ܜberweisungsträger der Kindernothilfe mit Spendenquittung,
In Deutschland spenden weniger Menschen als in den Vorjahren. Bildrechte: IMAGO

Spendenrat Immer weniger Deutsche spenden

Seit 2005 schaut der Deutsche Spendenrat jährlich, wie viel Geld in Deutschland gespendet wird und von wem. Den neuesten Zahlen zufolge nimmt die Spendenbereitschaft ab. Doch obwohl weniger Deutsche spenden, bleibt die Spendensumme stabil.

ܜberweisungsträger der Kindernothilfe mit Spendenquittung,
In Deutschland spenden weniger Menschen als in den Vorjahren. Bildrechte: IMAGO

Die Zahl der privaten Spender in Deutschland ist auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Von Januar bis Ende September diesen Jahres gaben hochgerechnet rund 15,7 Millionen Menschen Geld für gemeinnützige Organisationen und Kirchen, 800.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das geht aus Daten hervor, die der Deutsche Spendenrat am Montag in Berlin vorgestellt hat. Es sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung vor 15 Jahren. Die Gesamtsumme der Spenden ist dabei jedoch relativ stabil geblieben: Insgesamt seien bis Ende September 3,26 Milliarden Euro für gute Zwecke zusammengekommen, 1,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2018.

Dass die Summe der Spenden kaum abgenommen hat, hängt laut Spendenrat damit zusammen, dass die einzelne Spende mit 35 Euro höher ausfällt als in manch früherem Jahr. Und diejenigen, die spenden, tun dies häufiger.

Mehr humanitäre Spenden, weniger Umwelt- und Tierschutz

Bis Jahresende rechnet der Spendenrat mit deutlich über fünf Milliarden Euro. 2018 waren es 5,3 Milliarden Euro. Die Angaben basieren auf monatlichen Selbstauskünften von 10.000 deutschen Privatpersonen ab 10 Jahren, erhoben von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Der mit Abstand größte Teil der Spenden floss laut Analyse weiter in humanitäre Hilfe, etwa nach Naturkatastrophen. Rund 75 Prozent des Gesamtvolumens zwischen Januar und September wurde dafür gespendet. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus.

Erneut mehr Spenden flossen demnach für Kultur- und Denkmalpflege sowie Sport. Rückgänge gab es insbesondere beim Umwelt- und Tierschutz. Der Spendenrat ist ein gemeinnütziger Dachverband von 68 Organisationen, die Spenden sammeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 13:17 Uhr

6 Kommentare

nasowasaberauch vor 1 Wochen

Die Bevölkerung spendet doch ausreichend durch die Zinspolitik der EZB werden die Sparer belastet und die Altersvorsorge kommt auch unter die Räder. Die Regierung Merkel profitiert davon und kann durch die Mehreinnahmen eine Migrationspolitik bezahlen und dabei sogar noch die schwarze 0 einzuhalten. Da kann ich keine mangelnde Spendenbereitschaft erkennen, auch wenn sie nicht ganz freiwillig ist.

Arbeitende Rentnerin vor 1 Wochen

Sicher ist die zunehmende Belastung bei z.B. sinkenden Renten ein Grund für weniger Spendenbereitschaft, der andere Grund ist sicher, dass wir unfreiwillig die halbe Welt retten und schon viel Schindluder mit Spenden betrieben wurde, wenn ich jemandem helfe, dann nur Leuten, die ich kenne und die wirklich nichts haben oder in irgendeiner Sache Hilfe brauchen, gibt es übrigens zur Genüge bei uns, das kommt wenigstens an. Allen Leuten pauschal Geiz vorzuwerfen, trifft es sicher nicht ganz, viele helfen im Verborgenen, mancher Reiche, um Steuern zu sparen (nicht alle)

C.T. vor 1 Wochen

"Die Zahl der privaten Spender in Deutschland ist auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung..."

Ob das eventuell damit zusammenhängt, dass die Belastung der privaten Haushalte durch Gebühren und Steuern auf dem höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen ist?

Oder einfacher gesagt: Je höher die Steuern desto kleiner die Spenden...

Nebenbei, ich brauchte kein Diplomökonom oder Wirtschaftswissenschaftler zu sein, um auf diese Kausalität zu kommen...