Coronavirus-Pandemie Ticker: Rekordzahlen in Polen, Litauen und Slowakei

Polen, Litauen und die Slowakei haben jeweils die höchsten Werte an Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie registriert. Auch in Deutschland steigen die Zahlen weiter. FDP-Chef Lindner warnte angesichts der Entwicklung vor einem zweiten Lockdown im Herbst. Mehr im Coronavirus-Ticker.

Näherinnen stellen Atemmasken her.
Eine Näherin stellt Mund-Nasen-Bedeckungen her. Bildrechte: Anna Rezulak\MDR

Unser Ticker am Sonnabend, 19. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:59 Uhr | Weitere neue Corona-Fälle im Ilm-Kreis

Die Corona-Lage im Thüringer Ilm-Kreis hat sich verschärft. Wie das Landratsamt mitteilte, liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 33 Fällen. Eine Amtsärztin des Ilm-Kreises appellierte an die Einwohner, sich an die Hygieneregeln zu halten. Die bisherigen Ausbrüche seien in sensiblen Bereichen wie einem Kindergarten, einer Schule, einer Werkstatt und Pflegeeinrichtungen aufgetreten. Seit Freitag sei zudem die Technische Universität Ilmenau betroffen. Es gebe aber auch die Fälle, die im Umkreis von privaten Veranstaltungen aufgetreten seien.

Barrierefreiheit

Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen
Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

21:27 Uhr | Ramelow: Staat muss nach Corona-Krise stärker werden

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für einen starken Staat ausgesprochen. Ramelow sagte bei einem Landesparteitag der Linken in Sömmerda, die Corona-Pandemie zeige, dass nur ein starker Staat in der Lage sei, den Schwächsten der Gesellschaft zu helfen. Die Krise habe die Missstände in der Gesellschaft aufgezeigt. Dazu gehöre, dass im Gesundheits- und Sozialsystem zu häufig darauf vertraut worden sei, dass die Marktwirtschaft Probleme lösen könne.

19:50 Uhr | Erste Wiener Klinik an Kapazitätsgrenze

In einem ersten Krankenhaus in Wien ist die Kapazitätsgrenze für Covid-19-Patienten erreicht. Ein Sprecher des örtlichen Gesundheitsverbunds sagte, die Klinik nehme keine Intensiv- oder Normalpatienten mehr auf. In anderen Krankenhäusern der österreichischen Hauptstadt sollen aber noch genug Betten frei sein.

Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen in der österreichischen Hauptstadt hatte das Robert Koch-Institut Wien diese Woche zum Risikogebiet erklärt.

18:05 Uhr | Rekord an Corona-Tests in einer Woche

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Tests in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch gestiegen. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, wurden insgesamt 1,12 Millionen Tests durchgeführt. Damit reagierte das Ministerium auch auf die Vermutung, dass die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland im Vergleich zu den Nachbarländern möglicherweise auch deshalb relativ niedriger sein könnte, weil weniger getestet werde.

Corona-Test bei einer Frau 5 min
Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

17:20 Uhr | 7-Tage-Inzidenz in München steigt weiter

In München ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen weiter gestiegen. Nach Angaben der Stadt liegt der Wert nun bei 54,2. Aufgrund eines IT-Übertragungsfehlers seien jedoch 130 neue Infektionsfälle noch nicht in der Statistik. Gestern hatte die bayerische Landeshauptstadt als erste deutsche Großstadt die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gerissen. Ab diesem Wert sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen.

16:58 Uhr | Auch Litauen erreicht neuen Höchstwert

In Litauen sind innerhalb eines Tages 99 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte, ist das der höchste Wert an täglichen Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert des baltischen Staates lag bei knapp über 60 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

16:34 Uhr | Rekord bei Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat zum zweiten Mal in zwei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Nach Angaben des Nationalen Gesundheits-Informationszentrums wurden innerhalb von 24 Stunden 290 neue Fälle registriert. Dies war der höchste Wert seit dem Ausbruch der Pandemie. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor mit 235 Neuinfektionen erfasst.

15:31 Uhr | Lindner warnt vor zweitem Lockdown

FDP-Chef Christian Lindner hat vor einem zweiten Lockdown in diesem Herbst gewarnt. Er sagte beim FDP-Parteitag in Berlin, es brauche intelligente Maßnahmen, die Gesundheitsschutz mit Freiheitsschutz vereinbarten. Lindner forderte unter anderem, das Gesundheitswesen zu digitalisieren und die Impfstoff-Entwicklung zu stärken.

13:04 Uhr | Rothe-Beinlich hält Verschiebung von Thüringer Landtagswahl für möglich

Die Fraktionschefin der Grünen im Thüringer Landtag, Astrid Rothe-Beinlich, schließt einen späteren Termin für die geplante Landtagswahl im nächsten Jahr nicht aus. Mit Blick auf die Pandemie sei ungewiss, was im Frühjahr passiere, sagte Rothe-Beinlich am Samstag am Rande des Grünen-Landesparteirats in Stadtroda. "Da wäre es unredlich, eine Verschiebung des Termins auszuschließen", sagte die Grünen-Politikerin.

Nach der Vereinbarung der Minderheitskoalition von Linke, SPD und Grünen mit der oppositionellen CDU ist die Wahl für den 25. April geplant. Derzeit steigen allerdings wieder die Corona-Fallzahlen in Thüringen. Rothe-Beinlich erläuterte, für eine Verschiebung müssten sich alle vier Parteien einig sein.

12:00 Uhr | Höchstwert in Polen

Polen verzeichnet so viele neue Corona-Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag meldeten die Behörden 1.002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe keine großen lokalen Epidemieherde. "Die Werte, die wir jetzt sehen, sind ein Ergebnis davon, dass die Menschen zum normalen Alltagsleben und zur Arbeit zurückgekehrt sind."

11:20 Uhr | Merkel möchte schnelle Digitalisierung der Schulen

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte digitale Unterrichtsmöglichkeiten an Schulen zügig vorantreiben. "Wir brauchen sie als eine unverzichtbare Ergänzung zum Präsenzunterricht", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. In der Pandemie sei deutlich geworden, wie wichtig Lernen mit digitalen Medien und digitale Bildungsformate seien - aber auch, was alles noch nicht funktioniere.

Am Montag trifft die Kanzlerin die Kultusminister der Länder. "Wir haben konkrete Vorstellungen, über die wir sprechen wollen: Alle Schulen sollen so schnell wie möglich an das schnelle Internet angeschlossen werden", sagte Merkel. Außerdem bräuchten alle Lehrer geeignete Computer für digitalen Unterricht.

10:33 Uhr | Reform des Insolvenzrechts geplant

Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, spricht bei der Sitzung des Bundestages. Thema der Debatte war der Kampf gegen Hass und rechten Terror in Deutschland.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Bildrechte: dpa

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat einen Entwurf für eine Reform des Sanierungs- und Insolvenzrechts vorgelegt. Damit will sie eine Pleitewelle verhindern. "Von den neuen Möglichkeiten werden insbesondere Unternehmen profitieren können, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie leiden, obwohl sie weiterhin über ein überzeugendes Geschäftsmodell verfügen", teilte die SPD-Politikerin am Samstag mit.

Der Entwurf sieht die Einführung eines Rechtsrahmens für Restrukturierungen vor, mit dem Insolvenzen abgewendet werden können. So sollen einzelne Gläubiger ein Sanierungsvorhaben nicht mehr blockieren können, wenn das Konzept von der Mehrheit der Gläubiger unterstützt wird. Außerdem soll die Frist für einen Insolvenzantrag für überschuldete Firmen dauerhaft von drei auf sechs Wochen verlängert werden. Die Änderungen sollen Anfang 2021 in Kraft treten.

Erst am Freitag verlängerte der Bundestag die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Jahresende. Zahlungsunfähige Unternehmen müssen ab Oktober hingegen wieder Insolvenz anmelden. Hier galt zuvor eine zeitweise Ausnahmeregelung.

10:10 Uhr | Umfrage zur aktuellen Lage

In der neuen Ausgabe von "mdrFRAGT – Das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland" geht es erneut um die Pandemie. Glauben Sie, dass es irgendwann wieder ein Leben wir vor dem Coronavirus geben wird? Braucht es eine Impfpflicht, wenn ein Wirkstoff da ist? Ihre Meinung ist gefragt. Weitere Informationen zur Umfrage und zur Teilnahme gibt es hier:

09:45 Uhr | Ein Covid-19-Patient berichtet

Die Schicksale hinter den Infektionsstatistiken bleiben oft unerzählt. Umso eindrücklicher wirkt eine aktuelle Reportage von MDR SACHSEN aus der Reha-Klinik Kreischa. Covid-19-Patient Wolfgang Hempel berichtet darin von seinem Todeskampf:

09:10 Uhr | Dritter Tag in Folge mit mehr als 2.000 Neuinfektionen

In Deutschland ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen am Freitag um 2.209 Fälle gestiegen. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Den Angaben zufolge handelt es sich um den höchsten Anstieg seit dem 23. April.

Auch in Mitteldeutschland gibt es demnach neue Infektionen. Die sächsischen Gesundheitsämter meldeten 72 Fälle. In Thüringen wurden 19 neue Infektionen registriert, in Sachsen-Anhalt 13.

07:25 Uhr | Verschärfte Corona-Regeln in etlichen Ländern

In mehreren europäischen Ländern sind die Eindämmungsmaßnahmen verschärft worden. In Frankreich stellten nach Marseille und Bordeaux am Freitag auch Paris, Nizza und Toulouse zusätzliche Regeln auf. Die Gesundheitsbehörden riefen etwa die Pariser dazu auf, auf private Zusammenkünfte von mehr als zehn Menschen zu verzichten. Auch im öffentlichen Raum sollen Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern vermieden werden.

In der spanischen Hauptstadt Madrid werden ab Montag sechs Stadtteile und sieben Kommunen im Umland teilweise abgesperrt.

Neue Kontakbeschränkungen wurden auch im Norden Englands verhängt. In Irland dürfen die Bewohner Dublins die Grenzen ihres Bezirks drei Wochen lang nur für den Weg zur Arbeit oder wegen anderer wichtiger Gründe überschreiten. Versammlungen im Freien sind auf 15 Menschen beschränkt.

Die griechische Regierung kündigte an, besonders in der Region Athen erneut Kinos und Konzertsäle zu schließen.

06:45 Uhr | Arbeitgeber lehnen mehr Geld für "Corona-Helden" ab

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Ulrich Mägde, höhere Gehälter für so genannte "Corona-Helden" abgelehnt. Der Oberbürgermeister von Lüneburg sagte der Zeitung "Die Welt", Wertschätzung zeige sich nicht immer durch Entgeltsteigerung, sondern eben auch durch einen sicheren Arbeitsplatz. Anders als in der Privatwirtschaft müsse im Öffentlichen Dienst niemand befürchten, arbeitslos zu werden. Bereits Ende August hatte Mägde erklärt, durch die Corona-Krise fehle es am Geld für Lohnerhöhungen:

Wir müssten im Grunde ganz andere Diskussionen führen, nämlich über Einschnitte reden.

Ulrich Mägde, SPD Verhandlungsführer der Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst

In Potsdam gehen am Samstag die Tarifgespräche für die Beschäftigten von Bund und Kommunen weiter. Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Gehalt.

06:41 Uhr | Spahn will bis Oktober über Impfstoff-Vergabe entscheiden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Verteilung künftiger Corona-Impfstoffe einem Zeitungsbericht zufolge bis Ende Oktober regeln. Wie die "Funke-Medien" berichten, sollen dazu Ärzte, Ethikexperten und Sozialwissenschaftler Grundsätze erarbeiten. Die Frage der Verteilung angesichts zunächst knapper Impfdosen sei nicht nur eine medizinische Frage, heißt es. Sie habe auch eine ethische und sozialpolitische Dimension.

Der CDU-Politiker hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, grundsätzlich zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen zu lassen.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Sonnabend

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. September 2020 | 06:00 Uhr