Coronavirus 2. August: Corona-Herd in weiterem Betrieb in Mamming

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Gemüsehof in Niederbayern haben sich in einem weiteren Betrieb in Mamming 43 Menschen angesteckt. In Hamburg sprengte die Polizei Swinger- und Fetisch-Partys, bei denen Hygiene-Regeln nicht eingehalten wurden. Bayerns Ministerpräsident Söder lehnt weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen strikt ab. Zugleich forderte er weitere Hilfspakte, unter anderem für Autozulieferer. Mehr Corona-Infos im Ticker.

Gesundheitspersonal sammelt Proben in einer behelfsmäßigen Corona-Teststation
Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming lassen sich Einwohner in einer behelfsmäßigen Covid-19-Teststation testen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 2. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:26 Uhr Uhr | Regierungschef und Innenminister infiziert

Im Kosovo hat sich Ministerpräsident Avdullah Hoti mit dem Coronavirus infiziert. Auf Facebook schrieb er, er habe bis auf einen sehr schwachen Husten keine Symptome. Er werde sich jetzt für zwei Wochen zu Hause unter Quarantäne stellen. Hoti und seiner Regierung wird vorgeworfen, nicht genug im Kampf gegen das Virus zu unternehmen. Im Kosovo sind rund 9.000 Menschen nachweislich infiziert, rund 250 Menschen starben.

In Indien ist Innenminister Amit Shah positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Shah appellierte, jeder seiner Kontakte der vergangenen Tage solle sich isolieren und testen lassen. Shah ist enger Vertrauter von Regierungschef Narendra Modi.

20:35 Uhr | Moritzburg Festival unter freiem Himmel eröffnet

Das Moritzburg Festival für Kammermusik ist wegen der Corona-Pandemie erstmals unter freiem Himmel eröffnet worden. Bis zum 16. August sind 22 Aufführungen geplant. 26 Solistinnen und Solisten aus aller Welt sollen nach Angaben der Veranstalter unter Einhaltung der Hygienevorgaben auf der Nordterrasse spielen. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sagte, das Moritzburg Festival sei das erste Festival in Sachsen, das wieder zu seinen öffentlichen Proben und Konzerten einlade.

16:57 Uhr | Corona-Infektionen in Tunesien nach Lockerungen verzehnfacht

In Tunesien ist die Zahl der Corona-Infektionen nach Lockerung der Schutzmaßnahmen sprunghaft gestiegen. Die Gesundheitsbehörden berichten, dass sich die Zahl der Infektionen binnen eines Monats verzehnfacht habe. Unter den neuen Fällen seien auch 26 Mitarbeiter des Flughafens in Tunis.

Sonnenliegen, an einem Pool, belegt mit Handtüchern.
Tunesien ist stark vom Tourismus abhängig. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek

Die Regierung hatte Ende Juni viele Schutzmaßnahmen gelockert und die Grenzen wieder geöffnet. Seitdem müssen etwa Touristen nach der Ankunft nicht mehr 14 Tage in Quarantäne. Auch Geschäfte, Moscheen und Touristenattraktionen in dem nordafrikanischem Land öffneten wieder.

Durch strenge Maßnahmen war es Tunesien zu Beginn der Pandemie gelungen, den Ausbruch des Coronavirus relativ gut einzudämmen. Seit Anfang März haben sich bislang mehr als 1.500 Menschen im Land mit dem neuartigen Virus infiziert.

16:03 Uhr | Hamburger Polizei sprengt Fetisch- und Swinger-Partys

Passanten laufen auf der Reeperbahn in Hamburg Kneipen und Sex-Clubs vorbei.
In einer Sexboutique auf der Reeperbahn wurde eine Fetishparty gefeiert. Bildrechte: dpa

In Hamburg hat die Polizei eine Fetisch-Party und eine Swinger-Party gesprengt. Ein Sprecher sagte, in beiden Fällen sei massiv gegen die Corona-Regeln verstoßen worden. So hätten in einem Keller einer Sexboutique auf der Reeperbahn etwa 65 Menschen eine Fetisch-Party gefeiert. Die Party-Gäste hätten auf viel zu engem Raum auch getanzt. Die Luft sei stark verbraucht gewesen.

In Hamburg-Bergedorf seien mehrere Dutzend Gäste zu einer "sexuell offenen Veranstaltung" in ein leerstehendes Firmengebäude gekommen. Auch hier sei getanzt worden. Es habe Séparées gegeben, Kondome hätten ausgelegen. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

14:50 Uhr | Belgien verbietet touristische Reisen in mehrere EU-Regionen

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen hat Belgien touristische Reisen in mehrere EU-Regionen verboten. Auf der sogenannten Roten Liste stehen die spanischen Regionen Navarra, Aragón und Katalonien – aber auch Gebiete in Bulgarien, Rumänien, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz. Für eine Reihe weiterer Regionen gilt die Empfehlung an Reiserückkehrer, sich testen zu lassen. Belgien gehört mit fast 10.000 Toten zu den mit am meisten von Corona betroffenen Ländern Europas. Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen wieder auf das Niveau von Anfang Mai.

14:14 Uhr | Anti-Corona-Demo in Berlin von Polizei aufgelöst

Wegen Verstößen gegen die Hygieneregeln hat die Berliner Polizei am Samstag und in der Nacht zu Sonntag in Berlin eine Großdemonstration und anschließende Kundgebung mit rund 20.000 Menschen aufgelöst. Sie hatten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert. Die Polizei hatte in der Bundeshauptstadt gleich mit mehreren Demonstration zu tun. Dabei wurden insgesamt 45 Beamte verletzt, unter anderem bei einem Einsatz in Neukölln. Ob auch bei der Auflösung der Anti-Corona-Demo Einsatzkräfte verletzt wurden, konnte die Polizei jedoch nicht sagen.

14:03 Uhr | Weitere Saisonarbeiter im bayerischen Mamming positiv getestet

Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming wurden in einem weiteren Betrieb der Gemeinde 27 Corona-Infizierte ermittelt. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau mitteilte, wurden die Infizierten und ihre Kontaktpersonen umgehend isoliert. Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe habe es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften gegeben, die zu einer Übertragung des Virus geführt hätten, hieß es.

In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen. Bei dem vorherigen Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich über 230 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Seit Donnerstag werden alle Saisonarbeitskräfte im Landkreis Dingolfing-Landau getestet. Die Tests von fast 4.000 Saisonkräften und den Bauernfamilien an 24 weiteren Betrieben waren bislang negativ. Unter den 5.000 getesteten Bewohnern des Landkreises Dingolfing-Landau sind ebenfalls keine Infizierten.

10:21 Uhr | Australischer Bundesstaat Victoria ruft Notstand aus

Der australische Bundesstaat Victoria hat den Katastrophenfall ausgerufen. Wie Victorias Regierungschef Daniel Andrews mitteilte, wurde für die Hauptstadt Melbourne eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Ab Sonntagabend dürfen demnach die 4,3 Millionen Einwohner von Australiens zweitgrößter Stadt zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens nicht mehr ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Als Ausnahmen gelten nur noch der Weg zur Arbeit sowie die medizinische und pflegerische Versorgung. Außerdem dürfen die Menschen in Melbourne nur noch einmal am Tag einkaufen und maximal eine Stunde im Freien Sport treiben. Der Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Krise zu verzeichnen.

09:36 Uhr | Polizeigewerkschaften verteidigen Zugriff auf Corona-Gästelisten

Die Polizeigewerkschaften haben Kritik an der Tatsache zurückgewiesen, dass sie Daten von sogenannten Corona-Gästelisten für Ermittlungszwecke nutzen.

Jörg Radek
GdP-Vize Radek: Dokumente zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung einsehen. Bildrechte: dpa

Der Vize-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, sagte, es sei eine Kernaufgabe der Polizei, Gefahren abzuwehren und Straftaten zu verfolgen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, Dokumente einzusehen, wie etwa solche Corona-Gästelisten. Ob sie herangezogen würden, entscheide die Polizei nicht allein, sondern auf Anordnung eines Richters oder der Staatsanwaltschaft. Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagte, es sei rechtlich möglich, die Zweckbestimmung der Listen zu ändern.

In einigen Bundesländern müssen Gaststätten in Corona-Zeiten persönliche Daten ihrer Gäste sammeln, damit die Gesundheitsämter im Falle einer Corona-Infektion weitere potenziell infizierte Personen ausfindig machen können. In einzelnen Fällen hatte die Polizei die Daten zur Strafverfolgung genutzt.

08:11 Uhr | Thüringer 300-Millionen-Euro-Konjunkturpaket bis Ende August

Thüringen will mit einem 300 Millionen Euro schweren Konjunkturpaket die Corona-Hilfen von Bund und EU ergänzen. Umweltministerin Anja Siegesmund rechnet bis Ende August mit einer Einigung.

Anja Siegesmund, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen, beantwortet Fragen von Journalisten in der Bundespressekonferenz über das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen.
Siegesmund: "Wir sind im Gespräch und werden uns zusammenraufen." Bildrechte: dpa

Die Grünen-Politikerin sagte, man sei in der rot-rot-grünen Landesregierung im Gespräch und werde sich zusammenraufen. Allein ihr Ministerium habe Vorschläge mit einem Volumen von 150 Millionen Euro zusammengetragen, darunter Projekte für Klimaschutz in Kommunen und eine Verkehrswende. Zur Finanzierung des Konjunkturpaketes und der coronabedingten Steuerausfälle will das Thüringer Kabinett 1,82 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Dazu braucht die rot-rot-grüne Minderheitsregierung aber mindestens vier Stimmen aus der Opposition. Deshalb sollen noch Verhandlungen mit der CDU geführt werden.

07:10 Uhr | Söder strikt gegen weitere Lockerung von Corona-Maßnahmen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt", sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag".

Markus Söder
Söder: "Das Virus bleibt eine Daueraufgabe." Bildrechte: dpa

Wenn man nicht aufpasse, könne wieder eine Situation wie im März entstehen, so Söder weiter. Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden. Vor diesem Hintergrund lehnte er auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab. Söder plädierte zugleich dafür, im Herbst ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau schnüren. Zudem sollten die Regelungen zum Kurzarbeitergeld aus seiner Sicht bis weit ins nächste Jahr verlängert werden.

06:40 Uhr | Starker Anstieg von Schwarzarbeit wegen Corona

Die Schwarzarbeit in Deutschland nimmt wegen der Corona-Pandemie nach Einschätzung von Experten weiter zu. Das berichtet die "Welt am Sonntag". Grundlage seien neue Berechnungen des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider aus Linz für das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen. Demnach erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf etwa 348 Milliarden Euro. Schneider begründet den Anstieg mit dem aktuellen Konjunktureinbruch. Menschen versuchten, neben der Kurzarbeit etwas dazu zu verdienen.

06:30 Uhr | Schwierige Azubi-Suche in Corona-Zeiten

Ein Auszubildender arbeitet in einer Ausbildungswerkstatt für Mechaniker im ABB Ausbildungszentrum in Berlin. 3 min
Bildrechte: dpa

Arbeitsmarktsituation für junge Menschen

MDR AKTUELL So 02.08.2020 07:06Uhr 02:56 min

https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1483368.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Für Unternehmen ist es in diesem Frühjahr schwierig gewesen, Auszubildende zu finden. Eine Sprecherin des Arbeitgeberverbands Thüringen sagte MDR AKTUELL, es habe keine Berufsmessen, Schulbesuche oder Tage der offenen Tür gegeben. Eine Sprecherin der IHK Dessau erklärte, das Bewerbungsgeschehen sei unterbrochen worden. Zum Teil hätten keine Bewerbungsgespräche stattgefunden. Das ändere sich aber jetzt wieder. Mittlerweile stellten viele Unternehmen wieder Auszubildende ein. Schulabgängerinnen und -abgänger sollten sich bewerben. Es gebe noch viele offene Ausbildungsstellen.

06:15 Uhr | Deutscher unter infizierten Crew-Mitgliedern von Hurtigruten-Schiff

Unter den infizierten Besatzungsmitgliedern eines norwegischen Hurtigruten-Schiffs ist auch ein Deutscher. Das teilte die Reederei mit. Insgesamt hätten sich 36 Crew-Mitglieder der " Roald Amundsen " mit dem Coronavirus angesteckt. 33 Betroffene kämen von den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind noch 154 Beschäftigte an Bord. Das Schiff liegt weiter im norwegischen Tromsø vor Anker. Passagiere sind laut Reederei nicht an Bord.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Juli 2020 | 06:00 Uhr