Coronavirus-Ticker 7. Juni: Spahn schlägt europäische "Gesundheits-Nato" vor

Bundesgesundheitsminister Spahn hat ein europäisches Bündnis zur Pandemie-Bekämpfung angeregt. Niedersachsen ordnet eine 14-tägige Quarantäne für Rückkehrer aus Schweden an. In Deutschland wurden am Sonnabend weniger als 300 Neuinfektionen gemeldet. Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise rechnet der Deutsche Lehrerverband mit einem schlechteren Abschneiden deutscher Schüler beim nächsten Pisa-Vergleich. Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Ticker.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, spricht bei der Übergabe der ersten Lieferung von 100 Millionen gespendeten Schutzmasken
Bundesgesundheitsminister Spahn will die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um ein europäisches Bündnis zur Pandemie-Bekämpfung zu schmieden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonnabend endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie ab dem Morgen in unserem Ticker vom Montag.

22:14 Uhr | Tausende Airline-Kunden warten auf ihr Geld

Viele Verbraucher, die nach der Stornierung ihrer Flüge auf Rückzahlung des Preises bestehen, warten noch immer auf ihr Geld. Reiserechtsexperten glauben, dass die Fluggesellschaften lange auf eine verpflichtende Gutschein-Lösung spekuliert hatten. Die ist aber nur freiwillig. Die Gerichte befürchten eine Klagewelle.

20:22 Uhr | Göttinger Schulen bleiben geschlossen

Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor dem Hochhaus-Komplex Iduna-Zentrum.
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Nach einem Coronavirus-Ausbruch bleiben die Schulen in Göttingen in der kommenden Woche geschlossen. Wie die Stadt mitteilte, wurde der Unterricht in den Schulen bis einschließlich Freitag untersagt. Auch zwei Kindertagesstätten bleiben zu. In einem Göttinger Hochhaus waren 120 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden - darunter auch mehrere Kinder und Jugendliche. Die Betroffenen sollen sich auf privaten Feiern zum Abschluss des muslimischen Ramadan infiziert haben, weil Hygienevorschriften nicht eingehalten worden seien. Die Betroffenen wiesen jetzt die Vorwürfe in einem Facebook-Eintrag zurück.

19:20 Uhr | Mehr als 400.000 Corona-Tote weltweit

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorbenen Menschen ist weltweit auf über 400.000 gestiegen. Das geht aus Daten hervor, die die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Sonntag veröffentlichte.

 Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung rollt eine Leiche zu einem Kühlanhänger, der als behelfsmäßige Leichenhalle im Wyckoff Heights Medical Center dient.
Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzkleidung bringt in New York ein Corona-Opfer zu einem Kühlanhänger. Bildrechte: dpa

Demnach haben die USA die meisten Toten infolge einer Coronavirus-Infektion zu beklagen, hier starben rund 110.000 Menschen. An zweiter Stelle lag Großbritannien mit mehr als 40.000 Toten, gefolgt von Brasilien mit mehr als 35.000 Toten. Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert. Sie zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Experten gehen in jedem Fall von einer hohen Dunkelziffer aus.

18:35 Uhr | Israel schließt immer mehr Schulen wegen Corona-Infektionen

In Israel müssen wegen Corona-Infektionen immer mehr Schulen und Kindergärten wieder schließen. Wie das Bildungsministerium mitteilte, betrifft das derzeit fast 130 Einrichtungen. Bei rund 350 Schülern und Lehrern sei das Virus nachgewiesen worden, mehr als die Hälfte davon in Jerusalem. Rund 17.500 Kinder und Lehrer seien in häuslicher Quarantäne. Im Zuge einer Lockerung der Corona-Vorschriften hatte Israel Anfang Mai begonnen, die Schulen wieder zu öffnen.

17:11 Uhr | Evangelische Kirche stellt Räume für Kinder-Angebote bereit

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland will in ihren Räumen verstärkt Freizeit- und Bildungsaktionen für Kinder anbieten. Wie die EKM und die Diakonie mitteilten, werden dafür insgesamt 45.000 Euro zur bereitgestellt. Die Aktion stehe unter dem Motto "Räume geben". Die evangelischen Kirchgemeinden wurden aufgerufen, Räume, Säle und Gärten für Ferienspiele und Nachhilfe bereitzustellen. Auch ein Mittagessen soll angeboten werden.

16:42 Uhr | Papst mahnt Einhaltung der Schutzvorschriften an

Papst Franziskus hat zur Einhaltung der Schutzvorschriften gegen das neuartige Coronavirus aufgefordert. Auf dem Petersplatz in Rom mahnte das katholische Kirchenoberhaupt, trotz der gelockerten Schutzmaßnahmen Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht zu vernachlässigen. Franziskus sagte, er freue sich, dass Italien die akute Phase überstanden habe. In anderen Ländern wüte die Covid-19-Krankheit aber weiter. Niemand solle vergessen, dass es immer noch viele Opfer durch die Corona-Krise gebe.

07.06.2020, Vatikan, Vatikanstadt: Gläubige versammeln sich auf dem Petersplatz, um das Angelus-Mittagsgebet des Papstes zu hören.
Gläubige verfolgten auf dem Petersplatz in Rom das Angelus-Mittagsgebet des Papstes. Bildrechte: dpa

16:07 Uhr | Frankreich plant härtere Strafen für Corona-Müll auf den Straßen

Wer in Frankreich gebrauchte Masken oder Handschuhe auf die Straße wirft, soll dafür bald tiefer in die Tasche greifen. Die Regierung plant, die Strafe auf rund 135 Euro zu verdoppeln. Umweltstaatssekretärin Brune Poirson schrieb bei Twitter, der Plastikmüll aus der Corona-Krise erinnere daran, dass saubere Ozeane mit sauberen Bürgersteigen begännen. In einigen Fällen könnte die Strafe sogar auf 750 Euro erhöht werden. Einem Medienbericht zufolge soll auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen und anderem Müll härter geahndet werden.

15:45 Uhr | Schweden-Rückkehrer müssen in Niedersachsen in Quarantäne

Wer aus Schweden an seinen Wohnort in Niedersachsen zurückkehrt, muss in eine zweiwöchige Quarantäne. Das Gesundheitsministerium begründete die Anordnung mit der Corona-Entwicklung in Schweden. Dort habe es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner gegeben habe. Die Rückkehrer müssen demnach unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben. Selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

15:35 Uhr | Patientschützer fordern schnellen Start von Corona-App

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Verzögerungen bei der geplanten Corona-Warn-App kritisiert. Vorstand Eugen Brysch sagte, es sei überfällig, dass die Bundesregierung endlich ein funktionsfähiges Warnsystem starte.

Corona-Tracing-App
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Frankreich mache es vor und Deutschland wurschtele immer noch vor sich hin. Besonders für Angehörige von Risikogruppen sei ein Warnprogramm wichtig. Die Corona-App soll die Nachverfolgung von Infektionsketten erleichtern. Frankreich hatte bereits Anfang vergangener Woche eine Version veröffentlicht. Nach Angaben der Regierung wird sie bisher von mehr als einer Million Menschen genutzt. Die deutsche App soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Mitte Juni starten.

15:03 Uhr | Spahn für europäische "Gesundheits-Nato" zur Pandemie-Bekämpfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ein europäisches Bündnis vorgeschlagen, das sich bei Pandemien gegenseitig unterstützt. Der CDU-Politiker sagte der "Rheinischen Post", die neue Allianz könne eine Art "Gesundheits-Nato" sein. Ziel sei es, handlungsfähig zu sein, wenn sich in einem Mitgliedsstaat der EU ein Virus verbreite. Dafür brauche es gemeinsame Strukturen mit Experten, Ärzten und Ressourcen. Dann müsse man auch nicht 27 Mal nationale Reserven mit Schutzmasken anlegen, sondern könne eine europäische Reserve aufbauen. Spahn regte zudem an, die europäische Gesundheitsbehörde ECDC zu einer Art Robert Koch-Institut auszubauen. Er kündigte an, diese Themen während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorbringen zu wollen. Diese beginnt am 1. Juli.

EU-Fahnen wehen 2012 vor der EU-Kommission
Auch die EU-Kommission will mehr Kompetenzen. Bildrechte: dpa

Bei der EU-Kommission dürfte Spahn mit seinem Vorschlag auf offene Ohren stoßen. Sie hatte Anfang des Monats angekündigt, den europäischen Katastrophenschutz-Mechanismus als Folge der Corona-Krise deutlich auszuweiten. Sie erklärte, das bisherige System, das ausschließlich auf Solidarität der Mitgliedsstaaten beruhe, habe nicht funktioniert. Nun sollen zusätzlich zwei Milliarden Euro und mehr Kompetenzen für die EU-Kommission Abhilfe schaffen. Im März hatte die Kommission bereits angekündigt, im Rahmen des Zivilschutzprogramms RescEU eine eigene Reserve an medizinischer Ausrüstung für künftige Gesundheitskrisen anlegen zu wollen.

12:55 Uhr | Unesco-Welterbetag überwiegend digital

Der heutige Unesco-Welterbetag findet wegen der Corona-Pandemie vorrangig digital statt. Unter dem Motto: "Welterbe verbindet" präsentieren sich die meisten der 46 deutschen Welterbestätten auf einer extra dafür eingerichteten Internetseite unter anderem mit Videoclips. Auf der Webseite www.unesco-welterbetag.de sind virtuelle Spaziergänge und das Erkunden von Welterbestätten möglich, die wegen der Corona-Pandemie nicht oder nur schwer zugänglich sind. Auch in in Mitteldeutschland sind digitale Besuche an den Welterbestätten möglich.

Drohnenaufnahme des Dom St. Peter und Paul in Naumburg an der Saale am 12.04.2018.
Der Naumburger Dom St. Peter und Paul. Bildrechte: imago/epd

In Sachsen präsentiert sich die 2019 als Unesco-Welterbestätte aufgenommene Montanregion Erzgebirge digital. Unter anderem wird auf der Halde "Alte Elisabeth" in Freiberg ein Konzert mit Bergmärschen wie dem Steigerlied oder der Europa-Hymne gegeben. In Sachsen-Anhalt laden der Naumburger Dom, die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg sowie das Bauhaus in Dessau zum digitalen Besuch. Die Freiluft-Welterbestätten wie die Altstadt von Quedlinburg mit Stiftskirche und Schloss und das Gartenreich Dessau-Wörlitz sind für Besucher zugänglich. In Thüringen lässt sich das Welterbe bei Spaziergängen durch die Buchenwälder im Hainich oder im Park an der Ilm in Weimar erkunden. Die Klassik Stiftung Weimar bietet virtuelle Führungen und Video-Interviews. In Einzelfällen sind direkte Besuche unter Einhaltung der Corona-Auflagen in einigen Einrichtungen möglich.

12:30 Uhr | Was aktuell für Sportanlagen und Freibäder gilt

Die Wiedereröffnung von Sportanlagen und Freibädern handhabt jedes Bundesland anders. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es Unterschiede. Ein Überblick, was aktuell in Mitteldeutschland gilt.

11:30 Uhr | Weniger als 300 gemeldete Neuinfektionen

In Deutschland haben die Landkreise und kreisfreien Städte am gestrigen Samstag 282 Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Allerdings haben nur 37 Prozent der Kreise und Städte aktuelle Fallzahlen geliefert.

Hier finden Sie die Corona-Infektionszahlen in Ihren Landkreisen und Städten:

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

10:58 Uhr | Schleswig-Holstein setzt auf App für Strandbesuch

Nur wenige Strandkörbe sind am Strand an der Ostsee besetzt.
Für die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln setzt Schleswig-Holstein auf eine neue App. Bildrechte: dpa

Mit einer Smartphone-App will Schleswig-Holstein in diesem Sommer überfüllte Strände verhindern. Mit Reservierungen über die App soll sichergestellt werden, dass die Corona-Abstandsregeln an den Stränden eingehalten werden. Ministerpräsident Daniel Günther sagte dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag", über die App könne man anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will: "Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung." Die Gemeinde Scharbeutz in der Lübecker Bucht habe das System entwickelt, das nun auch von anderen Orten genutzt werden könne.

09:50 Uhr | Brasilien veröffentlicht keine Corona-Zahlen mehr

Brasilien veröffentlicht keine Gesamtzahl der Corona-Fälle und der Covid-19-Toten mehr. Das Gesundheitsministerium entfernte aus dem Internet auch die Datensammlung, die die Entwicklung der vergangenen Monate aufzeigte. Präsident Jair Bolsonaro twitterte, die Daten spiegelten nicht die Realität wider. Regionale Gesundheitsbehörden warfen der Regierung vor, sie wolle die vielen Corona-Opfer im Land unsichtbar machen. Brasilien ist nach den USA das weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Zuletzt waren in dem südamerikanischen Land mehr als 672.000 Infektionen und fast 36.000 Tote gemeldet worden, die mit Corona infiziert waren.

09:30 Uhr | Art Basel für 2020 komplett abgesagt

Die Kunstmesse Art Basel ist für 2020 komplett abgesagt worden. Die Veranstalter teilten mit, ausschlaggebend seien unter anderem Gesundheits- und finanzielle Risiken sowie die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs gewesen. Die Art Basel war Ende März wegen der Corona-Pandemie zunächst von Juni auf September verschoben worden. Nun soll sie im Juni 2021 stattfinden. Die Art Basel gilt als eine der wichtigsten Kunstmessen der Welt. Im vergangenen Jahr zog sie 93.000 Besucher an.

08:00 Uhr | Ungarn öffnet Grenzen für Deutsche

Ungarn hat heute Morgen seine Grenzen wieder für Deutsche geöffnet. Nach Angaben des Außenministeriums dürfen deutsche Staatsbürger seit 8 Uhr wieder ohne Auflagen einreisen. Ungarische Staatsbürger, die aus Deutschland zurückkehren, müssen nicht mehr in Quarantäne. Wegen der Corona-Pandemie galt seit Mitte März ein Einreiseverbot für alle Ausländer. Geschäftsleute konnten bereits seit einem Monat wieder ohne Auflagen nach Ungarn einreisen.

06:50 Uhr | Lehrerverband rechnet mit schlechteren Pisa-Ergebnissen wegen Corona

Heinz-Peter Meidinger, Gymnasiallehrer und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Lehrerverbandschef Meidinger: "Zum Lehrermangel kommen noch die Folgen der Corona-Krise." Bildrechte: Heinz-Peter Meidinger

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, rechnet damit, dass die Schüler in Deutschland bei der nächsten Pisa-Studie deutlich schlechter abschneiden werden. Meidinger sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das habe mehrere Gründe. So gebe es einen massiven Lehrermangel in den Naturwissenschaften und an den Grundschulen. Außerdem seien die Herausforderungen bei der Migration gewachsen. Hinzu kämen jetzt noch die Folgen der Corona-Krise. Das einzige, was Deutschland im Länderranking helfen könne, sei, dass auch andere Länder mit der Pandemie zu kämpfen hätten.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Vergleichsstudie für Schulleistungen. Dafür werden Schüler im Alter von 15 Jahren unter anderem in den Bereichen Lesen und Mathe getestet.

06:37 Uhr | Tests für Antikörper-Behandlung am Menschen begonnen

Das chinesische Unternehmen Shanghai Junshi Biosciences hat mit einem Test seiner Antikörper-Behandlung gegen das Coronavirus an gesunden Menschen begonnen. Das berichtet die staatliche Tageszeitung "Befreiung". In den USA sollen voraussichtlich im zweiten Quartal des laufenden Jahres in Zusammenarbeit mit dem Konzern Eli Lilly Tests an Menschen beginnen.

06:20 Uhr | Grünen-Chefin beklagt Umgang mit Kindern in Corona-Krise

 Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht auf dem kleinen Parteitag der Grünen in Brandenburg.
Grünen-Chefin Baerbock möchte ein Spitzentreffen zu Kita- und Schulöffnungen. Bildrechte: dpa

Grünen-Chefin Annalena Baerbock will mit Experten über eine Öffnung von Schulen und Kitas nach den Sommerferien beraten. Sie beklagte in der "Welt am Sonntag", die Bundesregierung habe bisher nur zu Spitzentreffen mit der Industrie eingeladen. Deshalb werde sie am Mittwoch bei einer Online-Konferenz mit Gewerkschaften, Kita-Trägern, Lehrern und Kinderärzten sprechen. Die Grünen-Politikerin kritisierte erneut den Umgang mit Familien in der Corona-Krise. Fast jedes zehnte Kind habe Gewalt erlebt. Statt Kitas und Schulen als Erstes wieder zu öffnen, sei über die Fußball-Bundesliga und die Öffnung von Möbelhäusern diskutiert worden.

06:15 Uhr | Spahn besorgt über Menschenmengen bei Demos

Angesichts der Demonstrationen gegen Rassismus während der Corona-Pandemie hat sich Gesundheitsminister Jens Spahn besorgt über dichte Menschenmengen gezeigt. Spahn erklärte bei Twitter, der Kampf gegen Rassismus brauche jeden Tag gemeinsames Engagement. Doch auch bei wichtigen Anliegen gelte es, Abstand zu halten, eine Alltagsmaske zu tragen und aufeinander achtzugeben. So könne man sich selbst und andere schützen. Am Samstag hatten in mehreren deutschen Städten zehntausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Die größte deutsche Kundgebung wurde aus München gemeldet, wo laut Polizei rund 25.000 Menschen zusammenkamen. In Berlin waren es etwa 15.000 Demonstranten, im Hamburg 14.000.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juni 2020 | 06:00 Uhr