Coronavirus-Pandemie Ticker: "Querdenken" in Frankfurt – Polizei geht gegen Demonstranten vor

In Frankfurt ist die Polizei gegen "Querdenken"-Demonstranten und Gegendemonstranten vorgegangen. Kanzlerin Merkel stimmt auf schwierige Wintermonate ein. Wegen hoher Infektionszahlen – es wurden erneut mehr als 23.000 Fälle registriert – plädiert SPD-Politiker Lauterbach für eine Verlängerung des November-Lockdowns. Alle Entwicklungen im Ticker.

Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen Teilnehmer der Querdenken-Demonstration unter dem Motto "Kein Lockdown für Bembeltown!" ein.
Die "Querdenken"-Abschlusskundgebung wurde geräumt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 14. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:41 Uhr | Rumänien: Zehn Covid-19-Patienten sterben bei Brand auf Intensivstation

Zehn schwerkranke Covid-19-Patienten sind in einem Krankenhaus der nordostrumänischen Stadt Piatra Neamt an schweren Verbrennungen gestorben. Das Feuer war in der Intensivstation ausgebrochen, wo insgesamt 16 Patienten künstlich beatmet wurden. Sieben weitere Menschen erlitten schwere Verbrennungen, darunter auch der für die Intensivstation verantwortliche Arzt. Nach Angaben der Behörden dürfte ein Kurzschluss den Brand ausgelöst haben.

20:19 Uhr | Angst vor Grenzschließung: Reger Einkaufstourismus im Erzgebirge

Nach der Ankündigung Tschechiens, Deutschland ab Montag zum Risikogebiet zu erklären, hat der sogenannte kleine Grenzverkehr zwischen beiden Ländern nach Reporterangaben stark zugenommen. Viele Deutsche aus der Grenzregion nutzten die noch offene Grenze für Einkäufe in der Tschechischen Republik.

19:52 Uhr | Demos gegen Corona-Maßnahmen in mehreren Städten

In mehreren deutschen Städten sind am Samstag erneut Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Größere Demonstrationen gab es etwa in Karlsruhe und Regensburg – dort kamen jeweils rund 1.000 Teilnehmer zusammen. Bei einer "Querdenken" -Demo in Frankfurt am Main setzte die Polizei Wasserwerfer gegen Gegendemonstranten ein, die sich dem Protestmarsch entgegenstellten. Die Abschlusskundgebung der "Querdenker" in der Frankfurter Stadtmitte lösten die Beamten dann nach kurzer Zeit wegen Verstößen gegen die Hygieneauflagen auf. Dabei kam ebenfalls ein Wasserwerfer zum Einsatz.

19:41 Uhr | Thüringen: Holter gegen Schulschließungen

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter will Schulen und Kindergärten in der Corona-Krise weiter offen halten. Der Linkenpolitiker begründete dies mit dem Kindeswohl und dem täglichen umfassenden Bildungsangebot. Hintergrund sind unter anderem Forderungen aus dem Landkreis Hildburghausen, die Einrichtungen für zwei Wochen komplett zu schließen. Das lehnte auch das Sozialministerium ab.

19:22 Uhr | Weniger Neuinfektionen in Italien und Großbritannien

In Italien und Großbritannien wurden am Samstag wieder sehr viele Corona-Neuinfektionen gemeldet, allerdings etwas weniger als am Vortag. In Italien sank die Zahl der neuen Fälle auf 37.255 nach 40.902 am Freitag. In Großbritannien ging die Zahl der Neuinfektionen auf 26.860 und damit den niedrigsten Stand seit Mittwoch zurück. Am Freitag hatte es 27.301 neue Fälle gegeben

18:01 Uhr | Uniklinik Halle runtergefahren

In Halle ist der Betrieb am Universitätsklinikum auf 60 Prozent heruntergefahren worden. Das teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand in einer Videokonferenz mit. Seit gestern seien drei neue Coronavirus-Fälle beim Personal nachgewiesen worden. Wegen immer neuer Ansteckungen werden derzeit alle 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getestet.

17:40 Uhr | Frankfurt: Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vor

Die Polizei setzt Wasserwerfer gegen Teilnehmer der Querdenken-Demonstration unter dem Motto "Kein Lockdown für Bembeltown!" ein.
Wasserwerfer gegen "Querdenken"-Teilnehmer in Frankfurt. Bildrechte: dpa

Mit Wasserwerfern ist die Polizei bei der "Querdenker"-Demo am Samstagnachmittag in Frankfurt gegen Teilnehmer sowie linke Gegendemonstranten vorgegangen. Zudem setzten Polizisten vereinzelt Schlagstöcke ein. Nach Angaben der Polizei wurden Beamte angegriffen. Die Gegendemonstranten blockierten mehrfach die Strecke in der Innenstadt. Sie zeigten etwa ein Banner mit der Aufschrift "Die Rechten zu Boden". Polizisten sperrten Straßen ab, um die Demonstrationsgruppen voneinander fernzuhalten. Am Nachmittag setzte die Polizei dann Wasserwerfer zunächst gegen die Gegendemonstranten ein.

Die "Querdenker"-Demo wurde später aufgelöst, weil sich die Teilnehmer laut Polizei nicht an die Hygieneauflagen gehalten haben. Zur Räumung der Abschlusskundgebung setzte sie auf dem Rathenauplatz wiederum Wasserwerfer ein. Aufseiten von "Querdenken" demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 600 Menschen, ihnen standen 300 Gegendemonstranten gegenüber.

16:51 Uhr | DFB-Länderspiel findet trotz Corona-Fällen bei Gegner Ukraine statt

Das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Ukraine am Samstagabend in Leipzig kann trotz Corona-Fällen beim Gegner stattfinden. Alle Nachtests bei Spielern und Betreuern am Samstag seien negativ ausgefallen, berichtete der ukrainische Verband. Auf dieser Grundlage erlauben die Leipziger Gesundheitsbehörden eine Spielaustragung.

Spieler der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft beim Training
Im Team der Ukraine gab es mehrere positive Coronatests – das Länderspiel gegen Deutschland findet trotzdem statt. Bildrechte: dpa

16:44 Uhr | Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim in Berlin

In einem Alten- und Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg sind nach einem Corona-Ausbruch innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen gestorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase."

Am 8. Oktober sei ein erster Bewohner bei einem Krankenhausaufenthalt positiv getestet worden, sagte die Sprecherin. "Danach erfolgten Teil-Testreihen in einzelnen Wohnbereichen. Zum 3. November lagen erstmals Testergebnisse für das gesamte Haus vor. Aktuell sind 27 Bewohner und 17 Mitarbeiter Corona-positiv."

14:59 Uhr | Sachsen: Schärfere Corona-Maßnahmen in Hotspot-Gebieten vorgesehen

Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen sind in den besonders betroffenen Landkreisen in Sachsen schärfere Corona-Maßnahmen vorgesehen. So könnten Krankenhäuser und Pflegeheime ihre Besuchsregeln weiter einschränken und ein Betretungsverbot für Eltern in Kindergärten und Schulen erlassen werden, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer nach einer Videokonferenz mit den Landräten und mit Gesundheitsministerin Petra Köpping mit. "Das Infektionsgeschehen im Landkreis Bautzen und im Erzgebirgskreis ist so breit und hoch, dass nur die konsequente Kontaktunterbrechung hilft", sagte Kretschmer.

Die Situation in den örtlichen Kliniken werde immer prekärer, zudem seien viele Pflegeheime betroffen. Es liege nun an den Landräten, ein einheitliches Vorgehen abzusprechen. Kretschmer betonte, dass am kommenden Wochenende über weitere Einschränkungen entschieden werde. "Wenn die Fallzahlen weiter steigen, müssen wir dem Beispiel des Berchtesgadener Landes folgen." Dort gilt eine Ausgangsbeschränkung.

Alte Wasserkunst, Michaeliskirche, Petridom und Rathausturm in Bautzen
In Bautzen könnte es bald deutlich schärfere Corona-Regeln geben. Bildrechte: imago/imagebroker

14:51 Uhr | Griechenland schließt Schulen und Kitas

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Griechenland die Schließung von Grundschulen, Kindergärten und Krippen angekündigt. "Die griechische Regierung hat beschlossen, den Schulbetrieb bis zum 30. November auszusetzen", erklärte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias. Bisher habe die Regierung versucht, die Schließung der Grundschulen zu vermeiden. Die Entscheidung, dies doch zu tun, zeige, "wie ernst die Situation ist", erklärte Kikilias. In Griechenland sind die Mittel- und Oberstufen bereits seit Montag geschlossen.

Die griechische Regierung verhängte am 7. November zum zweiten Mal seit Ausbruch der Pandemie einen Lockdown. Seit dem dürfen nur noch Geschäfte öffnen, die der Grundversorgung dienen. Seit Freitagabend gilt zudem eine landesweite Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr.

Menschenleer ist der Monastiraki-Platz im Zentrum von Athen.
Menschenleer: der Monastiraki-Platz im Zentrum von Athen. Bildrechte: dpa

14:39 Uhr | 22 Milliarden Euro Corona-Hilfen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz rechnet bei der Verlängerung der Corona-Hilfen mit zusätzlichen Ausgaben von 22 Milliarden Euro. Das berichtet der Deutschlandfunk und bezieht sich auf ein gemeinsames Papier des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Danach werden die Hilfen für Unternehmen bis Ende Juni nächsten Jahres verlängert und ausgeweitet. Zu dem Programm gehört etwa die sogenannte Neustart-Hilfe für Solo-Selbstständige. Sie sollen einmalig eine Betriebskosten-Pauschale von bis zu 5.000 Euro erhalten.

14:01 Uhr | Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Richtlinien für Schulen

Der Deutsche Lehrerverband fordert von der Politik eindeutige Richtlinien zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie an den Schulen. Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte im NDR, nach den Beratungen der Länder am Montag mit Kanzlerin Merkel brauche man klare Aussagen: "Schulen auf Biegen und Brechen offenzuhalten, ist nicht der richtige Weg." Zudem benötigten die Schulen mehr finanzielle Unterstützung. So fehlten vielerorts noch immer Raumluftfilter oder Trennwände.

Meidinger stellte zugleich klar, die meisten Lehrkräfte hätten ein großes Interesse am Präsenzunterricht. Allerdings müsse man die Belange des Bildungsauftrags mit denen des Gesundheitsschutzes genau abwägen. 

13:43 Uhr | Österreich will zweiten Voll-Lockdown

Die österreichische Regierung will angesichts weiter steigender Infektionszahlen einen zweiten Voll-Lockdown verhängen. Dieser soll ähnlich gestaltet sein, wie der erste Lockdown im März, meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf einen Entwurf für einen Regierungserlass.

Ab Dienstag sollen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen demnach auf den ganzen Tag ausgeweitet werden. Alle Geschäfte, die nicht zur Deckung des täglichen Bedarfs nötig seien, müssten schließen. Auch alle Schulen der jüngeren Jahrgangsstufen sollen auf Fernunterreicht umstellen. Die Maßnahmen sollen bis zum 6. Dezember gelten. Ähnlich wie Deutschland hatte Österreich Anfang November einen Teil-Lockdown verhängt.

13:14 Uhr | Corona-Tests für Urlaub auf Kanaren

Seit heute verlangen die Kanarischen Inseln von Urlauberinnen und Urlaubern einen negativen Corona-Test. Das Ergebnis darf nicht älter als 72 Stunden sein. Wer keinen Test vorweisen kann, muss sich in einem Krankenhaus testen lassen und solange in Quarantäne begeben, bis das Ergebnis vorliegt.

Ziel der Maßnahme ist es, die Inzidenz weiter unter der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche zu halten. Die Kanarischen Inseln sind derzeit die einzige Region in Spanien, die aus Sicht des Auswärtigen Amts nicht als Risikogebiet gilt.

13:05 Uhr | Thüringen: 100 Grundschüler müssen in Quarantäne

Nach einem Corona-Fall im Hort der Grundschule Heringen im Kreis Nordhausen müssen mehr als 100 Kinder in Quarantäne. Das teilte das Landratsamt mit. Den Angaben nach hat das Gesundheitsamt noch am Freitagabend damit begonnen, die Kontakte zu ermitteln. Auch am Wochenende werden die betroffenen Eltern informiert.

Das und weitere Entwicklungen in den Corona-News der Thüringer Kollegen.

12:16 Uhr | Ökonomen: Deutschland kann sich Corona-Schulden leisten

Führende Ökonomen halten eine höhere Neuverschuldung des Bundes aufgrund der Corona-Hilfen für beherrschbar. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, Deutschland habe zumindest kurzfristig das Geld. Bei negativen Zinsen könne sich der Staat auch sehr hoch verschulden.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, ist ebenfalls der Ansicht, der Bund könne sich neue Schulden leisten. Deutschland sei finanziell gut aufgestellt und genieße bei Investoren viel Vertrauen. Er fürchte allerdings, dass nach der Pandemie Steuererhöhungen notwendig würden. Durch Einsparungen und Wirtschaftswachstum allein werde man nicht aus der Schuldenfalle herauskommen. Ein harter Sparkurs nach der Krise sei allerdings nicht sinnvoll.

11:52 Uhr | 548 Corona-Tote in Polen

Polen verzeichnet binnen eines Tages 548 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona-Infektionen. Das sind so viele wie noch nie. Damit sind im Land mittlerweile 10.045 Menschen an oder mit dem Virus gestorben, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zudem werden 25.571 Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 2.000 weniger als bei dem Höchstwert vor einer Woche. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen liegt bei 691.118 .

11:42 Uhr | Innenministerkonferenz sieht in "Querdenken"-Demos verfassungsfeindliche Strömungen

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), der thüringische Innenminister Georg Maier, sieht in der "Querdenken"-Protestbewegung auch Strömungen, die einen anderen deutschen Staat wollen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Maier, dass zwar nicht alle Anhänger oder Sympathisanten der Bewegung dieses Ziel verfolgten. Es seien aber große Teile dabei, die genau das wollten: "Die freiheitlich-demokratische Grundordnung abschaffen." Es sei kein Zufall, dass es Rechtsextremisten, Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker in den Reihen von "Querdenken" gebe und verwies auf die Demonstration in Leipzig. Maier erklärte, die verschiedenen Ämter des Inlandsnachrichtendienstes befassten sich bereits mit extremistischen Bestrebungen unter den sogenannten Corona-Leugnern.

11:15 Uhr | Merkel: "Winter wird uns allen noch viel abverlangen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Video-Podcast auf weitere schwierige Monate in der Corona-Pandemie eingestimmt. "Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können", sagte Merkel. Neue Kommunikationsmittel könnten zwar helfen, sie seien aber "natürlich kein Ersatz für persönliche Begegnungen". Am kommenden Montag will die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz zu dem seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown ziehen. Die Bundesregierung hat bereits betont, dass sie derzeit noch keine Möglichkeiten für Lockerungen sieht.

11:20 Uhr | Wieder mehr als 23.000 Neuinfektionen

In Deutschland ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 weiterhin hoch. Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie wurden am Freitag deutschlandweit 23.195 neue Fälle registriert. In Sachsen waren es 1.350 neue Fälle, in Thüringen 421 und in Sachsen-Anhalt 265. Der 7-Tage-Schnitt liegt damit bei 18.780 neuen Fällen pro Tag.

10:14 Uhr | Köpping sieht wenig Spielraum für Lockerungen

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping sieht angesichts der aktuellen Zahl der Corona-Neuinfektionen wenig Spielraum für mögliche Lockerungen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie, die Lage sei ernst. Rund zwei Wochen nach Beginn des Teil-Lockdowns könnten die Maßnahmen noch nicht die volle Wirkung zeigen.

Ein Frau spricht in ein Mikrofon.
Für Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping ist es zu früh für Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie wurden binnen 24 Stunden in Sachsen 1.350 neue Fälle registriert. Weshalb die Zahlen in Sachsen so steigen, könne man nicht genau sagen, erklärte Köpping. Treffen mit Familie und Freunden könnten eine Rolle spielen. Nur bei einem Viertel der Corona-Fälle könne man überhaupt sagen, wo sich die Menschen angesteckt hätten. Der Landkreis Bautzen zählt mit einem Wert von mehr als 300 Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen zu den am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland.

09:58 Uhr | Städtetag: Stufenplan für Demonstrationsgenehmigung

Der Deutsche Städtetag dringt auf einen klaren Stufenplan für die Genehmigung von Versammlungen in der Corona-Pandemie. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Es gibt viele Möglichkeiten, in unserer Demokratie sein Recht auf freie Meinungsäußerung zu wahren. Es muss jetzt nicht die Großdemonstration sein."

Das Versammlungsrecht dürfe nicht zulasten des allgemeinen Gesundheitsschutzes gehen. Jung schlug einen Stufenplan vor, der zeige bei welchem Infektionsstand Versammlungen welcher Größe möglich seien.

09:34 Uhr | Situation für Diabetiker verschärft sich im Lockdown

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt am heutigen Weltdiabetestag, dass Diabetes-Kranke während der Corona-Pandemie besonders gefährdet seien. Bei einer Covid-19-Erkrankung müssten sie mit einem schwereren Verlauf rechnen. Zudem sei die Versorgung mit Medikamenten, wie Insulin, besonders in ärmeren Ländern erschwert.

Auch ein Anstieg der Diabetes-Erkrankungen droht. Eine Datenauswertung des Universitätsklinikums in Leipzig hat gezeigt, dass der Bewegungsmangel während des ersten Lockdowns im Frühjahr bei bereits übergewichtigen Kindern zu einer weiteren Gewichtszunahme geführt habe. Diese Kinder seien besonders gefährdet Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

08:34 Uhr | Ärzte fordern Stopps von vermeidbaren Operationen

Mehrere Ärzteverbände haben in einer öffentlichen Erklärung gefordert, nicht notwendige Operationen in Regionen mit besonders vielen Corona-Fällen zurückzustellen. Die Ärzteorganisation Marburger Bund sowie mehrere intensivmedizinische Fachverbände warnten, dass ohne eine solche Zurückstellung die Belastungsgrenze auf vielen Intensivstationen bald überschritten werde. Aus finanziellen Gründen seien derzeit viele Krankenhäuser zu diesem Schritt nicht bereit. In Bundesländern mit sehr hohen Infektionszahlen müsse die Politik deshalb anordnen, dass verschiebbare stationäre Eingriffe reduziert oder zurückgestellt werden. Die dadurch entstehenden Erlösausfälle müssten gegenfinanziert werden.

08:09 Uhr | Kekulé beantwortet Ihre Fragen

Viele Menschen haben sich mit ihren Fragen zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie an Alexander Kekulé gewandt: Risikogruppen zuerst – ist das beim Impfen wirklich richtig? Wird eine Studie zur Wirksamkeit von Masken bewusst zurückgehalten? Und: Was hat es mit der Corona-Verfallszeit in Wetterberichten auf sich? Antworten auf diese Fragen gibt es im Kekulés Corona-Kompass-Spezial.

08:00 Uhr | Lauterbach für Verlängerung des Teil-Lockdowns

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen eine Lockerung der für November verhängten Corona-Auflagen ausgesprochen. Er gehe von einer Verlängerung der Maßnahmen aus, "weil die Wirkung schwächer ausfällt als berechnet", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Neben den Schulen sei eine zu geringe Beschränkung privater Kontakte wahrscheinliche Ursache.

Am Montag wollen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Schaltkonferenz über die aktuellen Corona-Maßnahmen beraten.

07:47 Uhr | Corona-Schutzmaßnahmen für Wohnungslose

Weil sich auch Notunterkünfte für Wohnungslose an die Hygienevorschriften in der Corona-Pandemie halten müssen, haben Städte zusätzlich Zimmer in Hotels angemietet. Damit sollen Schlafplätze ersetzt werden, die zur Sicherung des Mindestabstands in einzelnen Einrichtungen gestrichen worden waren. Das ergab eine bundesweite Umfrage des Evangelischen Pressedienstes.

So habe etwa die Berliner Kältehilfe die Zahl der Übernachtungsplätze für die Wintermonate auf etwa 1.000 erhöht. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, seien in diesem Winter zusätzlich drei Hostels angemietet worden. Auch in Sachsen seien zusätzliche Räume eingeplant, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Dresden halte "394 sichere und warme Schlafplätze" bereit. Leipzig melde, dass täglich 176 Obdachlose ein Quartier finden könnten. Auch in Chemnitz gibt es den Angaben der Stadt zufolge ausreichend Übernachtungsplätze. Freie Träger, wie etwa Kirchgemeinden, müssen hingegen mit dem bisherigen Platz auskommen

06:30 Uhr | Ethikrat-Chefin Buyx zu Corona-Schutzimpfungen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, ist davon überzeugt, dass es keine Corona-Impfpflicht geben wird. Sie sagte MDR AKTUELL, für ganz bestimmte Berufsgruppen wie Erzieherinnen gebe es zwar solche Regelungen für Röteln oder Masern. Das sei aber bei Corona anders. Kleinkinder, die ja von Erzieherinnen versorgt würden, seien eine Niedrig-Risikogruppe. Da würde sich niemals eine Impfpflicht begründen lassen, so Buyx. Auch Berufsverbote werde es nicht geben, wenn sich jemand einer Corona-Schutzimpfung verweigere.

Buyx setzt große Hoffnungen in einen baldigen Start von Corona-Schutzimpfungen. Mit Blick auf den Wirkstoff von Biontech und Pfizer sagte sie, es sei das erste Mal, dass ein "Normalitäts-Rückkehr-Szenario" sichtbar werde. Wenn es tatsächlich geschafft werden sollte, bis zu 57 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werde die Pandemie kollabieren. Die Ethikrats-Vorsitzende geht aber auch davon aus, dass dies noch eine ganze Weile dauern wird. Dann allerdings sei es sehr berechtigt zu fragen, welche beschränkenden Maßnahmen noch aufrechterhalten werden müssten. Buyx äußerte sich zufrieden mit der offenen Diskussion über die Schutzimpfungen. Ängste über mögliche Gesundheitsrisiken oder Impfpflichten versuchte sie zu zerstreuen.

06:20 Uhr | Ist die Maskenpflicht in Innenstädten rechtens?

In vielen Fußgängerzonen ist derzeit ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Zum Beispiel in Magdeburg, Halle, Erfurt und in allen sächsischen Gemeinden. Es gilt eine Maskenpflicht, je nach Stadt und Bundesland generell - beziehungsweise dann, wenn ein Abstand von 1,50 Meter unterschritten wird. Das sorgt auch für Unmut. Bundesweit gibt es immer mehr Klagen, unter anderem von Anwohnern.

06:10 Uhr | Zeitplan für Kulturhauptstädte könnte sich verschieben

Das EU-Parlament berät derzeit, die Austragung der Europäischen Kulturhauptstädte zeitlich nach hinten zu verschieben. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie konnten das irische Galway und das kroatische Rijeka in diesem Jahr nur einen Bruchteil ihres geplanten Programms bieten. Beide Städte sollen deshalb in die Verlängerung gehen. Das verschiebt den Zeitplan für die nächsten Kulturhauptstädte. Chemnitz hat den Zuschlag für das Jahr 2025. Doch bleibt es zeitlich dabei?

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 14. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. November 2020 | 06:00 Uhr