Coronavirus Ticker: Gut 38.000 Menschen in Berlin bei Anti-Corona-Demos

Bei der Kundgebung in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen haben sich am Samstag gut 38.000 Menschen versammelt. Am Rande kam es zu Ausschreitungen - es gab gut 300 Festnahmen.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen stehen auf der Straße des 17. Juni in Berlin und um die Siegessäule
Teilnehmer der Corona-Demo am Samstag in Berlin. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 29. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:52 Uhr | Zehntausende in Berlin bei Anti-Corona-Demos

Die Behörden schätzen, dass sich zu der Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen am Samstagnachmittag insgesamt gut 38.000 Menschen versammelt haben. Ein erster Demo-Zug war am frühen Nachmittag gestoppt worden, weil die Corona-Auflagen nicht eingehalten worden waren. Die Kundgebung am Großen Stern fand dann aber statt. Dabei forderten Redner den sofortigen Stopp aller Corona-Beschränkungen und den Rücktritt der Bundesregierung.

Am Rande gab es teilweise heftige Auseinandersetzungen. Berlins Innensenator Andreas Geisel sagte, dass etwa 300 Menschen festgenommen wurden - darunter auch der Verschwörungsprediger Attila Hildmann. Allein vor der russischen Botschaft kam es zu etwa 200 Festnahmen. Dort flogen unter anderem aus einer Menge von gut 3.000 Reichsbürgern und Rechtsextremisten Steine und Flaschen auf die Polizei, erklärte Geisel. Laut Polizei gab es dort auch Gefangenenbefreiungen. Sieben Polizisten seien verletzt worden. Am Abend wurde eine Versammlung auf dem Platz der Republik aufgelöst, weil es dort zu Gewalt gekommen war.

17:46 | Zwei Schüler in Salzwedel mit Corona infiziert

In Salzwedel haben sich zwei Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Wie der Altmarkkreis Salzwedel mitteilte, wurden sie gestern positiv getestet und umgehend unter Quarantäne gestellt. Auch Mitschüler sowie mehr als ein Dutzend Lehrer sollten zunächst zu Hause bleiben und sich zeitnah testen zu lassen. Die beiden Infizierten gehen auf unterschiedliche Schulen und sollen sich in den Ferien angesteckt haben.

17:14 Uhr | Abschlusskundgebung in Berlin findet statt

Die Kundgebung in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen findet statt. Nach Polizeiangaben würden die mehreren Zehntausend Teilnehmer die Abstandsregeln nun einhalten. Deswegen könne die Veranstaltung stattfinden.

Zuvor waren einige Demonstranten Teile der Absperrungen im Bereich der Reichtstagswiese umgeworfen und waren in den Bereich vorgedrungen, teilte die Polizei via Twitter mit. Die Polizei ging dagegen vor.

16:00 Uhr | Sitzblockaden und Festnahmen am Rand der Berliner Corona-Demo

Die Polizei in Berlin will demnächst mit der Räumung der Demo gegen die Corona-Maßnahmen beginnen. Nach Angaben der Behörde, weigern sich die meisten Teilnehmer, das Versammlungsgelände zu verlassen. Demonstranten widersetzten sich den Anweisungen der Polizei und blockierten die Straßen. Ein Baucontainer sei in Brand gesteckt worden. Die Polizei berichtet von Sitzblockaden. Die Lage sei unübersichtlich. Nach Stein- und Flaschenwürfen auf Polizisten habe es zwei Festnahmen gegeben, twitterte die Berliner Polizei.

Nach Auflösung der ersten Demonstration in Berlin-Mitte haben sich am Samstagnachmittag viele tausend Menschen aus Protest gegen die Corona-Politik an der Siegessäule und an der Straße des 17. Juni versammelt. Polizeisprecher Thilo Cablitz sprach von mehreren zehntausend Teilnehmern. Die rund zwei Kilometer lange Strecke war mit Demonstranten gut gefüllt. An der Straße des 17. Juni sollte es ab am Nachmittag eine Kundgebung geben. Die Polizei rief die Menschen auf, nicht weiter hinzuzuströmen. Auch hier würden die Mindestabstände nicht eingehalten. Die Polizei sei mit dem Versammlungsleiter im Gespräch, ob unter diesen Umständen die Veranstaltung überhaupt begonnen werden soll.

13:20 | Berliner Polizei löst Versammlung wegen Verstößen gegen Auflagen auf

Die Berliner Polizei hat die Auflösung der Corona-Demonstration angekündigt. Die Polizei erklärte: "Alle bisherigen Maßnahmen haben nicht zu einem Einhalten der Auflagen geführt." Mindestabstände würden flächendeckend trotz wiederholter Aufforderung nicht eingehalten, hieß es in einer Durchsage an die Demonstrierenden. "Aus diesem Grund besteht keine andere Möglichkeit, als die Versammlung aufzulösen."

12:09 | Städtetag: Lückenlose Kontrolle der Quarantänepflicht unmöglich

Die Städte wollen nach Angaben ihres Verbands mit Schwerpunktkontrollen öffentlichkeitswirksam auf die Einhaltung der Corona-Regeln drängen. "Klar ist aber auch: Kontrollen allein reichen nicht. Wir müssen vor allem auf Einsicht und gegenseitige Rücksichtnahme der Menschen setzen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, der "Passauer Neuen Presse". Eine lückenlose Kontrolle bei Verstößen gegen die Regeln sei nicht möglich.

11:23 | Teilnehmer sammeln sich zur Corona-Demo in Berlin

Teilnehmer sammeln sich in der Friedrichstraße zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen.
Teilnehmer der Demo in Berlin. Bildrechte: dpa

In Berlin haben sich am Samstagvormittag bereits mehrere Tausend Menschen versammelt, um gegen die Corona-Beschränkungen der Regierung zu demonstrieren. Die Initiative Querdenken plant eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren. Eine riesige Deutschlandflagge war auf dem Boden vor dem Brandenburger Tor ausgelegt. Zu sehen waren auch Fahnen im Stil der bei Rechtsextremisten beliebten Reichskriegsflagge.

Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. Eigentlich wollte sie die Versammlungen verbieten, sie unterlag jedoch vor Gerichten. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin gegen die Verbotsverfügung der Polizei wurde in der Nacht zum Samstag bekannt. Insgesamt sollen rund 3.000 Polizisten bereitstehen.

10:52 | Wuhan öffnet alle Schulen und Kindergärten

Stadtansicht von Wuhan
Im chinesischen Wuhan wurde das Virus Im Dezember 2019 das erste Mal festgestellt. Bildrechte: dpa

Die als Ausgangsort der Coronavirus-Pandemie geltende chinesische Millionenmetropole Wuhan will am Dienstag wieder alle Schulen und Kindergärten öffnen. Rund 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen dann mit dem Ende der Sommerferien wieder regulär die insgesamt 2.842 Bildungseinrichtungen in der Stadt besuchen, wie die Behörden mitteilen. Die Universität soll schon am Montag öffnen.

In der zentralchinesischen Stadt mit ihren elf Millionen Einwohnern war das neuartige Virus Ende Dezember erstmals festgestellt worden. Ende Januar wurde sie für mehr als zwei Monate abgeriegelt.

10:27 | Erste Musterklagen von Corona-Opfern in Österreich im September

Der Verbraucherschutz Österreich will im September erste Musterklagen von Corona-Opfern einreichen. Obmann Peter Kolba sagte MDR AKTUELL, parallel werde weiterhin eine Sammelklage vorbereitet. Dafür suche man noch nach einem Finanzierer. Kolba erklärte, man werfe den Behörden vor, dass sie zu spät gewarnt und Lokale zu spät geschlossen hätten. Auch das betroffene Tal sei zu spät gesperrt worden. Wäre das eine Woche früher erfolgt, hätte die Infizierung von vielen Urlaubern und somit eine Verteilung in Europa verhindert werden können. Kolba schätzt die Erfolgschancen für die Klagen sehr gut ein. Es sei klar, dass Fehler gemacht worden seien. Diese seien zum größten Teil auch dokumentiert.

10:05 | Eltern beantragen kaum Kinderkrankengeld

Während der Corona-Einschränkungen im Frühjahr haben deutlich weniger berufstätige Eltern ein Kinderkrankengeld in Anspruch genommen als 2019. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind die Fälle in denen Erziehungsberechtigte Krankengeld für die Betreuung ihrer Kinder bezogen haben allein im April um 83,9 Prozent gesunken, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppeunter Berufung auf Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit berichten.

Demnach machten bundesweit 2.174 Eltern ihre Ansprüche geltend, im April 2019 waren es 13.485. Die Krankenkasse sieht einen Zusammenhang mit vermehrtem Homeoffice oder der Freistellung von Arbeitnehmern während der Corona-Krise.

09:09 | Scholz will Corona-Kosten mit Steuern für Reiche ausgleichen

SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Schoz will im Falle eines Wahlsieges die Steuern für Besserverdienende erhöhen. Damit sollen die Kosten ausgeglichen werden, die dem Staat durch die Hilfe für Bürger und Wirtschaft in der Corona-Krise entstanden sind.

07:54 | Südamerika weiter schwer von Pandemie getroffen

Südamerika gehört weiter zu den am schwersten von der Pandemie getroffenen Erdteilen. Die Behörden in Brasilien meldeten zuletzt 43.412 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der landsweit registrierten Ansteckungen mit dem neuartigen Virus binnen 24 Stunden auf mehr als 3,8 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Brasilien ist nach den USA am schwersten von der Pandemie betroffen.

Argentinien meldete mit 11.717 Corona-Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert. Dennoch kündigt die Regierung eine Lockerung der landesweiten Schutzmaßnahmen an. Künftig dürfen bis zu zehn Personen im Freien zusammenkommen, wenn sie eine Maske tragen und auf die Abstandsregeln achten, wie Präsident Alberto Fernandez in einer Fernsehansprache erklärt.

07:34 | Tour de France startet

Mit zwei Monaten Verspätung beginnt heute in Nizza die 107. Tour de France . Weil in Frankreich die Corona-Infektionszahlen wieder stark steigen – zuletzt auf mehr als 7.000 Neuinfektionen pro Tag –, wurden die Sicherheitsmaßnahmen für das Radrennen noch einmal verschärft. Im Startbereich sind nur wenige Dutzend Zuschauer zugelassen. Auch entlang der Strecke soll die Zahl der Fans stark beschränkt werden. Für die Fahrer sind während der Tour mehrfach Corona-Tests geplant. Werden in einem Team zwei oder mehr Profis positiv getestet, wird die betreffende Mannschaft ausgeschlossen.

06:45 | Auch Oberverwaltungsgericht erlaubt Demo in Berlin

Die Berliner Großdemonstration gegen die Corona-Auflagen darf heute stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte in der Nacht im Wesentlichen die Eil-Entscheidung aus erster Instanz, das Verbot durch die Behörden aufzuheben.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. August 2020 | 06:00 Uhr