Coronavirus-Pandemie Ticker: Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich sind mehr als 10.000 Neuinfektionen nachgewiesen worden. An einer Kundgebung gegen Corona-Regeln haben in München 10.000 Menschen teilgenommen. Das deutsche Box-Nationalteam hat sich in Österreich mit dem Coronavirus infiziert. In Garmisch-Partenkirchen hat offenbar eine Superspreaderin in Bars und Kneipen zahlreiche Menschen angesteckt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat den Umgang mit Kontaktdaten in der Gastronomie kritisiert. Mehr im Coronavirus-Ticker.

ouristinnen und Touristen tragen Mundschutze und gehen auf einer Straße in Montmartre an einem Restaurant vorbei.
Frankreich registriert einen Höchststand an nachgewiesenen Neuinfektionen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonnabend, 12. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:22 Uhr | Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich hat es binnen eines Tages erstmals mehr als 10.000 nachgewiesene Neuinfektionen gegeben. Wie die Behörden mitteilten, wurden 10.561 neue Fälle registriert. Die höchste Zahl bislang hatte es bisher am Donnerstag mit 9.843 gegeben. Der Anstieg hatte die Regierung dazu veranlasst, neue Beschränkungen zu verhängen.

19:44 Uhr | Biontech und Pfizer weiten Impfstoff-Studie aus

Das Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer wollen ihre Studie für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Beide Firmen teilten mit, sie hätten der US-Arzneimittelaufsicht FDA zugesagt, die Phase-III-Studie mit 44.000 Teilnehmern durchzuführen. Bislang war von 30.000 Probanden die Rede gewesen. Diese Zahl sollte in der kommenden Woche erreicht werden. Pfizer und Biontech bekräftigten, bei erfolgreichen Ergebnissen solle bereits im Oktober die Zulassung des Impfstoffs beantragt werden.

18:13 Uhr | Update Superspreaderin

Bei der sogenannten Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen handelt es sich nicht um eine Touristin aus den USA, sondern um eine US-Amerikanerin, die in der Gemeinde lebt. Das Landratsamt korrigierte seine Angaben. Die 26-Jährige soll für den jüngsten Corona-Ausbruch im Landkreis verantwortlich sein, weil sie hochinfektiös mehrere Bars und Lokale besucht haben soll. Ein Sprecher des Landratsamtes sagt: "Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan."

Weil die Infektionsrate über den Grenzwert von 50 pro 100.000 in sieben Tagen gestiegen ist, müssen in Garmisch-Partenkirchen nun alle Gaststätten um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen.

17:55 Uhr | Polizei: 10.000 Teilnehmer bei Corona-Demo in München

12.09.2020, Bayern, München: Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-MaÃßnahmen auf der Theresienwiese eingefunden.
Zahlreiche Menschen haben sich zu einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf der Münchner Theresienwiese zusammengefunden. Bildrechte: dpa

Zur einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen sind am Sonnabend in München 10.000 Teilnehmer auf die Theresienwiese gekommen. Das teilte die Polizei mit. Die Organisatoren hatten 5.000 angemeldet. Die Kundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen. Bereits der vorangegangene Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt wurde gestoppt, weil sich mit 3.000 Menschen deutlich mehr als die erlaubten 500 beteiligt hatten und die Corona-Regeln nicht eingehalten wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt in der Bundespressekonferenz an ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz zu aktuellen innen- und außenpolitischen Themen teil. 1 min
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Es steht jedem frei, die Regierung offen zu kritisieren

MDR AKTUELL Sa 12.09.2020 18:12Uhr 01:13 min

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16:58 Uhr | AstraZeneca nimmt Impfstoff-Tests wieder auf

Bildmontage - AstraZeneca Impfstoff Corona
Nimmt die Tests wieder auf: AstraZeneca Bildrechte: imago images/MiS

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat wenige Tage nach der Unterbrechung der klinischen Tests seines Corona-Impfstoffs die Versuche wieder aufgenommen. Am Mittwoch hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es die klinischen Tests "freiwillig ausgesetzt" habe, nachdem ein Proband krank geworden sei. Woran er erkrankte, wurde nicht mitgeteilt. AstraZeneca und die WHO erklärten, dass eine solche Unterbrechung einer Testreihe eine Routinemaßnahme sei.

Das Präparat von AstraZeneca zählt zu den weltweit neun potenziellen Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus, die sich bereits in der abschließenden Testphase III befinden. Der britisch-schwedische Konzern hat das Mittel zusammen mit der Oxford University entwickelt.

15:47 Uhr | Jena: Vorerst Entwarnung nach Infektion in Pflegeheim

Nach einer Corona-Infektion in einem Jenaer Pflegeheim hat die Stadt vorerst Entwarnung gegeben. Stadtsprecher Kristian Philler teilte mit, die Tests von 90 Bewohnern und 50 Pflegekräften hätten keine weiteren Infektionen ergeben. Zuvor war bei einer Mitarbeiterin eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Die Bewohner, die mit der Infizierten in direktem Kontakt standen, sollten nun in einigen Tagen noch getestet werden.

15:28 Uhr | Demonstration in München abgebrochen

In München ist ein Demonstrationszug gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen vorzeitig abgebrochen worden. Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren. In der Spitze seien es 3.000 Teilnehmer gewesen, viele hätten keine keine Maske getragen.

Die Veranstalter brachen daraufhin die Demo ab und baten, die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln. Alle verfügbaren Einsatzkräfte der Polizei wurden dorthin verlagert.

14:44 Uhr | Deutsches Box-Nationalteam in Trainingslager infiziert

Boxschuhe
Deutsches Box-Team infoziert sich im Trainingslager (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Mehrere Sportler und Betreuer der deutschen Box-Olympiamannschaft haben bei einem Trainingslager in Tirol dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte der Generalsekretär des Deutschen Boxsportverbands, Michael Müller. Betroffen seien 18 Sportler sowie sieben Trainer und Betreuer. "Glücklicherweise gibt es keinen ernsten Fall", sagte Müller: "Einige hatten leichte Symptome wie Halsschmerzen, andere gar nichts." Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Die Gruppe ist in einem Hotel in der Gemeinde Längenfeld bei Sölden untergebracht. Nach 14-tägiger Quarantäne dürfen die Sportler und Betreuer wieder in die Heimat reisen. Nach ihrer Rückkehr sollen sie an den Olympia- und Bundesstützpunkten gründlich untersucht werden, bevor sie ihre Vorbereitung auf den internationalen Cologne Cup (14. bis 18. Oktober), dem Nachfolger des traditionsreichen Chemiepokals, fortsetzen dürfen.

14:12 Uhr | Großbritannien droht Kontrollverlust

Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. Der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, sagte der BBC: "Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren." Am Freitag waren landesweit mehr als 3.500 Neuinfektionen bestätigt worden, so viele wie zuletzt Mitte Mai.

Im Gegensatz zu Premierminister Boris Johnson riet der ehemalige Regierungsberater Walport, nach Möglichkeit wieter von Zuhause aus zu arbeiten. Da Schulen und Universitäten wieder geöffnet seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren.

12:53 Uhr | Spanische Thronfolgerin unter Quarantäne

Im spanischen Königshaus steht Prinzessin Leonor nach einem Corona-Fall in ihrer Schulklasse unter Quarantäne. Ein Sprecher erklärte, eine Mitschülerin der 14-Jährigen sei positiv getestet worden. Die Schule habe daraufhin alle Eltern gebeten, ihre Kinder zwei Wochen zu Hause zu lassen.

11:37 Uhr | Sardinien verschärft Einreisebestimmungen

Die italienische Insel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ihre Einreisebestimmungen. Wie der Präsident der Region, Solinas, mitteilte, müssen Reisende ab Montag einen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser dürfe nicht älter als 48 Stunden sein. Andernfalls könne ein Test vor Ort gemacht werden. Bis das Ergebnis vorliege, sei aber eine häusliche Quarantäne Pflicht.

11:25 Uhr | Auflagen für Demo in München bestätigt

Die Auflagen für die heute in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen bleiben in weiten Teilen bestehen. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Die Richter bestätigten damit grundsätzlich die Entscheidungen der Vorinstanzen. Sie erlaubten allerdings einen bislang verbotenen Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern vom Odeonsplatz zur Theresienwiese.

10:21 Uhr | Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen

Der jüngste Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen geht offenbar auf eine Superspreaderin zurück. Nach Angaben des Landratsamtes hatten sich die meisten Betroffenen bei nächtlichen Besuchen in Bars und Lokalen angesteckt. Dort sei auch eine hochinfektiöse Urlauberin aus den USA unterwegs gewesen. Die Infektionskette sei äußerst schwierig nachzuvollziehen, da die Frau in mehreren Lokalitäten gewesen sei.

In Garmisch-Partenkirchen stieg zuletzt die Zahl der Corona-Neuinfektionen über die kritische Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden mit sofortiger Wirkung verschärft.

7:52 Uhr | Fauci: Rückkehr zu Normalität in den USA erst Ende 2021

Der Immunologie Anthony Fauci erwartet für die USA erst Ende 2021 eine Rückkehr zu normalen Lebensumständen. Selbst wenn es bereits in wenigen Monaten eine Impfung gegen Sars-CoV-2 geben sollte, dürfte es so lange dauern, bis genug Menschen für einen "Schutzschirm der Immunität" geimpft seien, sagte Fauci.

Zudem rechne er bei Corona-Impfstoffen lediglich mit einer Effizienz von 70 bis 75 Prozent. Zum Vergleich: die Impfung gegen Masern wirkt in 97 bis 98 Prozent der Fälle. Gegen das Coronavirus seien daher auch weiterhin zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig.

7:11 Uhr | Kritik am Umgang mit Corona-Kontaktdaten

Der Bundesdatenschutzbeauftragte, Ulrich Kelber, hat den Umgang mit Corona-Kontaktdaten in der Gastronomie bemängelt. Er sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, in einigen Restaurants würden einfachste Datenschutzregeln missachtet. Die Kontaktdaten würden zu lange aufbewahrt oder seien auf offenen Listen für jedermann einsehbar. Kelber kritisierte, wer wolle, dass die Leute in die Listen nicht einfach nur Micky Maus reinschrieben, der müsse verantwortungsvoll mit den Daten umgehen. Sinnvoll seien zum Beispiel verschließbare Umschläge auf den Tischen, die nach 14 Tage geschreddert würden.

Ulrich Kelber (SPD), Bundesbeauftragter für Datenschutz 1 min
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Listen lägen in Restaurants offen herum, Polizei sollte sie nicht verwenden

MDR AKTUELL Sa 12.09.2020 15:10Uhr 00:51 min

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6:55 Uhr | Deutsches Nationaltheater verzichtet auf Geld aus Hilfsfonds

Das Deutsche Nationaltheater in Weimar will keine Mittel aus dem neun Millionen Euro schweren Corona-Fonds des Landes Thüringen für die Theater und Orchester. Das sagte Generalintendant Hasko Weber den Funke Medien. Er glaube, dass die Bedürftigkeiten in anderen künstlerischen Bereichen und Einrichtungen gerade viel akuter seien. Einer hausinternen Prognose zufolge könne das Theater in der jetzt anlaufenden Saison wirtschaftlich stabil agieren. Eingerechnet seien sowohl die Effekte der Kurzarbeit als auch alle coronabedingten Einsparungen und Ausgaben.

6:00 Uhr | Der Ticker vom Samstag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. September 2020 | 06:00 Uhr