Betrugsmaschen Überblick: Die Maschen der Betrüger in Zeiten von Corona

Enkeltrick, Phishing Mails, falsche Polizisten: In den vergangenen Tagen häuften sich Fälle von Betrugsversuchen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Redaktion von "Kripo Live" hat die unterschiedlichen Maschen recherchiert.

von Nadja Malak

Bargeld-Noten in der Hand
Nicht nur ältere Menschen sind derzeit Ziel von Betrügern: Mit verschiedenen Maschen versuchen Kriminelle, die Corona-Pandemie für sich auszunutzen. Bildrechte: MDR/Kamera 2

An der Haustür

Falsche Polizisten und Mitarbeiter vom Gesundheitsamt

Angebliche Mitarbeiter des Gesundheitsamts oder falsche Polizisten verschaffen sich Zutritt zu den Wohnungen. Sie behaupten, die Bewohner hätten sich mit dem Virus infiziert oder die Person stünde unter Quarantäne. Sie müssten jetzt in die Wohnung kommen, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Die Polizei rät: Seien Sie misstrauisch. Lassen Sie keinen in die Wohnung – schon aus Vorsorge vor dem Virus. Zudem macht das Gesundheitsamt nur in Ausnahmefällen und niemals nachts Hausbesuche. Dabei weisen sich die Mitarbeiter auch immer aus.

Flyer-Verteiler

Angebliche Mitarbeiter der Stadt verteilen Info-Flyer an der Haustür. Die Polizei vermutet, dass auch hier die Täter versuchen, das Vertrauen der Senioren zu erschleichen und in die Wohnung zu gelangen. Auch hier gilt: Lassen Sie niemanden in Ihre Wohnung!

Vermeintliche Einkaufshilfe

Außerdem bieten Unbekannte ihre Dienste, zum Beispiel bei Einkäufen, an. Man solle dabei Geld und einen Einkaufszettel einfach vor die Tür legen. Die Polizei rät: Lassen Sie sich nur von Menschen helfen, die Sie persönlich kennen.

Per Telefon

Der Enkeltrick

Die Anrufer geben sich demnach am Telefon als Verwandte aus, die mit dem Virus infiziert seien und finanzielle Unterstützung für die Behandlungskosten bräuchten. Sie bitten um Geld oder Wertgegenstände, die ein Freund abholen werde. Die Polizei warnt davor, Geld und Wertsachen an Unbekannte zu geben und ruft zu Misstrauen auf, wenn Anrufer sich nicht mit Namen melden. Sollten Sie Opfer einer Straftat geworden sein oder den Verdacht haben, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, wählen Sie den Notruf 110!

Home-Office-Support

Eine ganz neue Masche wendet sich an die Menschen, die jetzt zu Hause arbeiten. Englisch-sprachige Täter rufen an und schildern ein Problem im Computersystem des Unternehmens. Um es zu lösen, wollen sie eine Fernwartungs-Software aufspielen. So kämen die Täter an sensible Daten der Rechner. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter davor warnen.

Auf einer Computertastatur liegen Kreditkarten
Bildrechte: dpa

Im Internet

Phishing-Mails

Kriminelle schicken E-Mails, in deren Anhang sich angeblich wichtige Informationen der WHO zu Corona befinden. Öffnet man diese Anhänge, infiziert man seinen Computer. Bei einer weiteren Phishing-Masche behaupten Kriminelle in der E-Mail, dass die Sparkasse kleine Filialen zum Schutz der Mitarbeiter schließt. Kunden können angeblich nur dann Hilfe bekommen, wenn sie Daten überprüfen. Das soll über einen entsprechenden Link aus der E-Mail heraus geschehen. Die Polizei rät: Öffnen Sie nie E-Mailanhänge, deren Absender Sie nicht kennen, und klicken Sie keine Links, wenn Sie nicht sicher sind, dass es sich um einen sicheren Absender handelt!

Fake-Shops

Derzeit häufen sich auch die Meldungen über Spammails, die zu Fake-Shops führen, in denen man medizinischen Bedarf wie Atemmasken kaufen kann. Dabei missbrauchen die Täter den Firmennamen eines real existierenden Unternehmens aus Deutschland, welches auch für diverse Apotheken zuständig ist, so die Polizei. Die Polizei bietet auf ihren Seiten Informationen dazu, wie Sie Fake-Shops erkennen können.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Kripo live | 22. März 2020 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2020, 16:23 Uhr