Coronavirus 16. August: Italien schließt Diskos und Clubs

Italien schließt seine Diskos und Clubs. Nach der Testpanne in Bayern sind mehr als 40 positiv Getestete noch immer nicht darüber infomiert, dass sie das Coronavirus in sich tragen. Die WHO meldet so viele neue Fälle wie noch nie. Und Bundesfinanzminister Olaf Scholz will das Kurzarbeitergeld länger zahlen. Alle Entwicklungen im Ticker.

Menschen tanzen in der Disco.
In Italien werden alle Diskotheken und Clubs am Montag wieder in den Lockdown geschickt. Bildrechte: colourbox

Unser Ticker am Sonntag, 16. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

18:58 Uhr | Italien schließt Diskos

Angesichts einer leichten Zunahme der Corona-Infektionsfälle hat die italienische Regierung die Schließung aller Diskotheken angekündigt. Zugleich verhängte sie eine nächtliche Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen.

Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichnete ein Dekret, das am Montag in Kraft treten soll. Demnach muss an Orten, an denen sich "Gruppen bilden", von 18 bis 6 Uhr morgens ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auch Diskotheken unter freiem Himmel und Nachtclubs müssen demnach schließen.

16:33 Uhr | Keine weiteren Corona-Fälle in Grimmaer Hort

Zwei Tage nach einem Corona-Fall in einem Hort in Grimma gibt es keine weiteren Infektionen in der Einrichtung. Das hat das Landratsamt des Landkreises Leipzig mitgeteilt. Demnach sind alle Corona-Tests bei den 38 Kindern und sieben Betreuern, die Kontakt mit der infizierten Neunjährigen hatten, negativ ausgefallen. Der Ferienhort der Wilhelm-Ostwald-Grundschule bleibt aber trotzdem noch bis 23. August geschlossen.

16:20 Uhr | Israel lockert Reisebeschränkungen für eigene Bürger

Israel hat seine Corona-Reisebeschränkungen gelockert. Das Gesundheitsministerium teilte mit, israelische Rückkehrer aus 20 Ländern mit niedrigen Infektionszahlen müssten keine zweiwöchige Quarantäne mehr einhalten. Unter den Ländern sind auch Deutschland und Österreich. Die Anweisung gelte auch rückwirkend für Reisende, die in den vergangenen 14 Tagen eingereist seien. Ausländer dürfen nach wie vor nur in Ausnahmefällen nach Israel einreisen.

16:10 Uhr | Fauci: Nicht auf Herdenimmunität setzen

Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci hat davor gewarnt, in der Corona-Pandemie auf die sogenannte Herdenimmunität zu setzen.

Anthony Fauci
Virologe Fauci. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

In einem Videotelefonat mit Schauspieler Matthew McConaughey auf dessen Instagram-Kanal sagte Fauci, besonders in den USA, wo es einen erhöhten Anteil an Übergewichtigen gebe, würde das die Risiken einer Covid-Erkrankung deutlich verschärfen. Übergewicht sei oft mit Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck verbunden, die das Risiko für einen schwierigen Verlauf erhöhten. "Wenn alle das Virus bekämen, würden sehr viele Menschen sterben", warnte Fauci.

Der Virologe sprach sich außerdem noch einmal explizit für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aus. Das Coronavirus werde zum überwiegenden Teil über die Atemwege übertragen und weit weniger über Tröpfcheninfektion als anfangs angenommen.

14:49 Uhr | 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

Nach der Panne an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml gab am Sonntag bekannt, dass von 46 Infizierten noch jede Spur fehle. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen seien die Betroffenen inzwischen ermittelt und – mit teilweise fast zwei Wochen Verzögerung – informiert worden.

Am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne, hatte Huml noch angekündigt, die Betroffenen würden bis Donnerstagmittag über das positive Testergebnis informiert. Insgesamt waren 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden.

13:07 Uhr | Politiker: Rückkehrer sollen sich an Test-Kosten beteiligen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller ist dafür, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten an den Kosten für die verpflichtenden Corona-Tests zumindest beteiligen. Der SPD-Politiker sagte "Bild am Sonntag", die Reisenden gingen bewusst ein Risiko ein und gefährdeten die Allgemeinheit. Der FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle erklärte sogar, wer jetzt noch nach Mallorca oder in andere Risikogebiete reise, sollte seinen Corona-Test selbst zahlen müssen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will dagegen an den kostenlosen Tests festhalten. Er betonte, es dürfe keine Frage des Geldbeutels sein, ob sich jemand testen lasse. Spahn sagte: "Ich weiß, dass Viele im ersten Impuls denken, die Urlauber sollten den Test zahlen. Aber einem Test, der was kostet, dem versucht man zu entkommen. Das kann nicht in unserem Interesse sein."

12:27 Uhr | Kein Mindestabstand in der Chemnitzer Stadthalle

In der Stadthalle Chemnitz sollen auch mit Beginn der neuen Saison alle Plätze für Besucher zur Verfügung stehen und zwar ohne Mindestabstand. Eine Sprecherin der zuständigen Chemnitzer Veranstaltungszentren verwies auf eine spezielle Luftfilteranlage in der Stadthalle. Es gebe eine permanente Frischluftzufuhr. Ausgeatmete Luft werde abgesaugt. Der Sprecherin zufolge werden die Daten aller Konzertbesucher erfasst, um im Ernstfall die Infektionsketten zurückverfolgen zu können. Zudem müssen alle Konzertbesucher durchgehend eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die neue Saison beginnt Anfang September.

10:10 Uhr | Curevac will Tempo bei Impfstoff machen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will nach dem erfolgreichen Börsenstart in den USA bei der Entwicklung seines Corona-Impfstoffs Tempo machen. Firmenchef Franz-Werner Haas sagte, eine beschleunigte Zulassung sei nicht auszuschließen. Sie wäre aber nur in enger Abstimmung mit den Behörden möglich. Haas zufolge sollen die Ergebnisse einer kürzlich gestarteten klinischen Erprobung des Impfstoffkandidaten im Herbst veröffentlicht werden. Die Zulassung sei nach bisheriger Planung für die erste Hälfte kommenden Jahres geplant.

08:45 Uhr | Karliczek warnt vor Überlastung gefährdeter Lehrer

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder davor gewarnt, Lehrer zu stark zu belasten, die zur Corona-Risikogruppe gehören. Die CDU-Politikerin sagte der "Welt am Sonntag", jeder Arbeitgeber müsse auf die Gesundheit seiner Beschäftigten achten. Man brauche die Kompetenz aller Lehrerinnen und Lehrer. Dabei müsse aber sichergestellt werden, dass die Arbeit nicht zu einem persönlichen Risiko werde.

Hintergrund ist ein Konflikt in Schleswig-Holstein. Das Bildungsministerium erkennt die Atteste Hunderter Lehrer nicht an und will, dass sie Präsenzunterricht geben. Insgesamt hatten 2.000 von 28.000 Lehrern ein Attest vorgelegt, wonach sie zu einer Risikogruppe zählen. Bis auf etwa 100 Fälle wurden alle Atteste zurückgewiesen. Zur Begründung hieß es aus dem Bildungsministerium, Übergewicht und Asthma allein begründeten noch kein besonderes Schutzbedürfnis.

06:57 Uhr | Rio öffnet Touristenattraktionen wieder

Nach einer fünfmonatigen Schließung wegen der Corona-Pandemie sind die riesige Christusstatue und andere Touristenattraktionen in Rio de Janeiro wieder geöffnet. Brasiliens Umweltminister Ricardo Salles sagte, die Öffnung der Christusstatue für Besucher stehe für "die Wiedereröffnung Brasiliens für den Tourismus". Besucher der berühmten Statue auf dem Corcovado-Berg müssen aber vorerst noch Masken tragen und Abstand halten. Außerdem dürfen sie sich beim Fotografieren nicht auf den Boden legen. Auch die Seilbahn auf den Zuckerhut fährt wieder.

06:45 Uhr | WHO meldet Höchststand bei Corona-Infektionen

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat es weltweit innerhalb von 24 Stunden so viele neue Corona-Infektionen gegeben wie nie zuvor. Wie die WHO mitteilte, lag die Zahl bei fast 300.000. Insgesamt sind damit seit Bekanntwerden des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 21 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist nach Einschätzung von Experten aber hoch. In manchen Ländern werden viele, in anderen nur wenige Menschen auf das Virus getestet. Am stärksten betroffen sind weiterhin die USA, Brasilien und Indien.

06:37 Uhr | Scholz: Kurzarbeitergeld soll länger gezahlt werden

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern. Der designierte SPD-Kanzlerkandidat sagte der "Bild am Sonntag", die Corona-Krise werde in den nächsten Wochen nicht plötzlich verschwinden. Unternehmen und Beschäftigte benötigten von der Regierung das klare Signal, dass man den gesamten Weg durch die Krise gehe. Niemand solle ohne Not entlassen werden. Aktuell ist das Kurzarbeitergeld auf zwölf Monate befristet. In bestimmten Fällen kann der Bezug auf bis zu 21 Monate ausgeweitet werden.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2020 | 06:00 Uhr