Coronavirus 15. August: Spahn verteidigt kostenlose Tests für Reiserückkehrer

Gesundheitsminister Spahn will in jedem Falle daran festhalten, dass Corona-Tests für Reiserückkehrer kostenlos sind. Sachsens Gesundheitsministerin Köpping glaubt nicht, dass im Freistaat ein weiterer Lockdown nötig sein wird. Erste Reiseveranstalter haben für die nächste Zeit sämtliche Spanien-Angebote gestrichen. In Sachsen-Anhalt diskutiert die Landesregierung über Strafen für Masken-Verweigerer. Alle Entwicklungen im Ticker.

Ein Arzt nimmt im Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf einen Abstrich bei einem Reiserückkehrer.
Die Corona-Tests für Reiserückkehrer bleiben Gesundheitsminister Spahn zufolge in jedem Falle kostenlos. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 15. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:30 Uhr| Spahn - Tests bleiben kostenlos

Corona-Tests für Reiserückkehrer sollen nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn in jedem Fall kostenlos bleiben. Der CDU-Politiker sagte den ARD-"Tagesthemen", er verstehe den Impuls, zu sagen: 'Wer sich den Skiurlaub leisten kann, der kann sich auch das gebrochene Bein leisten". Das sei aber kein gutes Prinzip. Denn Tests, die etwas kosten, versuchten manche Reisende möglicherweise zu vermeiden. Um sich selbst und andere zu schützen, sei es aber wichtig, dass die Test wahrgenommen würden.

19:18 Uhr | Piwarz für Verdopplung der Kinderkrankentage

Christian Piwarz
Sachsens Kultusminister Piwarz. Bildrechte: dpa

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz hat sich mit Blick auf die Belastungen von Eltern in der Corona-Krise für eine zeitweilige Verdopplung der Kinderkrankentage ausgesprochen.

Der CDU-Politiker begründete: "Das würde enormen Druck von den Eltern nehmen. Viele haben ihre Tage während der Schul- und Kita-Schließungen komplett aufgebraucht." Er habe das Thema in der Runde bei Bundeskanzlerin Angela Merkel angesprochen und um Prüfung gebeten. Auch SPD-Politiker hatten die Verdopplung schon thematisiert.

19:06 Uhr | "Querdenker" demonstrieren in Magdeburg

Auf dem Marktplatz in Magdeburg haben am Sonnabend laut Polizei rund 250 Menschen an einer Demonstration des Bündnisses "Querdenker 391" gegen Corona-Auflagen teilgenommen. Mehrere Demonstranten trugen Shirts oder hielten Plakate hoch, auf denen "Wir sind die 2. Welle" zu lesen war. Vereinzelt wurden schwarz-weiß-rote Flaggen aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs geschwenkt.

Bei einer weiteren Kundgebung warnte das Bündnis "Solidarisches Magdeburg" vor einer Spaltung der Gesellschaft.

18:22 Uhr | Weitere Abstands-Maßnahmen bei Bahn gefordert

Verbraucherschützer haben die Deutsche Bahn aufgefordert, Maßnahmen für mehr Abstand zwischen den Passagieren zu ergreifen. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, sagte, neben der Maskenpflicht sei Abstand das beste, das man zurzeit tun könne. Züge dürften nicht voll gedrängt sein. Auf viel befahrenen Strecken müsse die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen. Dabei sollten die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während der Corona-Zeit entfallen.

Wer zweiter Klasse fährt, zahlt für die Reservierung derzeit vier Euro, für eine Familie sind es acht Euro. In der ersten Klasse ist der feste Sitzplatz beim Flex- und Sparpreis inklusive.

16:38 Uhr | Corona-Warnapp: 17 Millionen Downloads

Seit dem Start der Corona-Warnapp vor knapp zwei Monaten ist sie rund 17 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das geht aus aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Die Smartphone-App kommuniziert via Bluetooth mit anderen Smartphones. Wird ein Nutzer positiv auf das Coronavirus getestet, gibt die App an diejenigen Nutzer einen Alarm aus, die dem Infizierten für eine gewisse Zeit so nahe gekommen sind, dass sie sich angesteckt haben könnten. Nach einem Alarm sollten Nutzer das Gesundheitsamt kontaktieren und selbst einen Test machen.

Die App hatte seit dem Start immer wieder mit Problemen zu kämpfen. So funktionierte sie wochenlang auf IPhones und Androis-Handys nicht richtig.

15:17 Uhr | Kekulé gegen "Schnupfnasen" in der Kita

Der Virologe Alexander Kekulé hat sich dagegen ausgesprochen, Kinder trotz leichter Erkältungssymptome in die Kita zu lassen. Der Professor der Universität Halle sagt in seinem Corona-Kompass bei MDR AKTUELL, seines Erachtens nach sei das komplett der falsche Weg. Erkrankte Kinder hätten gerade nur geringe Symptome, seien aber im Anfangsstadium hoch infektiös. Was man versäumt habe, sei, die Möglichkeit zu schaffen, die Kinder zu testen: "Wenn man das Testergebnis hat, weiß man ja, ob man das Kind isolieren muss oder nicht."

Im aktuellen Podcast ging es zudem um die Fragen, wie das Coronavirus eigentlich entdeckt wurde, ob man in der Kneipe unbesorgt auf die Toilette gehen kann und ab wann Züge zu voll sind, um noch sicher zu sein.

15:10 Uhr | Rot-Weiß Erfurt darf vor Fans spielen

Fußball-Oberligist Rot-Weiß Erfurt darf sein erstes Heimspiel der neuen Saison vor Zuschauern austragen. Wie der Verein mitteilte, hat die Stadt das vorgelegte Hygienekonzept für das Spiel am 23. August gegen den FC Grimma genehmigt. Demnach sind 2.126 Zuschauer erlaubt. Auswärtsfans sind in dem Konzept allerdings nicht zugelassen. Letzte Details sollen am Montag geklärt werden. Dann startet auch der Kartenvorverkauf.

12:55 Uhr | Update: Teststelle am Flughafen Erfurt-Weimar in Betrieb

Die erste Möglichkeit hatten Urlauber von der griechischen Insel Rhodos, die am Samstagmorgen gelandet sind. Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums machten 13 von 35 Reisenden von dem Testangebot Gebrauch. Rhodos ist kein Risikogebiet, deshalb sind die Tests für die Reisenden freiwillig. Am Sonntag kommen dann in Erfurt-Weimar zwei Flieger aus Risikogebieten an, und zwar aus Varna in Bulgarien und aus Mallorca. Die Passagiere müssen sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen. Das muss allerdings nicht direkt am Flughafen sein.

12:49 Uhr | 30.000 Pauschalurlauber aus Deutschland auf Balearen

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands befinden sich aktuell rund 30.000 Pauschaltouristen auf den Balearen. Sprecher Torsten Schäfer sagte, geschätzt mehr als 90 Prozent dürften sich auf Mallorca aufhalten. Es gebe noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten. Zu den Balearen gehören neben Mallorca auch die kleineren Inseln Menorca und Ibiza.

Köpping schließt zweiten Lockdown aus

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping rechnet trotz steigender Corona-Infektionszahlen nicht mit einem zweiten Lockdown im Freistaat. Die SPD-Politikerin sagte der "Sächsischen Zeitung", es werde nicht dazu kommen, dass man wieder zu solchen Maßnahmen greifen müsse, wie man sie gehabt habe. Experten gingen davon aus, dass es punktuelle Ausbrüche geben werde. Wenn es dazu komme, könne Sachsen gut reagieren. Köpping erklärte zugleich, sie wolle dem Kabinett in Dresden nächste Woche vorschlagen, öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen unter Bedingungen wieder zuzulassen. Zugleich sprach sie sich erneut gegen eine schnelle Rückkehr der Fans in die Fußballstadien aus. Man wolle bis Ende Oktober abwarten.

12:20 Uhr | Spahn warnt vor Partyurlaub in Spanien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Reisewarnung für fast ganz Spanien als "klare Ansage" bezeichnet. Spahn sagte der "Bild am Sonntag", er wisse, was diese Entscheidung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeute. Die Infektionszahlen stiegen dort aber "zu stark". Spahn betonte, wer aus dem Spanien-Urlaub komme, müsse in Quarantäne, bis er ein negatives Testergebnis habe. Wer trotz der Warnung nach Spanien fahre, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub sei in der Pandemie unverantwortlich. Die Bundesregierung hatte am Freitag die bislang für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Balearen ausgedehnt.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisierte derweil am Rande eines Landesparteitags der Grünen in Nordrhein-Westfalen, es sei "ein fatales Versäumnis" gewesen, dass die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikoländern erst mitten in der Reisewelle beschlossen wurden. "Das hätte am Anfang der Sommerferien stehen müssen und nicht kurz vor Ende." Inzwischen seien tausende Urlauber bereits nach Deutschland zurückgekehrt.

10:39 Uhr | Fast 1.500 neue Coronavirus-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland ist erneut gestiegen. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Demnach wurden am Freitag innerhalb eines Tages 1.491 neue Fälle von den Gesundheitsämtern gemeldet. 88 Prozent der Landkreise haben ihre Zahlen übermittelt.

In Sachsen wurden 17 Neuinfektionen registriert, in Sachsen-Anhalt 15 und in Thüringen zwölf. Schwerpunkt bei den Neuinfektionen bleibt Nordrhein-Westfalen. Auf das bevölkerungsreichste Bundesland enfällt mehr als jeder dritte der neuen Fälle.

10:13 Uhr | Strafgelder für Masken-Verweigerer gefordert

In Sachsen-Anhalt fordern Politiker der schwarz-rot-grünen Koalition Strafgelder für Masken-Verweigerer im öffentlichen Nahverkehr. Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", Polizei und Ordnungsamt bräuchten eine Handhabe gegen diejenigen, die sich nicht an die Maskenpflicht hielten. In Straßenbahnen und Bussen seien Strafgelder in Höhe von 60 Euro denkbar. CDU-Gesundheitsexperte Tobias Krull betonte, wenn jemand absichtlich andere gefährde, müsse man das auch ahnden. Der SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben erklärte, er halte Sanktionen für sinnvoll. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass Vorschriften in der Corona-Pandemie ins Leere liefen. Bisher gibt es in Sachsen-Anhalt keine Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht.

08:10 Uhr | Zentrale Service-Hotline 116 117 gefragt wie nie

Die Corona-Krise hat zu einem Ansturm bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte geführt. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte, in den ersten sechs Monaten seien 9,2 Millionen Anrufe eingegangen. Im gesamten Vorjahr seien es acht Millionen gewesen. Gassen zufolge riefen etwa im März und April bis zu 3.000 Menschen gleichzeitig an. Teilweise habe es bis zu 58.000 Anrufe pro Stunde gegeben. Seit März sei die 116 117 die bundesweite Corona-Hotline geworden. Ursprünglich war die Hotline geschaltet worden, um Patienten außerhalb von Praxis-Sprechzeiten zu beraten und Termine bei Ärzten zu vermitteln. Derzeit können in mehreren Bundesländern auch Corona-Teststellen in der Nähe erfragt werden.

07:51 Uhr | Bundesärztekammer fordert bundesweit Testzentren

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert bundesweit Corona-Testzentren. Reinhardt sagte der "Rheinischen Post", es gehe darum, niedergelassene Ärzte nicht zu überfordern. Wenn im Herbst Personen, die einen Corona-Test machen wollten und Patienten mit saisonaler Grippe in den Praxen massenhaft aufeinanderträfen, werde das für die Ärzte nicht mehr zu schaffen sein. Deshalb müssten Corona-Tests von der Regelversorgung getrennt werden.

06:58 Uhr | Anbieter reagieren auf Reisewarnung für Spanien

Nach der verschärften Reisewarnung für Spanien haben erste Unternehmen ihre Reisen abgesagt. Der Konzern Tui erklärte auf seiner Internetseite, Pauschalreisen ab sofort bis einschließlich 24. August zu stornieren. Kunden würden Umbuchungen zu anderen Zielen angeboten, etwa auf die Kanarischen Inseln. Kunden, die bereits in einer als Risikogebiet eingestuften Region seien, sollten binnen der nächsten sieben Tage zurückkehren. Auch DER Touristik sagte alle Reisen bis zum 21. August ab. Aufgrund erhöhter Infektionszahlen hatte die Bundesregierung gestern eine Reisewarnung für das gesamte spanische Festland sowie die Balearen herausgegeben. Einzig die Kanaren sind von der Reisewarnung ausgenommen.

06:55 Uhr | Ärzte wollen Übersicht über Personal in Gesundheitsämtern

Ärztevertreter fordern eine bundesweite Erfassung des Personals in Gesundheitsämtern. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schreiben die Vorsitzenden des Bundesverbands der Amtsärzte und der Gewerkschaft Marburger Bund, das sei nötig, um zu entscheiden, wo mehr investiert werden müsse. Ärzte und Kommunen streiten darüber, wie groß der Personalmangel in Gesundheitsämtern ist. Die kürzlich von den Kommunen vorgestellten Zahlen über besetzte Stellen seien höchst fragwürdig, heißt es in dem Brief. Spahn will Ende des Monats ein vier Milliarden Euro schweres Maßnahmen-Paket für den öffentlichen Gesundheitsdienst vorstellen.

06:20 Uhr | Erfolgreicher Börsenstart für Curevac

Das Tübinger Pharma-Unternehmen Curevac ist erfolgreich an der US-Börse gestartet. Der Aktienkurs stieg in New York im Laufe des ersten Tages von 16 auf mehr als 55 US-Dollar. Das Geld aus dem Börsengang will Curevac vor allem für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus verwenden. Im Juni hatten die deutschen Aufsichtsbehörden grünes Licht für eine klinische Studie gegeben. Ergebnisse sollen laut Curevac ab September vorliegen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. August 2020 | 06:00 Uhr