Coronavirus-Pandemie Ticker: Erfurt führt Sperrstunde ein

Thüringens Landeshauptstadt Erfurt führt eine Sperrstunde in der Gastronomie ein und sagt den Weihnachtsmarkt ab. Der Corona-Test bei Bayern-Spieler Gnabry war "falsch-positiv". In Berlin wurde eine Demonstration gegen die Corona-Politik aufgelöst. Spanien hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Ticker.

Erfurter Dom und Severikirche am Abend mit Spiegelung in einer Regenpfütze
Leergefegter Domplatz mit Dom und Severikirche: Ab Dienstag gilt in Erfurt eine Sperrstunde. Bildrechte: imago/imagebroker

Unser Ticker am Sonntag, 25. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:36 Uhr | Steinmeier fordert weltweite Kooperation

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, die weltweite Corona-Pandemie gemeinsam zu bewältigen. Das deutsche Staatsoberhaupt sagte beim virtuellen World Health Forum, niemand sei sicher vor Covid-19, bevor nicht alle davor sicher seien. Das Virus kenne keine Grenzen.

Die USA und China rief Steinmeier auf, die globale Impfstoff-Plattform Covax zu unterstützen. Sie will zwei Milliarden Impfdosen einkaufen und global verteilen. Außerdem plädierte der Bundespräsident für einen Verteilungsschlüssel. Vor allem in den ersten Monaten nach Zulassung eines Impfstoffs würden nicht ausreichend Dosen zur Verfügung stehen, um Milliarden Menschen zu schützen.

20:30 Uhr | Frankreich meldet über 50.000 Neuinfektionen

In Frankreich hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen erstmals die Marke von 50.000 überschritten. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten , dass sich 52.010 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hätten. Zudem wurden 116 neue Todesfälle bei positiv auf das Sars-Cov-2-Virus getesteten Menschen gemeldet.

Frankreich hat neben Spanien als zweites EU-Land mehr als eine Million durch Tests ermittelter Corona-Infektionen. Die Regierung will die Lage unter anderem mit der Ausweitung der Ausgangssperre in den Griff bekommen. Seit Samstag dürfen zwei Drittel aller Franzosen ihre Häuser in der Zeit zwischen 21 und 6 Uhr nicht verlassen. Die Regelung gilt zunächst für sechs Wochen. Außerdem berät derzeit das Parlament über eine Verlängerung des Gesundheitsnotstandes bis Mitte Februar.

20:00 Uhr | Haselhoff sieht Schulstart am Montag als Prüfstein

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sieht den Schulstart nach den Herbstferien am Montag als neuen Prüfstein in der Corona-Lage. Der CDU-Politiker sagte dem MDR, der Schulbetrieb werde möglicherweise punktuell zu neuen Infektionen führen. Bisher habe aber die Nachverfolgung funktioniert.

Mit Schulbeginn gilt in Halle und im Burgenlandkreis eine Maskenpflicht. Im Unterricht darf sie abgenommen werden. Dafür sollen die Räume alle 20 Minuten gelüftet werden. Der Vorsitzende des Landeselternrats Sachsen-Anhalt, Matthias Rose, bezweifelt allerdings, dass die Vorgaben tatsächlich eingehalten werden.

18:48 Uhr | Corona-Test bei Fußball-Nationalspieler Gnabry war "falsch positiv"

Der angeblich positive Corona-Test bei Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry war "falsch potitiv". Das hat Gnabrys Verein, der FC Bayern München, mitgeteilt. Gnabry darf die gegen ihn verhängte häusliche Corona-Quarantäne mit sofortiger Wirkung verlassen.

Serge Gnabry
Das Corona-Testergebnis von National- und Bayern-Spieler Gnabry war "falsch-positiv". Bildrechte: imago images/Laci Perenyi

Der Club schrieb dazu: "Das Münchner Gesundheitsamt geht daher nun davon aus, dass der positive PCR-Test vom vergangenen Dienstag falsch-positiv war und hat daher die Quarantänemaßnahmen aufgehoben." Gnabry werde nun wieder zum Kreis der Mannschaft stoßen und am Montag die Reise zum Champions-League-Spiel nach Moskau antreten.

Nach dem positiven Corona-Befund bei einem PCR-Test am vergangenen Dienstag waren bei Gnabry in den vier darauffolgenden Tagen jeweils weitere PCR-Tests durchgeführt worden, die allesamt ein negatives Ergebnis brachten. Zusätzlich wurden am Wochenende zwei Antigen-Tests durchgeführt, beide zeigten ebenfalls ein negatives Ergebnis.

Auch in mehreren anderen deutschen Fußballvereinen sorgten zuletzt "falsch positive" Testergebnisse bei Spielern für große Aufregung. So entpuppten sich unter anderem auch die Corona-Tests beim Fußball-Drittligisten Türkgücü München als "falsch positiv".

17:45 Uhr | Erfurt sagt Weihnachtsmarkt ab und führt Sperrstunde ein

Erfurt hat den diesjährigen Weihnachtsmarkt abgesagt. Wie die Stadt mitteilte, fiel die Entscheidung nach einer Krisensitzung. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte: "Das Infektionsgeschehen in der Stadt lässt uns keine andere Wahl mehr."

Die Absage ist Teil einer Allgemeinverfügung, die Thüringens Landeshaupttadt am Montag auf ihrer Internetseite veröffentlichen wird. Allgemeinverfügung und Sperrstunde gelten dann ab Dienstag. Sie soll bis zum 30. November gelten. Damit wird auch eine Sperrstunde in der Gastronomie zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens eingeführt. Der Einzelhandel darf in dieser Zeit keine alkoholischen Getränke verkaufen. Kulturelle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werden auf maximal 25, unter freiem Himmel auf 100 Personen beschränkt. Erfurt ist seit Samstag Corona-Risikogebiet.

17:30 | Party mit 500 Teilnehmern in Berlin aufgelöst

Die Berliner Polizei hat bereits am Samstag eine Party mit 500 Teilnehmern im Stadtteil Mitte aufgelöst. Das hat eine Polizeisprecherin heute bestätigt.

17:00 Uhr | Bulgariens Regierungschef Borissow positiv getestet

Der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Borissow schrieb auf Facebook, er werde sich nach Empfehlung seiner Ärzte zu Hause behandeln lassen. Der Regierungschef und drei seiner Minister hatten sich nach dem Kontakt mit einer infizierten Person am Freitag in Quarantäne begeben. Gegen Borissow gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Proteste. Seine Gegner werfen ihm Versagen im Kampf gegen die Korruption in dem EU-Land vor.

16:50 Uhr | Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin beendet

25.10.2020, Berlin: Polizisten hindern einen Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen auf dem Alexanderplatz am Weitergehen.
Polizisten hindern Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Auflagen auf dem Alexanderplatz am Weitergehen. Bildrechte: dpa

Wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen sind in Berlin Veranstaltungen gegen staatliche Corona-Beschränkungen beendet worden. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich am Nachmittag rund 2.000 Menschen auf dem Alexanderplatz. Weil weder Mindestabstand noch die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eingehalten wurden, untersagte die Polizei die Demonstration.

Danach setzten sich mehrere Hundert Teilnehmer in verschiedene Richtungen in Bewegung. Vor dem Veranstaltungszentrum Kosmos an der Karl-Marx-Allee, wo ursprünglich die Gesundheitskonferenz "Word Health Summit" stattfinden sollte, versammelten sie sich erneut. Die Polizei teilte über Lautsprecher mit die Veranstaltung sei beendet und forderte die Demonstranten auf, den Ort zu verlassen, was mit Buhrufen und Pfiffen quittiert wurde. Nach Polizeiangaben waren insgesamt 600 Beamte eingesetzt.

14:44 Uhr | Spanien erklärt landesweiten Gesundheitsnotstand

Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes verteilt am Hauptsitz des Spanischen Roten Kreuzes Masken.
Masken-Ausgabe am Hauptsitz des Spanischen Roten Kreuzes. Bildrechte: dpa

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen hat die Regierung in Spanien den landesweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen. Regierungschef Pedro Sánchez sagte in einer Fernsehansprache, der Ausnahmezustand werde bis Anfang Mai kommenden Jahres gelten. In den nächsten Monaten gelte in ganz Spanien mit Ausnahme der kanarischen Inseln eine nächtliche Ausgangssperre.

13:42 Uhr | Italien schließt Kino, Theater und Fitnessstudios

Weil auch in Italien die Zahl der Corona-Neuinfektionen rasant steigt, schränkt die italienische Regierung das öffentliche Leben wieder ein. Ab Montag müssen Kinos, Theater, Spielhallen, Clubs, öffentliche Sportstätten und Schwimmbäder schließen. Restaurants und Bars dürfen nur noch bis 18 Uhr öffnen.

Die Italiener sind aufgefordert, möglichst nicht rauszugehen und die Kontakte zu Hause mit Personen außerhalb der eigenen Familie einzuschränken. Eine erneute landesweite Ausgangssperre soll es aber vorerst noch nicht wieder geben. Auch Geschäfte und die meisten Unternehmen dürfen weiterarbeiten. Am Samstag berichteten die italienischen Behörden von 19.644 Neuinfektionen - ein neuer Höchststand.

13:22 Uhr | Spanien bereitet Ausrufung des Gesundheitsnotstands vor

Weil die Corona-Infektionen im Land stark ansteigen, bereitet Spaniens Regierung sich darauf vor, den Gesundheitsnotstand auszurufen. Wie das Büro von Regierungschef Pedro Sánchez mitteilte, soll damit die rechtliche Grundlage für neue Ausgangsbeschränkungen in den einzelnen Regionen gelegt werden.

Bereits am Samstagabend hatten einige Regionen, darunter Kastilien und León sowie Valencia Ausgangsbeschränkungen verhängt. Neun der 17 autonomen Regionen forderten die Zentralregierung daraufhin auf, den Notstand auszurufen. Dann sei die Verhängung des Ausnahmezustands juristisch untermauert. Regionale Gerichte könnten Ausgangssperren sonst kippen.

Spanien ist eines der am schwersten betroffenen Länder der EU: Fast 35.000 Spanier sind bereits am Virus gestorben.

11:22 Uhr | Inzidenzwert in München über 100

Wegen weiter stark steigender Infektionenszahlen verschärft München die Schutzmaßnahmen. Die Sieben-Tage-Inzidenz der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner sei laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 100,6 gestiegen und habe damit den von Bayern neu eingeführten Schwellenwert von 100 überschritten, teilt die Landeshauptstadt mit. Damit träten ab Montag strengere Maßnahmen wie einer Sperrstunde schon ab 21 Uhr und teilweises Alkoholverbot in der Stadt ebenfalls ab 21 Uhr in Kraft.

11:10 Uhr | Laschet stellt CDU-Parteitag in Frage

Drei Männer im Anzug stehen in einer Halle und blicken in die Kamera.
Norbert Röttgen, Armin Laschet und Friedrich Merz (v.l.n.r.) auf einer CDU-Veranstaltung. Bildrechte: dpa

Der für den CDU-Vorsitz kandidierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hat sich dafür ausgesprochen, den geplanten Wahlparteitag Anfang Dezember wegen der Corona-Pandemie zu verschieben. Was Parteien von den Bürgern erwarteten, müssten sie auch selbst einhalten: Kontakte reduzieren, wo es nur gehe.

"Dieser Parteitag ist jetzt nicht unbedingt erforderlich, kann verschoben werden", sagte Laschet der "Welt am Sonntag". Alle anstehenden Fragen könnten auch nach dem Winter entschieden werden.

Laschet konkurriert um den Vorsitz mit dem Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und dem Außenpolitiker Norbert Röttgen. Umfragen zufolge würde eine Mehrheit der CDU-Mitglieder für Merz als Vorsitzenden stimmen, Laschets Chancen stehen deutlich schlechter. Merz will den Parteitag auf jeden Fall stattfinden lassen. "Wir müssen ihn stattfinden lassen, trotz Corona - und wir sollten auch nicht zulassen, dass da der Vergleich gemacht wird zwischen Volksfest, Oktoberfest und Fußballspiel", hatte er am Donnerstag auf einer CDU-Veranstaltung in Hamburg gesagt.

10:03 Uhr | Wieder mehr als 10.000 Neuinfektionen in Deutschland - Jena ist Risikogebiet

In Deutschland sind den vierten Tag in Folge mehr als 10.000 Neuinfektionen verzeichnet worden. Nach Angaben des Projekts Risklayer sind 10.483 Menschen neu an Covid-19 erkrankt.

In Sachsen wurden 431 Neuinfektionen gemeldet, in Sachsen-Anhalt 45 und in Thüringen 166. Insgesamt haben 76% aller Landkreise ihre Zahlen gemeldet.

Seit dem Abend gilt auch Jena als Corona-Risikogebiet. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gab es mehr als 56 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Im sächsischen Kreis Görlitz gab es einen sprunghaften Anstieg der Fälle auf 133 pro 100.000 Einwohner. Die kritische Marke von 50 war bereits zu Wochenbeginn überschritten worden.

09:28 Uhr | Hohe psychische Belastung durch Corona im Frühjahr

Der Corona-Lockdown im Frühjahr hat die Deutschen psychisch stark belastet. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" nach einer Vorauswertung der bundesweiten Nako-Gesundheitsstudie, für die 113.000 Deutsche befragt wurden. Der Studienleiter für neurologisch-psychiatrische Erkrankungen, Klaus Berger, sagte der Zeitung:

Die psychische Belastung bei jungen bis mittelalten Menschen, zwischen 20 und Ende 40, war besonders groß.

Laut Bericht haben besonders in der Gruppe Symptome von Angst, Stress und Depression stark zugenommen. Am stärksten betroffen waren demnach Frauen Ende 30. Mit Blick auf mögliche weitere starke Einschränkungen des Alltags in diesem Winter sagte der Studienleiter: "Wer Krisen durchlebt hat, lernt in der Regel dabei, mit neuen Krisen umzugehen." Deshalb sei die Ausgangslage besser als im Frühling. 

08:46 Uhr | Wieder Ausschreitungen in Italien bei Protesten

Die zweite Nacht in Folge hat es in Italien Ausschreitungen bei Protesten gegen Corona-Beschränkungen gegeben. Wie örtliche Medien berichten, attackierten in Rom etwa 200 Demonstranten die Polizei mit Leuchtraketen und Knallkörpern. Zwei Polizisten seien verletzt worden. Es habe mehrere Festnahmen gegeben.

In der Nacht zuvor war es in Neapel zu Ausschreitungen gekommen. Italien verzeichnete zuletzt knapp 20.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In drei italienischen Regionen gelten deshalb bereits nächtliche Ausgangssperren, weitere Regionen sollen folgen.

Mülltonnen brennen auf einer Straße in Neapel
In der Nacht auf Samstag brannten Mülltonnen in Neapel. Bildrechte: dpa

07:18 Uhr | Deutscher Bahn brechen Kunden weg

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn gehen die Kundenzahlen wegen der steigenden Infektionszahlen zurück. Dort betrage die Auslastung 30 Prozent mit fallender Tendenz. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Bahnsprecher sagte der Zeitung, im Fernverkehr registriere man eine zunehmende Verunsicherung der Kunden. Das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr sei stabil geblieben.

06:37 Uhr | Altmaier: Genug Masken vorhanden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zufolge gibt es in Deutschland genügend Masken. Er sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, zum einen würden inzwischen in Deutschland ausreichend Masken produziert.

Gott sei Dank hat sich aber auch die Lage auf dem Weltmarkt entspannt, so dass wir davon ausgehen, dass genügend Masken zu jedem Zeitpunkt vorhanden sein werden.

Das Ziel, in Deutschland zehn Milliarden Masken im Jahr herzustellen, werde man erreichen. Zudem rechne er nicht mit Lieferschwierigkeiten bei einigen Produkten wie im Frühjahr. Auch bei den gebräuchlichen Arzneimitteln gebe es derzeit keine Engpässe.

06:00 Uhr | Der Ticker am 25. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2020 | 06:30 Uhr