Covid-19 Coronavirus-Ticker am Sonntag: Ort in Thüringen komplett unter Quarantäne

Neustadt am Rennsteig im Thüringer Ilm-Kreis steht komplett für zwei Wochen unter Quarantäne. Auch Kanzlerin Merkel muss wegen Kontakts zu einem Coronainfizierten in Quarantäne. Sachsen und Sachsen-Anhlat haben eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Alles zur Pandemie lesen Sie hier.

Neustadt am Rennsteig: Wegweiser zeigen auf dem Rennsteig die Entfernungen zu den Wanderzielen an
Coronavirus: Neustadt am Rennsteig steht für zwei Wochen unter Quarantäne. Bildrechte: dpa

22:45 Uhr | Ticker am Sonntag endet

Unser Ticker am Sonntag endet hiermit. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Informationen über die Coronavirus-Lage finden sie ab Montagmorgen wieder auf der Seite von MDR AKTUELL.

22:32 Uhr | Krisenstab in Jena unter Quarantäne

Der Corona-Krisenstab in Jena ist unter Quarantäne gestellt worden. Stadtsprecher Kristian Philler sagte MDR THÜRINGEN, betroffen seien rund 15 Personen von mehreren Institutionen.

Hintergrund ist laut Philler, dass ein Dezernent positiv auf Corona getestet wurde. Er sei aber symptomfrei. Inzwischen seien auch die anderen Stabsmitglieder getestet worden. Die Ergebnisse werden am Dienstag erwartet. Bis dahin arbeite der Stab im Homeoffice, erklärte der Stadtsprecher. Der Krisenstab koordiniert die Arbeiten im Zusammenhang mit den Corona-Fällen in der Stadt.

22:12 Uhr | Musiker spielen gegen Corona

Künstler aus Mitteldeutschland haben am Sonntagabend für ihre Nachbarn musiziert. Mit "Ode an die Freude" aus der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven spielten sie für alle, die Corona-bedingt zu Hause bleiben müssen.

22:01 Uhr | Einschätzungen zu den neuen Maßnahmen von Bund und Ländern

Gleichen die Bundesländer ihre bislang unterschiedlichen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus an? Unsere Korrespondentin aus Berlin mit aktuellen Einschätzungen.

21:56 Uhr | Gesundheitsnotstand in Frankreich ausgerufen

Das französische Parlament hat einen zweimonatigen Gesundheitsnotstand beschlossen. Um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, stimmte nur ein kleiner Teil der Abgeordneten der Nationalversammlung per Handzeichen ab. Kurz zuvor hatte der Senat das Gesetz gebilligt.

Mit dem Notstand sind Einschränkungen der Bürgerrechte möglich - etwa durch Ausgangssperren und Beschlagnahmungen. Das Gesetz bevollmächtigt die Regierung auch, eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft zu beschließen. Außerdem kann die zweite Runde der französischen Kommunalwahlen verschoben werden.

21:56 Uhr | Reiner Haseloff zu Ausgangssperren

Was tun im Kampf gegen das Coronavirus? Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff im Gespräch mit MDR AKTUELL über den aktuellen Stand der Maßnahmen der Bundesländer.

21:04 Uhr | Ort im Ilm-Kreis komplett unter Quarantäne

Neustadt am Rennsteig in der Landgemeinde Großbreitenbach im Thüringer Ilm-Kreis steht komplett für zwei Wochen unter Quarantäne. In dem Ort leben etwa 900 Menschen. Die Sprecherin des Landratsamtes, Doreen Huth, sagte, am Sonntagabend sei die Quarantäne per Lautsprecherdurchsage im Ort bekannt gegeben worden. Ein Krisenstab berate das weitere Vorgehen, unter anderem um die Grundversorgung der Bürger zu gewährleisten. Auch die Versorgung eines Kinderheimes müsse sichergestellt werden.

Hintergrund der Quarantäne sei, dass sechs der derzeit insgesamt elf im Ilm-Kreis bekannten Corona-Infizierten aus Neustadt am Rennsteig kommen. Deshalb gelte dort ein erhöhtes Infektionsrisiko. Unter den Infizierten befindet sich auch ein 58-Jähriger, der schwer an Covid-19 erkrankt ist, so die Sprecherin. Der Mann werde im Krankenhaus in Suhl betreut und müsse beatmet werden.

Das Gesundheitsamt hat bereits 69 Kontaktpersonen der Infizierten in Neustadt ermittelt. Nach Angaben des Landratsamtes darf in den kommenden zwei Wochen niemand Neustadt verlassen. Zutritt werde nur in Ausnahmefällen und unter Vollschutz zugelassen. Zu den Ausnahmen gehören Pflegedienste, Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei.

20:52 Uhr | So viele Infizierte gibt es derzeit

20:47 Uhr | Paritätische Wohlfahrtsverband sorgt sich um soziale Einrichtungen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert Corona-Hilfen für gemeinnützige und soziale Einrichtungen. Der Dachverband fürchtet eine Insolvenzwelle von Reha-Einrichtungen, Beratungsstellen, Behindertenwerkstätten, Frauenhäusern und Kindergärten. Sollten diese nicht unter den angekündigten Corona-Schutzschirm fallen, wäre das aus Sicht der Parität ein Skandal, teilte der Verband mit.

"Wenn wir jetzt nichts tun, gefährden wir die soziale Infrastruktur. Es geht darum, die soziale Daseinsvorsorge aufrecht zu erhalten", sagte Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen. "Wir fordern die Bundesregierung auf, die soziale Infrastruktur zwingend mit unter den Rettungsschirm zu nehmen." Der Dachverband vertritt mehr als 340 Mitgliedsorganisationen in Thüringen.

20:09 Uhr | Überblick: Diese Ausgangsbeschränkungen gelten in Deutschland

20:09 Uhr | WHO fordert mehr Corona-Tests

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt europäische Regierungen davor, im Kampf gegen das Coronavirus vor allem auf die Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens zu setzen. Der WHO-Experte Mike Ryan sagte der britischen BBC: "Worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen, ist die Kranken mit Infektionen zu finden und sie zu isolieren."

Die Gefahr mit den Ausgangsbeschränkungen sei: "Wenn wir keine starken Gesundheitsmaßnahmen beschließen, droht sich der Virus wieder zu verbreiten, wenn die Bewegungseinschränkungen wieder aufgehoben werden", warnte er. Der WHO-Experte riet vor allem dazu, wie in China, Singapur und Südkorea die Zahl der Tests massiv in die Höhe zu fahren.

19:37 Uhr | Die Arbeit bei der Feuerwehr in Zeiten des Coronavirus

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, arbeiten viele mittlerweile von Zuhause aus. Bei der Feuerwehr geht das nicht – wie werden die Einsatzkräfte geschützt?

19:37 Uhr | IOC will innerhalb von vier Wochen über Olympia entscheiden

Das Internationale Olympische Komitee hat sich eine Frist von vier Wochen für eine Entscheidung über die Olympischen Spiele in Tokio gesetzt. In diesem Zeitraum sollen auch mögliche Optionen für eine Verschiebung wegen der Coronavirus-Pandemie überlegt werden, teilte das IOC am Sonntag mit.

19:28 Uhr | AFP: Eine Milliarde Menschen von Beschränkungen betroffen

Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP sind weltweit inzwischen eine Milliarden Menschen von Ausgangsbeschränkungen oder Ausgangssperren betroffen. Auch in Deutschland gelten ab Montag Ausgangsbeschränkungen.

19:14 Uhr | Sachsen-Anhalt erlässt Kontaktbeschränkungen und schließt Gaststätten

Sachsen-Anhalt schließt sich den verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Ausbreitung von Bund und Ländern an. Sie gelten ab Mitternacht. Das kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Sonntagabend an.

Haseloff sagte, Ziel sei es, die Infektionskurve deutlich abzuflachen. Das Verlassen der eigenen Wohnung sei nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Die Polizei sei angehalten, die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung zu kontrollieren. Gesundheitsministerin Grimm-Benne bedankte sich derweil bei den Menschen im Land. Überwiegend werde diszipliniert und verantwortungsbewusst agiert.

19:06 Uhr | Österreich meldet geringeren Anstieg bei Neuinfizierten

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen ist in Österreich zwischen Samstag und Sonntag lediglich noch um 15 Prozent oder 430 Fälle auf insgesamt 3.244 Infektionen gestiegen, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober mitteilte. Vor Beginn der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen war es in der Spitze ein Anstieg um 40 Prozent an einem Tag gewesen.

"Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich warne aber eindringlich, wir dürfen nicht nachlassen", sagte Anschober.

18:44 Uhr | Merkel muss in Quarantäne

Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der Arzt habe eine Pneumokokken-Impfung bei ihr vorgenommen.

Merkel werde sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, "weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre", sagte Seibert. Die Kanzlerin werde aus der Quarantäne heraus ihren Dienstgeschäften nachgehen.

Am frühen Sonntagabend hatte Merkel noch eine Pressekonferenz im Kanzleramt abgehalten und die Öffentlichkeit über Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus unterrichtet.

18:14 Uhr | Griechenland verhängt weitgehendes Ausgangsverbot

Griechenland hat ein weitgehendes Ausgangsverbot verhängt. Ab Montag dürfen die Menschen nur noch das Haus verlassen, um Lebensmittel einzukaufen, zum Arzt, zur Apotheke oder zum Sport zu gehen sowie den Hund auszuführen. Auch zur Arbeit, soweit sie nicht von zu Hause aus erledigt werden kann, dürfe das Haus verlassen werden, teilte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag mit.

Wer ausgehe, müsse seinen Ausweis oder seinen Pass dabei haben, sagte Mitsotakis weiter. Bei einem Verstoß gegen die Anordnung werde ein Bußgeld von 150 Euro fällig.

17:42 Uhr | Merkel verkündet Kontaktverbote

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verkündet. Darauf habe sie sich mit den Ministerpräsidenten den Länder geeinigt. Es handelt sich im Wesentlichen um die Maßnahmen, die bereits mehrere Ministerpräsidenten am Sonntagnachmittag verkündet hatten.

Merkel kündigte unter anderem ein Kontaktverbot für mehr als zwei Menschen an. Das gelte aber nicht für die eigene Familie. Die Menschen sollten Kontakte außerhalb des Hausstands auf ein Minimum reduzieren. Gastronomiebetriebe sollten geschlossen werden, Abholung sei aber noch möglich. Die Maßnahmen sollten vorerst für zwei Wochen gelten.

Jeder solle seine Bewegungen und sein Leben nach diesen klaren Vorlagen organisieren, sagte Merkel und appellierte: "Bitte ziehen Sie alle mit." Sie stellte zugleich klar, es handele sich um Regeln, nicht um Empfehlungen.

17:20 Uhr | Weitere Ministerpräsidenten verkünden Kontaktverbot

Auch die Ministerpräsidenten von Hessen, Volker Bouffier, und Baden Württemberg, Winfried Kretschmann, haben Kontaktverbote für mehr als zwei Menschen in ihren Bundesländern verkündet. Damit scheinen die Länder ein einheitliches Vorgehen zu favorisieren.

16:52 Uhr | Laschet: Kontaktverbote für mehr als zwei Menschen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat angekündigt, dass es in Nordrhein-Westfalen künftig ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen geben soll. Die Regelung gelte auch bundesweit "mit unterschiedlichen Akzenten", sagte Laschet. Ausgenommen seien von der Beschränkung etwa seien "Kernfamilien", Lebenspartner, zwingende berufliche Gründe, der öffentliche Nahverkehr und Beerdigungen.
Zuvor hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten per Videokonferenz beraten.

16:38 Uhr | Sachsen verfügt Ausgangsbeschränkung

Das Land Sachsen verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt, ebenso wie Sport und Bewegung unter freiem Himmel und Besuche im eigenen Kleingarten.

Es seien weitergehende Maßnahmen notwendig, um Gruppenbildungen mit mehr als fünf Personen zu unterbinden, sagte Wöller. Die verschärften Ausgangsregeln sollen ab Montag für vorerst 14 Tage gelten.

16:09 Uhr | 269 Menschen in Sachsen-Anhalt erkrankt

Auch das Sozialministerium Sachsen-Anhalt hat neue Zahlen veröffentlicht. Aktuell gibt es 269 Corona-Infizierte in Sachsen-Anhalt, eine Person liegt auf der Intensivstation. Am Samstagabend waren es noch 253 Infizierte.

16:03 Uhr | Mehr als 18.000 Infizierte

Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden in Deutschland bisher rund 18.600 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 55 Menschen starben demnach bisher. Allerdings geben viele Landkreise und Bundesländer ihre Zahlen wegen des Wochenendes erst am Montag an das RKI weiter.

15:46 Uhr | Interview zur Ausgangsbeschränkung in Jena

Jena ist in Thüringen einer der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Städte. Thomas Nitzsche erklärt das Vorgehen der Stadt.

15:46 Uhr | 140 Verstöße in Dresden

In Dresden hat die Polizei bisher fast 140 Verstöße gegen die geltenden Einschränkungen registriert. In den meisten Fällen versammelten sich der Behörde zufolge mehr Menschen als erlaubt zum Feiern im Freien und in Privaträumen. Zudem hielten sich einige Lokale nicht an die Öffnungsbeschränkungen und Sportstätten sowie Spielplätze wurden trotz Verbots genutzt. Laut Polizei reichte in fast allen Fällen ein Hinweis auf die Allgemeinverfügung, die seit gestern gilt.

Ein Polizeiauto fährt auf dem Elberadweg vor der historischen Altstadtkulisse mit der der Hofkirche, dem Hausmannsturm, dem Residenzschloss und der Semperoper Patrouille.
Die Polizei an der Elbe in Dresden. Bildrechte: dpa

15:37 Uhr | EU-Ratspräsident will europäisches Krisenzentrum

EU-Ratspräsident Charles Michel plädiert für den Aufbau eines europäischen Zivilschutzes und eines gemeinsamen Krisenzentrums. Michel sagte im flämischen Fernsehen, dass es kein einheitliches Kommando gebe. Ein europäisches Krisenzentrum würde mehr Vorausschau und mehr Solidarität schaffen. Jetzt sei es das Wichtigste, Gelder freizumachen für die Gesundheit und die Unterstützung der Wirtschaft.

15:10 Uhr | Mehrere Bundesländer nehmen französische Patienten auf

Mehrere Bundesländer an der Grenze zu Frankreich wollen Patienten aus der schwer vom Coronavirus getroffenen französischen Grenzregion Grand Est aufnehmen. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland erklärten sich dazu bereit.

Grand-Est-Regionalpräsident Jean Rottner schrieb auf Twitter: "Danke an (die Ministerpräsidenten) Winfried Kretschmann, Malu Dreyer und Tobias Hans dafür, dass sie uns zur Seite stehen!"

15:10 Uhr | Hanau verbietet Hamsterkäufe

Sogenannte Hamsterkäufe gelten in vielen Kommunen als Problem – in Hanau werden sie nun verboten. Ab Montag dürften Waren nur noch in haushaltsüblichem Umfang an eine Person abgegeben werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Oberbürgermeister Claus Kaminsky sagte: "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage."

14:58 Uhr | Überblick: So ist die europaweite Corona-Lage

Fast 400 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden in Spanien, längerfristige Grenzschließungen in Tschechien und drei Monate häusliche Quarantäne für Risikopatienten in Großbritannien - die Lage in vielen europäischen Ländern bleibt ernst.

14:48 Uhr | 81 neue Fälle in Sachsen

Die Zahl der Coronafälle in Sachsen ist weiter gestiegen. Am Sonntag meldete das sächsische Sozialministerium, dass seit Ausbruch der Pandemie insgesamt 731 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vortag um 81 gestiegen. Allerdings haben einige Landratsämter neue Zahlen gemeldet, die erst am Montag in die Berechnung des Sozialministeriums einfließen.

14:23 Uhr | Thüringen: Soforthilfe kann ab Montag beantragt werden

In Thüringen können Unternehmen und Selbständige ab Montag Corona-Soforthilfen beantragen. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagte, das Programm sehe Einmalzahlungen vor, um etwa Insolvenzen zu verhindern. Die Soforthilfen richteten sich nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Freiberufler, Künstler, selbständige Pädagogen und Marketingselbständige. Die jeweilige Hilfssumme ist von der Unternehmensgröße abhängig.

Selbständige und Betriebe bis fünf Beschäftigte können beispielsweise mit 5.000 Euro rechnen. Für Unternehmen zwischen elf und 25 Beschäftigten sind 20.000 Euro vorgesehen. Zusätzlich müssen die Unternehmer eidesstattlich versichern, dass sie aufgrund der Corona-Krise in eine Notlage geraten sind.

13:40 Uhr | Leipzig will Schutzkleidung nähen lassen

Leipzig sucht Firmen, die in der Corona-Krise zusätzliche Schutzkleidung nähen können. Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte, die Stadt plane, einen oder mehrere Aufträge an Unternehmen zu vergeben. Interessenten sollten sich jetzt melden. Ab kommender Woche sollen auch die Theaterwerkstätten in Leipzig Schutzanzüge und Masken nähen. Die handwerklichen Fertigkeiten der Kostümbildnerinnen sollen der Stadt zufolge in der Zeit genutzt werden, in der jeglicher Theaterbetrieb ruhe.

13:28 Uhr | Radio-Kolumne: Alles auf Abstand

Im ganzen politischen Berlin heißt es: Abstand! Und was sagt es über Nationen aus, wenn die Deutschen Klopapier, die Amerikaner Waffen und die Niederländer Marihuana horten? Unser Kolumnist Uwe Jahn macht sich so seine Gedanken. Hier zum Nachhören:

13:10 Uhr | Tangerhütte startet "Digitales Rathaus"

Tangerhütte hat sein digitales Rathaus gestartet.
In Tangerhütte können künftig viele Anträge online gestellt werden. Bildrechte: MDR/Collage/Katharina Häckl/Screenshot

Die Stadt Tangerhütte in Sachsen-Anhalt startet wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig ihr neu entwickeltes "Digitales Rathaus". Wie Bürgermeister Andreas Brohm ankündigte, können sich Einwohner der Einheitsgemeinde ab Montag registrieren, um Leistungen der Verwaltung online zu nutzen. Dazu gehörten zum Beispiel Kita-Anmeldungen, Hundesteuer-Fragen oder die Anmeldung von Veranstaltungen wie Brauchtumsfeuern. Brohm zufolge sind mehr als 200 Formulare bereits hinterlegt. Das Angebot werde nach und nach ausgebaut.

12:50 Uhr | Tschechien könnte Grenze monatelang schließen

Tschechien könnte seine Grenzen wegen der Coronavirus-Gefahr mindestens ein halbes Jahr geschlossen halten. Dafür plädierte der Leiter des tschechischen Coronavirus-Krisenstabs, der Epidemiologe Roman Prymula.

Ausländer dürften demnach ausreisen, aber nicht wieder einreisen. Ausnahmen sollten nur für grenznahe Berufspendler gelten, die in Sachsen, Bayern und Österreich arbeiten. Auch Lkw-Fahrer dürfen die Grenzkontrollstellen passieren, um den Warenverkehr zu gewährleisten. Tschechiens Innenminister Jan Hamacek warnte, wenn die Sonderregelung für Pendler massiv von Unberechtigten missbraucht werde, höre die Gutmütigkeit auf.

12:37 Uhr | Virologen rechnen 2020 nicht mehr mit vollen Stadien

Renommierte Virologen rechnen wegen der Corona-Pandemie nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr. Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé sagte in der ARD, er halte es für ausgeschlossen, dass die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio austragen werden können. Für Viren gebe es kein größeres Fest als solch eine Veranstaltung. Kekulé rechnet außerdem nicht damit, dass in Deutschland in diesem Jahr noch Fußballspiele vor Zuschauern ausgetragen werden.

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass es erst in einem Jahr wieder volle Stadien geben wird. Dem Magazin "Stern" sagte Drosten, er glaube überhaupt nicht daran, dass in absehbarer Zeit wieder Fußballstadien voll sein würden. Das werde es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Die Deutsche Fußball Liga hat die Spiele zunächst bis zum 2. April ausgesetzt.

12.15 Uhr | Spanien meldet rasanten Anstieg der Todesfälle

Wenige Menschen und Touristen sind auf der Plaza Mayor zu sehen, während Kneipen und Cafés schließen.
In Spanien gilt seit einer Woche eine Ausgangssperre. Bildrechte: dpa

In Spanien ist die Zahl der Toten durch das neue Coronavirus innerhalb eines Tages um fast 400 gestiegen. Das teilte die Regierung in Madrid mit. Sie sprach von einem Anstieg der Todesfälle um rund 30 Prozent. Damit starben in Spanien bereits 1.720 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

In Spanien gilt seit dem 14. März eine Ausgangssperre. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen.

11:48 Uhr | Nahrungsmittelreserven werden nicht angetastet

Trotz Hamsterkäufen wegen der Coronavirus-Krise sieht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe keinen Grund, die staatlichen Nahrungsmittelreserven anzutasten. Präsident Christoph Unger sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", die Lebensmittelversorgung in Deutschland sei trotz Hamsterkäufen nicht gefährdet. Genau so sehe das auch bei der Wasser- und Stromversorgung aus. Unger riet zugleich von Hamsterkäufen ab.

Die staatlichen Notreserven bestehen nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus Weizen, Roggen und Hafer zur Mehl-Produktion sowie Reis, Erbsen, Linsen und Kondensmilch.

Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig.

Christoph Unger

11:36 Uhr | Landkreistag sieht Pläne des Bundes skeptisch

Der Deutsche Landkreistag sieht es kritisch, dass der Bund schärfere Regeln beim Infektionsschutz plant und so Befugnisse des Bundes zulasten von Ländern und Kommunen ausweiten will. Landkreistags-Präsident Reinhard Sager betonte, Landkreise und Länder gäben ihr Bestes, in der schwierigen Lage abgestimmt und konsequent zu handeln. Die dezentralen Strukturen funktionierten. Eine Änderung von Zuständigkeiten würde in der Krisensituation eher verunsichern, weil sich neue Abläufe erst einspielen müssten.

11:17 Uhr | Notbetreuung in Bayern wird ausgeweitet

In Bayern können ab Montag mehr Familien für ihre Kinder die Notbetreuung in Schulen und Kitas in Anspruch nehmen. Der Katastrophenstab der Staatsregierung beschloss, dass Notbetreuung auch dann möglich sein soll, wenn nur ein Elternteil in der Gesundheitsversorgung oder Pflege arbeitet. Es gehe nicht nur um Ärzte und Pfleger, sondern um alle, die den Betrieb am Laufen hielten, etwa auch Reinigungs- und Küchenpersonal.

10:30 Uhr | Johnson warnt vor Überlastung des Gesundheitssystems

19.09.2014, Groߟbritannien, London: Boris Johnson, Premierminister von Groߟbritannien, spricht bei einer Pressekonferenz in der 10 Downing Street bezüglich des neuartigen Coronavirus.
Premier Boris Johnson hat dazu aufgerufen, das Gesundheitssystem NHS zu schützen. Bildrechte: dpa

Der britische Premierminister Boris Johnson warnt davor, dass eine ungebremste Ausbreitung des Coronavirus das staatliche Gesundheitssystem überfordern könnte. Johnson sagte, wenn die Ausbreitung nicht verlangsamt werde, sei es wahrscheinlich, dass der National Health Service in ähnlicher Weise überlastet werde wie das italienische Gesundheitssystem. Johnson betonte, Großbritannien sei in Bezug auf das Coronavirus nur zwei bis drei Wochen hinter Italien.

Die britische Regierung rief Menschen mit Vorerkrankungen dazu auf, für mindestens drei Monate zu Hause zu bleiben und sich selbst abzuschirmen. Der Staatssekretär für kommunale Angelegenheiten, Robert Jenrick, sagte, für die Betroffenen werde es eine spezielle Hotline geben sowie Lieferdienste für Lebensmittel und Medikamente.

10:00 Uhr | Tausende Japaner bewundern Olympisches Feuer

Trotz der Coronavirus-Pandemie sind in Japan zehntausende Menschen zusammengekommen, um das Olympische Feuer zu sehen.

Menschen versammeln sich, um einen Blick auf das olympische Feuer zu werfen.
Großer Andrang vor dem Olympischen Feuer in Japan. Bildrechte: dpa

Mehr als 50.000 Menschen strömten am Samstag zum Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi, wo die Flamme in einem goldenen Kessel gezeigt wurde. Die Warteschlange war japanischen Medienberichten zufolge teilweise 500 Meter lang. Einige Besucher warteten stundenlang. Viele trugen Atemschutzmasken.

Das in Griechenland entzündete Olympische Feuer war am Freitag in Japan eingetroffen. Ab Donnerstag soll es dann mit einem Fackellauf durch alle japanischen Präfekturen getragen werden.

09:24 Uhr | Epidemiologe: Spazierengehen mit Familie ungefährlich

Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum Braunschweig ist besorgt über mögliche Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Im Interview mit MDR AKTUELL sagte Krause, derzeit gebe es eine Vermengung von Faktoren und Fehlinterpretationen. Wer alleine oder mit der Familie spazieren gehe, stecke sich nicht an und gefährde auch keinen anderen.

Bilder vom Desinfizieren ganzer Straßenzüge erzeugten ein falsches Bild über die Übertragungswege des Virus. Es werde nicht durch die Luft übertragen. Krause zufolge könnten die jetzt durchgeführten Maßnahmen sogar größeren gesundheitlichen Schaden in der Bevölkerung nach sich ziehen als der erreichte Gewinn in Bezug auf die Corona-Infektion. Das Interview zum Nachhören:

08:45 Uhr | Kneipe in Erfurt geräumt

Die Polizei in Thüringen hat am Samstag mehr als 50 Platzverweise ausgesprochen, weil sich an mehreren Orten größere Gruppen getroffen hatten. So wurde am Samstagabend in Erfurt eine Kneipe geräumt, die trotz Verbot geöffnet war. 25 Menschen wurden zum Verlassen der Bar aufgefordert. In Föritztal im Kreis Sonneberg sowie in Leinefelde beendete die Polizei Partys in Garagen. In Altenburg wurde eine Feier in einer Gartenanlage aufgelöst.

08:35 Uhr | Die Lage in Mitteldeutschland

Unsere Kollegen aus den Landesfunkhäusern fassen auch heute wieder das Wichtigste aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen:

08:12 Uhr | Maas räumt Probleme bei Rückholaktion ein

Außenminister Heiko Maas hat eingeräumt, dass es bei der Rückholung deutscher Urlauber Probleme gibt. Der SPD-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, nicht in allen Fällen könne innerhalb kürzester Zeit Abhilfe geschaffen werden. Oft hätten die Menschen Probleme, überhaupt die Flughäfen zu erreichen. Seit Beginn der Woche seien über 100.000 Deutsche nach Hause zurückgekehrt. Viele weitere hätten sich registriert und warteten auf Flugmöglichkeiten.

Maas zufolge handelt inzwischen nicht mehr jedes EU-Land in Eigenregie. Es gebe ein europäisches Rückholsystem. Deutschland nehme auch Bürger anderer Länder mit. Andersherum könnten Deutsche die Rückholflüge anderer Länder nutzen.

07:56 Uhr | US-Serien spenden medizinisches Material

In den USA haben sich die Macher mehrerer Krankenhausserien wie "Grey's Anatomy" entschieden, medizinisches Material wie Handschuhe und Atemschutzmasken, die eigentlich bei den Dreharbeiten verwendet worden wären, an "echte" Krankenhäuser zu spenden. Bei den meisten US-Serien ruhen wegen der Corona-Krise die Dreharbeiten. Katharina Wilhelm berichtet:

07:30 Uhr | Merkel berät mit Ministerpräsidenten

Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beraten. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, ist eine Telefonkonferenz geplant. Darin soll die aktuelle Lage analysiert werden. Auch über bundesweite Ausgangsbeschränkungen soll gesprochen werden. Bayern und das Saarland hatten bereits am Freitag Ausgangsbeschränkungen erlassen. In Mitteldeutschland gibt es solche Regelungen auch in einzelnen Kommunen wie Jena und Dresden.

07:15 Uhr | Bauern fordern Lösungen für Erntehelfer

Der Deutsche Bauernverband befürchtet wegen der Corona-Krise einen dramatischen Mangel an Saisonarbeitskräften. Verbandspräsident Joachim Rukwied sagte, man brauche kurzfristig praktikable Lösungen, etwa für die Ernte von Spargel, Rhabarber und Erdbeeren.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Medienberichten zufolge angeregt, vorübergehend Arbeitslose und Kurzarbeiter in der Landwirtschaft zu beschäftigen, ebenso Asylbewerber ohne Arbeitserlaubnis. Das Bundeslandwirtschaftsministerium will am Montag nach Informationen der "Bild am Sontag" ein Jobportal für Erntehelfer starten. Wegen der Corona-Krise können viele Saisonkräfte aus Osteuropa nicht nach Deutschland einreisen.

06:52 Uhr | Coronavirus lässt Stromverbrauch sinken

Die Energiebranche erwartet, dass im Zuge der Corona-Krise der Stromverbrauch in Deutschland deutlich sinken wird. Als Grund werden die zahlreichen Werksschließungen und Produktionseinschränkungen genannt. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mitteilte, sind die Großhandelspreise für Strom bereits deutlich gefallen. An der Strombörse seien Lieferungen im April bereits fast 30 Prozent günstiger als noch vor einer Woche. Einfluss auf die Verbraucher hat das aber nicht. In Deutschland wird der meiste Strom über längerfristige Verträge und damit zu festgeschriebenen Preisen verkauft.

06:30 Uhr | Kein Abflug mit Passagieren mehr am Flughafen Leipzig/Halle

Am Flughafen Leipzig/Halle ist erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie kein einziger Abflug einer Passagiermaschine mit Passagieren geplant. Heute werden lediglich fünf Flugzeuge landen. Sie kommen aus Mallorca, Gran Canaria und Ägypten. Der Flugplan war wegen der Corona-Pandemie schon in den vergangenen Tagen stark zusammengestrichen worden. Auch am Flughafen Dresden herrscht kaum noch Betrieb. Dort sind heute vier Starts und fünf Landungen geplant.

06:20 Uhr | Italien macht viele Firmen dicht

Italien schließt wegen der Coronavirus-Pandemie viele Firmen und Fabriken. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte in Rom, landesweit müsse jegliche Produktion eingestellt werden, die nicht lebensnotwendig sei. Supermärkte, Banken, Post und Apotheken dürfen weiter öffnen. Diese Maßnahme soll zunächst bis 3. April gelten. Italien hatte am Samstag 800 Corona-Tote gemeldet, so viele wie noch nie an einem Tag. Damit starben seit Ausbruch der Pandemie in dem Land 4.800 Menschen. 54.000 gelten offiziell als infiziert.

Wir verzichten auf unsere liebsten Gewohnheiten. Wir machen das, weil wir Italien lieben. (...) Gemeinsam schaffen wir das.

Giuseppe Conte, Italiens Ministerpräsident

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. März 2020 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2020, 06:35 Uhr