Coronavirus-Ticker 2. Mai: Sachsen-Anhalt lockert Beschränkungen deutlich

Sachsen-Anhalt lockert die seit sechs Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen deutlich. Von Montag an dürfen dort wieder fünf Menschen zusammen unterwegs sein. Auch in Thüringen ist ab Montag wieder mehr erlaubt. Einer Massenklage gegen den österreichischen Ski-Ort Ischgl haben sich auch mehrere Thüringer angeschlossen. Mehr Informationen im Ticker.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht während einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei in Magdeburg.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zur Lockerung der seit sechs Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Sonntag.

22:15 Uhr | Auch Thüringen beschließt weitere Lockerungen

In Thüringen dürfen Trauerfeiern künftig wieder in geschlossenen Räumen stattfinden. Dies sieht die neue Verordnung der Landesregierung zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie vor, die Gesundheitsministerin Heike Werner am Samstagabend erlassen hat. Zum Schutz vor einer Ansteckung waren Trauerfeiern zuletzt nur im Freien zugelassen. Die neue Verordnung tritt am 4. Mai in Kraft und gilt vorerst bis zum 25. Mai. Sie erlaubt auch, dass an Gottesdiensten und weiteren religiösen Zusammenkünften in geschlossenen Räumen im Ausnahmefall auch mehr als 30 Personen teilnehmen, wie das derzeit der Fall ist. Voraussetzung ist die Vorlage eines Hygiene- und Schutzkonzeptes. Mit der neuen Verordnung werden auch weitere Beschränkungen für den Handel gelockert. So können unter anderem auch Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudios bei Einhaltung von Hygiene- und Schutzkonzepten öffnen. Die Sperrung von Kinderspielplätzen wird aufgehoben, Individualsport kann auch auf Freiluftsportanlagen betrieben werden.

21:50 Uhr | Reiner Haseloff: "Es ist ein konsequenter Schritt"

Sachsen-Anhalt nimmt eine Vorreiterrolle bei der Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen ein. Und das könnte eine wichtige Richtungsentscheidung sein, auch für andere Bundesländer. Ministerpräsident Reiner Haseloff appelliert derweil an die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.

21:35 Uhr | Mehr als 64.000 Corona-Tote in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC meldet 30.369 neue Coronavirus-Fälle. Damit haben sich mehr als 1.092.800 Menschen in Amerika mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Patienten steigt um 1.877 auf 64.283.

21:15 Uhr | Schadensersatzforderungen gegen Skiort Ischgl

Gegen den österreichischen Ort Ischgl häufen sich die juristischen Klagen. Der Vorwurf: In dem Ski- und Partyort sei mit strengen Maßnahmen zu lange gewartet und die Gesundheit von Menschen aufs Spiel gesetzt worden. Die Betroffenen wollen nun Schadensersatz.

20:55 Uhr | Die Corona-Zahlen am Samstag, den 2. Mai

20:40 Uhr | Grüne legen Wiederaufbau-Konzept vor

Die Grünen haben ein Wiederaufbau-Konzept für die Zeit nach der Corona-Krise vorgelegt. Es wurde von knapp 100 Delegierten beim ersten deutschen Online-Parteitag beschlossen. Herzstück ist ein Konjunkturprogramm von 100 Milliarden Euro noch in diesem Jahr. Dazu gehören unter anderem Kaufanreize und Zuschüsse für Einzelhandel, Gastronomie und Kultureinrichtungen. Das Kurzarbeitergeld soll auf 90 Prozent aufgestockt werden. Auch für Hartz-IV-Empfänger schlagen die Grünen eine vorübergehende Erhöhung der Leistungen vor. Zudem beinhaltet das Konzept ein Corona-Elterngeld für die häusliche Kinder-Betreuung. Außerdem wollen die Grünen die Elektrifizierung weiterer Bereiche fördern, indem sie Strom billiger machen. Dazu ist vorgesehen, die Ökostrom-Umlage um drei Viertel zu senken.

19:55 Uhr | Fast 20 Prozent der New Yorker positiv auf Antikörper getestet

In Teilen New Yorks könnte bereits mehr als jeder vierte Mensch mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. Das geht aus vorläufigen Zahlen einer ersten Antikörper-Studie hervor, die der Gouverneur des Bundesstaats, Andrew Cuomo, am Samstag vorgestellt hat.

Demnach seien im besonders heftig betroffenen und eher ärmeren Stadtteil Bronx bei zufälligen Stichproben bei 27,6 Prozent der Getesteten Antikörper festgestellt worden. Im reicheren Manhattan war dies bei 17,3 Prozent der Stichproben der Fall. Insgesamt wurden in der Stadt New York bei 19,9 Prozent der Überprüften die Antikörper gefunden, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus entstehen. Für den Bundesstaat New York lag dieser Wert bei 12,3 Prozent von 15.000 zufällig Getesteten.

In der 8,4-Millionen-Einwohner-Stadt New York waren bis Freitag rund 170.000 positiv getestete Fälle festgestellt worden. Die Daten der Studie deuten darauf hin, dass die tatsächliche Zahl rund zehnmal so hoch gelegen haben könnte.

19:40 Uhr | Großbritannien hat fast so viele Corona-Tote wie Italien

In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Todesfälle auf 28.131 gestiegen (Stand 1. Mai). Das bedeutet ein Zuwachs von 621 im Vergeich zum Vortag, wie Wohnungsbauminister Robert Jenrick sagt. Damit sind in Großbritannien inzwischen fast so viele Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben wie in Italien. Das südeuropäische Land bezifferte die Zahl am Samstag auf 28.710. Im Vergleich zum Vortag steckten sich 1.900 Menschen neu mit dem Erreger an. Damit haben sich in Italien insgesamt 209.328 Menschen infiziert. 79.914 wurden als geheilt aus der medizinischen Betreuung entlassen.

19:25 Uhr | Halles OB zufrieden mit weiteren Lockerungen

Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, hat die weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen begrüßt. Wiegand sagte, er sei mit der Schritt-für-Schritt-Lösung der Landesregierung grundsätzlich sehr zufrieden. Allerdings hätte er sich schnellere Lösungen für die Gastronomie gewünscht. Da hoffe er auf Nachbesserungen. Die Landesregierung hatte heute entschieden, dass Gaststätten, Bars und Hotels mindestens noch bis Himmelfahrt geschlossen bleiben. Dagegen dürfen ab Montag auch die größeren Geschäfte, Museen und Kirchen öffnen, wenn sie die Gesundheitsschutz-Regeln einhalten.

18:30 Uhr | Steinmeier sieht Demokratie nicht gefährdet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier befürwortet die Debatte über das Ausmaß der Corona-Einschränkungen in Deutschland. "Das erzeugt der Politik gegenüber den heilsamen Zwang, täglich zu begründen, wie lange solche Maßnahmen verantwortbar sind", sagte Steinmeier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dass es mittlerweile weniger Neuinfektionen in Deutschland gebe, sei das Ergebnis "von klugem Krisenmanagement, gepaart mit Verantwortung und Disziplin der Menschen". Gleichzeitig warnte Steinmeier davor, die Beschränkungen zu schnell zu lockern.

Die Demokratie werde durch die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht gefährdet, sagte der Bundespräsident. Die Demokratie nehme Schaden, wo die Krise missbraucht werde, um autoritäre Strukturen zu verstärken. Dafür gebe es Beispiele in Europa, in Deutschland sei diese Sorgen jedoch nicht gerechtfertigt.

18:20 Uhr | Mehr als 3.000 Corona-Infizierte auf russischem Gasfeld

Auf einem Erdgasfled im Nordosten Russlands haben sich mehr als 3.000 Arbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht etwa einem Drittel der Belegschaft des Gasfelds Tschajandinskoje.

18:15 Uhr | Demonstrationen gegen Corona-Regeln

Rund 5.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag in Stuttgart gegen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus demonstriert. Bei der als "überparteilich" bezeichneten Demonstration der Initiative "Querdenken" auf dem Cannstatter Wasen forderte Initiator und IT-Unternehmer Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit. Die Stuttgarter Polizei wollte keine Schätzung der Teilnehmerzahl abgeben. Kritiker befürchten eine Vereinnahmung der Initiative durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Bundesweit fanden ähnliche Demos statt: In Gera trafen sich etwa 250 Menschen auf dem Marktplatz zu einer nicht angemeldeten Demonstration. Die Polizei kündigte nach einer Frist Platzverweise an. Auf dem Theaterplatz in Weimar nahmen etwa 50 Menschen an einer Kundgebung teil. Auf Transparenten forderten sie unter anderem, bundesweit wieder Besuche von Großeltern und Eltern zu erlauben. In Berlin-Mitte demonstrierten etwa 300 Menschen.

17:35 Uhr | Mehr als 180 Millionen Euro Corona-Soforthilfen in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat Soloselbstständigen und kleineren Unternehmen bislang insgesamt 180,3 Millionen Euro Corona-Soforthilfe in Form von Zuschüssen gezahlt. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Samstag mit. Rund 42.400 Anträge seien eingegangen und bislang 21.700 Soforthilfen bewilligt worden. Durchschnittlich würden rund 8.300 Euro je Antrag bewilligt.

17:15 Uhr | Nato wappnet sich für nächste Corona-Welle

Die Nato will sich offenbar mit einem militärischen Operationsplan für eine zweite Corona-Welle im Herbst wappnen. Das geht nach Informationen des "Spiegel" aus Beschlüssen des Nordatlantikrats hervor. Demnach soll Oberbefehlshaber Tod D. Wolters den Plan bis zu den Beratungen der Verteidigungsminister Ende Juni vorlegen. Die Nato erklärte, man überprüfe zwar laufend die Reaktion auf die Covid-19-Pandemie und diskutiere die nächsten Schritte. Klar sei aber, für künftige Pandemien besser zu planen und die kritische Industrie zu schützen. Generalsekretär Jens Stoltenberg habe intern eine besser abgestimmte Reaktion auf eine zweite Corona-Welle zum Lackmustest für Glaubwürdigkeit und Zusammenhalt der Allianz erklärt.

17:00 Uhr | Podcast-Spezial: Ihre Fragen, Kekulés Antworten

Haben junge Corona-Infizierte ein höheres Herzinfarkt-Risiko? Wie lässt sich ein Zytokinsturm verhindern? Gibt es lebenslange Covid-19-Ausscheider? Bauen Kinderärzte eine Grundimmunität auf? Die Antworten auf #fragkekulé:

16:50 Uhr | Museen in Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfen am Montag wieder öffnen

Ab Montag dürfen in Sachsen-Anhalt und Sachsen auch die Museen wieder öffnen. Die schwierige Zeit für die Kultureinrichtungen ist damit aber noch nicht vorbei.

16:15 Uhr | Grüne für mehr soziale und medizinische Hilfen

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat mehr soziale und medizinische Unterstützung für Pflegebedürftige und für Familien in der Corona-Krise gefordert.

Besuche in Pflegeheimen müssten mit Schutzkleidung sichergestellt werden. Es brauche zudem mehr Tests für die Pflegekräfte. Auch Familien litten sehr unter der Corona-Krise. Frauen trügen dabei oft die Hauptlast. Sie würden zerrieben zwischen "Homeoffice, Homework und Homeschooling". Kinderbetreuung sei nicht nur Privatsache. Für Mädchen und Jungen seien soziale Kontakte wichtig. Baerbock plädierte dafür, dass auch in Kitas ein Mal pro Woche getestet werden müsse und warb erneut für ein Corona-Elterngeld. Dies solle Müttern und Vätern einen Lohnausgleich sichern, wenn sie wegen der Kinderbetreuung weniger arbeiten könnten.

16:00 Uhr | Frankreich will Gesundheitsnotstand verlängern

Frankreich will den Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich um zwei Monate bis zum 24. Juli verlängern. Die Regierung verständigte sich am Samstag in Paris auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der in der kommenden Woche im Parlament debattiert werden soll. Das teilte Gesundheitsminister Olivier Véran am Samstag mit. Mit dem Gesetz soll der Fahrplan zur schrittweisen Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen rechtlich abgesichert werden. So will Frankreich vom 11. Mai an das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht machen. Geschäfte sollen von diesem Termin an wieder öffnen können. Restaurants oder Cafés werden aber weiter geschlossen bleiben, auch Strände bleiben zunächst tabu.

15:15 Uhr | EU liefert Schutzmasken nach Spanien, Italien und Kroatien

Die EU kommt mit dem Aufbau einer strategischen Reserve an Schutzausrüstung voran und liefert weitere 330.000 FFP2-Masken nach Spanien, Italien und Kroatien. Dies teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.

Wegen der Knappheit und der Verteuerung von Schutzkleidung und Masken in der Krise hatte die EU-Kommission im März den Aufbau einer strategischen Reserve für alle EU-Staaten angekündigt. Die EU finanziert dabei zwar die Anschaffung voll, einzelne Mitgliedstaaten übernehmen aber Kauf und Lagerung. Die Bestände werden dorthin gebracht, wo sie am dringendsten benötigt werden.

14:55 Uhr | Grüne starten Deutschlands ersten Online-Parteitag

Die Grünen haben am Samstag Deutschlands ersten digitalen Parteitag gestartet. Im Mittelpunkt des Länderrats, der einem kleinen Parteitag entspricht, steht die Corona-Pandemie. Im Leitantrag des Vorstandes, über den die rund 100 Delegierten am frühen Abend abstimmen sollen, heißt es, die Kosten der Krise müssten fair aufgeteilt werden. Es dürfe nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft kommen. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner ermunterte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Krisenpolitik und den erforderlichen Maßnahmen. Der Länderrat findet vollständig im Internet statt. Die Redebeiträge werden live übertragen oder als Video eingespielt.

14:00 Uhr | Spanien erlaubt wieder Sport und Spaziergänge

Erstmals seit sieben Wochen dürfen Spanier wieder ihre Häuser verlassen: Sport im Freien und Spaziergänge mit einer im gleichen Haushalt lebenden Person sind seit Samstag – unter einigen Auflagen – wieder erlaubt. Seit dem 14. März gilt in dem Land eine der europaweit schärfsten Ausgangssperren: Man durfte das Haus nur für das Nötigste verlassen – zum Kauf von Lebensmitteln, Medikamenten oder um zur Arbeit zu kommen. Die Regelung wurde vorerst bis zum 9. Mai verlängert. Allerdings war es nach ersten vorsichtigen Lockerungen seit rund einer Woche bereits Kindern unter 14 Jahren erlaubt, mit einem Erwachsenen eine Stunde am Tag das Haus zu verlassen.

13:00 Uhr | Auch Sachsen-Anhalt beschließt weitere Lockerungen

Sachsen-Anhalt hat als erstes Bundesland die geltende Kontaktbeschränkung von zwei auf fünf Personen gelockert. Das teilte die Landesregierung nach einer Kabinettssitzung am Samstag in Magdeburg mit. Auch die Vorgabe, wonach jedes Verlassen der Wohnung eines triftigen Grundes bedurfte, entfällt. Sachsen-Anhalt setzt sich damit über die Bund-Länder-Vereinbarung vom Donnerstag hinweg, wonach die Kontaktbeschränkungen vorerst bis zum 10. Mai verlängert werden sollten. Über das weitere Vorgehen sollte eigentlich bundesweit erst bei einem neuen Spitzengespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch entschieden werden. Auch sollen von Montag an Museen, Gedenkstätten und Bibliotheken wieder öffnen dürfen. Das gilt ebenso für Ladengeschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche – wenn sie bestimmte Bedingungen einhalten. Unter die Lockerungen fallen auch Friseure, Massage- und Fußpflegepraxen, Nagel- und Kosmetikstudios sowie Fahrschulen. Das Selbstorganisationsrecht der Kirchen und Religionsgemeinschaften wird nicht mehr eingeschränkt.

12:45 Uhr | Aufnahmestopp in Klinikum in Rodewisch

Das sächsische Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch hat einen Aufnahmestopp verhängt. Wie Chefarzt Dr. Thomas Schmidt mitteilte, sind zudem alle geplanten Operationen gestrichen worden. Grund für den Aufnahmestopp ist das positive Testergebnis auf das Coronavirus eines Patienten auf der geriatrischen Station vom 29. April. Seitdem seien insgesamt acht Patienten positiv auf das Virus getestet und auf eine speziell für das Coronavirus eingerichtete Isolierstation verlegt worden. Die elf positiv getesteten Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne. Alle anderen Kontaktpersonen in der Klinik wurden getestet.

12:00 Uhr | Sachsen-Anhalt berät über Lockerungen

In Magdeburg berät das Kabinett über weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Unter anderem soll entschieden werden, wie stark die strengen Kontaktbeschränkungen geändert werden. Seit sechs Wochen dürfen die Sachsen-Anhalter nur mit einer Person unterwegs sein, die nicht mit ihnen in einem Haushalt lebt. Außerdem geht es um die Öffnung von Spielplätzen und größeren Geschäften. Klar ist bereits, dass der Betrieb an Schulen und Kitas deutlich ausgeweitet wird. Und auch Friseure, Kosmetiksalons, Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen. Die aktuelle Verordnung zu den Corona-Beschränkungen läuft in der Nacht zum Montag aus.

10:30 Uhr | Junge Menschen haben mehr auf Vorrat gekauft

In der Corona-Krise haben vor allem junge Leute Arzneien, Lebensmittel und Hygiene-Artikel auf Vorrat gekauft. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller hervor. Demnach gab mehr als die Hälfte der Befragten in der Gruppe zwischen 18 und 29 Jahren an, im April Lebensmittel, Seife oder Toilettenpapier über das gewöhnliche Maß hinaus gekauft zu haben. 43 Prozent kauften auch mehr Arzneien als gewohnt. Das waren mehr als in allen anderen Altersgruppen. Bei den über 60-Jährigen waren es neun Prozent. Auch bei Lebens- und Hygieneartikeln legten Ältere deutlich seltener als Jüngere Vorräte an. Die beauftragten Marktforscher erklären das Verhalten der Jüngeren mit dem Prinzip der Fürsorge. So fühlten sich die Jüngeren verantwortlich für andere Personen im Haushalt, etwa wenn diese an Krankheiten litten.

10:00 Uhr | Gastronomen protestieren in Köthen

In Köthen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehen am Sonnabend Gastronomen auf die Straße. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT demonstrieren sie eine Stunde lang auf dem Holzmarkt. Während Geschäfte wieder öffnen dürfen, kritisieren sie die anhaltenden Schließungen von Restaurants und Gaststätten. Bei der Demo gibt es strenge Auflagen. So müssen die Teilnehmenden ihre Namen und Adressen hinterlassen, damit im Fall einer Corona-Erkrankung die Kontakte nachverfolgt werden können.

09:30 Uhr | Viele Abiturienten entscheiden sich für Mai-Termin

Die meisten Abiturientinnen in Sachsen-Anhalt haben sich für den frühen Prüfungstermin entschieden. Wie das Bildungsministerium in Magdeburg meldet, wollen rund 89 Prozent der Abschluss-Schüler ihre Abiturarbeiten im Mai und nicht im Juni schreiben. Elf Prozent nutzen den späteren Termin. - Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte wegen der Schulschließungen durch die Coronavirus-Pandemie den Jugendlichen zwei Termine zur Auswahl gestellt. Die erste Phase beginnt am Montag. Die zweite Runde startet am 2. Juni.

09:00 Uhr | Zehntausende EU-Bürger sitzen weiter im Ausland fest

Wegen der Corona-Krise sitzen noch 50.000 Europäer im Ausland fest. Das sagte EU-Außenbeauftrager Josep Borrell der Zeitung "Die Welt". Bis zum 1. Mai seien mehr als 550.000 gestrandete EU-Bürger zurückgebracht worden. Borrell lobte die einzigartige konsularische Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten. Er versicherte, die EU werde weiterhin daran arbeiten, auch den restlichen zehn Prozent der im Ausland verbliebenen Europäer zu helfen.

08:15 Uhr | Thüringer klagen gegen österreichische Gemeinde

Nach Corona-Infektionen wollen 30 Thüringer gegen die österreichische Gemeinde Ischgl in Tirol klagen. Nach MDR-Informationen haben sie sich einem Sammelklagenaufruf des österreichischen Verbraucherschutzvereins (VSV) angeschlossen. VSV-Präsident Peter Kolba sagte dem MDR, es gehe darum, Schadenersatzansprüche zu prüfen. Er hatte bereits Ende März Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck gestellt. Er wirft den Behörden in Tirol und insbesondere in Ischgl vor, zu spät vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus gewarnt zu haben. Es habe viel zu lange gedauert, bis Hotels und Bars geschlossen worden seien. Die Region sei so zu einem Hotspot für die Verbreitung des Virus in Europa geworden. Bislang sind 5.500 Touristen aus 40 Ländern dem Klageaufruf gefolgt.

Blick auf Ischgl
Die österreichische Gemeinde Ischgl war in den vergangenen Jahren ein bei Touristen beliebter Ski-Hotspot. Bildrechte: imago images / Eibner Europa

07:19 Uhr | Hotel- und Gaststättenverband warnt vor Pleitewelle

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnt vor einer Pleitewelle in der Gastronomie. Degoha-Präsident Guido Zöllick sagte MDR AKTUELL, in einer aktuellen Umfrage klagten etwa 30 Prozent der Mitgliedsunternehmen über akute Insolvenzgefahr. Dem müsse man mit aller Kraft entgegentreten. Nach Zöllicks Worten haben Hotels, Restaurants, Bars und Kneipen seit der Schließung vor sechs Wochen bereits Umsatzverluste von 18 Milliarden Euro erlitten. Angesichts dessen reichten die bisherigen Hilfen des Bundes nicht aus. Auch das erhöhte Kurzarbeitergeld ist nach Ansicht des Dehoga-Chefs nicht die benötigte Lösung. Das sei zwar erfreulich für die Beschäftigten. Allerdings müssten die Unternehmen dafür finanziell in Vorleistung gehen. So fließe erst einmal noch mehr Geld ab. Man brauche deshalb sofort weitere staatliche Unterstützung.

07:00 Uhr | Spendenaktion für Kampf gegen Corona

Die EU, Deutschland, Frankreich, Italien und Norwegen wollen bei einer Online-Geberkonferenz einen Milliardenbetrag für den Kampf gegen das Coronavirus sammeln. Das kündigen die Staats- und Regierungschefs in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. Ziel seien 7,5 Milliarden Euro einzusammeln. Mit dem Geld sollten Tests, Therapien und die Entwicklung von Impfstoffen finanziert werden. Es solle eine globale Zusammenarbeit von Forschern, Behörden, Industrie, Regierungen und Organisationen in Gang gesetzt werden.

06:25 Uhr | USA erteilen Sonderzulassung für mögliches Corona-Medikament

Die USA haben eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz des Ebola-Medikaments Remdesivir bei Corona-Patienten erteilt. Eine klinische Studie hatte ergeben, dass Remdesivir die Genesung um mehrere Tage beschleunigen kann. Noch nicht bekannt ist bisher, ob es auch die Sterblichkeit durch Covid-19 verringert. Auch ist unklar, ob die Wirksamkeit des Medikaments je nach Schweregrad der Erkrankung unterschiedlich ist. Der Hersteller des Medikaments kündigte an, den US-Behörden 1,5 Millionen Dosen zu spenden. Sie sollten für 100.000 Behandlungen ausreichen. Bisher ist Remdesivir in keinem Land offiziell zugelassen.

06:20 Uhr | CDU-Chefin: Haben im Marathon noch einige Kilometer vor uns

CDU-Chefin Annett Kramp-Karrenbauer hat die Einschränkungen wegen der Pandemie verteidigt und zum Durchhalten aufgerufen. Kramp-Karrenbauer sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in Deutschland müsse nicht darüber debattiert werden, wer behandelt werden könne und wer nicht. Das sei auch das Ergebnis der bisherigen Einschränkungen. Ziel sei es, weniger als 1.000 Neuinfektionen am Tag zu haben. Kramp-Karrenbauer sprach von einem Marathon. Leider seien es bis zur Ziellinie noch einige Kilometer.

06:15 Uhr | Positive Coronavirus-Tests beim 1. FC Köln

Beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln sind drei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Verein teilte mit, die Betroffenen zeigten keine Symptome. Sie befänden sich in häuslicher Quarantäne. Namen nannte der Club nicht. Die gesamte Mannschaft und der Stab waren am Donnerstag auf das Virus getestet worden. Der Club will trotz der Ergebnisse weiter trainieren.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Mai 2020 | 14:00 Uhr