Coronavirus-Pandemie Ticker: Mehrere Städte in Mitteldeutschland zu Risikogebieten erklärt

Mehrere Städte in Mitteldeutschland haben den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Dort gelten nun strengere Schutzregeln. In der Nacht auf Sonnabend ist es in Italien zu gewaltätigen Protesten gegen die neuen Ausgangsbeschränkungen gekommen.

Das Stadtmuseum auf dem Marktplatz in Jena
Das Stadtmuseum auf dem Marktplatz in Jena Bildrechte: Stephan Preißler


Unser Ticker am Sonnabend, 24. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:15 Uhr | Toilettenpapier wieder stärker nachgefragt

Laut Statistischem Bundesamt wurde Mitte Oktober fast doppelt so viel Toilettenpapier verkauft wie im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Während des Lockdowns im Frühjahr war es gerade beim Toilettenpapier zu Hamsterkäufen gekommen. Im Einzelhandel ist dieses Phänomen derzeit teils wieder zu beobachten. Der Verband der Deutschen Papierfabriken erklärte, solange sich der Verbraucher normal verhalte, werde es keine Unterversorgung geben.

22:03 Uhr | Ex-Boxweltmeister mit Coronavirus infiziert

Der Kiewer Bürgermeister und frühere Boxweltmeister, Vitali Klitschko, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Im Internet schrieb Klitschko, das Coronavirus habe ihn "zum ungünstigsten Zeitpunkt erwischt". Am Sonntag ist in der Ukraine Kommunalwahl. Der seit 2014 amtierende Klitschko kandidiert erneut in Kiew für das Bürgermeisteramt. Der 49-Jährige lag in den letzten Umfragen deutlich vor seinen Rivalen. In der Ukraine wurden bislang mehr als 337.000 Corona-Fälle registriert, mehr als 6.200 Infizierte starben.

21:14 Uhr | London: Tausende protestieren gegen Corona-Schutzmaßnahmen

In London haben Tausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen der britischen Regierung demonstriert. Vom Hyde Park aus marschierten sie am Samstag durch die Innenstadt und forderten ein Ende der Corona-Beschränkungen. Britische Medien berichteten von "tausenden Teilnehmern". Die Polizei nannte keine Zahlen. Die Protestierenden sprachen sich gegen die Maskenpflicht aus und kritisierten die Schutzmaßnahmen als Tyrannei. Die Infektionszahlen steigen in Großbritannien rasant. Insbesondere im Norden Englands müssen teilweise Pubs und Bars schließen, auch sind Treffen zwischen verschiedenen Haushalten untersagt.

Anti Lockdown Protest in London (24. Oktober 2020)
Auf dem Plakat einer Demonstrantin steht: Was wurde 2020 am meisten gewaschen: Hände oder Gehirne? Bildrechte: imago images/Parsons Media

20:18 Uhr | Neue Risikogebiete in Thüringen

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist als Risikogebiet eingestuft worden. Laut Landratsamt liegt derzeit der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern bei 72. Das ist deutlich über den kritischen Wert von 50. Am Freitag hatte die Kreisverwaltung die Sieben-Tage-Inzidenz noch mit 44,7 angegeben.

Der Grund für die steigenden Fallzahlen ist laut Behörden ein Massentest in einer Altenpflegeeinrichtung in Steinbach-Hallenberg. Dort wurde das Virus bei insgesamt 23 Bewohnern nachgewiesen. Zudem gibt es vier neue Fälle beim Personal. Auch in einer Kita in Viernau gab es sieben Infektionen.

Auch die Stadt Jena gilt jetzt als Risikogebiet. Die Stadtverwaltung teilte am Sonnabend mit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bei 56,4 liege. Lange Zeit galt die Thüringer Stadt als Vorreiter in der Pandemie. Wird eine Stadt oder ein Kreis zum Risikogebiet erklärt, dürfen strengere Schutzregeln umgesetzt werden.

19:37 Uhr | Acht Millionen Infektionen in Europa nachgewiesen

Europa hat mehr als 250.000 Corona-Todesfälle zu beklagen. Wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, entspricht das einem Anteil von 19 Prozent an den global registrierten rund 1,1 Millionen Toten. Am schwersten betroffen ist Großbritannien mit rund 45.000 Todesopfern, gefolgt von Italien, Spanien, Frankreich und Russland. In Deutschland wurden bislang rund 10.000 Todesopfer registriert. Die Zahl der nachgewiesenen Virus-Infektionen in Europa liegt inzwischen bei acht Millionen. Das ist rund ein Fünftel der Ansteckungen weltweit.

17:21 Uhr | Hotels in Oberwiesenthal wollen Testzentrum

Mehrere Hotels in Oberwiesenthal wollen sich ein eigenes Corona-Schnelltestzentrum anschaffen. Es soll helfen, dass im Winter die Gäste nicht massenhaft ausbleiben. Von einem Hotelier hieß es, man schätze die Kosten pro Test auf 30 Euro und könne sich gut vorstellen, sich finanziell zu beteiligen. Auch wolle man die Stadt anfragen, ob sie einen Teil der Kosten übernehmen wolle. Diese habe aber noch nicht reagiert. Im Erzgebirgskreis gelten von Sonnabend an angesichts gestiegener Fallzahlen strengere Schutzmaßnahmen.

16:57 Uhr | AOK fordert mehr Geld für Gesundheitsfonds

Der Vorstandsvorsitzende der AOK Plus Sachsen und Thüringen, Rainer Striebel, fordert vom Bund mehr Geld zur Bewältigung der Corona-Krise. Striebel sagte den "Dresdner Neuesten Nachrichten", man wehre sich dagegen, dass das Ministerium dafür auf die Reserven der Kassen zurückgreifen wolle. So sollen laut Striebel acht Milliarden Euro von Krankenkassen mit höheren Vermögen auf die Kassen mit weniger Rücklagen umverteilt werden. Die Lücken bei den anderen seien aber nicht nur pandemiebedingt, sagte Striebel. Es geht um einen Zusatzbedarf von insgesamt 16 Milliarden Euro für den Gesundheitsfonds. Der Rest soll über einen extra Bundeszuschuss und über höhere Zusatzbeiträge gedeckt werden.

15:42 Uhr | Parteitreffen von Linken wankt

Die Linke schließt eine Absage ihres Parteitages in Erfurt nicht aus. Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler sagte am Sonnabend nach Beratungen mit dem Parteivorstand, man wolle am Dienstag eine endgültige Entscheidung treffen. Der Parteitag ist derzeit von kommenden Freitag bis Sonntag geplant. Möglicherweise soll er auch nur auf Freitag begrenzt werden. Die Linken wollen dabei eine neue Parteispitze wählen. Die Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger treten nach achtjähriger Amtszeit nicht mehr zu Wiederwahl an.

Bernd Riexinger (l-r), Bundesvorsitzender Die Linke, und Katja Kipping, Bundesvorsitzende Die Linke, kommen am Tag nach der Europäischen Parlamentswahl in die Bundespressekonferenz.
Die Parteivorsitzenden der Linken, Bernd Riexinger und Katja Kipping. Bildrechte: dpa

15:05 Uhr | Halle als Risikogebiet eingestuft

Die Stadt Halle hat die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte, dass der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner derzeit bei 54,05 liege. Insgesamt seien in der Stadt 219 Menschen mit dem Virus infiziert. Wiegand will am Sonntag bekanntgeben, was die steigenden Zahlen für den Schulbetrieb in der Stadt bedeuten. Am Montag startet in Sachsen-Anhalt wieder die Schule. In Halle gelten bereits seit Donnerstag strengere Corona-Schutzmaßnahmen. Dazu gehört auch eine Maskenpflicht in der Innenstadt.

Auch die beiden Thüringer Städte Erfurt und Gera wurden am Sonnabend von den dortigen Gesundheitsämtern als Risikogebiete eingestuft, so dass dort strengere Schutzmaßnahmen umgesetzt werden dürfen.

13:35 Uhr | Sachsen-Anhalts Schüler müssen keinen Test machen

Um am Montag nach den Herbstferien wieder in die Schule gehen zu können, müssen Schüler und Schülerinnen in Sachsen-Anhalt keinen negativen Corona-Test vorweisen. Das hat die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Eva Feußner, erklärt. Feußner sagte, man appelliere an die Menschen, ehrlich zu sein. Wer in einem ausländischen Risikogebiet oder deutschen Corona-Hotspot Urlaub gemacht habe, der solle das der Schule melden, sich testen lassen und gegebenenfalls in Quarantäne begeben. Eine Testpflicht gebe es allerdings nicht. Das sei auch logistisch gar nicht zu handhaben.

12:14 Uhr | Kanzlerin Merkel ruft erneut zu Reduzierung von Kontakten auf

In ihrem wöchtenlichen Video-Podcast hat die Bundeskanzlerin erneut die Bevölkerung gebeten, die Kontakte zu reduzieren. Merkel sagte, die Pandemielage habe sich weiter zugespitzt.

Wir sind nicht machtlos gegen das Virus. Unser Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell es sich ausbreitet. Und das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen.

Merkel sagte, man erwarte von Politikern, dass sie immer wieder neue Worte fänden. Aber für sie gelte das, was sie letzte Woche gesagt habe, noch Wort für Wort.

11:55 Uhr | Erfurt und Gera gelten als Risikogebiete

Erfurt und Gera sind jetzt Corona-Risikogebiete. Wie die Gesundheitsämter mitteilten, liegt der Inzidenzwert in Erfurt bei 54,4 und in Gera bei 51,2. Allein in Erfurt wurden seit gestern 40 neue Fälle registriert. Die Stadt Gera hatte gestern bei der Bundeswehr Hilfe für ein mobiles Corona-Testteam beantragt.

Videovorschaubild mit der Überschrift "Notfallmechaniusmus" 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

11:44 Uhr | USA: Erstmals mehr als 84.000 Neuinfektionen pro Tag

Zehn Tage vor der Präsidentschaftswahl ist die Zahl der Neuinfektionen in den USA auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Innerhalb eines Tages sind 84.218 Neu-Ansteckungen hinzugekommen. Offiziellen Daten zufolge wurde damit der bisherige Höchstwert von 77.299 Fällen von Mitte Juli deutlich übertroffen.

Allein in 16 Bundesstaaten gab es einen neuen Rekord, darunter fünf, die als entscheidend für die Wahl am 3. November gelten: Ohio, Michigan, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin.

11:08 Uhr | Neun von 13 Kreisen in Sachsen dunkelrot

In Sachsen liegen nur noch drei Landkreise und eine Stadt unterhalb der Sieben-Tage-Inzidenz. Dabei weist Leipzig mit 24,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche (Risklayer, Stand 23.10.2020) den niedrigsten Wert auf. Die Landkreise Leipzig (47,3), Nordsachsen (49,1) und Meißen (40,1) kratzen aber schon teilweise knapp am Grenzwert. Spitzenreiter in Sachsen ist der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 153,1.

In Sachsen-Anhalt sieht es noch entspannter aus. Dort überschreiten bislang nur das Jerichower Land mit 67,8 und der Burgenlandkreis mit etwa 53 Neuinfektionen den Grenzwert.

In Thüringen ist sogar noch einer der beiden grünen Flecken auf der Deutschlandkarte zu finden: Die Stadt Eisenach verzeichnet eine Inzidenz von 2,4. Dagegen haben vier Landkreise (Eichsfeld, Unstrut-Hainich-Kreis, Sömmerda und Saale-Holzland-Kreis) und - ganz neu - zwei Städte (Erfurt und Gera) den Grenzwert überschritten.

10:33 Uhr | Kommunen droht Steuerausfall in Milliardenhöhe

Städte und Gemeinden werden im kommenden Jahr rund zehn Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen zur Verfügung haben. Das berichtet die "Rheinische Post" und beruft sich auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Am größten seien die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer. Finanzminister Scholz sieht Deutschland dennoch gut gerüstet. Er sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Lage sei ernst, die Finanzkraft aber weiterhin groß.

10:19 Uhr | Region Hannover überschreitet Neuinfektions-Grenzwert

In der Region Hannover haben die Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen wichtigen Grenzwert überschritten. Das Landesgesundheitsamt meldet 52,7 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

08:52 Uhr | Polens Präsident positiv getestet

In Polen ist Präsident Andrzej Duda positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Wie ein Sprecher auf Twitter mitteilte, geht es dem 48-Jährigen aber gut. Er stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Medizinern. Auch in Polen sind die Corona-Zahlen zuletzt stark gestiegen: Die Behörden meldeten am Freitag mit mehr als 13.600 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert.

Polens Präsident, Andrzej Duda, steht vor der polnischen weiß-roten Flagge.
Polens Präsident Andrzej Duda Bildrechte: imago images / newspix

07:28 Uhr | Proteste gegen Ausgangssperre in Italien

Im süditalienischen Neapel haben Hunderte Menschen gegen die Ausgangssperre und einen geplanten Lockdown in der Region Kampanien protestiert. Dabei ist es zu Auseinanderungen mit der Polizei gekommen. Demonstranten warfen Feuerwerkskörper und zündeten Rauchbomben. Die Polizei habe darauf mit Tränengas reagiert.

Demonstranten treffen während eines Protests in Neapel auf Polizeikräfte.
Demonstranten treffen während eines Protests in Neapel auf Polizeikräfte. Bildrechte: dpa

07:07 Uhr | Zahl der Corona-Toten über 10.000 gestiegen

Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland hat die 10.000er Marke überstiegen. Das Robert-Koch-Institut meldete am Morgen 49 Todesfälle binnen 24 Stunden. Damit starben seit Beginn der Pandemie insgesamt 10.003 Personen in Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion.

Nach Angaben des Projekts Risklayer der Universität Karlsruhe beträgt die Zahl der täglichen Neuinfektionen 13.451. Dabei weist Sachsen einen vergleichsweise starken Anstieg um 502 Neuinfektionen auf. Sachsen-Anhalt verzeichnet 146 und Thüringen 160 Neuinfektionen.

Das Robert-Koch-Instituts gibt 14.714 täglichen Neuinfektionen an. In der Zahl sind allerdings auch Infektionen enthalten, die aufgrund einer technischen Störung gestern nicht erfasst werden konnten. Nach Angaben des RKI gab es Probleme bei der Datenübermittlung, nachdem ein Webserver ausgefallen war. Die tatsächliche Zahl der täglichen Neu-Infektionen liege deshalb etwas niedriger.

06:00 Uhr | Der Ticker am 24. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2020 | 22:00 Uhr