Coronavirus-Ticker 7. März: Neue Infektionen in Mitteldeutschland

In Sachsen und Thüringen gibt es drei weitere Infektionen mit dem Coronavirus. Deutschlandweit sind inzwischen etwa 800 Ansteckungen bestätigt. Auch in Italien, Frankreich und im Iran verschärfte sich die Lage.

Eine Krankenschwester verarbeitet einen Behälter mit einer Probe mit einem Nasenabstrich
Abstrich für einen Coronavirus-Test Bildrechte: dpa

Redaktionsschluss 22:45 Uhr / Am Sonntag tickern wir wieder ab 7 Uhr.

21:32 Uhr | Wird Lombardei abgeriegelt?

Die italienische Regierung will die Risikoregion Lombardei offenbar komplett abriegeln. Wie Reuters unter Berufung auf Entwürfe berichtet, sollen Menschen das von der Epidemie am schwersten betroffene Gebiet weder betreten noch verlassen dürfen. In anderen Risikoregionen wie Emilia-Romagna, Venetien und Piemont sollen Schulen bis mindestens zum 3. April geschlossen bleiben, ebenso Museen und Schwimmbäder. Mitarbeitern aus dem Gesundheitssystem droht Urlaubsverbot.

21:05 Uhr | Notstand in New York

Der US-Bundesstaat New York mit der gleichnamigen Metropole hat wegen des neuen Coronavirus den Notstand ausgerufen. Gouverneur Andrew Cuomo sprach am Samstag von 76 bestätigten Infektionen. Allein 57 Fälle traten demnach im Vorort Westchester auf, elf in New York City. Auch in Kalifornien, Maine und Washington an der Westküste der USA gilt bereits der Notstand, der vor allem bürokratische Hürden für Hilfsmaßnahmen senkt. Laut Zählung der "New York Times" gab es US-weit bis Samstagnachmittag etwa 350 bestätigte Infektionen und 17 Tote.

20:00 Uhr | Tests im Saale-Orla-Kreis bislang negativ

Nach dem Coronavirus-Fall im Saale-Orla-Kreis in Thüringen sind Tests bei Kontaktpersonen bislang negativ ausgefallen. Das teilte Landrat Thomas Fügmann am Samstagabend mit. Demnach sind alle Mitglieder der Reisegruppe virusfrei, die mit dem Infizierten in Italien waren. Für zahlreiche Kontaktpersonen wurde die angeordnete Quarantäne aufgehoben. Fügmann zufolge sind jedoch noch nicht alle 177 Proben ausgewertet. Der 57-jährige Infizierte wird seit Montag im Krankenhaus Saalfeld betreut.

19:30 Uhr | Bundesregierung berät über wirtschaftliche Folgen

19:19 Uhr | "Geisterfahrt" im Mittelmeer

Kreuzfahrtschiff MSC Opera
MSC Opera Bildrechte: dpa

Das Mittelmeer-Kreuzfahrtschiff  "MSC Opera" mit mehr als 2.000 Menschen an Bord hat aus Furcht vor dem Coranavirus Probleme, Häfen zum Anlegen zu finden. In Messina auf Sizilien waren die Behörden am Samstag uneins, die Passagiere an Land zu lassen. Zuvor hatte Malta das Schiff abgewiesen, obwohl akut keine Infektionen an Bord bekannt sind. Nach Angaben der Reederei MSC Cruises ist ein Österreicher, der im Februar an Bord war, Tage nach seiner Heimkehr positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

18:24 Uhr | Fallzahlen in Europa steigen

In Deutschland steigt die Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter stark an. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagabend sind bundesweit mittlerweile 795 Ansteckungen bekannt. Am Morgen hatte das RKI noch 684 Fälle gemeldet. In Italien stieg die Zahl der Infektionen seit gestern sogar um 1.250 auf nunmehr 5.883 und die Zahl der Todesopfer um 36 auf 233. Auch Frankreich meldete am Abend 949 bestätigte Infektionen und 16 Tote, am Mittag waren es noch 716 Erkrankungen und elf Todesopfer.

17:55 Uhr | Erste Testergebnisse in Halle negativ

Bei zwei Schülergruppen aus Halle, die im Coronavirus-Risikogebiet Südtirol Skiferien gemacht haben, sind erste Tests negativ ausgefallen. Das teilte die Stadt Halle am Samstagnachmittag mit. Das Gesundheitsamt hatte die 50 Rückkehrer vorsichtshalber unter häusliche Quarantäne gestellt und auf den Erreger Sars-Cov-2 getestet. Damit bleibt Sachsen-Anhalt vorerst das einzige Bundesland ohne bestätigte Infektion.

17:19 Uhr | Nilschiff unter Quarantäne

In Ägypten ist ein Nil-Kreuzfahrtschiff mit etwa 165 Menschen an Bord unter Coronavirus-Quarantäne gestellt worden. Mehrere Crewmitglieder wurden positiv auf das Virus getestet. Die Touristen an Bord stammen laut Behörden aus Frankreich, Indien und den USA. Das Schiff war aus Assuan gekommen, es soll sich um die "MS River Anuket" handeln.

15:52 Uhr | Zweite Infektion in Thüringen

In Thüringen gibt es eine zweite bestätigte Coronavirus-Infektion. Wie das Thüringer Gesundheitsministerium mitteilte, ist eine 65-jährige Frau erkrankt und wird in Erfurt stationär behandelt. Sie zeige typische Atemwegssymptome. Damit gibt es in Thüringen nun zwei nachgewiesene Fälle. Ein 57-Jähriger wird auf der Isolierstation im Krankenhaus in Saalfeld betreut.

15:35 Uhr | Corona-Hotlines in Mitteldeutschland

Bei einem Verdacht auf Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2 können sich Betroffene an ihren Hausarzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116117) oder ihre zuständigen Gesundheitsämter wenden.

14:45 Uhr | Weitere Todesopfer in Frankreich und auf Kreuzfahrtschiff

In Frankreich sind zwei weitere mit dem Coronavirus infizierte Patienten gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg damit die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 auf elf. In besonders schwer betroffenen Regionen werden ab Montag Kindergärten für 15 Tage geschlossen. Auf dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf sieben. Das Schiff liegt seit Wochen vor Yokohama fest.

14:12 Uhr | Zwei neue Coronavirus-Fälle in Sachsen

In Sachsen sind zwei weitere Personen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem MDR. Eine Person stamme aus dem Landkreis Leipzig, die zweite aus dem Landkreis Bautzen. Beide hätten sich nach den ersten Symptomen einem Test unterzogen. In beiden Fällen wurde häusliche Quarantäne angeordnet. Alle vier Infizierten in Sachsen haben sich während einer Reise in Norditalien angesteckt.

14:04 Uhr | Italien ruft Ärzte aus Ruhestand zurück

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus ruft Italien Ärzte aus dem Ruhestand zurück. Die Maßnahme ist Teil eines Notprogramms, das die Regierung auf einer Krisensitzung beschlossen hatte. Geplant ist außerdem, die Zahl der Betten auf Intensivstationen von 5.000 auf 7.500 zu erhöhen. Die Zahl der Todesopfer in Italien stieg auf über 190. Mehr als 4.600 Menschen sind mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Schulen und Universitäten bleiben bis Mitte des Monats geschlossen. Der Zahl der Touristen ging drastisch zurück.

12:43 Uhr | Iran: Mehr als 1.000 Neuinfektionen

Im Iran ist die Zahl der Neuinfektionen sprunghaft angestiegen. Das Gesundheitsministerium teilt mit, dass bis zum Samstag binnen 24 Stunden mehr als tausend Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Insgesamt seien jetzt 5.823 Infektionsfälle bekannt. Die Zahl der Todesopfer stieg um 21 auf insgesamt 145. Nach China und Südkorea ist der Iran am stärksten von der Epidemie betroffen.

11:51 Uhr | Zwei Politikerinnen bei sächsischem Grünen-Parteitag nach Hause geschickt

Beim Parteitag der Grünen in Annaberg-Buchholz sind zwei Delegierte wieder nach Hause geschickt worden. Die Partei teilte mit, dass es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme handle. Die Vorsitzende der Grünen Jugend Sachsen, Merle Spellerberg, sowie eine weitere Frau waren vor kurzem in Südtirol. Das Robert-Koch-Institut hatte am Donnerstag die italienische Region wegen des neuartigen Coronavirus zum Risikogebiet erklärt.

11:34 Uhr | Österreichischer Zoll stellt 21.000 Mundschutzmasken sicher

Der österreichische Zoll hat in einem türkischen Reisebus 21.000 geschmuggelte Mundschutzmasken sichergestellt. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, war der Bus auf dem Weg nach Deutschland. Nach Angaben aus Wien war das türkische Busunternehmen bereits in der Vergangenheit durch die Mitnahme von Schmuggelwaren aufgefallen. Schätzungsweise 50.000 Euro Gewinn hätten die Schmuggler mit ihrer Ladung machen können. Wegen Engpässen bei klinischer Schutzausrüstung haben bereits mehrere Länder den Export von Atemmasken und OP-Bekleidung beschränkt.

10:22 Uhr | Aktuelle Corona-Fallzahlen in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle bis Samstagmorgen auf 684 gestiegen. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Damit stieg die Zahl der Fälle seit Freitagnachmittag um 45 an. Die meisten Fälle gibt es nach wie vor in Nordrhein-Westfalen (346), Bayern (117) und Baden-Würtemberg (116). In Sachsen-Anhalt gibt es weiter keine bestätigte Infektion.

10:06 Uhr | Hoffnung auf Medikament gegen Coronavirus

Damit sich eine Krankheit wie das neue Covid-19 ausbreitet, müssen die Viren in die Körperzellen eindringen. Doch was ist, wenn sie einfach nicht in die Zellen reinkommen? Infektionsforscher vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen glauben, ein Mittel gefunden zu haben, dass das Corona-Virus sozusagen "aussperrt". Das Medikament gibt es sogar schon – allerdings nur in Japan.

09:43 Uhr | Bundesgesundheitsminister erhält Lob für Krisenmanagement

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für sein Krisenmanagement rund um das Coronavirus Lob vom Koalitionspartner SPD und auch deutlich aus der Opposition erhalten. Der ARD-Deutschlandtrend zeigt, auch die Mehrheit der Deutschen findet, dass Spahn derzeit vieles richtig macht.

08:15 Uhr | Handydaten zur Ortung von Corona-Infizierten?

China nutzt die Bewegungsdaten von Handys, um die Ausbreitung des Coronavirus nachzuvollziehen. Dort sind die Datenschutzrichtlinien aber auch deutlich niedriger, als in in Deutschland. Das Robert Koch-Institut überlegt dennoch, ob man in der Corona-Epidemie ebenfalls Handydaten nutzen könnte, um potentiell Infizierte zu orten.

07:31 Uhr | Tourismusbeauftragter sagt Branche Unterstützung zu

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat der Branche angesichts der Folgen durch das neuartige Coronavirus Unterstützung zugesagt. Die Lage sei ernst. Die Tourismusbranche sei besonders betroffen. Es müsse schnell geprüft werden, wo man mit bestehenden Instrumenten schnell und unbürokratisch Hilfe leisten könne. Kurzfristig könne man sicher Einiges durch Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen abfedern. Mit den Folgen der Coronavirus-Ausbreitung für den Tourismus beschäftigt am Montag eine Spitzenrunde im Bundeswirtschaftsministerium.

05.40 Uhr | Reiseveranstalter melden Umsatzeinbrüche von bis zu 75 Prozent

Das Coronavirus sorgt nach Angaben des Reiseverbandes DRV aktuell für einen Umsatzeinbruch bei Veranstaltern und Reisebüros. Bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet. "Die Menschen sind verunsichert und halten sich derzeit mit Buchungen zurück", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Ein Ende der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sehe die übergroße Mehrheit der befragten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr 2020.

04:50 Uhr | Chinas Außenhandel bricht ein

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie ist Chinas Außenhandel stark zurückgegangen. Erstmals seit dem Ausbruch der Krankheit legte die Pekinger Zollverwaltung Handelszahlen vor. Demnach sackten Chinas Exporte im Januar und Februar im Vergleich zu den ersten zwei Monaten des Vorjahres um 17,2 Prozent ab. Die Einfuhren gingen um vier Prozent zurück. Insgesamt schrumpfte der Außenhandel damit um elf Prozent. Das wird auch für Deutschland spürbare Folgen haben. China ist für deutsche Firmen ein wichtiger Absatzmarkt mit einem Exportvolumen von 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

04:10 Uhr | 480 Neuinfektionen in Südkorea

Südkorea hat mehr als 480 neue Virusinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen sei am Freitag auf 6.767 gestiegen, teilte die Behörden mit. In keinem anderen Land außerhalb Chinas wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um zwei auf 44.

01:55 Uhr | China meldet Rückgang von Neuinfizierten

Chinas Behörden melden für Freitag 99 neue bestätigte Infektionen nach 143 am Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle sei um 28 gestiegen nach 30 am Donnerstag. Die Gesamtzahl der Toten seit Ausbruch der Epidemie lag damit in China bei 3.070. Offiziellen Angaben zufolge haben sich bislang mehr als 80.000 Menschen auf dem chinesischen Festland mit dem Erreger infiziert, von denen über 55.000 geheilt wurden.

00:46 Uhr | 21 Infizierte auf Kreuzfahrtschiff vor US-Küste

Auf einem vor der Küste Kaliforniens gestoppten Kreuzfahrtschiff sind bislang mindestens 21 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, 46 Menschen an Bord der "Grand Princess" seien getestet worden. Bei 19 Crewmitgliedern und zwei Passagieren sei der Test positiv ausgefallen. Das Schiff werde nun in einen Hafen gebracht. Dann sollten alle 3.533 Menschen an Bord getestet und bei einer möglichen Infektion in Quarantäne untergebracht werden. Die Behörden hatten das Schiff nach dem Coronavirus-Tod eines früheren Passagiers rund 100 Kilometer vor der Küste Kaliforniens gestoppt. Auch vier ehemalige Passagiere seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, hieß es.

00:13 Uhr | Interview über die Informationspolitik der Bundesregierung

Das Coronavirus breitet sich stetig aus. Dennoch sind die Menschen relativ gelassen. Spricht das für eine gute Informationspolitik der Bundesregierung? Fragen an Kommunikationsexpertin Prof. Constanze Rossmann.

00:10 Uhr | Malta weist Kreuzfahrtschiff ab

Wegen Sorgen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat Malta ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 2.000 Menschen an Bord abgewiesen. Man habe sich mit der Reederei geeinigt, dass das Schiff "MSC Opera" nicht anlegen werde, erklärte Maltas Regierung am Freitag. Damit habe man auf Befürchtungen in der Öffentlichkeit reagiert, obwohl es auf dem Schiff nachweislich keinen Fall des Virus gebe. Auf Malta wurde bislang keine Infektion mit dem Corona-Virus registriert. Laut der Reederei steuert das Kreuzfahrtschiff nun die italienische Stadt Messina an.

00:05 Uhr | Amazon geht juristisch gegen Preistreiber vor

Der Internethändler Amazon will nun juristisch gegen Verkäufer vorgehen, die auf seiner Plattform Wucherpreise für Artikel im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie fordern. Amazon arbeite derzeit mit den US-Bundesstaatsanwälten zusammen, um die entsprechenden Verkäufer zu verklagen, teilt der Konzern mit. Zudem habe das Unternehmen rund 530.000 Produkte aus dem Angebot genommen, die fälschlicherweise als Heil- oder Abwehrmittel gegen das Coronavirus verkauft wurden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. März 2020 | 00:00 Uhr