Coronavirus-Ticker 3. Mai: Quarantäne für ZASt Halberstadt aufgehoben

Die Quarantäne für die ZASt Halberstadt ist aufgehoben. Gesundheitsminister Spahn räumt einen Rechenfehler bei den Erkrankten ein. Der US-Außenminister sieht die Labor-Herkunft des Coronavirus als erwiesen an. Sachsen will erste Öffnungen in der Gastronomie. Aus Berlin kommt Kritik an den Lockerungen in Sachsen-Anhalt. Bundesinnenminister Seehofer hat sich für die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga unter strengen Bedingungen ausgesprochen. Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie im Ticker:

Polizisten stehen vor der Zufahrt zur Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt. Die Einrichtung steht wegen eines bestätigten Corona-Positivbefundes für zwei Wochen unter Quarantäne
Quarantäne aufgehoben - ZASt Halberstadt Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Montag.

22:31 Uhr | Unangemeldete Demo in Pirna aufgelöst

In Pirna sind bei der Auflösung einer nicht angemeldeten Versammlung drei Polizisten verletzt worden. Das teilte die Polizei mit. Wie es dazu kam, war zunächst nicht bekannt. Die Beamten hatten die Demonstration aufgelöst, weil laut Polizei unter den 200 Teilnehmern kein Versammlungsleiter ausgemacht werden konnte. Wenig später wurde in der Nähe eine erneute Versammlung festgestellt und aufgelöst. Gegen zwei Männer wurden Ermittlungen wegen Beleidigung und tätlichem Angriff auf Polizisten aufgenommen.  Bei weiteren Teilnehmern seien Verstöße gegen die sächsische Corona-Schutz-Verordnung festgestellt worden.

22:13 Uhr | Vor der Lockerung der Corona-Vorschriften

Am Montag werden eine Reihe von Vorschriften in der Corona-Krise gelockert. Vor allem Sachsen-Anhalt hat diesbezüglich eine Vorreiterrolle eingenommen. Aber auch in Sachsen und Thüringen stehen Veränderungen an.

21:27 Uhr | Quarantäne für ZASt Halberstadt aufgehoben

Der Kreis Harz hat die generelle Quarantäne für die Zentrale Erstaufnahme in Halberstadt aufgehoben. Eine entsprechende Anordnung sei in Abstimmung mit dem Pandemiestab des Landes aufgehoben worden, teilte der Kreis mit. Die Bewohner würden aber weiter nach den Maßgaben des Infektionsschutzgesetzes beobachtet. Stichpunktartig werde man auf Symtome kontrollieren. Die Einrichtung war Ende März unter Quarantäne gestellt worden, nachdem ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Seitdem wurden mehr als 100 Infizierte registriert. Während der Abriegelung war es mehrfach zu Tumulten unter den Bewohnern gekommen. Die Polizei bewachte die Einrichtung zwischenzeitlich mit einer Hundertschaft.

21:19 Uhr | US-Pharmakonzern Gilead will Remdesivir exportieren

Der Pharmakonzern Gilead Sciences will das zur Behandlung von Covid-19-Patienten in den USA zugelassene Mittel Remdesivir auch in andere Länder exportieren. Das teilte Konzernchef Daniel O'Day am Sonntag im TV-Sender CBS mit. Zunächst werde sein Unternehmen der US-Regierung seinen gesamten Remdesivir-Vorrat von 1,5 Millionen Dosen kostenlos zur Verfügung stellen. Damit könnten 100.000 bis 200.000 Patienten behandelt werden. In der zweiten Jahreshälfte werde dann eine deutlich größere Menge des Medikaments zur Verfügung stehen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte am Freitag eine Notfall-Genehmigung für Remdesivir erlassen, nachdem eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt hatte, dass das Mittel die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten verkürzt. Ob Remdesivir auch die Sterblichkeitsrate senkt, ist noch ungewiss.

20:35 Uhr | Vor der Geberkonferenz der EU

Am Montag richtet die EU eine Geberkonferenz aus, um Geld für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu sammeln. Eine Vorschau.

20:29 Uhr | Corona-Überblick Europa

Die in Europa am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Italien und Spanien läuten ersten Lockerungen der Beschränkungen ein,

20:20 Uhr | Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Saalfeld

Mehrere Hundert Menschen haben in Saalfeld gegen die Beschränkungen von Grundrechten in der Coronavirus-Pandemie demonstriert. Ein Sprecher der Polizei sagte, die Demo sei friedlich verlaufen. Die Versammlungsbehörde der Stadt habe die Veranstaltung aber schließlich aufgelöst, weil sie auf  250 Teilnehmer angewachsen sei und Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien. Aufgerufen zu der Demo hatte ein Politiker, der für die CDU im Saalfelder Stadtrat sitzt. Nach seiner Ansicht sind die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus für viele Bürger nicht verständlich.

19:48 Uhr | Spahn räumt Fehler bei Infektionszahlen ein

Die Bundesregierung hat rund um den Bund-Länder-Gipfel am vergangenen Donnerstag deutlich zu hohe Infektionszahlen genannt. Das räumte Gesundheitsminister Jens Spahn in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" ein. Er habe bei einer Berechnung der noch akut mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen um 6.000 Fälle daneben gelegen.  

Spahn im Bundestag
Hat sich verrechnet: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: dpa

Spahn hatte einen Tag vor dem Bund-Länder-Treffen von 37.000 akut Infizierten gesprochen und erklärt, diese Zahl ergebe sich aus den 157.000 Infizierten und 120.000 Genesenen. Außer Acht ließ er dabei, dass mehr als 6.000 Menschen verstorben waren. In einem Zeitungsbericht rundete er die Zahl der aktuell Erkrankten noch auf 40.000 auf.

Diese Zahl griff offenbar auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die bei der Pressekonferenz nach dem Bund-Länder-Gipfel einen Tag später ebenfalls von 40.000 aktuellen Fällen sprach. Dabei war sie zu diesem Zeitpunkt aufgrund weiterer Genesungen bereits auf 29.000 gesunken, wie das Robert-Koch-Institut bekannt gab. Damit setzten Merkel und Spahn die Zahl der Krankheitsfälle am Tag der Entscheidung über Lockerungen um fast ein Drittel zu hoch an. Am Sonntag galten – wie auch Spahn bestätigte – noch 25.000 Menschen in Deutschland als infektiös.  

19:28 Uhr | Corona-Krise trifft indische Wanderarbeiter schwer

Mit der landesweiten Ausgangssperre haben in Indien viele Wanderarbeiter ihren Job verloren. Sie wollen zurück zu ihren Familien. Doch es drohen bis zu zweijährige Gefängnisstrafen bei Verletzung der Ausgangssperre.

19:05 Uhr | Massentest im Landkreis Greiz

Bei einem Massentest sind im Landkreis Greiz in fünf Pflegeeinrichtungen etwa 1.000 Menschen auf das Coronavirus untersucht worden. Das teilte das Landratsamt mit. Ergebnisse  seien nicht vor Montag zu erwarten. Landrätin Martina Schweinsburg begrüßte zwar die Tests, kritisierte aber "die überfallartige Nacht-und-Nebel-Aktion. Die Verantwortlichen des Landes hätten erst am Donnerstagabend über die am Freitag begonnenen Tests informiert. Der Landkreis ist innerhalb Thüringens am härtesten von der Epidemie betroffen. Ein Drittel aller Thüringer Todesfälle und nahezu jeder fünfte Infizierte entfallen auf den Kreis.

18:32 Uhr | Pompeo: Herkunft des Coronavirus aus Labor in Wuhan erwiesen

Mike Pompeo
Sieht Herkunft des Coronavirus aus chinesischem Labor für erwiesen an: US-Außenminister Mike Pompeo Bildrechte: dpa

US-Außenminister Mike Pompeo hat China in der Debatte über den Ursprung der Coronavirus-Pandemie erneut scharf attackiert. Pompeo erklärte, es gebe "überwältigende Beweise" dafür, dass der Erreger aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme. Bereits in der Vergangenheit sei die Welt durch Viren aus chinesischen Laboren in Gefahr gebracht worden, fügte er hinzu. Er warf Peking eine "kommunistische Desinformationskampagne" vor und kritisierte, China blockiere die Beteiligung von Experten aus westlichen Ländern an den Untersuchungen zum Coronavirus.

Zuvor hatten mehrere westliche Geheimdienste China zumindest Vertuschung vorgeworfen. Die australische Zeitung "Saturday Telegraph" zitiert aus einem Dossier, das von der Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands stammt. Darin heiße es, frühzeitige Warnungen von Medizinern seien unterdrückt worden.

17:52 Uhr | Slowenien meldet Tag ohne Neuansteckung

Slowenien hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in einem 24-Stunden-Zeitraum keine Neuansteckung registriert. Die Nachrichtenagentur STA berichtete am Sonntag, von 500 Tests sei kein einziger positiv gewesen. Damit bleibe die Zahl der nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten bei 1.439. Die Zahl der Toten wurde mit 59 angegeben. Den ersten Corona-Fall hatte das Land am 4. März verzeichnet.

16:55 Uhr | Ramelow: Greiz zurzeit am stärksten betroffen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich besorgt über die Corona-Infektionszahlen im Landkreis Greiz gezeigt. Ramelow sagte dem MDR, Greiz sei zurzeit der am stärksten von der Dynamik der Pandemie betroffene Landkreis in Deutschland. In den anderen Teilen Thüringens hätten die Menschen das Gefühl, es gebe fast keine Neu-Infektionen. Die Lage im Kreis Greiz sei dagegen sehr besorgniserregend.

Seit Donnerstag sind im Landkreis Greiz drei weitere mit dem Coronavirus Infizierte gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesfälle dort auf 31. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich um acht auf 453. Gemessen an der Einwohnerzahl sind im Landkreis Greiz mehr als vier mal so viele Menschen betroffen als im Landesdurchschnitt.

16:53 Uhr | Zwei Neu-Infektionen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind seit Sonnabend nur zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das teilte das Sozialministerium heute mit. Die Fälle wurden demnach aus dem Landkreis Börde und dem Landkreis Mansfeld-Südharz gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise wurden damit in Sachsen-Anhalt 1.579 Infektionen gezählt. 1.219 Menschen sind nach Schätzungen des Ministeriums wieder genesen. 45 Sachsen-Anhalter starben in Zusammenhang mit Covid-19.

15:46 Uhr | Berlin kritisiert Sachsen-Anhalt für Lockerungen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat das Vorpreschen Sachsen-Anhalts bei der Lockerung der Corona-Auflagen kritisiert. Der SPD-Politiker sagte dem Deutschlandfunk, damit werde etwas losgetreten, was man wieder einfangen müsse. Sachsen-Anhalt würde den anderen Ländern keinen Gefallen tun, wenn es eine neue Infektionswelle riskiere. Die Landesregierung hatte als erste in Deutschland beschlossen, die Kontakt-Beschränkungen aufzuweichen. Ab morgen dürfen sich in Sachsen-Anhalt wieder Gruppen von bis zu fünf Menschen öffentlich treffen, auch wenn sie nicht im gleichen Haushalt leben.

15:21 Uhr | Corona-Tests bei Erzgebirge Aue negativ

Bei Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue sind die ersten Corona-Tests negativ. Wie der Verein am Sonntag bekannt gab, erbrachten die Proben vom Donnerstag keinen Nachweis einer Infektion. Liga-Konkurrent Dynamo Dresden machte hingegen keine Angaben. Dort waren am Sonnabend 41 Tests vorgenommen worden. Auch RB Leipzig machte die Ergebnisse seiner Tests nicht publik. Die Erst- und Zweitligisten warten auf eine Entscheidung der Politik über eine Fortsetzung der Saison. Diese wird auf der nächsten Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch erwartet.

15.05 Uhr | 18 bestätigte Neu-Infektionen in Thüringen

In Thüringen sind seit Samstag 18 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das geht aus dem aktuellen Bulletin der Staatskanzlei hervor. Damit gibt es in Thüringen insgesamt 2.353 bestätigte Fälle. Schätzungsweise 1.750 Erkrankte sind inzwischen wieder genesen. Die Zahl der Toten stieg um zwei auf nun 95. Wegen des Wochenendes kann es einen Zeitverzug bei den Meldungen von Infektions- und Todeszahlen durch die Gesundheitsämter geben.

14:50 Uhr | Wenige Neu-Infektionen in Sachsen gemeldet

In Sachsen ist die Zahl der bekannten Corona-Infektionen am Sonntag nur leicht gestiegen. Wie das Sozialministerium mitteilte, gab es im Freistaat 16 bestätigte Neu-Ansteckungen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg damit auf 4.731. Mit zwei neuen Todesfällen - aus dem Landkreis Bautzen und dem Erzgebirgskreis - sind bisher insgesamt 167 Covid-19-Patienten in Sachsen gestorben. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 4.100 geschätzt.

14:07 Uhr | Vertuschungsvorwürfe gegen China

Mehrere westliche Geheimdienste haben China im Umgang mit dem Coronavirus erneut Vertuschung vorgeworfen. Die australische Zeitung "Saturday Telegraph" zitiert aus einem entsprechenden Dossier, das von der Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands stammt. Darin heiße es, frühzeitige Warnungen von Medizinern seien unterdrückt worden. Zudem hätten die chinesischen Behörden das Ausmaß der Epidemie heruntergespielt und Informationen zensiert. Peking bestreitet solche Vorwürfe.

Bundesaußenminister Heiko Maas rief China indes dazu auf, sich umfänglich an der Aufklärung des Coronavirus-Urpsrungs zu beteiligen. Er sagte den Funke-Medien, die ganze Welt habe Interesse daran. Antworten könnten aber nur von der Wissenschaft kommen, nicht von der Politik. China könne hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen wolle.

13:43 Uhr | Müller sieht Corona-Krise als Weckruf

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, CSU
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Bildrechte: imago images/IPON

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sieht in der Corona-Krise einen Weckruf an die Menschheit. Der CSU-Politiker sagte der "Rheinischen Post", der Raubbau an der Natur müsse beendet werden. Unter anderem die Rodung der Regenwälder habe die Pandemie mit ausgelöst. Der Immer-Weiter-Schneller-Kapitalismus der vergangenen 30 Jahre dürfe nicht fortgeführt werden.

13:31 Uhr | Landkreis Gotha schränkt Zugang zu Schulen ein

Mit der schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen schränkt der Landkreis Gotha den Zugang zu den Einrichtungen ein. Nach Angaben des Landratsamtes dürfen schulfremde Personen die Gebäude auch weiterhin nicht betreten. Dazu gehörten auch Eltern. Die Schulleitungen könnten aber in eigener Verantwortung Ausnahmen zulassen - zum Beispiel für Elterngespräche oder Lieferanten.

13:18 Uhr | Dehoga Sachsen-Anhalt zurückhaltend zu Lockerungen

Der Hotel- und Gaststättenverband in Sachsen-Anhalt reagiert zurückhaltend auf die neuen Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Die Landesregierung hatte gestern in Aussicht gestellt, dass Gaststätten einen Tag nach Himmelfahrt wieder öffnen dürfen. Dehoga-Präsident Michael Schmidt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das sei ein Schritt in die richtige Richtung. Man hätte sich aber klare Ansagen gewünscht, damit sich die Gastronomen einrichten könnten, ihr Geschäft für die Öffnung vorzubereiten. So habe sich das Land noch nicht zum Hygienekonzept der Dehoga geäußert. Außerdem sei unklar, in welchen Größenordnungen sich Personen in der Gaststätte aufhalten dürften.

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Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen
Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

12:35 Uhr | Dulig für Öffnung der Gastronomie ab 15. Mai

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig hat vorgeschlagen, die Gastronomie im Freien ab dem 15. Mai wieder öffnen zu lassen. Der SPD-Politiker sagte, sollte es die Entwicklung der Infektionszahlen zulassen, schlage er eine Öffnung der Außenbereiche unter strengen Auflagen vor. Man könne testen, ob die Sicherheitsvorkehrungen funktionierten, bevor sich alles an Pfingsten balle.

Das Datum 15. Mai wolle er auch bei der nächsten Konferenz der Ministerpräsidenten vorschlagen, sagte Dulig. Die Öffnung der Gastronomie sollte möglichst bundesweit einheitliche abgestimmt werden. Sachsen-Anhalt hatte gestern den 22. Mai als möglichen Öffnungstermin vorgeschlagen.

12:11 Uhr | Grüne wollen Coronahilfen mit Klimaschutz verbinden

Die Grünen im Europaparlament werben dafür, die Coronahilfen für die Wirtschaft mit Klimaschutz-Maßnahmen zu verbinden. Fraktionschefin Ska Keller sagte MDR AKTUELL, man brauche nach der Pandemie ein großes Investitionsprogramm. Das könne man auch gleich dazu nutzen, die Wirtschaft auf soziale und ökologische Füße zu stellen.

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber reagierte zurückhaltend. Er verwies darauf, dass die Stickoxidwerte trotz drastischer Verkehrseinschränkungen in der Corona-Krise kaum gesunken seien. Man solle sich die aktuellen Erkenntnisse genau anschauen, um dann zielgerichtetetere Maßnahmen ergreifen zu können als nur mit Ideologie.

11:49 Uhr | Maas warnt vor Schnellschüssen bei Grenzöffnungen

Bundesaußenminister Heiko Maas hat vor Schnellschüssen bei der Öffnung der Grenzen gewarnt. Der SPD-Politiker sagte den Funke-Medien, die Bundesregierung werde im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen können. Deshalb werde die Reisewarnung erst gelockert, wenn die Menschen nicht nur wieder ins Ausland fliegen könnten, sondern auch sicher zurückkämen.

Maas stellte aber in Aussicht, die Reisewarnung für einige Länder schneller zurückzunehmen als für andere. Aktuell gilt sie noch bis zum 14. Juni.

11:13 Uhr | Fast 11.000 Neuinfektionen in Russland

In Russland ist ein neuer Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Nach Angaben der Behörden wurden innerhalb eines Tages 10.633 neue Fälle registriert. Landesweit gibt es damit nun mehr als 134.600 nachgewiesene Infektionen. Bisher starben in Russland 1.280 Menschen mit dem Virus. 16.600 erholten sich wieder.

10:37 Uhr | Ethikrat zu Corona-Immunitätsausweis befragt

In der Debatte um Corona-Immunitätsausweise hat Bundesgesundheitsminister Spahn den Ethikrat zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nach Angaben der "Bild am Sonntag" bat Spahn um eine Einschätzung, wie und in welchem Zusammenhang der Nachweis einer Immunität genutzt werden sollte. Das Bundeskabinett hatte in dieser Woche einen Gesetzentwurf beschlossen, der einen solchen Nachweis vorsieht.

9:59 Uhr | Steinmeier: Debatte über Ausmaß der Beschränkungen wichtig

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht in den Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie nach eigenen Worten keine Gefahr für die Demokratie. Steinmeier sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", wo die Krise missbraucht werde, um autoritäre Strukturen zu verstärken, nehme die Demokratie Schaden. Dafür gebe es Beispiele in Europa.

Die aktuelle Debatte über das Ausmaß der Einschränkungen sei aber auch in Deutschland wichtig, erklärte er. Das erzeuge für die Politik den "heilsamen Zwang, täglich zu begründen, wie lange solche Maßnahmen verantwortbar sind".

Hier können Sie die aktuellen Ticker aus Sachsen und Thüringen nachlesen:

09:10 Uhr | Viele Museen öffnen später

In Sachsen-Anhalt werden die Museen wohl erst nach und nach wieder öffnen. Davon geht der Landesverband der Museen aus. Geschäftsführerin Susanne Kopp-Sievers sagte, am Anfang würden nicht viele Häuser öffnen. Aktuell würden Rundgänge erarbeitet, damit sich möglichst wenige Besucher begegneten. Die neue Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sieht vor, dass Museen ab morgen wieder öffnen dürfen. In der kommenden Woche werden laut Landesverband die Städtischen Museen Tangermünde, das Schloss Wernigerode, das Museum Aschersleben oder das Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau-Roßlau öffnen. Auch das Händel-Haus in Halle will demnach wieder Besucher empfangen.

09:02 Uhr | Gerichtsbetrieb weitgehend lahmgelegt

Die Corona-Pandemie hat in Thüringen den Gerichtsbetrieb weitgehend zum Erliegen gebracht. Der Präsident der Rechtsanwaltskammer, Jan Helge Kestel, sagte dem MDR, die Geschäftsstellen seien deutlich dünner besetzt gewesen. Dadurch sei den Richtern wenig vorgelegt worden. Nach Kestels Einschätzung war der Stillstand in Thüringen umfassender als in anderen Bundesländern. Wenn der Gerichtsbetrieb nun wieder anlaufe, müssten vor allem Arbeitsrechts- und Zivilsachen schnell verhandelt werden. Es sei eine Welle von Kündigungen und Insolvenzen nicht auszuschließen.

08:36 Uhr | Pauschalreisen bis Ende August stornierbar

Nach Auffassung von Verbraucherschützern können alle Pauschalreisen ins Ausland kostenlos storniert werden, die bis Ende August stattfinden sollten. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, stützt sich der Bundesverband auf ein Rechtsgutachten. Reisende hätten das Recht, kostenlos vom Vertrag zurückzutreten. Das gelte unabhängig von der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bis zum 14. Juni. Das Gutachten verweist auf zahlreiche Politiker-Äußerungen, dass ein Auslandsurlaub in diesem Sommer wohl nirgendwo möglich sein werde.

Allerdings müsse der Kunde selbst aktiv werden. Ohne den erklärten Rückritt von der Reise bleibe der Anspruch des Veranstalters auf Zahlung des Restpreises bestehen.

08:00 Uhr | Bessere Absicherung von Künstlern gefordert

Die Leipziger Kulturmanagerin Franziska Zólyom drängt auf eine bessere Absicherung von Kunst und Kultur. Die Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst sagte MDR AKTUELL, auch unabhängig von Ereignissen wie der Corona-Pandemie müsse die Lage der Kulturschaffenden gestärkt werden. In dem Bereich gebe es oft nur mündliche Vereinbarungen und Verträge, in denen solche Ausfälle von Aufträgen wie derzeit überhaupt nicht vorgesehen seien. Gerade die Schließungen in der Corona-Krise zeigen aber laut Zólyom, wie wichtig Kunst und Kultur für das öffentliche Leben seien.

07:43 Uhr | Hunderte Verstöße in Sachsen-Anhalt angezeigt

In Sachsen-Anhalt hat die Landespolizei innerhalb eines Monats Hunderte Verstöße gegen geltende Corona-Beschränkungen angezeigt. Dem Innenministerium zufolge wurden seit 3. April mehr als 500 Bußgelder verhängt. Bei einem Drittel der Fälle habe es sich um schwere Verstöße wie unerlaubte Feiern oder größere Versammlungen gehandelt. Zwei Drittel waren Verstöße gegen Kontaktsperren. Rund 100 Mal verhängte die Polizei Bußgelder, weil Menschen trotz Verbots touristische Reisen nach Sachsen-Anhalt gemacht hatten. Insgesamt gab es im April nach Ministeriumsangaben rund 137.500 Kontrollen.

07:25 Uhr | Alter beeinflusst Infektionsgeschehen

Demografische Faktoren haben aus Expertensicht Einfluss auf die Ausbreitung des Coronavirus in einer Region. Laut Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen kann das höhere Durchschnittsalter zu den verhältnismäßig niedrigen Infektionszahlen in den meisten ostdeutschen Bundesländern geführt haben. Zwar sei Alter ein Risikofaktor für schwere Erkrankungen. Die Ausbreitung sei aber zu Beginn wahrscheinlich tendenziell vor allem über jüngere Menschen erfolgt. Ein wichtiger Faktor bei der Ausbreitung sei zudem die Bevölkerungsdichte.

07:05 Uhr | 150 Verdachtsfälle auf Betrug in Thüringen

Die Thüringer Aufbaubank geht bei den Corona-Soforthilfen 150 Verdachtsfällen nach, bei denen es einen Betrugsversuch gegeben haben soll. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, hat sich der Verdacht in 20 Fällen erhärtet. Die Betroffenen seien angehört worden. Teilweise hätten die Firmen erst nach ihrem Antrag gemerkt, dass ihr wirtschaftlicher Schaden durch die Corona-Krise nicht so hoch wie angegeben ausfalle oder gar nicht eingetreten sei. Das Geld werde anteilig oder vollständig zurückgezahlt. Anzeigen wegen Subventionsbetrugs seien bisher noch nicht gestellt worden.

Bisher wurden mehr als 51.000 Anträge auf Corona-Soforthilfe in Thüringen gestellt. Mehr als 200 Millionen Euro sind an Selbstständige und Unternehmen ausgezahlt worden.

06:40 Uhr | Seehofer für Fortsetzung von Fußball-Bundesliga

Bundesinnenminister Horst Seehofer unterstützt die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga unter strengen Bedingungen. Seehofer sagte der "Bild am Sonntag", er finde den Zeitplan der Deutschen Fußball Liga plausibel und unterstütze einen Neustart im Mai. Der auch für Sport zuständige Minister Seehofer fügte aber hinzu, es dürfe keine Privilegien für die Profis geben. So könne es nicht sein, dass Profi-Spieler öfter getestet werden als Ärzte, Pfleger oder Polizisten. Zudem dürfe es durch ein höheres Testaufkommen beim Sport an keiner Stelle im öffentlichen Gesundheitswesen zu Engpässen kommen.

Außerdem forderte Seehofer strenge Auflagen. Bei einem Corona-Fall in einer Mannschaft müsse der gesamte Club zwei Wochen lang in Quarantäne — gegebenenfalls auch die Mannschaft, gegen die man zuletzt gespielt habe. Am Mittwoch soll die Entscheidung fallen, ob die erste und zweite Liga Ende Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

6:31 Uhr | Todesfälle in Italien wieder stark gestiegen

In Italien ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Gestorbenen wieder deutlich gestiegen. Der Zivilschutz in Rom meldete, in den vergangenen 24 Stunden seien 474 neue Todesfälle registriert worden. Das ist die höchste Zahl seit knapp zwei Wochen. Italien ist nach den USA das Land, das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen ist. Insgesamt starben in Italien bisher 28.700 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus.

6:19 Uhr | Wirtschaft erhöht Druck auf Politik

Die Wirtschaftsverbände erhöhen den Druck auf die Politik, weitere Lockerungen in den Corona-Beschränkungen zu beschließen. Die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, sagte in der "Bild am Sonntag", es müsse ein klarer Fahrplan für die Branche und ein Rettungsfonds beschlossen werden.

Der Branchenverband der Automobilindustrie fordert eine rasche Entscheidung über neue Kaufanreize. Verbandschefin Hildegard Müller sagte der "Welt am Sonntag", die Branche rechne in diesem Jahr mit einem Minus von 20 Prozent.

Für die Reisewirtschaft rechnet Verbandschef Norbert Fiebig bis Mitte Juni einen Verlust von 10,8 Milliarden Euro vor. Am Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Krise.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Mai 2020 | 06:00 Uhr