Coronavirus-Ticker 26. April: Sachsen und Sachsen-Anhalt für weitere Lockerungen

In Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen ab 4. Mai Museen, Bibliotheken und Ausstellungen wieder öffnen. In Sachsen-Anhalt sollen außerdem wieder Gottesdienste und in Sachsen Zoobesuche möglich sein. Außerdem plädieren die Regierungschefs der beiden Länder für eine Abkehr von der 800-Quadratmeter-Regel bei Geschäften. Auch Italien lockert seine Corona-Beschränkungen. Bundestagspräsident Schäuble sorgt sich um die Stimmung in der deutschen Bevölkerung.

Michael Kretschmer (CDU, l.), Ministerpräsident von Sachsen, und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, während einer Pressekonferenz im Bergzoo in Halle/Saale
Kretschmer und Haseloff haben für die nächste Runde der Läbderchefs ein gemeinsames Vorgehen vereinbart. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Montag.

21:54 Uhr | Spahn: Mehrere Wochen bis zur Corona-App

Die Entwicklung einer Corona-App, mit der die Kontakte von Infizierten nachverfolgt werden können, kann nach nach Auffassung von Gesundheitsminister Jens Spahn noch mehrere Wochen dauern. Der CDU-Politiker begründete das in den ARD-"Tagesthemen" mit der besonderen Wichtigkeit von Datensicherheit und Datenschutz. Die App dürfe nicht gehackt werden können. Außerdem müsse es klare Regeln geben, wer worauf Zugriff habe. Entgegen Spahns ursprünglichem Plan einer App mit zentraler Datenspeicherung, strebt die Bundesregierung nun eine Tracing-App an, bei der die Daten dezentral nur auf den Mobilgeräten gespeichert werden sollen. Den Kurswechsel erklärte der Gesundheitsminister damit, dass die dezentrale App eine "deutlich höhere Akzeptanz" habe.

21:30 Uhr | Laschet fordert Nachdenken über Lockdown-Schäden

In der Debatte um mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet dafür ausgesprochen, alle Seiten der Krise zu betrachten. Im ARD-"Bericht aus Berlin" sagte der CDU-Politiker: "Dazu gehört auch, dass man auch mal denkt, welche Schäden richten wir eigentlich an durch den Lockdown."

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement ab.
Laschet: "Welche Schäden richten wir eigentlich an durch den Lockdown." Bildrechte: dpa

Laschet unterstützte den Vorstoß von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der gefordert hatte, nicht jede Entscheidung dem Schutz von Leben unterzuordnen. "Wir müssen, so wie Wolfgang Schäuble das sagt, viel umfassender diskutieren und nicht jeden Tag nur auf die Infektionszahlen gucken." So müssten auch beim Gesundheitssystem die Kosten im Blick behalten werden. "Wir müssen auch wissen, wenn Menschen jetzt depressiv werden, wenn Suizide steigen würden, wenn das Gesundheitssystem danach nicht mehr finanzierbar ist, weil der Staat sich übernimmt, wird das auch Leben gefährden."

20:59 Uhr | Italien lockert Corona-Beschränkungen

Italien lockert ab dem 4. Mai eine Reihe von Corona-Beschränkungen. Wie Ministerpräsident Giuseppe Conte bei der Vorstellung eines Gesamtplans zur schrittweisen Öffnung des Landes ankündigte, sollen den Bürgern unter anderem wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region erlaubt werden. Einzelhändler sollen demnach ab dem 18. Mai wieder öffnen dürfen. Friseure können ab dem 1. Juni ihre Arbeit wieder aufnehmen.

20:48 Uhr | 300 Millionen Euro für Anti-Corona-Kampf in armen Ländern

Deutschland stellt 300 Millionen Euro für den Kampf gegen das Corona-Virus in armen Ländern bereit. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, leistet die Bundesrepublik damit einen erheblichen Beitrag zum globalen Hilfsaufruf der Vereinten Nationen. Die UNO hatte die Kosten für zusätzliche humanitäre Hilfe in der COVID-Krise auf rund zwei Milliarden US-Dollar beziffert und an die Industrieländer und weitere Geber appelliert, dieses Geld bereitzustellen. Damit soll die gefährliche Atemwegserkrankung Covid-19 in 51 Ländern in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien eingedämmt werden.

19:43 Uhr | Wieder Gottesdienste in Sachsen-Anhalt ab Mai

Sachsen-Anhalt will ab Anfang Mai unter Auflagen wieder Gottesdienste zulassen. Darauf hat sich nach Angaben von Ministerpräsident Reiner Haseloff die schwarz-rot-grüne Landesregierung verständigt. Details sollen nach Angaben des CDU-Politikers bei einer Sitzung am 2. Mai festgelegt werden. Voraussetzung für die Zulassung von Gottesdiensten sei, dass die Religionsgemeinschaften vorab Schutzkonzepte vorlegten und vom Land genehmigen ließen. In Sachsen sind seit 20. April wieder Gottesdienste für maximal 15 Gläubige möglich. Haseloff kündigte an, dass auch Sachsen seine Regelungen für Gottesdienste anpassen könnte.

19:28 Uhr | Lockerungen in Schweiz, Tschechien, Kroatien und Norwegen

Die Schweiz, Tschechien und andere europäische Länder lockern ab Montag ihre Auflagen in der Coronavirus-Krise. In der Schweiz öffnen zu Wochenbeginn wieder Bau- und Gartenmärkte sowie Friseurläden. Tschechien lässt Geschäftsreisende aus der EU wieder ins Land. Sie können sich dort aber nur 72 Stunden aufhalten und müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. In Kroatien öffnen kleinere Geschäfte sowie Museen und Bibliotheken. In Norwegen geht der Unterricht an Grundschulen wieder los. Grund sind sinkende Infektionszahlen in den Ländern. Europa bleibt aber mit mehr als 122.000 Todesfällen der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent.

19:13 Uhr | Laschet dämpft Erwartungen an nächste Corona-Runde

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Erwartungen an das nächste Gespräch der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kampf gegen die Corona-Epidemie gedämpft. "Ich glaube, dass wir am Donnerstag keine neuen fundamentalen Entscheidungen haben werden", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin". Es sei verabredet gewesen, dass man nach den ersten Lockerungsmaßnahmen zwei Wochen abwarte. Man werde vor allem über Kinder und Jugendliche sprechen, über Amateursport, über Spielplätze sowie den Umgang mit Gottesdiensten.

17:25 Uhr | Auch Museen und Bibliotheken sollen wieder öffnen

In Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen nach den Ankündigungen der beiden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Reiner Haseloff ab dem 4. Mai auch Museen, Bibliotheken und Ausstellungsräume wieder öffnen können. Basis für die Wiederöffnung sei ein Schutzkonzept des Museumsverbands, mit dem etwa die Hygiene in den sanitären Anlagen angepasst wird und Besucherkonzentrationen vor einzelnen Exponaten vermieden werden sollen.

17:05 Uhr | Kretschmer und Haseloff für weitere Lockerungen

26.04.2020, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Reiner Haseloff (CDU, l.), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, unterhalten sich nach einer Pressekonferenz im Bergzoo in Halle/Saale vor der Pinguin-Anlage.
Haseloff und Kretschmer vor der Pinguin-Anlage im Bergzoo Halle. Bildrechte: dpa

Die Regierungschefs von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Kretschmer und Haseloff, wollen bei der Wiedereröffnung von Geschäften von der derzeitigen 800-Quadratmeter-Regel abrücken. Das haben die beiden CDU-Politiker bei ihrem Treffen in Halle vereinbart. Demnach sollten größere Geschäfte öffnen können, wenn sie Konzepte zur Steuerung der Besucherströme haben. Man müsse über Quadratmeter pro Kunde und einen kontrollierten Zugang reden, sagte Haseloff.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer regte zudem an, über schrittweise Lockerungen für die Gastronomie nachzudenken, zum Beispiel indem man erst Außenbereiche öffne. Als Termin peile er dafür einen Zeitraum zwischen Himmelfahrt und Pfingsten an, sagte Kretschmer. Mit ihren gemeinsamen Forderungen wollen Kretschmer und Haseloff am 6. Mai in die gemeinsamen Gespräche mit den anderen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel gehen.

16:16 Uhr | China-Schutzmasken in Leipzig/Halle gelandet

Am Flughafen Leipzig/Halle ist eine Transportmaschine Antonow 124 mit einer ersten Lieferung von Millionen Schutzmasken aus China eingetroffen. Eine Sprecherin des Landeskommandos Sachsen der Bundeswehr bestätigte die Landung des Flugzeugs in den Morgenstunden. Am Montag wird eine weitere Lieferung in Leipzig/Halle erwartet. Diese wird mit einer Antonow 225 erfolgen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will sich von der Ankunft des weltgrößten Frachtflugzeugs dann selbst ein Bild machen. Mit einer "Luftbrücke" aus insgesamt drei Flügen will die Bundeswehr rund 25 Millionen Schutzmasken nach Deutschland fliegen. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise.

16:00 Uhr | Halle erwägt Öffnung von großen Läden

In Halle könnten schon bald Geschäfte öffnen, deren Fläche größer ist als 800 Quadratmeter. Die Stadt prüft, ob sie Ausnahmen von der Corona-Verordnung des Landes dulden kann. Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte, man werde sich am Montag zunächst die Schutzkonzepte eines Elektronikmarktes und eines Modehändlers ansehen. In beiden Läden soll die Verkaufsfläche demnach optisch auf 800 Quadratmeter begrenzt werden. Geplant sind außerdem Abstands- und Hygieneregeln. Wiegand zufolge würde die Stadt bei einer Öffnung nicht gegen die Landesregeln verstoßen. Die Öffnung werde nicht genehmigt, sondern mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit der Anordnungen geduldet.

15:32 Uhr | Baden-Württemberg weitet Corona-Tests aus

Baden-Württemberg will künftig deutlich mehr Menschen auf das neuartige Corona-Virus testen als vom Robert-Koch-Institut empfohlen. Wie die Landesregierung in Stuttgart mitteilte, sollen auch Menschen ohne Symptome getestet werden. Dies gelte vorrangig für das Personal von Kliniken, Alten- und Pflegeheimen. Auch symptomfreie Personen mit Kontakten zu Infizierten sollen demnach getestet werden. Geplant seien über 160.000 Tests pro Woche. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte, man wolle unbedingt verhindern, dass die Fallzahlen wieder stark ansteigen. Die Ausweitung der Tests sei eine sehr wirksamen Methode, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Für die zusätzlichen Kosten will das Land Baden-Württemberg zunächst selbst aufkommen.

15:17 Uhr | Zoos in Sachsen sollen zum 4. Mai öffnen

Zoos und botanische Gärten in Sachsen sollen ab 4. Mai wieder öffnen können. Das hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt. Der CDU-Politiker sagte nach einem Treffen mit seinem sachsen-anhaltischen Amtskollegen Reiner Haseloff (CDU) in Halle, Details zur Wiedereröffnung müssten noch festgelegt werden. Klar sei, dass sich keine langen Schlangen bilden dürften und die Besucherzahlen begrenzt werden müssten.

In Sachsen-Anhalt sind die Zoos bereits seit Donnerstag unter ähnlichen Voraussetzungen wieder geöffnet. Wichtig sei, dass man Kontaktketten nachvollziehen könne, sagte Kretschmer. Im Bergzoo in Halle müssten die Besucher deswegen online oder am Abend vorher Zeitkarten vorbuchen, die nur in dem vorgegebenen Fenster genutzt werden dürfen.

14:07 Uhr | Tiere auf niederländischen Nerzfarmen infiziert

In zwei niederländischen Nerzfarmen sind Tiere positiv auf die Lungenkrankheit Covid-19 getestet worden. Das niederländische Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass Mitarbeiter der beiden Betriebe zunächst Symptome gezeigt hätten. Man gehe von einer Mensch-auf-Tier-Infektion aus. Rund um die Farmen sollen zur Vorsicht Straßen abgesperrt werden. Schon zuvor waren einzelne Fälle von infizierten Tieren bekannt geworden, etwa bei Hauskatzen und einigen Tigern und Löwen in US-amerikanischen Zoos.

13:38 Uhr | Lufthansa in Gesprächen zu möglichen Staatshilfen

Die Lufthansa verhandelt mit mehreren Staaten über mögliche staatliche Unterstützungen, nachdem sie durch die Corona-Krise in finanzielle Nöte gekommen ist. Laut einer Lufthansa-Sprecherin befindet sich der Konzern mit den Regierungen "seiner Heimatländer" Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien "in intensiven und konstruktiven Gesprächen". Dabei gehe es um "Finanzierungsinstrumente, um kurzfristig eine nachhaltige Sicherung der Solvenz zu erreichen".

Die Koalition ist uneins, wie eine Unterstützung des Konzerns gestaltet werden könnte. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sieht eine stille Beteiligung des Staates kritisch. Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann wiederum lehnte eine Unterstützung, bei der der Bund Mitsprachrecht bekäme, ab.

12:21 Uhr | Italien: Schulen bleiben bis September geschlossen

Italien lässt seine Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie noch bis September geschlossen. In einem Interview mit der Zeitung "La Repubblica" begründete Regierungschef Giuseppe Conte dies mit dem hohen Ansteckungsrisiko. "Die Gesundheit unserer Kinder steht auf dem Spiel", sagte er.

"In allen Szenarien" hätte ein Expertenkomitee das Risiko einer Öffnung der Schulen vor September als zu hoch bewertet. Die Schulen in Italien sind seit März geschlossen. Insgesamt müssen die Schüler nun ein halbes Jahr zu Hause bleiben.

11:58 Uhr | Heil plant Gesetz zum Recht auf Homeoffice

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will im Herbst ein Gesetz zum Recht auf Homeoffice vorlegen. Der "Bild am Sonntag" sagte der SPD-Politiker, "Jeder der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist."

Vorsichtigen Schätzungen zufolge sei die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice von zwölf auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen. Das entspricht laut Heil etwa acht Millionen Männern und Frauen. Sie sollten auch in Zukunft im Homeoffice arbeiten können.

11:40 Uhr | Coronakrise beschert Arbeitsgerichten mehr Arbeit

Viele Arbeitsgerichte in Deutschland verzeichnen laut dem Präsidenten des Bundesverbandes Helmut Nause eine steigende Anzahl von Klagen. Meist ginge es um corona-bedingte Kündigungen und Kurzarbeitsregeln. Nause geht davon aus, dass die Fälle zügig bearbeitet würden. Vor der Pandemie sei die Belastung der Arbeitsgerichte wegen der Konjunktur eher normal gewesen. Daher gebe es keinen großen Rückstau.

Sachsen-Anhalts Linke ist jedoch skeptisch. Fraktions-Vizechefin Eva von Angern sagte, an den Arbeitsgerichten im Land gebe es nicht genügend Richterinnen und Richter. Das Problem sei über Jahre aufgebaut worden, so dass man ohnehin schon längere Verfahrensdauern habe .

11:18 Uhr | Wuhan: Keine Corona-Patienten mehr in Krankenhäusern

In der chinesischen Großstadt Wuhan liegt nach Angaben der Behörden kein Corona-Patient mehr im Krankenhaus. Ein Sprecher der nationalen Gesundheitskommission teilte mit, dass alle Corona-Patienten in Wuhan entlassen worden seien.

Die Virus-Pandemie hatte sich von Wuhan aus ausgebreitet. Insgesamt waren aus der Stadt 46.452 Fälle gemeldet worden, was 56 Prozent aller Fälle in China entspricht. 3.869 Menschen starben nach offiziellen Angaben in Wuhan, das sind 84 Prozent aller Todesfälle in China.

10:56 Uhr | Corona-Krise erhöht Suchtrisiko

Der Fachverband Glücksspielsucht und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen warnen vor einem erhöhten Risiko für Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Online-Spielsucht. Christina Rummel von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen erklärte, dass vielen Menschen eine Tagesstruktur fehle, sie seien isoliert und in Sorge um ihre Zukunft. Die Leute versuchten sich mit Alkohol zu entspannen. Vielen sei nicht bewusst, dass das Trinken zur Gewohnheit werden könne. Dabei steige die Dosis, um „besser drauf zu sein“. So drohe eine Alkohol-Abhängigkeit. Für Suchtkranke sei die Gefahr in Stresslagen besonders groß, in alte Muster zu verfallen.

Manche Spielsüchtige könnten zudem, angesichts der geschlossenen Kneipen mit aufgestellten Spielautomaten nun das Medium wechseln und online um Geld zocken, meinte Rummel.

09:50 Uhr | Halles Oberbürgermeister für Einzelfallentscheidungen bei Gaststätten-Öffnung

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat sich dafür ausgesprochen, die Kommunen und Landkreise über die Lockerung der Corona-Maßnahmen entscheiden zu lassen. In der täglichen Videokonferenz der Stadt schlug er vor, dass das Land zwar Kriterien schaffe, diese dann aber vor Ort den Gegebenheiten angepasst werden könnten.

Er kritisierte vor allem einheitliche Vorgaben für einzelne Branchen wie in der Gastronomie. Es müsse nicht pauschal sondern nach Einzelfällen entschieden werden.

09:50 Uhr | Regierung will App nun doch mit dezentraler Speicherung

Die Bundesregierung hat sich nun doch bei der Corona-Warn-App für eine dezentrale Speicherung entschieden. Das bestätigten Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Sonntag in Berlin. "Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet", erklärten Braun und Spahn.

Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass Handys durch Bluetooth-Funk erfassen können, mit wem jemand Kontakt hatte. Das Speichern der Informationen sollte zwar ausschließlich lokal auf dem Smartphone und durch zufällig generierte Identifikationsnummern vollkommen anonym erfolgen. Doch im Falle einer Infektion mit dem Corona-Virus sollte der Besitzer alle Kontakte in der gespeicherten Liste informieren. Bei der dezentralen Speicherung erfahren die Nutzer nur, dass sie mit einem Covid-19-Infizierten in Kontakt waren. Jedoch nicht mit wem, wann und wo.

09:33 Uhr | Lohnersatzleistung für Eltern soll verlängert werden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat angekündigt, die Lohnersatzleistung für Eltern, die während der Corona-Krise zur Betreuung ihrer Kinder zu Hause bleiben müssen, zu verlängern. Der "Bild am Sonntag" sagte Heil, Eltern müssten Sicherheit haben, deshalb würde eine Anschlussregelung geschaffen. Die bisherige Regelung läuft Mitte Mai ab.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sicherte in der Zeitung zu, dass es auch für Angestellte, die nach Kontakt mit einem Infizierten für zwei Wochen in häusliche Quarantäne müssten, eine Regelung für die Lohnfortzahlung geben soll.

09:18 Uhr | Studie: Welche Rolle spielen Kinder bei der Corona-Übertragung?

Am Universitätsklinikum Ulm startet am Montag eine Studie, die die Rolle von Kindern bei der Ausbreitung des Coronavirus untersuchen soll. Weitere Universitätskliniken in Baden-Württemberg wollen später ebenfalls an der Untersuchung mitwirken. Mit der Untersuchung soll geklärt werden, wie viele Kinder sich infiziert haben und wie die Situation bei den Eltern ist.

Die Ergebnisse könnten Hinweise darauf liefern, ob Schul- und Kitaschließungen notwendig sind und wie sich die Notbetreuungen auf die Übertragungswege auswirken. Bislang lieferten vorangegangene Studien widersprüchliche Aussagen. Während eine chinesische Untersuchung zu dem Schluss kam, Kinder seien ebenso wie Erwachsene am Übertragungsgeschehen beteiligt, zeigte eine isländische Studie, dass Kinder keine Rolle bei Corona spielten.

08:55 Uhr | Nachschub an medizinischen Masken weiter schwierig

Die Nachfrage nach medizinischen Masken übersteigt weiterhin das Angebot. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Laut dem Apothekerverband geht die hohe Nachfrage auf die in Teilen der Öffentlichkeit geltende Maskenpflicht zurück. Die Zahl der Hersteller nehme aber zu, die Situation dürfte sich "perspektivisch weiter verbessern".

Der Markt ist laut dem Bericht mittlerweile so chaotisch, dass auch Analysten den Überblick verloren haben. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Masken ohne sogenannte Pharmazentralnummer verkauft würden. So können Sie von den Herstellern nicht mehr verfolgt werden. Der Mangel betrifft in erster Linie Verbraucher. Medizinisches Personal wird mit Masken von der Bundesregierung versorgt. Bei der Maskenpflicht können Verbraucher auch auf sogenannte Community-Masken, also beispielsweise selbstgenähte Exemplare, zurückgreifen.

08:24 Uhr | Lehrerverband schlägt Schichtmodell für Schulen vor

Der Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat die Wiedereröffnung der Schulen mit einem Schichtmodell vorgeschlagen. Die Klassen könnten geteilt werden und abwechselnd für eine Woche den Unterricht in der Schule besuchen. Für die jeweils andere Woche könnten die Schüler Aufgaben für zu Hause erhalten.

Nach Meidingers Ansicht wäre das ein praktikables Modell, um den Mindestabstand einzuhalten. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Die Politik wäre auf der Grundlage dieses Modells in der Lage, einen schrittweisen, nach Klassenstufen gestaffelten Zeitplan der Rückkehr von Schülern in den Präsenzunterricht vorzulegen, der es vermutlich allen Schülern ermöglicht, noch in diesem Schuljahr in die Schulen zurückzukehren." Der Plan der Länder sieht derzeit eine Rückkehr der Schüler, gestaffelt nach anstehenden Prüfungen, vor.

08:06 Uhr |Johnson will Amtsgeschäfte wieder aufnehmen

Der britische Premierminister Boris Johnson will nach seiner Covid-19-Erkrankung seine Amtsgeschäfte am Montag wieder aufnehmen. Nachdem er sich die vergangenen Wochen auf seinem Landsitz Chequers von der Lungenkrankheit erholt habe, kehre er in den Regierungssitz Downing Street zurück, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Johnson hatte wegen seiner Erkrankung eine Woche im Krankenhaus behandelt werden müssen. Drei Tage verbrachte er sogar auf der Intensivstation. Die britische Regierung steht wegen ihrer Reaktion auf die Corona-Pandemie in der Kritik. Unter anderem fehlt es an Schutzausrüstung für medizinisches Personal. Am Samstag überstieg die Zahl der an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen erstmals 20.000.

07:50 Uhr | Bundesjustizministerin lehnt Ärzte-Forderung ab

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht lehnt die Forderung von Ärzten nach einer rechtlichen Absicherung der Triage ab. Bei einer Triage geht es um die Frage, welcher Patient überlebensnotwendige medizinische Ressourcen erhält, wenn sie nicht für alle ausreichend vorhanden sind. Lambrecht verwies in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz.

Das Gericht habe dort festgelegt, "dass jedes Leben gleich schützenswert ist und dass es nicht gegen ein anderes Leben abgewogen werden darf." Der Gesetzgeber komme hier an Grenzen. Die Entscheidung könne allein von Ärzten nach medizinischen Erwägungen getroffen werden.

07:28 Uhr | Thüringen plant Hilfsprogramm für Kommunen

Thüringen plant einen Schutzschirm für seine Kommunen. Der Vorsitzende der Thüringer SPD-Landtagsfraktion Matthias Hey sagte der Deutschen Presse-Agentur, an entsprechenden Regelungen werde derzeit gearbeitet. Der Feinschliff solle in dieser Woche erfolgen. Damit soll laut Hey verhindert werden, dass die Einbrüche bei der Gewerbesteuer dazu führen, dass die Kommunen vor allem bei ihren freiwilligen Leistungen sparen müssen.

07:06 Uhr |Verband fordert Direktzahlungen für Busunternehmen

Der Bundesverband Deutscher Busunternehmen fordert Direktzahlungen statt Kredite. Wie Sprecher Christian Wahl erklärte, sorgten die Verzinsungen für schwierige Bedingungen, wenn wie bisher wochenlang gar keine Einnahmen da seien. "Dann ist einfach die Rückzahlung von Krediten nicht vorstellbar. Es verlagert das Problem in die Zukunft."

Laut einer verbandsinternen Umfrage war die Lage bereits Anfang April für mehr als 80 Prozent der Unternehmen existenzbedrohend. Laut Wahl können besonders kleine und mittlere Busunternehmen ohne Rücklagen diese Krise nicht lange durchhalten.

06:50 Uhr |Regierung bestätigt versuchte Einflussnahme aus China

Die Bundesregierung hat laut eines Medienberichts die versuchte Einflussnahme Chinas auf deutsche Beamte in der Coronakrise bestätigt. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, erklärte die Regierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Margarete Bause, Kenntnis von Kontaktaufnahmen chinesischer Diplomaten zu deutschen Beamten zu haben. Zweck sei es gewesen, öffentliche positive Äußerungen über das Coronavirus-Management der Volksrepublik China zu bewirken.

Dafür seien Beamte in Bundesministerium kontaktiert worden, was das Auswärtige Amt alarmiert habe. Die Regierung erklärte, Aufforderungen zu einer betont positiven Sichtweise auf die Rolle Chinas nicht nachgekommen zu sein.

06:08 Uhr | Sorge, dass die Stimmung kippt

In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Sorge geäußert, dass die Stimmung in der Bevölkerung kippen könnte. "Es wird schwieriger, je länger es dauert." Der Weg zurück aus dem Stillstand sei schwierig. Man müsse vorsichtig vorgehen und bereit sein, zu lernen.

Angesichts der massiven Hilfen in der Corona-Krise warnte Schäuble zudem vor einer Überforderung des Staats. Es gebe im Moment ein verbreitetes Gefühl, "wir könnten jedes Problem mit unbegrenzten staatlichen Mitteln lösen, und die Wirtschaft kriegen wir hinterher wieder mit einem Konjunkturprogramm in Gang", sagte der CDU-Politiker. Der Staat könne aber nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 26. April 2020 | 00:00 Uhr