet eine feierliche Osternacht im Petersdom
Papst Franziskus leitet eine feierliche Osternacht im Petersdom Bildrechte: dpa

Papst Franziskus hat das Osterfest mit einer Abendmesse ohne Pilger eröffnet. Bei dem Gottesdienst im riesigen Petersdom, der Zehntausende Besucher fasst, waren wegen der Corona-Pandemie nur wenige Würdenträger und Gläubige dabei. Teile der Messe wurden in verkürzter Form begangen. Wie an den Vortagen war ein historisches Pestkreuz aufgebaut - dieses soll während der Pest 1522 durch die Straßen von Rom getragen worden sein.

In dem via TV-Sender und Livestream im Internet übertragenen Gottesdienst rief Franziskus auch mit Blick auf die Pandemie zu Hoffnung auf. Dunkelheit und Tod hätten nicht das letzte Wort, sagte er. Viele Menschen gäben die Liebe nicht auf und säten mit kleinen Gesten "Keime der Hoffnung".

21:45 Uhr | Schulen in New York bis September geschlossen

In New York bleiben die staatlichen Schulen bis September geschlossen. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, in diesem Schuljahr würden sie nicht wiedereröffnet. Ursprünglich sollte der Unterricht am 20. April wieder aufgenommen werden. Seit dem 16. März sind dort die Schulen zu. New York ist von der Coronavirus-Epidemie besonders hart getroffen.

20:56 Uhr | Lange Schlangen vor Wertstoffhöfen

Viele Menschen nutzen offenbar ihre Zeit verstärkt zum Aufräumen ihrer Häuser und Wohnungen. Vor Wertstoffhöfen kommt es daher teils zu langen Schlagen. Sachsen-Anhalts CDU-Landtagsfraktion appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, Abfall und Sperrmüll mit Augenmaß zu entsorgen. Außerdem sollten Wertstoffhöfe Gewerbe-Abfälle bevorzugt annehmen. Unternehmen könnten durch den hohen Andrang nur unzureichend ihre Abfälle entsorgen.

20:46 Uhr | Polizeistreife in Frankfurt/Main attackiert

In Frankfurt am Main sind Polizisten angegriffen worden, die die Einhaltung der Corona-Einschränkungen kontrollieren wollten. Nach Polizeiangaben hatten Beamte am Freitagabend eine Gruppe kontrollieren wollen, die die Kontaktbeschränkungen offenbar missachtete. Als die Polizisten aussteigen wollten, sei ein Fenster des Streifenwagens von einem Stein getroffen und zerstört worden. Eine zweite Streife sei dann von etwa 20 zum Teil bewaffneten Personen angegriffen worden. Nach einer Fahndung wurden der Polizei zufolge schließlich mehrere Verdächtige in einer Wohnung gefunden und festgenommen. Auch mehrere Waffen seien sichergestellt worden.

20:33 Uhr | Queen: Coronavirus wird uns nicht bezwingen

Auch das britische Staatsoberhaupt hat sich mit einer Osterbotschaft an die Bevölkerung gewandt. Queen Elizabeth II. äußerte sich in einer Audiobotschaft, die über Twitter verbreitet wurde. Sie sagte, Ostern sei nicht abgesagt. Es werde tatsächlich wie eh und je gebraucht. Das Coronavirus werde die Briten nicht bezwingen. So düster der Tod sein könne, Licht und Leben seien größer.

Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass die Queen sich mit einer Botschaft an die Bevölkerung wendet. Premierminister Boris Johnson befindet sich weiterhin im Krankenhaus, ist aber nach Regierungsangaben auf dem Weg der Genesung von seiner Covid-19-Erkrankung.

19:23 Uhr | USA mit weltweit meisten Toten

Die USA sind nun vor Italien das Land mit den meisten Corona-Todesfällen weltweit. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mindestens 19.833 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. In Italien liegt die Zahl bei mindestens 19.468 Toten.

18:45 Uhr | Grimm-Benne für höhere Hygiene-Standards

Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt
Bildrechte: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hat sich für höhere Hygiene-Standards in Krankenhäusern und Pflegeheimen ausgesprochen. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Ziel müsse es sein, Beschäftigte und Bewohner noch besser vor dem Coronavirus zu schützen. Kontaktbeschränkungen nur für Risikogruppen lehne sie aber ab. Man könne die Menschen über 50 und 60 Jahre nicht einfach so wegsperren.

18:28 Uhr | WHO stellt Bedingungen für Lockerungen der Maßnahmen

Die Weltgesundheitsorganisation hat sechs Bedingungen für Lockerungen der Corona-Maßnahmen aufgestellt:

  • Die Ansteckungsrate muss unter Kontrolle gebracht sein
  • Ausreichend medizinische Dienste müssen zur Verfügung stehen
  • Das Risiko eines Ausbruchs in Pflegeeinrichtungen muss minimiert sein
  • An Arbeitsplätzen, Schulen und öffentlichen Orten müssen Präventionsmaßnahmen ergriffen werden
  • Es muss sichergestellt sein, dass das Virus nicht von außen wieder in ein Land hereingetragen wird
  • Die Bevölkerung muss sich der Schritte der Lockerungen der Maßnahmen bewusst sein und dahinter stehen

WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte mit Blick auf die geplanten Lockerungen einiger Länder, werde dies nicht richtig gemacht, könne das gefährlich sein.

18:04 Uhr | Deutlich mehr Schulkinder in Not-Betreuung

Die Zahl der Kinder in Not-Betreuung hat sich in Sachsen-Anhalt mittlerweile verdoppelt. Das geht aus einer Übersicht des Bildungsministeriums hervor. Zum Stichtag am 1. April wurden demnach knapp 1.170 Schülerinnen und Schüler betreut, Mitte März waren es noch 600. Aus dem Bildungsministerium hieß es, zwar habe sich der Bedarf erhöht, bleibe aber gemessen an der Schülerzahl von fast 68.000 sehr gering.

17:52 Uhr | Weniger Verkehrsunfälle durch strenge Auflagen

In Frankreich ist seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Zahl der Verkehrstoten deutlich gesunken. Nach Angaben der französischen Regierung gab es im März fast 40 Prozent weniger Verkehrstote als im Vorjahresmonat.

Social Distancing vor einer Apotheke in Frankreich, Menschen stehen Schlage, halten aber großen Abstand zueinander
Bildrechte: IMAGO images / Hans Lucas

Die Zahl der Verletzten bei Unfällen ging um 44 Prozent zurück. Zugleich stellte die Polizei aber eine "besorgniserregende Zahl schwerer Geschwindigkeitsübertretungen" fest. Die Behörde für Verkehrssicherheit warnte, Verletzte durch Unfälle setzten die Krankenhäuser zusätzlich unter Druck.

Seit dem 17. März reduzierte sich die Zahl der Fahrten in Frankreich wegen der Ausgangsbeschränkungen stark. Vor die Tür dürfen die Menschen nur, wenn es unbedingt nötig ist. Spaziergänge sind nur eine Stunde am Tag und im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt.

17:19 Uhr | Steinmeier dankt für Disziplin und Einsatz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Disziplin und den Einsatz der Bevölkerung in der Corona-Krise gelobt. Steinmeier sagte in einer Ansprache zum Osterfest, er sei tief beeindruckt von dem Kraftakt, den das Land in den vergangenen Wochen vollbracht habe. Jeder habe sein Leben radikal geändert und dadurch Menschenleben gerettet. Noch sei die Gefahr aber nicht gebannt, betonte Steinmeier. Ob und wann die Einschränkungen gelockert werden könnten, entschieden nicht nur Politiker und Experten. Letztendlich hätten dies alle in der Hand. Der Bundespräsident äußerte zugleich die Hoffnung, dass Hilfsbereitschaft und Solidarität auch nach der Krise erhalten bleiben.

17:03 Uhr | Hilfe für Tierheime in Sachsen-Anhalt

Die Tierheime in Sachsen-Anhalt können für Bau- und Tierschutz-Projekte sowie für die Öffentlichkeitsarbeit finanzielle Unterstützung vom Land erhalten. Nach Angaben des Agrarministeriums ist der Fördertopf in diesem Jahr mit knapp 90.000 Euro gefüllt. Bis Ende Juni können gemeinnützige Vereine und Verbände mit Tierheim-Betrieb oder Tierhaltung das Geld beantragen. Maximal gebe es für ein Projekt 10.000 Euro, der Eigenanteil liege bei zehn Prozent.

16:57 Uhr | Philologenverband skeptisch zu Abifahrplan

Der sächsische Philologenverband sieht den vom Freistaat bekanntgegebenen Abiturfahrplan kritisch. Verbandsvorsitzender Thomas Langer sagte, es sei zwar positiv, dass auch dieses Jahr ein vollwertig anerkanntes Abitur möglich sei. Die Vorbereitungszeit, die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften hätten, halte er aber für zu kurz. Nicht alle Schüler hätten in den Wochen der Schulschließungen die Möglichkeit gehabt, mit ihren Fachlehrern Kontakt zu halten und am digitalen Lernen teilzunehmen.

16:15 Uhr | Kretschmann erwartet schwere Zeiten auch nach Corona

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erwartet für die Zeit nach der Corona-Krise harte Verteilungskämpfe. Der Grünen-Politiker sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", man dürfe sich da nichts vormachen. Die meisten Menschen würden nach der Corona-Krise erstmal ärmer sein. Dann werde es eine harte Debatte geben, wer die Kosten für die Rettungspakete trage.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, forderte mehr Solidarität von den Wohlhabenden. Diese müssten bei der Bewältigung der Pandemie-Folgen einen größeren Beitrag leisten als die übrige Bevölkerung.

15:57 Uhr | HFC-Fans wollen Verein mit Blutspenden retten

Mithilfe einer Blutspende-Aktion wollen Fans des Halleschen FC ihren Verein finanziell unterstützen und zugleich in Zeiten von Corona etwas Gutes tun. Bei Facebook rufen sie dazu auf, in der kommenden Woche im Uniklinikum Halle Blut zu spenden. Dafür gebe es pro Spende eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Das Geld könne man direkt vor Ort in Spendendosen werfen, regen die Fans an. Die Hälfte davon gehe an den HFC, die andere Hälfte an eine soziale Einrichtung in Halle.

15:42 Uhr | Keine größeren Verstöße in Sachsen

Die sächsische Polizei zeigt sich zufrieden angesichts nur weniger Verstöße gegen die Corona-Regeln. Es sei erfreulich, dass ein Großteil der Bevölkerung die Regelungen und Beschränkungen verinnerlicht habe und sich daran halte, sagte ein Sprecher des Lagezentrums des Innenministeriums. In Dresden etwa seien vom frühen Samstagmorgen bis zum Nachmittag nicht einmal zehn Verstöße festgestellt worden.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping verteidigte indes die geplanten Maßnahmen im Umgang mit Quarantäne-Verweigerern. Ein Erlass hatte zuletzt festgelegt, dass quarantänepflichtige Personen - als letztes Mittel und mit richterlichem Beschluss - "abgesondert" untergebracht werden können, wenn sie sich nicht an die Verordnung hielten. Köpping geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass "solch gravierende Maßnahmen gar nicht nötig sein werden".

15:25 Uhr | Warnungen vor Trojaner-Mails

Hacker verschicken offenbar vermehrt gefährliche Spam-E-Mails, die vermeintlich vom Bundesgesundheitsministerium stammen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf einen Computerviren-Experten. In den Mails werden Nutzer demnach aufgefordert, ein geändertes Antragsformular für "Familien- und Krankenurlaub" im Anhang zu öffnen. Laut Experten installiert sich aber ein Trojaner, sobald die Datei geöffnet werde. Der Rechner werde dann verschlüsselt, um Lösegeld zu erpressen.

14:45 Uhr | Halle plant Maskenpflicht auf Wochenmarkt

Auf dem Wochenmarkt in Halle soll ab Dienstag Maskenpflicht herrschen. Laut Oberbürgermeister Bernd Wiegand werden vor Ort dann auch Masken ausgegeben. Grund sei, dass in der Vergangenheit die Abstandsregeln nicht ausreichend eingehalten worden seien, sagte er.

Wochenmarkt Halle
Bildrechte: imago images / Westend61

In Halle sind derzeit 255 Infektionsfälle bekannt, zehn mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen stieg um zwei auf 87. Im Pflegeheim "Johannes-Jänicke-Haus" der Diakonie starb eine neunte Patientin im Zusammenhang mit Covid-19. Die 91-Jährige wollte ihrer Patientenverfügung zufolge nicht im Krankenhaus behandelt werden. In dem Pflegeheim sind 18 der 146 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Bei fünf Beschäftigten stehen die Testergebnisse noch aus, die übrigen 34 sind negativ.

14:10 Uhr | Spende für Sachsen

Mehr als 20.000 Gesichtsmasken, Handschuhe und medizinische Schutzkleidung hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Samstag in Empfang genommen.

Einen Mundschutz setzt sich  Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsidenti von Sachsen, auf. Kretschmer nahm am gleichen Tag eine Hilfslieferung von medizinischen Hilfsgütern des international tätigen Unternehmens RIB Software SE entgegen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Bildrechte: dpa

Dabei handelte es sich um eine Schenkung eines Technologieunternehmens. "Das ist eine starke Botschaft der Solidarität und der Menschlichkeit in einer schwierigen Zeit", sagte der Regierungschef. Das Unternehmen RIB Software SE mit Sitz auch in Leipzig hat weitere Lieferungen zugesagt.

13:55 Uhr | Verbraucherschützer stellen Bedingungen an Warn-App

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat den Einsatz einer Corona-Warn-App an Bedingungen geknüpft. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands sagte dem Handelsblatt, eine Anti-Corona-App müsse verschiedene Bedingungen erfüllen: Unter anderem müsse sie freiwillig, verhältnismäßig und zeitlich befristet sein. Die Corona-Krise dürfe um Unternehmen keine neuen Zugriffe auf private Daten geben. Eine sogenannte Tracking-App soll dafür sorgen, dass Kontaktpersonen von Corona-Infizierten schneller ausfindig gemacht und informiert werden können. Ihr Einsatz könnte eine Rolle bei der schrittweisen Lockerung der bestehenden Einschränkungen spielen.

13:30 Uhr | Grimm-Benne schließt Lockerungen nach Ostern nicht aus

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne schließt nicht aus, dass die Kontaktbeschränkungen nach Ostern gelockert werden. Einen konkreten Termin wollte sie dem MDR gegenüber nicht nennen. Die Landesregierung müsse nun beraten, ob man es wagen könne, Normalität einkehren zu lassen. Wichtig sei aber, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu wahren.

Verschiedene Handhabungen innerhalb des Landes – etwa in den unterschiedlich betroffenen Städten Halle und Magdeburg – sowie Kontaktsperren nur noch für Risikogruppen lehnt Grimm-Benne entschieden ab.

13:20 Uhr | WHO untersucht Covid-19-Rückfälle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) untersucht Rückfälle von Covid-19-Patienten, die nach negativen Virus-Tests als geheilt galten. Die WHO wolle diese Fälle nun genauer beobachten, heißt es in einer Stellungnahme. Es sei sehr wichtig, dass bei der Beurteilung der Patienten der vorgeschriebene Ablauf eingehalten werde. Nach den WHO-Richtlinien kann ein Patient erst aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn zwei Coronavirus-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ ausgefallen sind. In Südkorea sind nach Angaben von Behörden knapp 100 von einer Infektion genesene Menschen erneut positiv auf das Virus getestet worden. Der Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung (KCDC), Joeng Eun Kyeong, hält es für wahrscheinlich, dass das Virus "reaktiviert" worden sei, als dass es sich um Neuinfektionen handele.

13:00 Uhr | Spanien meldet weiterhin sinkende Zahlen

In Spanien schwächt sich der Anstieg bei den Todesfällen infolge einer Coronavirus-Infektion weiter ab. Ihre Zahl stieg binnen 24 Stunden um 510 auf 16.353, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist der geringste Zuwachs seit dem 23. März. Die Zahl der Infektionen legte um 4.830 auf 161.852 zu. Das ist zwar etwas mehr als einen Tag zuvor, doch zeichnete sich auch hier zuletzt eine Abflachung der Kurve ab.

12:30 Uhr | Siemens will keine Stellen wegen der Corona-Krise abbauen.

Der Technologie-Konzern Siemens will wegen der Corona-Pandemie nicht mehr Stellen abbauen als geplant. Konzernchef Joe Kaeser sagte der "Passauer Neuen Presse", aufgrund einer vorübergehenden Krise werde niemand das Haus verlassen. Er schloss aber nicht aus, dass mehr Mitarbeiter in Kurzarbeit müssen. Bislang seien davon in Deutschland etwa 1.600 von über 120.000 Beschäftigten betroffen.

12:10 Uhr | Linke fordert "Pandemie"-Zuschlag

Die Linke fordert für Familien mit geringem Einkommen oder Hartz-IV-Bezug zusätzliche Hilfen in der Coronakrise. Wie die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sagte, bedeute die wochenlange Schließung von Schulen und Kitas den Wegfall des kostenlosen Mittagessens. Die Eltern müssten längere Zeit selbst für die Mahlzeiten aufkommen. Wer Hartz IV oder Kinderzuschlag beziehe, habe jedoch Anspruch auf eine kostenlose Mahlzeit für seine Kinder. Das betrifft laut Bundesagentur für Arbeit bundesweit 450.000 Kinder und Jugendliche.

11:50 Uhr | Virus kann offenbar auch Gehirn angreifen

Sars-CoV-2 führt offenbar nicht zwingend zur Lungenkrankheit Covid-19, sondern kann auch Hinterhaut- und Hirnentzündungen auslösen. Darauf hatten chinesische Forscher bereits hingewiesen, der Fall eines 24-jährigen Japaners liefert weitere Anhaltspunkte. Darüber berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurologie.

Der Japaner klagte zunächst über Müdigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit und Fieber und suchte deswegen zwei Mal seinen Arzt auf. Erst neun Tage später sei jedoch die Diagnose Hirnhautentzündung (Meningitis) gestellt worden. Im Nervenwasser des Mannes sei Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, nicht aber in der Rachenschleimhaut. Offenbar hatte sich das Virus bei ihm über die Nervenbahnen ausgebreitet.

11:00 Uhr | Magdeburg: Kulturhauptstadt-Büro startet digitale Kunstaktion

"Gemeinsam kreativ sein – auch in der Krise": Das ist das Motto einer neuen Aktion, die sich das Büro für die Bewerbung Magdeburgs zur Kulturhauptstadt 2025 ausgedacht hat. Künstler aus ganz Sachsen-Anhalt sollen virtuell ein gemeinsames Kunstwerk schaffen – auf einer digitalen Leinwand. Ein Programm im Internet macht es möglich, dass mehrere Künstler auf ein und derselben Leinwand arbeiten. Das Spannende daran: Die Künstler wissen nicht, wer mit ihnen an dem Werk arbeitet. Das wird erst später verraten. Wer beim "ArtPileMD" mitmachen will, kann sich online anmelden. Präsentiert werden sollen das Ergebnis dann im Sommer oder im Herbst – je nachdem, wie die Corona-Lage sich entwickelt.

10:55 Uhr | Karliczek für gemeinsame Linie für Schulen

Bildungsministerin Anja Karliczek hat die Bundesländer zu einer gemeinsamen Linie bei der Wiederöffnung der Schulen aufgerufen. Die Länder sollten möglichst einheitliche Kriterien für eine Rückkehr in den normalen Schulbetrieb entwickeln.

Karliczek sagte, sie teile die Auffassung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Der CDU-Politiker hatte einen Konsens aller 16 Bundesländer beim Zeitplan für die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas gefordert. Zentrale Vorgaben für die Schulen sind in Deutschland nicht möglich, weil Bildung in der Zuständigkeit der Bundesländer liegt.

10:45 Uhr | 200 Verstöße gegen Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt

Die meisten Sachsen-Anhalter nehmen die Beschränkungen in der Corona-Krise ernst. Wie das Innenministerium mitteilte, wurden binnen einer Woche 39.000 Kontrollen durchgeführt, 200 Verstöße sind dabei festgestellt worden. Meist hielten sich die Menschen nicht an die Kontaktbeschränkungen. Zum Beispiel waren sie mit mehr als einer Person unterwegs, die nicht mit ihnen unter einem Dach lebte. Wer gegen die Corona-Maßnahmen verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Zu Ostern hat die Polizei verstärkte Kontrollen angekündigt.

09:55 Uhr | Türkei verhängt 48-stündige Ausgangssperre

Die Türkei hat eine Ausgangssperre für 31 Städte angeordnet. Die Bewohner der Städte, darunter die Hauptstadt Ankara und die Millionenmetropole Istanbul, dürften für 48 Stunden ihre Wohnungen nicht verlassen, teilte das Innenministerium mit.

Die Regelung trat am Freitag um Mitternacht in Kraft. Unmittelbar nach Ankündigung der Maßnahme am Freitagabend strömten in Ankara und Istanbul tausende Menschen auf die Straßen, um letzte Besorgungen zu erledigen, wie AFP-Korrespondenten berichteten. Vor Lebensmittelläden, Banken und Spirituosengeschäften bildeten sich lange Schlangen. Innenminister Suleyman Soylu sagte, es bestehe kein Grund zur Panik. Bäckereien, Apotheken, Tankstellen und Postfilialen sollten geöffnet bleiben.

09:20 Uhr | Alexander Kekulé beantwortet Ihre Fragen

Masken-Pflicht in Altenheimen? Virus-Gefahr in Freibädern? Reichen 14 Tage Quarantäne? Kommt das Coronavirus auch über die Ohren in den Körper? Kann man mit Rasierwasser desinfizieren? Virologe Alexander Kekulé hat Ihre Fragen beantwortet:

08:50 Uhr | Hilfen für Therapeuten und Zahnärzte geplant

Das Bundesgesundheitsministerium will nun auch Therapeuten, Zahnärzte und Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren unterstützen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, solle in der kommenden Woche eine neue Verordnung des Ministeriums in Kraft treten. Sie werde die schon beschlossenen Maßnahmen für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte ergänzen. Demnach würden Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten einen Einmalzuschuss erhalten. Zahnärzte sollen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem Vorjahr erhalten. Am Ende des Jahres können sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden. Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren sollen 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle ersetzt werden.

08:20 Uhr | Festivals warten auf Behörden-Entscheidung

Die Festivalveranstalter in Mitteldeutschland warten auf behördliche Entscheidungen, ob die Musik-Events trotz Coronakrise stattfinden können. Noch laufen die Vorbereitungen für die Festivalsaison. Das Highfield- Festival teilte mit, man sei bereit, alles zu tun, um Gäste, Mitarbeiter und alle Beteiligten zu schützen. Behördliche Bestimmungen würden selbstverständlich umgehend umgesetzt. Die gastgebende Gemeinde des Sputnik-Spring-Break auf der Halbinsel Pouch erwartet ein Verbot nach Ostern. Ein Erlass des zuständigen Landkreises stehe aber noch aus. In Leipzig geht Oberbürgermeister Burkhard Jung davon aus, dass das Wave-Gotik-Treffen und andere Großveranstaltungen ausfallen.

08:00 Uhr | Kulturbetriebe in Mitteldeutschland freuen sich über Spenden

Kleine und große Kulturbetriebe in Mitteldeutschland freuen sich in der Coronakrise über zahlreiche Spenden. Die Oper Leipzig etwa hat rund 10.000 Euro eingenommen, weil Besucher darauf verzichtet haben, sich den Ticketpreis für abgesagte Aufführungen erstatten zu lassen. Das Theater Altenburg/Gera hat auf diesem Weg 3.000 Euro gesammelt. In Leipzig hat die Interessengemeinschaft LiveKommbinat rund 70.000 Euro über ein Soli-Ticket eingesammelt. Dabei spenden Menschen kleinere Beträge etwa für ihren Lieblings-Musikklub. Soli-Ticket-Aktionen haben auch Klubs in anderen Städten auf die Beine gestellt, so in Dresden und Jena.

07:50 Uhr | Studie: Virus kann Nervensystem schädigen

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann sich nicht nur mit Fieber, Husten und Atembeschwerden äußern, sondern auch neurologische Symptome verursachen. Das ist das Ergebnis einer Studie chinesischer Wissenschaftler mit Patienten in Wuhan. Wie die Mediziner im Fachblatt "Jama Neurology" berichten, zeigte ein gutes Drittel der von ihnen untersuchten 214 Patienten Anzeichen dafür, dass das Virus das Nervensystem geschädigt hatte. Zu den häufigsten Symptomen gehörten Schwindel und Kopfschmerzen sowie Riech- und Geschmacksstörungen.

07:39 Uhr | RKI meldet mehr als 4.100 Neuinfektionen

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Deutschland ist dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge um 4.133 auf 117.658 gestiegen. Das sind etwas weniger als in den vergangenen Tagen mit jeweils etwa 5.000 Neuinfektionen. Allerdings wurden zuletzt am Wochenende häufig Fälle zeitlich verzögert gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg um 171 auf 2.544. Zugleich legte die Zahl der genesenen Patienten binnen 24 Stunden um 3.530 auf 57.443 zu.

07:00 Uhr | Menschenrechtsorganisation: Falsches Signal aus Rumänien

Die Menschenrechtsorganisation APADOR-CH bedauert, dass Rumänien in der Coronavirus-Pandemie die Leitsätze der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) auf Eis legt. Ein Staat müsse gerade in einer Ausnahmesituation seinen Bürgern vermitteln, dass er so weit wie möglich die Menschenrechte wahre, sagte Georgiana Gheorghe von APADOR-CH. Für Rumänien habe keinerlei Eile bestanden, eine solche Abweichung zu beantragen.

Rumänien hatte Mitte März wegen der Corona-Pandemie den Notstand ausgerufen. Wer Erledigungen außer Haus hat, muss jedes Mal eine eidesstattliche Erklärung ausfüllen und mit sich tragen. Fehlt sie oder ist sie nicht vollständig ausgefüllt, drohen Strafen zwischen umgerechnet ab 400 bis über 4.000 Euro. 

Die Europäische Menschenrechtskonvention garantiert allen Menschen innerhalb ihrer Mitgliedstaaten eine Reihe von Freiheits- und Grundrechten. Ein Staat darf nach Voranmeldung von Verpflichtungen abweichen, wenn "das Leben der Nation durch Krieg oder einen anderen öffentlichen Notstand bedroht ist". Mehrere osteuropäische Staaten hatten zuletzt eine solche Abweichung von der Menschenrechtskonvention beim Europarat beantragt, Deutschland bislang nicht.

06:30 Uhr | Mehr als 500.000 Infizierte und 2.100 neue Corona-Tote in den USA

Die USA haben erneut die weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden bis Freitag 2.108 weitere Todesfälle registriert. Damit starben in den USA insgesamt 18.586 Menschen an dem Virus. Am stärksten betroffen von der Pandemie ist der US-Bundesstaat New York mit mehr als 7.800 Toten. Die weltweit meisten Todesfälle verzeichnet bislang Italien mit 18.849 Toten. Die USA haben jedoch weltweit die meisten Infektionsfälle. Am Freitag stieg die Zahl der Infektionen nach Angaben der Universität auf über 500.000.

06:00 Uhr | Zwei Drittel der Deutschen zufrieden mit Krisenmanagement

Zwei Drittel der Deutschen sind zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen das Coronavirus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 66 Prozent das Agieren des Kabinetts unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise eher positiv. Vor zwei Wochen waren es noch 54 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen ist von 38 auf 27 Prozent gesunken.

05:30 Uhr | Juncker fordert Einführung von Corona-Bonds

Trotz der Einigung der EU-Finanzminister auf ein Hilfspaket in der Corona-Krise hat sich der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker weiter für gemeinsame europäische Anleihen ausgesprochen. "Es wäre ein Fehler, sich jetzt von der Einführung von Corona-Bonds oder Eurobonds zu verabschieden", sagte Juncker den Zeitungen der Leading European Newspaper Alliance (LENA). Die EU solle weiter auf das Ziel eines gemeinsamen Bonds hinarbeiten.

04:59 Uhr | Wohnungskonzern rechnet mit Mietausfällen in Millionenhöhe

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia rechnet wegen der Corona-Krise mit vorläufigen Mietausfällen von "maximal 40 Millionen Euro", sagte der Vorstandsvorsitzende von Vonovia, Rolf Buch, der "Welt" am Samstag. Doch gehe er davon aus, dass die gestundeten Mieten nachgezahlt werden. Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni dürfen Vermieter ihren Mietern nicht wegen ausgefallener Mietzahlungen aufgrund der Covid-19-Pandemie kündigen. Das sieht eine kurzfristig geänderte Regelung im Mietrecht vor. Die Miete bleibt für diesen Zeitraum aber weiterhin fällig, es können auch Verzugszinsen entstehen.

04:12 Uhr | USA wollen Italien unterstützen

US-Präsident Donald Trump weist seine Regierung an, Italien Hilfe im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu leisten. In Italien stationierte US-Soldaten sollten etwa beim Aufbau von Feldlazaretten und dem Transport von Material helfen, schreibt Trump. US-Unternehmen sollten Italien Produkte verkaufen, die die Behörden dort benötigten. Ausgenommen davon seien allerdings Güter, die die USA selbst für die Eindämmung der Epidemie brauchten.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. April 2020 | 06:30 Uhr