Coronavirus-Pandemie Ticker: Corona-Ausbruch in Thüringen

Im Weimarer Land gibt es zahlreiche Neuinfektionen sowie Covid-19-Erkrankungen. Infektionsherd ist offenbar eine Senioren-Reisegruppe. Israel ordnete einen landesweiten Lockdown an. Derweil läuft eine Debatte in Deutschland, wer zuerst geimpft werden soll. Die Stiftung Patientenschutz fordert dafür "ethische Leitlinien".

Unser Ticker am Sonntag, 13. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:00 Uhr | In Indien fast 100.000 Neuinfektionen

In Indien breitet sich das Coronavirus weiter rasch aus. Das Gesundheitsministerium zählte binnen eines Tages 94.372 neue Ansteckungen. In ganz Indien sind über 4,7 Millionen Infektionsfälle registriert, die weltweit zweithöchste Zahl nach den USA. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um mehr als 1.100 auf etwa 78.600.

20:55 Uhr | Israel verhängt wieder Lockdown

Israels Regierung hat angesichts hoher Corona-Fallzahlen erneut einen landesweiten Lockdown beschlossen. Ab Freitag gelten demnach wieder scharfe Ausgangsbeschränkungen, vorerst für drei Wochen. Schulen und Kindergärten sollen geschlossen werden. Die Menschen dürfen sich nur bis zu 500 Meter von ihrer Wohnung entfernen, mit Ausnahmeregelungen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche bleiben erlaubt. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen. Zuletzt waren in Israel an vier Tagen in Folge jeweils Rekordwerte verzeichnet worden. Die Zahl der Ansteckungen insgesamt überschritt die Marke von 150.000, mehr als 1.100 Menschen starben nach einer Infektion.

20:00 Uhr | Corona-Meldungen im Überblick

18:30 Uhr | Entwarnung in Jena

Die Stadt Jena gibt nach dem Corona-Fall in einem Pflegeheim vorerst Entwarnung. Die Tests von 90 Bewohnern und 50 Pflegekräften hätten keine weiteren Infektionen gezeigt. Zuvor war bei einer Mitarbeiterin eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Auch im Unstrut-Hainich-Kreis haben sich die Befürchtungen an einer Berufsschule nicht bestätigt. Nachdem eine Schülerin positiv getestet worden war, fielen Folgetests in drei Klassen und bei den Lehrern negativ aus. Alle können ab Montag wieder zur Schule gehen. Nur die infizierte Schülerin muss in häuslicher Quarantäne bleiben.

16:20 Uhr | Werder Bremen vor 8.500 Fans

Werder Bremen darf sein Heimspiel zum Auftakt der Bundesliga am nächsten Samstag vor 8.500 Zuschauern austragen. Das hat der Bremer Senat entschieden. Gegen Hertha BSC darf das Weserstadion demnach zu 20 Prozent ausgelastet werden. Wie genau der Infektionsschutz organisiert wird, will Werder am Montag mitteilen. Sicher sei, die Tickets gingen vollständig an Dauerkarten-Inhaber*innen. Als erster Klub hatte RB Leipzig mitgeteilt, dass beim Neustart unter Corona-Bedingungen ebenfalls 8.500 Fans in Stadion dürfen. Bei den meisten anderen Bundesligisten sind die Zuschauerzahlen noch unklar.

15:05 Uhr | Corona-Hotspot im Weimarer Land - ein Todesopfer

Im Weimarer Land sind binnen weniger Tage 34 Neuinfektionen und Covid-19-Erkrankungen registriert worden. Wie das zuständige Gesundheitsamt mitteilte, sind nach dem Ausbruch noch nicht alle Tests ausgewertet. Ein Mann starb demnach am Wochenende an den Folgen der Krankheit. Der über 90-Jährige hatte Vorerkrankungen. Sechs Patienten müssen stationär behandelt werden. Infektionsherd ist nach Angaben der Behörden eine Senioren-Reisegruppe, die im tschechischen Franzensbad unterwegs war. Landrätin Christiane Schmidt-Rose sagte, die betroffenen Personen seien sozial sehr aktiv, daher sei die Nachverfolgung der Infektionskette schwierig. Sie rief Kontaktpersonen auf, sich beim Gesundheitsamt zu melden. Weitere Corona-Fälle gibt es demnach in einem Englischkurs der Kreisvolkshochschule Apolda.

14:45 Uhr | Maskenstreit endet mit Schlägerei

Der Hinweis, den Mund-Nasen-Schutz richtig aufzusetzen, führte in einer S-Bahn in Hannover zu einer Schlägerei. Nach Polizeiangaben hatte ein 35-jähriger Mann zwei junge Männer ermahnt, ihre Masken aufzusetzen. Daraufhin sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen dem 35-Jährigen, seiner 32-jährigen Begleiterin und den beiden jungen Männern gekommen, mit Schlägen und Würgegriffen. Das Zugpersonal stoppte den Zug und alarmierte die Bundespolizei. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung.

13:37 Uhr | Adidas profitiert von Homeoffice

Der Sportartikelhersteller Adidas profitiert vom Trend zu legerer Kleidung im Homeoffice. "Wer nicht raus geht, sitzt in Adiletten und T-Shirt im Homeoffice", sagte Unternehmenschef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". In den USA habe schon ein Anzughersteller zugemacht, weil Arbeitskleidung auch auf lange Sicht lockerer werde: "Das kommt uns zupass", wird Rorsted zitiert.

Adidas, Tauentzien, Charlottenburg, Berlin, Deutschland
Adidas trotzt der Krise: Umsätze wie im Vorjahr und Hoffnung auf Gewinn Bildrechte: imago images / Schöning

Adidas habe sich nach "härtesten Monaten in der Firmengeschichte" jetzt aus der Verlustzone gekämpft. Im Juli und August seien die Umsätze in Deutschland höher als vor einem Jahr gewesen, trotz Beschränkungen beim Einkaufen. Online aber hätten sich die Umsätze im ersten Halbjahr knapp verdoppelt, sagte Rorsted. Im dritten Quartal rechne man jetzt wieder mit 600 bis 700 Millionen Euro Gewinn: "Das macht Hoffnung."

13:04 Uhr | Konsequenzen für "Superspreaderin" unklar

Nach den vielen Infektionen im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, ob und welche Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin erwarten muss. Ein Sprecher des Landratsamts wollte "zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage" dazu machen. Die junge US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll durch Kneipen gezogen sein, obwohl sie in Quarantäne bleiben sollte. Der Behörde zufolge wartete sie ihr positives Testergebnis nicht ab. In Bayern kann das mit Bußgeld bis zu 2.000 Euro bestraft werden. In dem Hotel, in dem die Frau arbeitete, wurden laut Landratsamt bis gestern 24 Menschen positiv getestet, bei 37 neuen Infektionen an einem Tag insgesamt. "Die müssen sich natürlich nicht alle bei ihr angesteckt haben", sagte der Sprecher des Landratamts.

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner musste der Kreis jedoch neue Restriktionen verhängen: Alle Gaststätten in Garmisch-Partenkirchen müssen 22:00 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen, was auch für die Gastronomie gilt. Für private Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl auf 50 in Räumen und 100 im Freien beschränkt.

12:05 Uhr | Bald 30 Millionen Infektionen weltweit

Nach Zahlen der Agentur Reuters sind seit Beginn der Pandemie weltweit schon mehr als 28,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt worden und mehr 920.000 erkrankte gestorben. Das Virus, erstmals im Dezember im chinesischen Wuhan nachgewiesen, hat sich inzwischen weltweit verbreitet. Die meisten Fälle insgesamt melden die USA, vor Indien, Brasilien und Russland. Dort gab es nach aktuellen Angaben aus Moskau mehr als 18.500 Todesfälle und eine bisherige Gesamtzahl der Infektionen von mehr als einer Million.

11:54 Uhr | Kelber stellt Überwachung in Frage

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber stellt die Videoüberwachung und Gesichtserkennung etwa an Bahnhöfen in Frage. In der Coronavirus-Pandemie sei sie wirkungslos, wie aktuell auch das Vermummungsverbot bei Demonstrationen.

10:23 Uhr | Kurz: Österreich vor zweiter Welle

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht sein Land am "Beginn der zweiten Welle" der Pandemie. Er sagte heute: "Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850"; bald sei die Marke von 1.000 neuen Fällen erreicht.

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, nimmt mit Mundschutz bei einer Pressekonferenz zum Thema «Aktuelles» teil.
Sebastian Kurz mit Maske Bildrechte: dpa

Als besonders dramatisch beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller neuen Infektionen in Österreich verzeichnet werden.

Kurz warnte vor einem harten Herbst und Winter. Alle seien jetzt aufgerufen, "mit gleicher Disziplin und Rücksicht wie im Frühjahr auch die Herausforderungen der kommenden Monate gemeinsam zu meistern", soziale Kontakte zu reduzieren, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Abstand zu halten. Rund 5.400 Infektionen gelten aktuell in Österreich als aktive Fälle, mehr als 3.000 in der Hauptstadt Wien. Die Anzahl im Krankenhaus behandelter Patienten stieg in einer Woche um ein Drittel auf 209 - davon 42 auf Intensivstationen.

09:03 Uhr | Weiter steigende Infektionszahlen in Tschechien

Tschechiens Gesundheitsministerium meldet mit 1.541 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden den dritten Tag in Folge einen neuen Höchstwert. Es ist zugleich der fünfte Tag in Folge mit mehr als 1.000 neuen Fällen. Tschechien gehört zu den EU-Ländern, in denen sich die Krankheit derzeit besonders stark verbreitet. Angesichts dessen hatte die Regierung in Prag zuletzt die Maskenpflichten verschärft. Stärkere Beschränkungen des öffentlichen Lebens will sie aber vermeiden.

08:20 Uhr | Werner für Pandemie-Übungen

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner hat sich für großangelegte Pandemie-Übungen ausgesprochen. Die Linke-Politikerin sagte, "gerade in sogenannten Friedenszeiten" sei es wichtig, für den Ernstfall zu proben. Das betreffe vor allem Krankenhäuser, aber auch andere Einrichtungen wie Pflegeheime und Arztpraxen: "Diese Lehre sollten wir unbedingt aus den Erfahrungen dieses Jahres ziehen", sagte Werner mit Blick auf die aktuelle Pandemie. Auf die Notwendigkeit regelmäßiger Übungen hätten die Gesundheitsminister schon 2016 hingewiesen. Erst am Donnerstag war bei einem bundesweiten Warntag die Alarmierung der Bevölkerung für den Fall einer Katastrophe geprobt worden, was unter anderem technische Probleme offenbarte. Viele Menschen erreichte gar keine Warnung oder erst verspätet.

07:00 Uhr | Corona erschwert Knochenmarkspenden

Die Suche nach Knochenmarkspendern wird von der Coronavirus-Pandemie erschwert. "Es gibt gerade weniger Typisierungen", sagte Claudia Herbst von der Aktion Knochenmarkspende Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Der Verein suche daher aktiv nach Freiwilligen. Am Dienstag kommender Woche solle bei einer weiteren großen Typisierungsaktion der Bundeswehr in Burg neue Spender gewonnen werden.

Bundesweit gibt es nach Angaben der Aktion 26 Dateien, in denen Spender registriert seien. Die Spenderdatei am Universitätsklinikum Magdeburg ist eine davon. Daneben sucht unter anderem auch die DKMS regelmäßig nach Spendern. Nach deren Angaben haben bisher 771 Spender aus Sachsen-Anhalt ihre Stammzellen oder Knochenmark gespendet, was für Leukämie-Erkrankte lebensrettend sein kann.

06:15 Uhr | Debatte um Verteilung eines Impfstoffs

Bei der Verteilung eines möglichen Impfstoffs gegen das Coronavirus sollte aus Sicht von Patientenschützern der Bundestag aktiv werden. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, will eine Festlegung von "ethischen Leitlinien" durch das Parlament.

Eugen Brysch Vorstand Deutsche Stiftung Patientenschutz
Eugen Brysch will "ethische Leitlinien" vom Bundestag Bildrechte: IMAGO

Es sei klar, dass ein Impfstoff nicht sofort für alle zur Verfügung stehen werde: "Also bedarf es einer Priorisierung, die nicht allein Beamten oder Wissenschaftlern überlassen werden darf", sagte Brysch.

Demokratisch legitimiert sei hierfür nur das Parlament. Es müsse dafür sorgen, dass Pflegebedürftige, Angehörige sowie pflegerisches und medizinisches Personal zuerst geimpft würden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Freitag erklärt, dass die Impfkommission Vorschläge erarbeite und dem "Focus" gesagt: "Zunächst werden diejenigen geimpft, die beruflich bedingt einem Risiko ausgesetzt sind, Pflegende, Ärztinnen und Ärzte", dann Risikogruppen wie Hochbetagte oder Vorerkrankte.

6:00 Uhr | Mehr als 6,5 Millionen Infektionen in den USA

Die Zahl bestätigter Infektionsfälle in den USA ist nach Zählungen der Agentur Reuters am Samstag um mindestens 38.870 auf 6,5 Millionen gestiegen. Die Johns Hopkins Universität gab sie noch mit 6,48 Millionen an und die Zahl der Toten mit rund 193.700 seit Beginn der Pandemie.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2020 | 06:00 Uhr