Corona-Pandemie Coronavirus-Ticker: Mehr als 95.000 Infektionen in Deutschland

In Deutschland wurden bis Samstagabend mehr als 95.000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet - davon 5.000 in Mitteldeutschland. Die mitteldeutschen Länder wollen vor dem kommenden Osterwochenende die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verstärkt kontrollieren und Verstöße mit Bußgeldern ahnden. Aktuelle Informationen zur Corona-Krise hier:

Eine Ärztin hält das Wattestäbchen eines Coronavirus-Tests in der Hand
Mehr als 95.000 Menschen sind bisher in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bildrechte: imago images/Frank Sorge

Unser Ticker am Samstag endet hiermit. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Informationen zur Pandemie finden Sie ab Sonntagmorgen wieder auf der Seite von MDR AKTUELL.

22:30 Uhr | Mehr als 95.000 Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Deutschland steigt weiter. In der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie sind aktuell etwa 95.500 laborbestätigte Infektionen erfasst, davon gut 5.000 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Angaben werden regelmäßig aktualisiert:

Hier finden Sie alle Zahlen auf Kreisebene:

Institutionen wie Risklayer oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich direkt auf offizielle Zahlen der Gesundheitsämter oder anderer staatlicher Behörden. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert.

22:20 Uhr | Mehr als 300.000 bestätigte Infektionen in USA

In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 auf über 300.000 gestiegen. Das ging am Samstagabend (MESZ) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Etwa 8.200 Menschen starben demnach in den USA infolge der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19. Das Virus verbreitet sich in den USA weiterhin rasant. Der tägliche Anstieg der Fallzahlen beträgt weiter deutlich über zehn Prozent. Am schlimmsten betroffen ist der Bundesstaat New York und die gleichnamige Millionenstadt. Dort gab es bislang rund 113.000 bekannte Infektionen und 3.600 Tote.

22:05 Uhr | Informationen zur Corona-Infektion

Gänzlich erforscht ist das neuartige Coronavirus noch lange nicht. Doch die Wissenschaft arbeitet auf Hochtouren - und fast täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu, die helfen, eine Infektion rechtzeitig zu erkennen. Zunächst galten Husten und Fieber als Hauptsymptome dafür, sich mit dem Virus infiziert zu haben. Mittlerweile sind zahlreiche weitere Krankheitssymptome hinzu gekommen. Ein Überblick:

21:20 Uhr | Weiter Anspannung in China

Auch wenn die Fabriken in China ihre Produktion wieder hochfahren, das Land ist weit von Normalität entfernt, Kinos und Bars sind geschlossen. Die Angst vor einer neuen Ansteckungswelle und noch mehr Toten wächst.

21:14 Uhr | Die Zahlen am Samstag

In Mitteldeutschland gibt es mittlerweile mehr als 4.800 bestätigte Corona-Infektionen, mehr als 50 Menschen sind gestorben. Weltweit gibt es mehr als 1,1 Millionen Infizierte.

20:46 Uhr | Bulgarien gegen Auslandseinsatz von Erntehelfern

Der bulgarische Regierungschef Bojko Borrisow hat sich gegen den Auslandseinsatz einheimischer Erntehelfer ausgesprochen. Dabei verwies er auf die Corona-Infektionsgefahr durch Rückkehrer. Borrisow sagte vor Journalisten, er vertrete zwar den offiziellen Standpunkt, dass die Bewegungsfreiheit in den EU-Grundrechten verankert sei. Er fände es aber unfair gegenüber der gesamten bulgarischen Bevölkerung, wenn Rückkehrer infiziert seien und dann alle dafür bezahlen sollten. Bulgarien ist bislang glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Offiziell gibt es 500 Erkrankungen und 15 Tote.

20:00 Uhr | Italien meldet erstmals weniger Intensiv-Patienten

In Italien ist die Zahl der intensiv versorgten Covid-19-Patienten erstmals seit einem Monat gesunken. Wie der Chef des italienischen Zivilschutzes mitteilte, werden derzeit fast 4.000 Menschen auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als gestern. Das sei sehr wichtig, weil es den Krankenhäusern eine Atempause verschaffe.

In der besonders schwer betroffenen Lombardei konnten demnach 50 Patienten auf eine normale Station verlegt werden. Auch der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich ab. Die Zahl erhöhte sich heute um 681 auf landesweit 14.700. Ende März seien in Italien noch fast 1.000 Tote binnen 24 Stunden registriert worden.

17:44 Uhr | Großbritannien: Fünfjähriges Kind stirbt an Corona-Infektion

In Großbritannien ist ein fünfjähriges Kind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Auf Wunsch der Familie wurden keine weiteren Einzelheiten bekannt. Bisher war das jüngste Todesopfer in Großbritannien ein 13-jähriger Jugendlicher.

Insgesamt wurden in Großbritannien innerhalb von 24 Stunden 708 neue Todesfälle registriert. Das ist die bisher höchste Zahl seit Ausbruch des Coronavirus im Königreich. Insgesamt starben in Großbritannien bereits mehr als 4300 Menschen an Covid-19. Die Zahl der Corona-Infizierten lag am Samstag den offiziellen Angaben zufolge bei knapp 42.000. Allerdings werden in Großbritannien nur in Krankenhäusern verstorbene Covid-19-Patienten registriert, zudem werden nicht alle Corona-Verdachtsfälle systematisch getestet. Deshalb dürften die tatsächlichen Zahlen viel höher liegen.

17:10 Uhr | Illegale Müllentsorgung wegen geschlossener Wertstoffhöfe

In der Corona-Krise sind an manchen Orten auch die Wertstoffhöfe geschlossen. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert sagte, das sei notwendig, um die Abholung des Hausmülls stetig gewährleisten zu können. Die Schließung von Wertstoffhöfen habe jedoch zu einer zunehmenden illegalen Müllentsorgung geführt. Dalbert bat deswegen nun Spaziergänger und Jogger um Hilfe. Sie rief sie dazu auf, in den Hecken und am Wegrand liegenden Kleinmüll einzusammeln. Dalbert betonte zugleich, das Abladen von Müll in der Landschaft sei rechtswidrig.

16:37 Uhr | Giffey: Mehr häusliche Gewalt vor allem in Städten

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sieht die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen vor allem in den Städten. Die SPD-Politikerin sagte, es gebe offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle. In ländlichen Regionen sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch, weil es mehr Möglichkeiten gebe, rauszugehen. Dort höre man noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen. In Berlin dagegen seien die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen. Beim Hilfetelefon "Nummer gegen Kummer" gebe es zudem einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent.

16:25 Uhr | Ausgehverbot in Spanien soll um zwei Wochen verlängert werden

Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung die strikte Ausgangssperre im ganzen Land um weitere zwei Wochen verlängern. Das gab Regierungschef Pedro Sánchez im Fernsehen bekannt. Die Ausgangssperre soll demnach bis zum 25. April gelten. Dem müsse allerdings noch das Parlament zustimmen. Spanien ist in Europa nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land. In den vergangenen Tagen hatten sich die Zahlen stabilisiert. Auch wenn die Zuwachsrate mittlerweile deutlich abgenommen hat, steigen die Neuinfektionen weiter an.

16:05 Uhr | Österreich: Erstmals mehr Genesene als Neuerkrankte

In Österreich sind erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie binnen eines Tages mehr Genesene als neu Infizierte registiriert worden. Wie das Gesundheitsministerium in Wien bestätigte, stieg die Zahl der Neuinfizierten von Freitag zu Sonnabend um 354 auf 11.525. Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 genesen waren am Samstagvormittag 2.507 Menschen - 485 mehr als am Vortag.

Damit bestätigte sich auch am Samstag der positive Trend. Bereits in den vergangenen Tagen war die tägliche Steigerungsrate bei den bestätigten Infektionen deutlich gesunken und lag zuletzt unter fünf Prozent.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnte aber vor verfrühter Freude: "Wir haben unsere Ziele absolut noch nicht erreicht." In Österreich gibt es seit dem 16. März Ausgangsbeschränkungen. Sie gelten noch bis Ostermontag. Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, am Montag einen Stufenplan für den Weg zurück zur Normalität zu verkünden.

15:40 Uhr | Italien setzt bei Pflege von Corona-Patienten auf Roboter

Bei der Behandlung von Corona-Patienten setzt der Norden Italiens nun verstärkt auf Roboter. Aus einem Krankenhaus im norditalienischen Varese hieß es, die Roboter könnten zum Beispiel den Puls der Patienten messen. Die Ergebnisse auf den Bildschirmen erlaubten es den Medizinern, sich selbst aus den Patientenzimmern fernzuhalten. Nach Angaben der italienischen Ärztevereinigung vom Freitag sind während der Pandemie bereits mindestens 70 Ärzte und Pflegekräfte in dem Land gestorben.

15:36 Uhr | Versicherer kündigen Kulanz in der Corona-Krise an

Einige Versicherer haben angekündigt, ihren Kunden in der Corona-Krise entgegenkommen zu wollen. Die Allianz will nach eigenen Angaben den Umfang ihrer Policen in mehreren Bereichen erweitern. Bei Zahlungsschwierigkeiten von Kunden werde Kulanz gezeigt. Neben der Allianz mit deutschlandweit mehr als 20 Millionen Kunden hat auch die Generali-Gruppe mit 10 Millionen Kunden Hilfe angekündigt. Der italienische Konzern richtet nach eigenen Angaben einen Fonds über 30 Millionen Euro ein, um Firmenkunden zu helfen. Der größte öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will Gastronomen und Hoteliers besonders entgegenkommen.

14:41 Uhr | Länder: Keine Osterausflüge und Familienbesuche

Mit Blick auf das Osterwochenende warnen die Länder vor Verstößen gegen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Sie verweisen auf Kontrollen durch die Polizei und drohende Bußgelder.

Nach Angaben von Sachsens Innenministerium ist der Besuch von Familienangehörigen in Sachsen nur zulässig, wenn sie den gleichen Haupt- oder Nebenwohnsitz haben. Ein Schwerpunkt der Polizei zu Ostern werde die Durchsetzung der bestehenden Verbote sein. Die Entscheidung, wo kontrolliert werde, liege bei den Polizeidienststellen. Bei Verstößen droht Betroffenen in Sachsen ein Bußgeld von 150 Euro. Sollte der Verstoß fahrlässig geschehen sein, können es die Beamten auch bei einem Verwarngeld von 50 Euro belassen.

Sachsen-Anhalts Polizei wird die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen laut Innenministerium zu Beginn der Osterferien intensiv kontrollieren. Einen besonderen Appell richtete das Innenministerium in Magdeburg an Menschen aus anderen Bundesländern. Wer trotz Verbots eine touristische Fahrt nach Sachsen-Anhalt unternehme, müsse mit 400 Euro Bußgeld rechnen.

In Thüringen gilt nun ebenfalls ein landesweiter Bußgeldkatalog. Treffen sich zum Beispiel mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum, die nicht zusammen wohnen, drohen 200 Euro Strafe.

14:10 Uhr | Verbraucherschützer raten von Corona-Selbsttest ab

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät von Selbsttests auf das Coronavirus ab. Die Tests erforderten eine Probe aus den unteren Atemwegen, die schwer zu nehmen sei, heißt es in einer Mitteilung vom Samstag. Fehler entstünden auch häufig beim Verschicken der Proben an die Labore, weil das möglichst schnell und mit einer bestimmten Verpackung passieren müsse. Außerdem seien die Laborkapazitäten begrenzt.

Die Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale, Tanja Wolf, sagte, die knappen Kapazitäten sollten stark gefährdeten Gruppen wie Pflegebedürftigen, Pflegern und Ärzten vorbehalten bleiben. Wer Erkältungssymptome habe, solle sich an seinen Hausarzt oder kommunale Corona-Hotlines wenden. Im Internet werden Corona-Selbsttests zum Verkauf angeboten.

13:40 Uhr | Städtetag gegen Lockerung der Beschränkungen

Der Deutsche Städtetag warnt davor, die Beschränkungen in der Corona-Krise zu früh zu lockern. Städtetagspräsident Burkhard Jung mahnte, das sei erst bei deutlichen Erfolgen der Maßnahmen möglich. Der Leipziger Oberbürgermeister rief die Bevölkerung auf, durchzuhalten und die Kontakte weiter auf ein Minimum zu beschränken, auch bei schönem Wetter und an den Ostertagen. Zugleich brauche man jedoch ein Szenario, wie man stufenweise zur Normalität zurückkehren könne. Zudem plädierte der Städtetag für bundesweit einheitliche Handlungsstrategien bei Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

13:25 Uhr | Hoffnungen auf Malaria-Medikament Resochin

Der Bayer-Konzern hofft, dass sein Malaria-Medikament Resochin gegen Covid-19 eingesetzt werden kann. Konzernchef Werner Baumann sagte dem Nachrichtensender ntv: "Es gibt aus China sehr vielversprechende Indizien, dass Resochin gegen Covid-19 möglicherweise wirksam ist."

Forscherin in einem Labor 3 min
Bildrechte: imago images / Hans Lucas

13:07 Uhr | 1,7 Millionen Schutzmasken für Sachsen

Das Land Sachsen hat vom Bund 1,7 Millionen Schutzmasken erhalten. Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß veröffentlichte eine entsprechende Auflistung des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach wurden rund 1,3 Millionen OP-Schutzmasken geliefert und mehr als 400.000 Masken der höheren Schutzklassen FFP2 und FFP3. Krauß zufolge sind die Masken für Krankenhäuser, Arztpraxen und die Altenpflege gedacht. Für die Verteilung sei das Land Sachsen zuständig.

12:35 Uhr | Müller: "Stunde der UNO"

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller befürwortet zur globalen Bekämpfung der Covid-19-Pandemie einen "Weltkrisenstab" unter Leitung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Der CSU-Politiker sagte dem "Spiegel", jetzt schlage "die Stunde der Vereinten Nationen". Guterres müsse internationale Hilfsorganisationen und Institutionen wie Weltbank und Internationalen Währungsfonds koordinieren. Die Pandemie sei ein "globaler Weckruf zur Zusammenarbeit".

12:20 Uhr | Australien schickt Ausländer mit befristeten Visa heim

Die australische Regierung will wegen zu erwartender Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie Ausländer mit befristeten Visa nach Hause schicken. Einwanderungsminister Alan Tudge zufolge sollen nur die Ausländer bleiben dürfen, die ihren Lebensunterhalt mindestens ein halbes Jahr selbst finanzieren können. In "Down Under" leben gut zwei Millionen Ausländer mit unterschiedlichen Visatypen, darunter auch tausende Studenten, Facharbeiter und Touristen aus Deutschland. Tudge rief Inhaber befristeter Visa "dringend" auf, nach Hause zurückzukehren. 

11:55 Uhr | Regionale Informationen aus Mitteldeutschland

11:35 Uhr | Kekulés Corona-Kompass

Der Virologe Alexander Kekulé beantwortet auch heute wieder Hörerfragen: Haftet das Coronavirus in den Haaren? Kann man sich die Hände mit Glasreiniger desinfizieren? Kann man noch von einer exponentiellen Ausbreitung sprechen? Steigt das Infektionsrisiko mit der Viren-Menge?

11:15 Uhr | Hausärzte warnen vor Verschleppung anderer Krankheiten

Hausärzte befürchten wegen der Corona-Pandemie, dass andere akute und chronische Erkrankungen verschleppt werden. Der Thüringer Hausärzteverband warnte, Patienten mieden aus Sorge vor Ansteckung und wegen der Kontaktbeschränkungen den Besuch bei ihrem Hausarzt. Mitunter werde dann erst beim Hausbesuch eine dramatische Verschlechterung von Beschwerden bemerkt. Der Verband betonte, der Großteil der Thüringer Arztpraxen habe genug Schutzausrüstung. Zudem würden Patienten mit Infekten sowie Corona-Infizierte in speziellen Sprechstunden getrennt behandelt. Nur sehr wenige Praxen seien vorübergehend geschlossen.

09:40 Uhr | Kretschmer: Tracking-App statt Kontaktsperre

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erwartet, dass eine Corona-Tracking-App schon bald zum Alltag gehört. Der CDU-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk: "Wir werden solche Apps in absehbarer Zeit alle nutzen, und zwar freiwillig." Kretschmer sieht die Handy-App als Chance, die Ausgangsbeschränkungen zu reduzieren.  Die Akzeptanz werde steigen, wenn sie nicht vom Staat vorgeschrieben werde, sondern die Möglichkeit technisch da sei. Bundesregierung und Länder wollen nach Ostern über die Einschränkungen und weiter Maßnahmen wegen der Corona-Krise beraten. Südkorea hat erfolgreich Handy-Tracking im Kampf gegen die Pandemie eingesetzt. Doch es gibt datenschutzrechtliche Bedenken und auch Zweifel an der Wirksamkeit.

08:55 Uhr | Verwaltungsgericht bestätigt Mundschutzpflicht in Jena

Das Verwaltungsgericht Gera hat die Maskenpflicht in der Stadt Jena bestätigt. Die Richter lehnten einen Eilantrag gegen die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes ab. Sie halten die Anordnung zur Verhüllung von Mund und Nase im öffentlichen Raum für verhältnismäßig. In der Begründung wird auf die Möglichkeit verwiesen, auch selbstgenähte Masken, Tücher oder Schals zu nutzen. Der Kampf gegen die Pandemie stehe derzeit über dem Persönlichkeitsrecht. Das Gericht berücksichtigte auch die jüngste Empfehlung des Robert Koch-Instituts, wonach Masken das Übertragungsrisiko senken können. Ab Montag gilt in Jena in der Öffentlichkeit eine Mundschutzpflicht, im Kreis Nordhausen nach Ostern.

08:30 Uhr | Noch 40.000 deutsche Touristen im Ausland

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Wie die "Rheinische Post" berichtet, beruhen die Angaben teils auf Schätzungen. Die meisten Staatsbürger sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte der Zeitung: "Es heißt ja immer, dass die Deutschen Reiseweltmeister sind, jetzt haben wir gemerkt, dass das auch stimmt." Das Auswärtige Amt koordiniert die Rückholaktion. In den vergangenen zweieinhalb Wochen wurden fast 200.000 Bundesbürger heimgeholt. Maas sprach von einem logistischen "Husarenstück".

08:00 Uhr | Thüringen: Ab heute Bußgeldkatalog in Kraft

Ab sofort ziehen Verstöße gegen die Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Thüringen empfindliche Strafen nach sich. Ein am Freitag verabschiedeter Bußgeldkatalog sieht ab sofort hohe Geldstrafen vor.

07:15 Uhr | Ärzte fordern Meldesystem für Klinikpersonal

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert ein elektronisches Meldesystem für Sars-CoV-2-Infektionen in den Kliniken. Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna sagte MDR AKTUELL, niemand wisse genau, wie viele Beschäftigte infiziert und wie viele Ärzte darunter seien. Es gebe eine hohe Dunkelziffer. Johna verwies auf Italien und Spanien, wo die Daten elektronisch erfasst würden. Deutschland sei da noch nicht soweit. Das Robert-Koch-Institut geht laut Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung von mindestens 2.300 Klinik-Mitarbeitern aus, die an Covid-19 erkrankt sind.

06:55 Uhr | Rockstar Pink geheilt

US-Sängerin Pink und ihre Familie haben eine Coronavirus-Infektion auskuriert. Wie die zweifache Mutter auf Instagram mitteilte, war sie nach Symptomen vor gut zwei Wochen positiv getestet worden. Nach einer zweiwöchigen Isolation der ganzen Familie seien nun alle gesund.

6:20 Uhr | China gedenkt der Corona-Opfer

Menschen stehen an einer Straße, zwei Männer legen ihre linke Hand auf die Brust.
Innehalten in Peking Bildrechte: dpa

China hat mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus gedacht. Landesweit heulten am chinesischen Totengedenktag um 10 Uhr Ortszeit die Sirenen. Auch hupten Autos und Schiffe ließen ihre Hörner ertönen. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast. Das Gedenken sei zu Ehren der "Märtyrer und Landsleute, die im Kampf gegen die Epidemie ums Leben gekommen sind", teilte der Staatsrat mit.

Ende Dezember waren in der zentralchinesischen Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan erstmals Fälle der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 bekannt geworden. Allein in China starben seither mehr als 3.300 Menschen nach Infektionen, weltweit gab es bisher mehr als 57.000 Todesopfer.

04:42 Uhr | 3M: Keine Hinweise auf Umleitung von Atemschutzmasken

Der US-Konzern "3M" hat nach eigener Darstellung keine Hinweise darauf, dass für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken von den USA konfisziert worden sind.

04:30 Uhr | Thüringen: 3.000 Anträge auf Corona-Nothilfe entschieden

Nach dem Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung des Geldes in Thüringen voran. Insgesamt rund 26 Millionen Euro seien inzwischen bewilligt und könnten damit an Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen in Not ausgezahlt werden, teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage in Erfurt mit. Bisher seien in Thüringen 26.000 Anträge auf die Einmalzahlungen aus dem Landes- und Bundesprogramm gestellt worden. Über 3.000 sei entschieden. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprach von einer "förderrechtlichen und finanziellen Herkulesaufgabe".

04:17 Uhr | DIHK-Chef fordert Planungssicherheit noch vor Ostern

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, hat eine klare Exit-Strategie aus dem Corona-Shutdown und Planungssicherheit für die Wirtschaft noch vor Ostern gefordert. "Wir können im Wochentakt messen, wie sich die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verschlechtert", sagte Schweitzer der "Rheinischen Post". Deshalb brauche es schnell Klarheit. "Die Unternehmen müssen vor den Feiertagen wissen, woran sie sind." Der DIHK-Präsident sagte, es dürfe kein Dauerzustand werden, dass sonntags verkündet werde, was ab Montag gelte. Es müsse eine Perspektive geschaffen werden, damit sich die Unternehmer darauf vorbereiten könnten, wie sie bald wieder, wenn auch mit Einschränkungen, agieren dürften.

03:20 Uhr | Patientenschützer: Viele Infektionen im ambulanten Dienst nicht erfasst

Eugen Brysch Vorstand Deutsche Stiftung Patientenschutz
Eugen Brysch, Deutsche Stiftung Patientenschutz Bildrechte: IMAGO

Patientenschützer werfen Bund, Ländern und dem Robert Koch-Institut Versagen bei der ambulanten Versorgung von Corona-Infizierten vor. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem Skandal. Bei Pflegekräften, Arzthelfern und niedergelassenen Medizinern würden Infektionen nicht statistisch erfasst. Das sei ein Riesenfehler. Nach RKI-Schätzungen seien mindestens 2.300 Ärzte und Pfleger infiziert. Dabei sei jedoch nur Klinikpersonal erfasst. Die RKI-Statistik sage deshalb nichts über die Wirklichkeit aus.

03:02 Uhr | IWF-Chefin: "Dunkelste Stunde der Menschheit"

Die Coronavirus-Pandemie stürzt nach Aussage des IWF die Welt in eine Rezession, die "viel schlimmer" sein wird als die globale Finanzkrise vor einem Jahrzehnt. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, sprach von der "dunkelsten Stunde der Menschheit". Das sei eine Krise wie keine andere, sagte sie in einer Videokonferenz. "Wir haben erlebt, wie die Weltwirtschaft zum Stillstand gekommen ist. Wir befinden uns jetzt in einer Rezession. Sie ist viel schlimmer als die globale Finanzkrise von 2008 bis 2009."

Update | USA: Knapp 1.500 Tote binnen 24 Stunden

In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 innerhalb eines Tages erneut stark gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität registrierte 1.480 neue Todesfälle und damit landesweit nunmehr 7.406 Todesopfer sowie mehr als 275.000 Infektionen. Die US-Regierung empfahl ihren Bürgern nun doch, außerhalb der Wohnung Mund und Nase zu bedecken. Verpflichtend sei das aber nicht. Gesundheitsminister Alex Azar zufolge sollen die Behandlungskosten für Corona-Patienten ohne Krankenversicherung übernommen werden.

01:37 Uhr | Weltbank: Arme Länder wird es am härtesten treffen

Die sich schnell ausbreitende Corona-Pandemie wird nach Ansicht von Weltbank-Präsident David Malpass wohl eine "große globale Rezession" auslösen. Diese werde wahrscheinlich die ärmsten und verwundbarsten Länder am härtesten treffen, sagte Malpass in einem Beitrag auf LinkedIn. "Wir beabsichtigen, energisch und massiv mit Hilfsprogrammen, insbesondere für arme Länder, zu reagieren." Er plane, bald mit den Führern Äthiopiens, Kenias und anderer Länder zu sprechen.

01:01 Uhr | Teilnehmer des Freiwilligendienstes sollen helfen

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, spricht auf der Pressekonferenz zu Studienergebnissen zur Ganztagsbetreuung.
Franziska Giffey (SPD) Bildrechte: dpa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will Teilnehmern der Freiwilligendienste (sogenannte "Bufdis" und "FSJler") unbürokratisch ermöglichen, sich im Corona-Kriseneinsatz zu engagieren. Freiwillige, die ihren Dienst wegen der aktuellen Situation gerade nicht ausüben können, bekommen die Möglichkeit, unbürokratisch und schnell an eine andere Einsatzstelle zu wechseln – beispielsweise dahin, wo jetzt dringend Helfer gebraucht werden: in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei der Lebensmittelversorgung von Bedürftigen", sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu werde kommende Woche eine Internet-Plattform freigeschaltet. Es bestehe aber keine Verpflichtung, die Einsatzstelle zu wechseln.

00:16 Uhr | USA wollen Export knapper medizinischer Schutzausrüstung verbieten

Die US-Regierung will den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung verbieten. Präsident Donald Trump zufolge soll etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten verhindert werden. "Wir brauchen diese Produkte sofort bei uns im Land", mahnte er. Das amerikanische Unternehmen 3M, das unter anderem Atemschutzmasken herstellt, äußerte sich kritisch zu der Anweisung. Diese habe erhebliche humanitäre Auswirkungen für bestimmte Länder. Außerdem könne der Schritt nach sich ziehen, dass andere Staaten ebenfalls den Export solcher Produkte in die USA aussetzten, was in der aktuellen Lage kontraproduktiv wäre.

00:01 Uhr | Verbände begrüßen Sonderzahlung für Pflegekräfte

Die Pflegebranche und Verbände begrüßen einen Vorschlag, in der Corona-Krise Menschen in Pflegeberufen einen Extra-Bonus zu zahlen. "Wir sind offen für einen einmaligen Bonus in Höhe von bis zu 1.500 Euro", sagte der Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, Friedhelm Fiedler, der "Bild"-Zeitung. "Diese große Geste wäre absolut sinnvoll." Jedes Unternehmen müsse allerdings selbst über eine solche Zahlung entscheiden.

Auch der Caritasverband zeigt sich dem Bericht zufolge "jederzeit" bereit für Gespräche über zusätzliche Leistungen. Die Menschen leisteten "unter großen Anstrengungen sehr wertvolle und schwierige Arbeit", nicht erst in der Corona-Krise, sagte Caritas-Sprecherin Mathilde Langendorf. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist bereit, in der Corona-Krise für Altenpfleger eine Sonderzahlung von bis zu 1.500 Euro zu finanzieren. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Kreisen der Pflegekassen.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 03. April 2020 | 19:30 Uhr