Coronavirus 22. August: Digital-Registrierung von Reiserückkehrern kommt

Das Innenministerium hat bestätigt, dass sich Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten künftig digital auf einer Internet-Plattform registrieren können. Dadurch soll der bürokratische Aufwand verringert werden. Unterdessen ist in Leipzig ein Konzert-Experiment zur Ermittlung eines Veranstaltungskonzepts unter Corona-Bedingungen zu Ende gegangen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat die 2.000er-Marke wieder überschritten. Alle Entwicklungen im Ticker.

Reiserückkehrer warten am Eingang zum Corona-Testzentrum am Flughafen Hannover-Langenhagen.
Reiserückkehrer vor dem Testzentrum am Flughafen Hannover-Langen: Zumindest der bürokratische Aufwand soll sich künftig verringern. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 22. August 2020 endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:03 Uhr | WHO empfiehlt Masken für Kinder ab zwölf

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, dass Kinder ab zwölf Jahren eine Maske tragen und sich an die gleichen Regeln halten wie Erwachsene. Das geht aus einem aktualisierten Leitfaden hervor, den die WHO zusammen mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erstellt hat.

18:53 Uhr | Wissenschaftler zufrieden mit Konzert-Simulation

Nach dem Corona-Testkonzert "Restart-19" in Leipzig haben sich die Wissenschaftler zufrieden geäußert. Studienleiter Stefan Moritz sagte, mit Sensoren habe man in der Arena das Verhalten der rund 1.500 Teilnehmer genau verfolgen können. Die gewonnen Daten seien gut. In rund sechs Wochen wolle man die Ergebnisse vorstellen. Man erhoffe sich ein Modell, mit dem sich das Corona-Risiko bei Großveranstaltungen berechnen lasse. Der Forscher lobte zugleich die Teilnehmer. Alle seien diszipliniert gewesen und hätten Masken getragen. Bei dem Konzert war Popsänger Tim Bendzko aufgetreten. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit 4.000 Besuchern gerechnet.

Der Großversuch kostete nach Angaben der Uniklinik Halle rund eine Million Euro. Finanziert wurde er von den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt.

17:04 Uhr | Pläne für Digital-Registrierung von Rückkehrern aus Corona-Risikogebieten bestätigt

Das Bundesinnenministerium hat bestätigt, dass der bürokratische Aufwand für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten verringert werden soll. Wie eine Behördensprecherin mitteilte, sollen sich die Reisenden künftig auch digital registrieren können. Dafür werde eine spezielle Internetseite entwickelt, auf der die Betroffenen ihre Kontaktdaten sowie Angaben zum Reiseort und Gesundheitszustand eingeben können.

Bisher erfolgt die Registrierung in Papierform über sogenannte Aussteigekarten im Flugzeug oder Reisebus. Die Daten landen dann bei den Gesundheitsämtern. Für die digitale Variante der Fragebögen ist das Innenministerium nach eigenen Angaben im Gespräch mit IT-Entwicklern. Zuerst hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet.

16:04 Uhr | Die Fakten zum "Restart-19"-Großversuch in Leipzig

Wer konnte an der "Restart-19"-Studie in Leipzig teilnehmen? Wie war der Ablauf? Und was ist das Ziel der Studie? MDR AKTUELL-Reporter Markus Spieker beantwortet die wichtigsten Fragen:

14:20 Uhr | Leipziger Experten: Gurgeltest so gut wie Abstrich

Das Leipziger Klinikum St. Georg sieht zwischen den Corona-Testmethoden Abstrich und Gurgeln keine Qualitätsunterschiede. Labor-Chefarzt Borte sagte der "Leipziger Volkszeitung", er habe gemeinsam mit Kollegen vom Max-Planck-Institut festgestellt, dass sich das Coronavirus im Gurgelwasser so sicher nachweisen lasse wie bei einem Rachenabstrich. Die Gurgel-Methode sei schneller und sanfter als das tiefe Einführen eines Wattestäbchens in den Rachen. Am Klinikum St. Georg wird der Gurgel-Test seit einiger Zeit angewendet. Auch in Köln und Österreich wird die Methode bereits genutzt. Zudem wollen österreichische Mediziner den Gurgel-Test in einer Studie weiter erforschen.

12:19 Uhr | Konzert-Großversuch "Restart-19" gestartet

In der Arena Leipzig ist der mit Spannung erwartete Großversuch der Universitätsmedizin Halle "Restart-19" angelaufen. Bei dem Konzert mit dem Sänger Tim Bendzko wollen die Forscher herausfinden, wie Großveranstaltungen trotz Corona möglich sein können.

22.08.2020, Sachsen, Leipzig: Probanden eines Groߟversuchs der Universitätsmedizin Halle/Saale stehen am Einlass vor der Arena Leipzig.
Bildrechte: dpa

Über 2.000 Freiwillige hatten sich dafür angemeldet. Beim Einlass am Vormittag wurde bei jedem der Probanden Fieber gemessen. Außerdem wurde jeder von ihnen mit sogenannten Contact Tracem ausgestattet, mit denen die Laufwege der Teilnehmer nachvollzogen werden können. Mithilfe der erhobenen Datensammlung soll später ein mathematisches Modell erstellt werden, mit dem sich das Risiko einer Ansteckung mit dem Sars-Cov-2-Virus in einer Veranstaltungshalle abschätzen lässt. Konkrete Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Die Leiter der Studie hatten ursprünglich auf 4.000 Teilnehmer gehofft, es meldeten sich aber nur knapp über die Hälfte.

9:35 Uhr | Bundesregierung will Reiserückkehrer digital registrieren

Die Bundesregierung plant eine digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Das schreibt das Wirtschaftsmagazin Business Insider. Dem Bericht zufolge ist das Innenministerium dafür mit dem Unternehmen Accenture im Gespräch. Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen sich demnach künftig auf einer speziellen Internetseite registrieren. Bislang müssen sie die Formulare per Hand ausfüllen. Das hatte zuletzt in Bayern für Chaos gesorgt. Zwischenzeitlich waren dort mehr als 40.000 Rückkehrer nicht über ihre Testergebnisse informiert worden.

08:29 Uhr | Zahl der Neuinfektionen überschreitet Schwelle von 2.000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 in Deutschland hat die Schwelle von 2.000 überschritten. Damit wurde der höchste Wert seit Ende April erreicht. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter 2.034 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März bei mehr als 6.000 gelegen. Danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli werden wieder mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Allerdings wurde auch die Zahl der Tests extrem erhöht. Laut RKI kann das aber nicht der einzige Grund für die steigenden Werte sein.

08:20 Uhr | Corona-Test-Probleme auch an Bayerns Flughäfen

In Bayern ist es auch an Flughäfen zu Problemen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen gekommen. Nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor haben hunderte Passagiere am Flughafen Nürnberg ihre Ergebnisse zu spät oder noch gar nicht erhalten.

10.04.2020, Bayern, Nürnberg: Einer Erntehelferin aus Rumänien (r) wird von einem Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Albrecht Dürer Flughafen Nürnberg die Temperatur gemessen.
Corona-Tests am Flughafen Nürnberg: Auch hier wurden Passagiere zu spät über ihre Testergebnisse informiert. Bildrechte: dpa

Wie der zuständige Testdienstleister Ecolog bestätigte, soll es auch an den Flughäfen Memmingen und München derartige Fälle gegeben haben. Die Probleme stünden im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine digitale Datenerfassung. Wie viele Menschen betroffen sind, ist unklar. Laut bayerischem Gesundheitsministerium kam es in der Anfangszeit zu einzelnen Verzögerungen. Systematische Probleme habe es jedoch nicht gegeben.

In Bayern war es Mitte August zu massiven Problemen bei der Übermittlung von Testergebnissen von Urlaubsrückkehrern gekommen. Fast 1.000 Infizierte waren fast 14 Tage nicht informiert worden. 46 positiv getestete konnten überhaupt nicht ermittelt werden.

07:45 Uhr | Boeing entwickelt UV-Stab zur Viren-Neutralisierung

Der US-Flugzeugbauer Boeing entwickelt nach eigenen Angaben einen Stab, der ultraviolettes Licht zur Neutralisierung von Bakterien und Viren ausstrahlen soll. Das Gerät soll bei der Desinfektion der Instrumente im Cockpit und der Kabine eingesetzt werden. Der Stab soll Reinigungsmittel wie Alkohol oder andere Desinfektionsmittel ersetzen, die die empfindlichen elektronischen Geräte angreifen können.

07:30 Uhr | BA-Chef warnt vor Folgen von zweitem Lockdown

Der Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, warnt vor den Folgen eines zweiten bundesweiten Corona-Lockdowns. "Wenn es dazu käme, dass Schulen und Kitas wieder schließen würden und Eltern nicht mehr arbeiten könnten, würden das einige Branchen wahrscheinlich nicht überstehen", sagt er der "Rheinischen Post".

Anfang des Monats hatten bereits Wirtschafts-Experten und Vertreter der Wirtschaft vor den massiven Folgen eines zweiten Lockdowns gewarnt.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. August 2020 | 06:00 Uhr