Coronavirus-Pandemie Ticker: Söder fordert bundeseinheitliche "Corona-Ampel"

Bayerns Ministerpräsident Söder fordert die Einführung eines bundesweit einheitlichen Corona-Ampel-Warnsystems. Der Städte- und Gemeindebund will derweil eine Verschärfung der Maskenpflicht. Alles Wichtige im Corona-Ticker.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung, während er das neue Dokumentationszentrum, "Dokumentation Oktoberfest-Attentat" anlässlich der Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des rechtsterroristischen Attentats auf das Oktoberfest an der Theresienwiese besucht
Bayerns Ministerpräsident Söder fordert ein bundeseinheitliches Corona-Warnsystem. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, den 27. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:31 Uhr | Mann aus griechischem Flüchtlingslager gestorben

In Griechenland ist ein erster Bewohner eines Flüchtlingslagers an einer Corona-Infektion gestorben. Das griechische Migrationsministerium erklärte, es handele sich um einen 61-jährigen Afghanen, der im Lager Malakassa nahe Athen untergebracht war. Er sei in einem Krankenhaus in der griechischen Hauptstadt gestorben.

Malakassa und die nahegelegenen Lager Schisto und Elaionas waren wegen steigender Infektionszahlen Anfang September unter Quarantäne gesetzt worden. In den griechischen Flüchtlingslagern hatte sich das Coronavirus zuletzt stark ausgebreitet.

21:21 Uhr | Söder fordert bundesweite "Corona-Ampel" für den Winter

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine bundesweite "Corona-Ampel". Er sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe): "Wir brauchen jetzt ein verbindliches, verhältnismäßiges und verlässliches Regelwerk für den Winter." Kern müsse die Einführung einer Warnampel für alle Bundesländer sein sowie Vorgaben, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn die Zahl der Infizierten bestimmte Grenzwerte überschreite.

Söders Vorschlag zufolge würde die Corona-Ampel auf Gelb springen, wenn es in einem Landkreis 35 oder mehr Infizierte auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gebe, so die "SZ". Zur Prävention gegen eine weitere Ausbreitung des Virus könnten dann etwa vorbeugende Tests für Risikogruppen angeordnet, Zuschauer bei Sportveranstaltungen von überregionaler Bedeutung nicht mehr zugelassen und die Maskenpflicht in Schulen auf den Unterricht ab der 5. Klasse ausgeweitet werden.

Steige die Zahl auf 50 Infizierte, solle unter anderem bei privaten Veranstaltungen die erlaubte Teilnehmerzahl auf ein Viertel der bis dahin geltenden Zahl reduziert werden.

18:27 Uhr | Weitere Soldaten für Berlin

Die Berliner Gesundheitsämter bekommen weitere Unterstützung von der Bundeswehr. Bisher sind bereits 60 Soldaten für die Nachverfolgung von Kontakten bei Corona-Infizierten und zum Testen im Einsatz, nun sollen laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" 180 weitere hinzukommen. Demnach werden die Soldaten nur in Friedrichshain-Kreuzberg nicht eingesetzt, obwohl die Zahl der Neuinfektionen dort sehr hoch ist. Der Bezirk lehnt laut Bericht den Einsatz von Soldaten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ab.

16:02 Uhr | Proteste in Madrid

In Madrid haben am Sonntag hunderte Menschen gegen die Corona-Auflagen protestiert, die über Teile der spanischen Hauptstadtregion verhängt wurden. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso.

In einer umstrittenen Entscheidung hatte die Regionalregierung am 21. September strikte Corona-Auflagen für die rund 850.000 Bewohner von ärmeren Stadtvierteln verhängt. Ayuso hatte die Lebensweise der Bewohner für die schnelle Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Ab Montag gelten die Auflagen für weitere 167.000 Einwohner, sodass mehr als eine Million Menschen betroffen sind. Die Menschen dürfen ihre Wohnviertel nur noch für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder für den Gang zum Arzt verlassen. Öffentliche Parks sind geschlossen, Restaurants und Geschäfte müssen um 22 Uhr schließen.

13:30 Uhr | Kretschmer und Haseloff gegen Corona-Verschärfungen

Kurz vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel am Dienstag zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie haben sich die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Sachsen, Reiner Haseloff und Michael Kretschmer, gegen strengere Regeln ausgesprochen. Haseloff sagte der "Bild am Sonntag", "in Sachsen-Anhalt verfolgen wir weiter unseren eigenen Weg." Die Infektionen in seinem Bundesland würden zwar leicht nach oben gehen, sie seien aber noch nachverfolgbar. Deshalb gebe es keinen Grund für Verschärfungen.

Kretschmer sagte dem Blatt, er setze auf Freiwilligkeit statt Zwang. "Ich setze auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen, die sich jetzt im Herbst verstärkt disziplinierter verhalten werden und müssen."

11:47 Uhr | Hilfen für Galerien

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat einem Zeitungsbericht zufolge 16 Millionen Euro Corona-Soforthilfen für deutsche Galerien angekündigt. "Wir würdigen so die Galerien, die bisher viel zu sehr auf den kommerziellen Aspekt ihrer Arbeit reduziert worden sind", sagte Grütters der "Welt am Sonntag". Weiter sagte die CDU-Politikerin: "Mit dem Hilfsprogramm wird ihre großartige Leistung, die sie mit Kunst-Entdeckungen, Ausstellungen, Publikationen und als lebendige Kulturorte für die gesamte Gesellschaft erbringen, in den Mittelpunkt gerückt."

09:58 Uhr | Wieler: Ansteckungen vor allem im privaten Bereich

Zwei Männer stoßen mit Weizenbiergläsern an.
Partys sind laut dem RKI-Chef eine der Hauptorte von Ansteckungen. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der aktuellen Corona-Infektionen in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. "Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst", sagte er der "Welt am Sonntag". Der private Bereich spiele "die große Rolle".

Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Es habe zwar sehr spektakuläre Ausbrüche gegeben, aber nicht sehr viele. "Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen." Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

07:01 Uhr | Bund mit Geldreserven

Der Bund hält gewaltige Liquiditätsreserven zur weiteren Bekämpfung der Corona-Krise bereit. Auf einem Konto bei der Deutschen Bundesbank liegen rund 148 Milliarden Euro, wie die Zeitung "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium berichtet.

Damit solle sichergestellt werden, dass die Handlungsfähigkeit des Bundes bei Umsetzung der Hilfspakete und Sonderprogramme stets gewährleistet ist. Erst am Ende des Jahres sei bekannt, welche Beträge zur Abwehr der Corona-Krise tatsächlich benötigt würden.

06:48 Uhr | Städte- und Gemeindebund für schärfere Maskenpflicht

Der Städte- und Gemeindebund fordert eine Verschärfung der Maskenpflicht in Deutschland. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Funke-Medien, ein Mundschutz sollte überall dort vorgeschrieben werden, wo im öffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden könne. Als Beispiele nannte Landsberg Weihnachtsmärkte und belebte Plätze.

Zugleich bezeichnet er es als sinnvoll, bundeseinheitlich eine Höchstzahl von 50 Gästen bei privaten Festen festzulegen. Diese Einschränkungen seien notwendig, um einen größeren Lockdown zu vermeiden. 

06:00 Uhr | Der Ticker vom Sonntag

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2020 | 06:00 Uhr