Covid-19 Coronavirus-Ticker: Moskau verhängt Ausgangssperre

Moskau verschärfgt die Ausgangsbeschränkungen, In Italien sind wieder mehr als 700 Menschen gestorben. Im abgeriegelten Jessen gab es einen Todesfall. Kleinunternehmer können ab Montag Geld abrufen. Der Papst fordert einen weltweiten Waffenstillstand. Alle Infos zur Corona-Pandemie hier im Ticker.

Leere Straße mit geschlossenen Geschäften
Moskau verhängt drastische Ausgangsbeschränkungen Bildrechte: dpa

22:31 Uhr | Nachbarschaftshilfe im längsten Wohnblock

Im längsten Wohnblock Ostdeutschlands, in Leipzig, sorgt sich ein Verein von Ehrenamtlichen um 200 Senioren. In Zeiten der Corona-Krise ist das kein einfacher Job.

21:16 Uhr | Klinikum Wolfsburg verhängt Aufnahmestopp

Das Klinikum Wolfsburg nimmt aufgrund von Corona-Infektionen bei den Mitarbeitern keine neuen Patienten mehr auf. Wie die Stadt mitteilte, werden Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Zudem seien ab sofort keine Besuche mehr erlaubt, Ausnahmen wurden gestrichen. Wolfsburg hat besonders stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen. In einem Alters- und Pflegeheim sind insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Ähnlich wie in dem Heim, in dem überwiegend Demenzkranke leben, werden auch im Klinikum die Vorsichtsmaßnahmen weiter verschärft. Das gesamte Klinikpersonal arbeitet laut Stadt "ab sofort im Vollschutz".

20:33 Uhr | Die Zahlen vom Sonntag

20:30 Uhr | In den USA steigt Zahl der Waffenverkäufe

In den USA ist mit den Zahlen der Virus-Infektionen auch die Zahl der Waffenverkäufe gestiegen.

20:11 Uhr | Moskau verhängt Ausgangssperre

Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung  verhängt die russische Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, ab Montag dürfe man die Wohnung nur unter bestimmten Umständen verlassen. Darunter fallen der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke und zum nächst gelegenen Müllcontainer. Auch Haustiere dürften nur in einem kleinen Radius um die eigene Wohnung herum ausgeführt werden.

Bereits am Sonnabend waren alle Einkaufszentren, Restaurants, Bars und größeren Parks geschlossen worden. Sobjanin reagiert damit auf weiter steigende Infektionszahlen. In der Stadt haben sich nach offiziellen Angaben bereits mehr als 1.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, für ganz Russland geben die Behörden die Zahl mit 1.500 an.

Einkaufsstraße in Moskau
Moskau verschärft seine Einschränkungen weiter Bildrechte: dpa

19:45 Uhr | Zahlen im US-Bundesstaat New York steigen dramatisch

Im US-Bundesstaat New York ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Gestorbenen um 237 auf 965 erhöht. Das teilt der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, mit. Die Zahl der Infektionen stieg um 7.195 auf 59.513. Mehr als die Hälfte davon entfällt direkt auf die Metropole New York City. Damit verzeichnet der Bundesstaat an der Ostküste fast die Hälfte aller Infizierten und auch der Todesopfer der gesamten USA. Zugleich lobte Cuomo die Vielzahl von freiwilligen Helfern. Es hätten sich mehr als 76.000 Menschen für die Unterstützung der medizinischen Dienste der Stadt gemeldet.

19:15 Uhr | Charité sorgt sich um sinkende Herzinfarktzahlen

Die Charité hat Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten gemahnt, beim Auftreten von Symptomen den Notruf zu wählen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Seit Beginn der Corona-Krise sei die Zahl dieser Patienten deutlich zurückgegangen, teilte die Berliner Universitätsklinik  mit. Das gelte offensichtlich bundesweit. Grund sei vermutlich Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zähle jedoch oft jede Minute. Die Charité versicherte, dass ungeachtet der Corona-Pandemie die Versorgung von anderen Notfall-Patienten  in den Krankenhäusern sichergestellt sei.

18:27 Uhr | Wieder Hunderte Tote in Italien

In Italien ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten am Sonntag erneut deutlich gestiegen. Wie der Zivilschutz am Abend mitteilte, erhöhte sich die Zahl der um 756 auf 10.779. Die Zahl der Neuinfektionen ging prozentual weiter zurück. Laut Zivilschutz wurden 5.217 neue Fälle registriert. Das ist ein Anstieg von 5,6 Prozent auf 97.689. Vor einer Woche lagen die Zuwachsraten noch im zweistelligen Bereich.

17:52 Uhr | Pflegeheimbewohner in Jessen gestorben

In dem unter Corona-Quarantäne stehenden Jessen im sachsen-anhaltischen Kreis Wittenberg hat es einen ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gegeben. Der Landkreis teilte mit, ein 76 Jahre alter Bewohner eines Pflegeheims sei in der Nacht zum gestorben. Der Mann habe multiple schwere Vorerkrankungen gehabt. In dem Pflegeheim sei die Zahl der Corona-Infektionen von 11 auf 19 gestiegen, zudem seien sieben Mitarbeiter erkrankt. Zwei Bewohner seien zur Beobachtung im Krankenhaus. Die zur Stadt Jessen gehörenden Ortsteile Jessen und Schweinitz stehen seit Donnerstag unter Quarantäne. Weit mehr als die Hälfte aller Infektionen des Landkreises entfallen auf die beiden Ortsteile.

17:21 Uhr | Adidas zahlt nun doch weiter Miete

Der Sportartikel-Konzern Adidas zahlt zumindest den privaten Vermietern seiner Filialen weiter Miete. Das kündigte Unternehmenschef Kasper Rorsted in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. Die meisten Geschäfte habe man aber von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten für das vorläufige Einstellen der Miete "überwiegend Verständnis gezeigt". Zuvor hatte es heftige Kritik am Vorgehen von Adidas gegeben. Von Vizekanzler Olaf Scholz über Justizministerin Christine  Lambrecht bis hin zu Verkehrsminister Andreas Scheuer hatten Mitglieder der Bundesregierung dem Unternehmen mangelhafte Solidarität in der Krise vorgeworfen.

16:25 Uhr | Kleinunternehmer können ab Montag Geld abrufen

Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige können ab Montag die von der Bundesregierung bereitgestellten Soforthilfen abrufen. Das teilten das Bundeswirtschafts- und der Bundesfinanzministerium am Sonntag mit. Bund und Länder hätten dazu eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung getroffen. Kleinunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können einmalig 9.000 Euro erhalten, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Das Geld ist vor allem dafür vorgesehen, trotz einbrechender Einnahmen weiterlaufende Zahlungsverpflichtungen etwa für die Miete von Geschäftsräumen abzudecken. Für die Auszahlung sind Behörden oder Förderbanken der Länder zuständig.

16:20 Uhr | New York: Klinik-Ausrüstung reicht noch eine Woche

Angesichts knapper werdender medizinischer Ausrüstung schlägt New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio Alarm. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur noch für eine Woche garantieren, sagte er am Sonntag dem Fernsehsender CNN. Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Material. Auch Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten. New York hat sich zum Zentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Rund ein Drittel aller landesweit nachgewiesenen Infektionen und Todesfälle stammen aus der Millionenmetropole.

16:04 Uhr | Konzept für Schutz von Pflegeheim-Bewohnern gefordert

Die Deutschen Stiftung Patientenschutz fordert bessere Konzepte, um die Menschen in Pflegeheimen vor dem Coronavirus zu schützen. Stiftungsvorstand Brysch sagte, beim Auftreten grippeähnlicher Symptome müsse ein Bewohner sofort auf das Coronavirus getestet, isoliert und verlegt werden. Gesundheitsminister Spahn müsse gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut Schutzpläne für Heime verabschieden. Nach Angaben von Brysch werden in Pflegeheimen mehr als 800.000 Bedürftige betreut. Mehr als zwei Drittel von ihnen litten unter Demenz.

15:40 Uhr | Norwegen will besseres Bild durch Zufallstest

Norwegen will mit sogenannten Zufallstests ein besseres Bild vom Ausmaß der Coronavirus-Epidemie im Land erhalten. Der norwegische Rundfunksender NRK berichtete, die Gesundheitsbehörden bereiteten sich derzeit darauf vor, auch Menschen ohne jegliche Symptome zu testen. Dadurch soll die tatsächliche Ausbreitung des Virus besser eingeschätzt werden können. Norwegen orientiert sich dabei an Island, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche waren dort nach Angaben der isländischen Regierung 12.000 der rund 360.000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind.

15:21 Uhr | Bundeswehr zieht Teil der Soldaten aus Irak ab

Wegen der Coronavirus-Pandemie zieht die Bundeswehr einen Teil der im Irak eingesetzten Soldaten ab. Das Einsatzführungskommando teilte am Sonntag im Verteidigungsausschuss des Bundestages mit, die ersten Soldaten seien in Deutschland gelandet. Verlegt würden Kräfte, die für den Grundbetrieb derzeit nicht zwingend erforderlich seien. Der Kommandeur der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS hatte angewiesen, die Ausbildung im Irak auszusetzen.

14:55 Uhr | Trotz Beschränkungen viele Ausflügler im Harz

Torfhaus im Nationalpark Harz
Ausflügler im Harz Bildrechte: imago images / Martin Wagner

Trotz der Tourismusbeschränkungen in Sachsen-Anhalt sind im Harz viele Ausflügler unterwegs. Wie die Polizei mitteilte, wurden im Ilsetal und an der Rappbodetalsperre mehrere hundert Autos und Personen überprüft. Zahlreiche Menschen seien aus umliegenden Bundesländern angereist. Die Beamten hätten mit ihnen gesprochen und Flyer verteilt.

Die Polizei in Thüringen berichtete von wenigen Regelverstößen in Gera, Erfurt und Weimar. Auch in Sachsen sprach das Lagenzentrum von einzelnen Ermahnungen. In Leipzig wurden eine Familienfeier in einer Garage und eine Zusammenkunft von 85 Menschen in einem Park aufgelöst.

14:40 Uhr | Nachbarschaftsportal verzeichnet Zulauf

Der Gründer des Nachbarschaftsportals nebenan.de, Christian Vollmann, verzeichne seit Ausbruch der Corona-Krise eine große Welle der Solidarität. Die Neuanmeldungen in seinem Portal seien um das Fünffache gestiegen, sagte Vollmann  am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Münchner Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels". Zudem seien die bereits vorhandenen rund 1,5 Millionen User dreimal aktiver als sonst.

Über das Portal können Interessierte ihre Hilfe in der Nachbarschaft anbieten. Derzeit geht es dort vor allem darum, beispielsweise Einkäufe für ältere Menschen zu organisieren. Um auch lokale Unternehmen und Geschäfte zu unterstützen, haben die Betreiber zusätzlich die Plattform kaufnebenan.de ins Leben gerufen, auf der z.B. Gutscheine für lokale Läden gekauft werden können.

14:01 Uhr | Toter bei Coronavirus-Ausbruch in Pflegeheim in Halle

In einem Altenpflegeheim in Halle sind 13 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, ein Bewohner starb am Sonntag. Das teilte Oberbürgermeister Bernd Wiegand mit. Die Bewohner hätten keine Symptome gehabt und seien getestet worden, weil am Samstag bei einer Pflegekraft der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sei. In der Diakonie-Einrichtung seien derzeit 152 Bewohner untergebracht. 55 von ihnen seien unter Quarantäne gestellt worden. Das Personal arbeite nun mit Schutzausrüstung. Wiegand betonte, der Bewohner habe schriftlich verfügt, nicht in einem Krankenhaus behandelt zu werden.

Auch in einer kleineren Pflegeeinrichtung mit 24 Bewohnern wurde laut Wiegand bei einer Pflegekraft das Coronavirus festgestellt. Alle Bewohnerinnen und Bewohner würden nun untersucht. Es gelte auch dort eine Quarantäne.

13:47 Uhr | Papst fordert weltweiten Waffenstillstand

Papst Franziskus hat zu einem weltweiten Waffenstillstand aufgerufen: Beim Angelusgebet forderte er am Sonntag im Vatikan dazu auf, "kriegerische Handlungen" angesichts der Corona-Pandemie einzustellen. Damit schloss er sich einem Appell von UN-Generalsekretär António Guterres an. In seinem Appell mahnte das katholische Kirchenoberhaupt die Schaffung von humanitären Korridoren und die Öffnung diplomatischer Kanäle an. Im Mittelpunkt der Bemühungen müssten die Menschen stehen, die besonders gefährdet seien, sagte Franziskus.

Papst Franziskus erteilt auf dem wegen der Coronavirus-Pandemie leeren Petersplatz den Sondersegen 'Urbi et Orbi'.
Papst Franziskus (klein in der Mitte) vor zwei Tagen auf dem leeren Petersplatz. Bildrechte: dpa

13:43 Uhr | Auswirkungen der Corona-Krise in der Altmark

Corona verändert den Alltag auch abseits der größeren Städten. Etwa in Cobbel, wo Spargelbauern und Schausteller um ihre Existenz bangen.

13:39 Uhr | Habeck fordert Evakuierung griechischer Flüchtlingslager

Robert Habeck
Grünen-Chef Habeck: "Andere Europäer, auch Deutschland, sollten helfen." Bildrechte: imago images / Hoch Zwei Stock/Angerer

Grünen-Chef Robert Habeck hat angesichts der Corona-Pandemie die Evakuierung der überfüllten Flüchtlingslager auf Lesbos und anderen griechischen Inseln gefordert. Die Lage der Menschen dort sei "ohnehin dramatisch", sagte Habeck der "Welt am Sonntag". Er verwies dazu auf "Überfüllung, fast keine medizinische Ausstattung, miserable Hygiene." Sollte in den Lagern das Coronavirus ausbrechen, werde dies katastrophale Folgen haben. Der Grünen-Vorsitzende rief dazu auf, die Lager so schnell wie möglich zu evakuieren. "Andere Europäer, auch Deutschland, sollten helfen." Dazu gehöre die schon zugesagte Aufnahme von Kindern.

13:35 Uhr | Als Deutsche Familie in China

In China gelten schon länger strenge Corona-Maßnahmen. Korrespondent Steffen Wurzel berichtet über das aktuelle Leben einer deutschen Familie in dem Land.

13:23 Uhr | Google gibt Werbegutschrift von 250 Millionen Dollar

Google gibt der Weltgesundheitsorganisation WHO und mehr als 100 Behörden aus verschiedenen Ländern Anzeigen-Gutschriften von 250 Millionen Dollar. Damit sollen sie ihre Informationen über die Werbeplattform des Konzerns verbreiten können. Wie viel davon an deutsche Behörden geht, war zunächst nicht bekannt.

Kleinen und mittleren Unternehmen sagte Google darüber hinaus Werbegutschriften in Höhe von 340 Millionen Dollar zu, wie Firmenchef Sundar Pichai bekanntgab. Zudem setzt der Internet-Riese einen 200 Millionen Dollar schweren Investitionsfonds auf, der kleinen Unternehmen den Zugang zu Kapital erleichtern soll.

13:15 Uhr | Elternräte kritisiert unkoordinierte Schulvorgaben

Die Kreiselternräte von Dresden, Bautzen und Görlitz haben in einem offenen Brief an das Kultusministerium unkoordinierte Schulvorgaben kritisert. Schüler würden mit analogen und digitalen Aufgabenzetteln überhäuft, Lehrer und Schulleiter nicht auf Rückfragen reagieren. Zudem hätten Eltern dem Gremium von vielen technischen Tücken berichtet und dass die Anforderungen der Schulen nicht mit den Familiensituationen arbeitender Eltern in Einklang zu bringen seien. Kinder hätten auch Angst vor schlechten Zensuren, wenn sie allein nicht klar kämen. Der Elternrat verlangte, dass das Kultusministerium auf die Probleme reagiert und über Benotungen und Versetzungsmodalitäten nachdenkt.

13:10 Uhr | Kritik an Schließung von Wochenmärkten in Sachsen

Die sächsische Linken-Agrar-Expertin Antonia Mertsching hat die Schließung der Wochenmärkte in Sachsen wegen der Corona-Epidemie kritisiert. Mertsching sagte, Wochenmärkte seien ein wichtiger Teil der Nahversorgung mit frischen und regionalen Lebensmitteln. Zugleich seien sie wichtige Absatzmärkte für die Landwirte. Die Märkte könnten jederzeit in derzeit ungenutzte Messe-, Turn- oder Lagerhallen verlegt werden. Dann seien sie praktisch nichts anderes als ein Supermarkt, in dem der Kunden-Zustrom reguliert werden könnte. Auch eine Einzäunung wäre eine Option. Die Schließung der Märkte war bereits von Landwirten und Handwerkern kritisiert worden.

12:50 Uhr | Virus breitet sich in Moskau aus

Auch in der russischen Hauptstadt Moskau steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen inzwischen rasant. Wie der Bürgermeister Sergei Sobjanin mitteilte, haben sich mehr als 1.000 Menschen infiziert. Um die Ausbreitung einzudämmen, sind Einkaufszentren, Restaurants und größere Parks seit Samstag geschlossen. Sobjanin kritisierte, dass dennoch viele Leute unterwegs gewesen seien, ohne ausreichenden Abstand zu halten.

Leere Straße mit geschlossenen Geschäften
Leere Straßen und geschlosse Gschäfte dominieren auch in Moskau. Bildrechte: dpa

12:01 Uhr | Wieder mehr als 800 Tote in Spanien

Spanien verzeichnet erneut einen traurigen Höchststand: Seit Samstag wurden dort 838 neue Tote als Folge einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Das sind noch einmal sechs Tote mehr als von Freitag auf Samstag. Insgesamt starben seit dem Ausbruch der Pandemie 6.528 Menschen an der Lungenkrankheit.

Die Zahl der Infizierten nahm um 6.549 Menschen zu – insgesamt wurden nun 78.797 positiv auf das Virus getestet. Dennoch nimmt die prozentuale Ansteckungsrate in dem Land seit Tagen ab.

Am Samstag hatte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Ab Montag sollen alle Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben.

11:30 Uhr | Viele Trennungskinder in Thüringen können Elternteile nicht mehr sehen

Viele Trennungskinder in Thüringen müssen wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auf Kontakt zu Vater oder Mutter verzichten. Das ergab eine Umfrage von MDR THÜRINGEN unter den Jugendämtern der kreisfreien Städte.

11:19 Uhr | Kreuzfahrtschiff-Passagiere werden aus Australien ausgeflogen

Rund 800 überwiegend aus Deutschland stammende Passagiere des Kreuzfahrtschiffes "Artania" werden von Australien nach Frankfurt geflogen. Das sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Condor der Nachrichtenagentur AFP. Die "Artania" war eines von drei Kreuzfahrtschiffen, denen die australischen Behörden aus Furcht vor einem weiteren Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Land das Anlegen zunächst verweigert hatte. Am Freitag durfte das Schiff schließlich doch anlegen.

Nach Angaben des australischen Gesundheitsministeriums wurden zwölf Passagiere der "Artania" positiv auf das Virus getestet. Mindestens neun wurden zur Behandlung in Krankenhäuser in Perth gebracht.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen
Das Kreuzfahrtschiff "Artania" im Hafen der australischen Stadt Perth. Bildrechte: imago images / AAP

11:03 Uhr | Johnson stimmt Briten auf schwere Zeiten ein

Der britische Premierminister Boris Johnson führt den Vorsitz bei der morgendlichen Treffen zum Coronavirus (Covid-19) von der Downing Street Nr. 11 aus.
Der per Video zugeschaltete Johnson bei einem morgendlichen Treffen der Regierung zur Corona-Lage. Bildrechte: dpa

Der britische Premier Boris Johnson hat seine Landsleute in einem Brief auf schwere Zeiten eingestimmt. Dort schrieb er, es sei wichtig, offen und ehrlich zu sein. Man wisse, dass sich die Lage verschlechtere, bevor es besser werde. Johnson schloss noch schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit nicht aus. "In dieser Zeit des nationalen Notstands appelliere ich dringend an Sie: Bitte, bleiben Sie zuhause, schützen Sie den (nationalen Gesundheitsdienst) NHS und retten Sie Leben."

In Großbritannien gibt es derzeit 17.300 bestätigte Fälle. Die Zahl der Toten stieg auf rund 1.020. Johnson ist selbst mit dem Coronavirus infiziert und in häuslicher Quarantäne.

10:59 Uhr | Staus zu Ostern an der deutsch-polnischen Grenze erwartet

Seit Freitag gelten in Polen verschärfte Einreiseregeln. Auch Pendler sind betroffen. Nach dem Mega-Stau Mitte März drohen Ostern erneut kilometerlange Staus an den Grenzübergängen. Vor Ort werden bereits Notfalpläne geschmiedet.

10:45 Uhr | Corona-Lage in Mitteldeutschland

Die Kolleginnen und Kollegen in den Landesfunkhäusern berichten wie gewohnt in eigenen Tickern und Newsblogs über die Entwicklungen:

10:38 Uhr | Viel Arbeit für Lebensmittelbranche

Viele Lebensmittelbetriebe arbeiten auf Hochtouren – mangelnde Schutzausrüstung ist aber ein Problem.

10:29 Uhr | Autoexperte sieht 100.000 Arbeitsplätze bedroht

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht durch die Corona-Krise zehntausende Arbeitsplätze in der Auto-Branche bedroht. Das geht laut Deutscher Presseagentur aus einer Studie Dudenöffers hervor. Dudenhöffer zufolge ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage in Deutschland in diesem Jahr um 15 Prozent einbricht, in China um 20 Prozent und in den USA um 25 Prozent.

Dudenhöffer sagte, Kurzarbeitergeld werde nur kurze Zeiten überbrücken. Kein Unternehmen könne ungenutzte Produktionskapazität lange vorhalten. In Europa und den USA spreche wenig für einen Wachstums-Boom nach der Krise. Deshalb seien 100.000 der derzeit 830.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern gefährdet.

10:22 Uhr | Einreisende in Südkorea müssen in Quarantäne

Südkorea schickt alle Einreisenden ab Mittwoch kommender Woche für zwei Wochen in Quarantäne. Das kündigte Ministerpräsident Chung Sye-kyun an. Die Maßnahme betreffe nicht nur Ausländer, sondern auch Südkoreaner. Für Reisende aus einigen Ländern, wie etwa den USA, gilt eine solche Regelung schon.

Am Sonntag meldete die südkoreanische Gesundheitsbehörde 105 neue Fälle, davon seien 41 Fälle eingeschleppt. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten in dem Land nun bei 9.583. Südkorea war anfangs besonders stark von dem Virus betroffen, konnte die Infektionen aber eindämmen.

Passagiere aus Europa werden in einer Teststation außerhalb des internationalen Flughafens Incheon nach ihrer Ankunft auf Covid-19 getestet.
Passagiere aus Europa werden in einer Teststation außerhalb eines Flughafens in Südkorea nach ihrer Ankunft auf Covid-19 getestet. Bildrechte: dpa

09:13 Uhr | Wieler: Müssen damit rechnen, dass Kapazitäten nicht ausreichen

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, schließt kritische Zustände wie in anderen Ländern nicht aus. "Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

Wie die derzeitigen Beschränkungen wieder zurückgenommen würden, sei eine Entscheidung der Politik. "Neben medizinischen und epidemiologischen Aspekten werden auch ökonomische und kulturelle Aspekte berücksichtigt werden", sagte Wieler. Nicht alles werde gleichzeitig hochgefahren werden.

Der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Uwe Janssens, sieht dagegen gute Chancen, dass Deutschland besser durch die Corona-Krise kommt als andere westliche Länder. Er betonte am Abend im ZDF, die deutschen Kliniken seien gut vorbereitet.

08:59 Uhr | Brasilianisches Gericht stoppt Bolsonaro

Jair Bolsonaro
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hatte gesagt: "Der Brasilianer sollte ein Studienfach sein, er wird nie krank." Bildrechte: dpa

In Brasilien hat ein Gericht eine Kampagne der rechten Regierung um Präsident Jair Bolsonaro gekippt. Die Regierung müsse die Kampagne "Brasilien darf nicht stillstehen" stoppen. Die Richter ordneten zudem an, dass Regierungsvertreter und mit ihnen in Verbindung stehende Menschen es unterlassen müssen, Informationen zum Coronavirus ohne wissenschaftliche Grundlage zu verbreiten oder "agitatorisch" einzusetzen.

In der Kampagne werden Empfehlungen gegen Ausgansbeschränkungen verbreitet. Bolsonaro hatte ein Video der Kampagne bei Facebook geteilt und zudem ein Video verbreitet, das einen Autokorso zeigte, dessen Teilnehmer die Wiedereröffnung von Geschäften und Schulen im südlichen Bundesstaat Santa Catarina bejubelten.

08:54 Uhr | Gropp: "Corona darf die Globalisierung nicht stoppen"

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, hat im Interview mit MDR AKTUELL Euro-Bonds gefordert – und ein Ausstiegsszenario aus dem Shutdown angemahnt.

08:43 Uhr | FDP will immunisierte Menschen per App erfassen

Kommt bald eine App, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen? FDP-Fraktionsvize Frank Sitta sprach sich im "Handelsblatt" dafür aus und sagte, die Bürger sollten diese App freiwillig auf ihrem Handy installieren können. Wesentlich werde dabei die Erfassung von bereits immunen Personen sein. Diese könnten sich zum Beispiel über ihr Handy ausweisen und sich in sensibleren Gebieten frei bewegen. Sitta forderte Gesundheitsminister Spahn auf, solche Lösungen auf den Tisch zu legen.

Auch Grünen-Chef Robert Habeck hält den Einsatz einer solchen App für vertretbar. Entscheidend sei die Freiwilligkeit.

08:37 Uhr | Kirchen gehen digitale Wege

Gottesdienste online: In Zeiten von Corona gehen auch Kirchen neue Wege – ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt.

08:25 Uhr | Intensivmediziner sehen deutsche Krankenhäuser gut gerüstet

Porträt von Prof. Uwe Janssens: Mann mit kurzen, grauen Haaren, ohne Bart und Brille, mit weißem Kittel. Hintergrund gelblich, unscharf mit Muster und Dreiecken.
Prof. Uwe Janssens sieht die deutschen Kliniken insgesamt gut aufgestellt. Bildrechte: MDR/Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)

Die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sieht gute Chancen dafür, dass Deutschland besser durch die Corona-Krise kommt als andere westliche Länder. Verbandspräsident Uwe Janssens betonte am Abend im ZDF, die deutschen Kliniken seien gut vorbereitet. Sie verfügten über eine ausreichende Zahl von Intensivbetten und hervorragend ausgebildetes Personal. Diese Grundstruktur sei ein Riesenvorteil im Vergleich zu Italien, Spanien oder den USA. Schwierigkeiten sieht Janssens nach wie vor bei der Beschaffung medizinischer Schutzausrüstungen. Angekündigte Hilfen von Bund und Ländern kämen oft nicht an.

07:22 Uhr | Über 50.000 Infizierte in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Sonntag neue Zahlen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland bekannt gegeben: Demnach wurden inzwischen 52.547 Infizierte an das Institut gemeldet. Das sind 3.965 mehr als am Tag zuvor – dennoch ist der Anstieg geringer als in den Tag zuvor. Allerdings könnte das auch mit dem Meldeverzug über das Wochenende zusammen hängen.

Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg auf 389 – das sind 64 mehr als am Tag zuvor.

07:18 Uhr | Schutzausrüstung auf Flughafen Leipzig/Halle eingetroffen

Der Flughafen Leipzig/Halle gilt mit seinem jährlichen Frachtaufkommen als gewichtiger Cargo-Hub in Europa für Waren aus China. Am Samstag traf dort ein Flieger mit Schutzausrüstung aus China ein.

07:14 Uhr | Diskussion um Exit-Strategie

Trotz steigender Infektionszahlen wird in Deutschland weiter über Ausstiegsszenarien von den Corona-Maßnahmen debattiert: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte angesichts von Forderungen nach Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote: "Ich rate allen dringend davon ab, eine Lockerung an wirtschaftliche Fragen zu knüpfen." Es gehe um Leben und Tod.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb dagegen in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag": "Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch." Jetzt sei die Zeit, Maßstäbe für die Rückkehr ins soziale und öffentliche Leben zu entwickeln, "damit auch diese Entscheidung anhand transparenter Kriterien erfolgt." Ende April, nach Ostern sei der Zeitpunkt, wo das untersucht werden solle. "Und bis dahin muss sich jeder an die Regeln halten."

FDP-Chef Christian Lindner hatte bereits eine Exit-Strategie gefordert und legte nun nach: "Der jetzige Zustand darf keinen Tag länger dauern, als es medizinisch geboten ist", sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

06:55 Uhr | Viele Anträge auf sächsisches Darlehensprogramm

In Sachsen haben bereits 6.100 Unternehmen Unterstützung aus dem Corona-Hilfsprogramm "Sachsen hilft sofort" beantragt. Landeswirtschaftsminister Martin Dulig sagte MDR AKTUELL, die Sächsische Aufbaubank habe bereits 300 Anträge bewilligt. Die bisherigen Hilfen hätten ein Volumen von 11,7 Millionen Euro.

Dulig kündigte zudem ein Zuschussprogramm für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigen an. Details nannte er nicht. Im Gegensatz zu Krediten müssen Unternehmen Zuschüsse nicht zurückzahlen. Sachsen-Anhalt und Thüringen bieten solche Förderprogramme schon an.

06:47 Uhr | Trump: Keine Quarantäne für New York nötig

US-Präsident Donald Trump stellt New York doch nicht unter Quarantäne. Entgegen vorherigen Äußerungen teilte er in der Nacht bei Twitter mit, eine solche Maßnahme sei nicht nötig. In Absprache mit den Gouverneuren solle es stattdessen Reisebeschränkungen für die Einwohner der Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut geben.

Die nationale Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, die Menschen sollten ab sofort alle nicht notwendigen Inlandsreisen unterlassen. Das gelte zunächst für 14 Tage. Ausgenommen seien Beschäftigte von systemrelevanten Bereichen wie Gesundheitseinrichtungen, Lebensmittelmärkten oder Finanzdienstleistern. New York und die beiden Nachbarstaaten sind besonders von der Corona-Pandemie in den USA betroffen.

Ein Mann patroulliert auf dem leeren Times Square
Ein Mann patroulliert auf dem leeren Times Square in New Yorrk, die Stadt ist besonders schwer vom Virus betroffen. Bildrechte: dpa

06:43 Uhr | Scholz will Bonuszahlungen steuerfrei stellen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will Bonuszahlungen für Beschäftigte in der Corona-Krise von der Steuer befreien. Der SPD-Politiker sagte "Bild am Sonntag", viele Arbeitgeber hätten bereits Sonderzahlungen für den Einsatz ihrer Mitarbeiter unter den erschwerten Bedingungen angekündigt. Am Montag werde er die Anweisung erlassen, dass solche Zulagen bis zu einer Grenze von 1.500 Euro komplett steuerfrei seien.

Laut Scholz will die Regierung damit das Engagement vieler Arbeitnehmer honorieren, etwa in Supermärkten, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der Transportbranche.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. März 2020 | 00:00 Uhr