Bundesweite Protestaktion Protestaktionen an Autobahnen beendet

Umweltschützer haben auf mehreren Autobahnen für Chaos gesorgt. Sie seilten sich unter anderem auf der A4 von Brücken ab. Sie protestierten damit offenbar gegen die Abholzung des Dannenröder Forstes für eine Autobahn. Bis zum Freitagnachmittag waren die bundesweiten Aktionen beendet.

Umweltschützer blockieren Autobahn
Zwei Menschen haben sich von einer Brücke über die A4 bei Dresden abgeseilt. Die Polizei sperrte die Autobahn für mehrere Stunden. Bildrechte: T. Plunert

Umweltschützer haben auf mehreren Autobahnen in Deutschland für lange Staus gesorgt. Mehrere Menschen seilten sich von Brücken ab. Die Polizei musste die betroffenen Autobahnen sperren.

Abseilaktionen von Brücken

Protestaktion an Autobahn 4 bei Dresden
Blick auf die A4 bei Dresden. Bildrechte: Roland Halkasch

Wie ein Sprecher der Gruppe dem MDR mitteilte, hatten sich unter anderem auf der A4 bei Dresden zwei Menschen von einer Brücke abgeseilt und ein Transparent aufgespannt. Die Polizei sperrte deshalb die Autobahn zwischen dem Dreieck Dresden-West und Dresden-Altstadt in beide Richtungen für mehr als fünf Stunden. Der Verkehr staute sich dadurch über mehrere Kilometer. Die beiden 24 und 40 Jahre alten Männer weigerten sich der Polizei zufolge, ihre Aktion selbst zu beenden. Fachleute der Höhenrettung holten sie schließlich mit einer Hubbühne von der Brücke. Die Polizei ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Über der A4 in Jena seilten sich ebenfalls zwei Umweltschützer ab. Auch hier musste die Autobahn vorübergehend gesperrt werden. Weitere Aktionen gab es auf der A7 bei Kassel, Schleswig, der A20 bei Tribsees, der A2 bei Braunschweig und Hannover und der A485 bei Gießen. Bis zum Nachmittag waren alle Sperrungen aufgehoben.

Scharfe Kritik aus der Politik

Sachsens Innenminister Roland Wöller kritisierte die Aktion. Das habe nichts mehr mit legitimem Protest zu tun, sondern sei eine kriminelle Handlung, die Menschenlebens aufs Spiel setze und den Straßenverkehr gefährde, sagte er. Zudem entstehe ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden durch die Verkehrsbehinderungen. Auch der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig nannte die Aktion inakzeptabel. Er habe zwar Verständnis für das Thema Klimaschutz, doch diese Art des Protests gefährde Menschenleben.

Protest gegen Abholzung des Dannenröder Forstes

Aktivisten, die gegen die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 sind, protestieren am Dannenröder Forst.
Umwelt- und Klimaschützer wollen die Abholzung des Dannenröder Forstes verhindern. Bildrechte: dpa

Die Abseilaktionen soll von mehreren unabhängig voneinander agierenden Gruppen organisiert worden sein, teilte eine Gruppe namens "Aktion Autofrei" mit. Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen die Rodung des Dannenröder Forsts in Hessen. Teile des Waldes sollen einem Autobahnstück weichen. Für den Lückenschluss der A49 sollen in dem Wald nahe Homberg/Ohm auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume gerodet werden. Die Arbeiten laufen bereits.

Umwelt- und Klimaschützer fordern einen Stopp der Ausbauarbeiten. Sie protestieren, weil sie das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt halten. Sie haben Teile des Waldes besetzt. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um den Wald zu räumen.

Zudem forderten Aktivisten, eine Verkehrswende zügig umzusetzen, etwa mehr Fokus auf den Ausbau des Schienenverkehrs zu legen und Konsum kritisch zu hinterfragen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2020 | 11:30 Uhr

43 Kommentare

mac vor 8 Wochen

Mit einer guten Ausbildung lernt man Recht und Gesetz. Scheinbar fehlt es diesen jungen Leuten an der Bildung, sonst wüßten sie was sie falsch machen. Dummheit schütz vor Strafe nicht." Daher finde ich es mehr als krimminell, was diese Menschen egal wie alt da abziehen. Ich würde maximale Strafen verhängen für den Aufwand und deren Folgen. Das hat nichts mit friedlichen Demos zu tun, die auf Krisen aufmerksam machen wollen und es sind "keine Aktivisten" oder "Demonstranten", sondern krimminelle Störaktionen.
Für alle Klima-Aktivisten die es ehrlich meinen sind diese Aktionen ein Hohn!

Peter vor 8 Wochen

Benutzer: Seit wann ist es sogenannten Demonstranten erlaubt, sich über Recht und Gesetz hinwegzusetzen. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hattte in Leipzig eine Kundgebung nur auf dem Augustusplatz genehmigt. Die sogenannte Demo auf dem Innenstadtring inklusive der Blockade des Verkehrs war illegal.

Peter vor 8 Wochen

Udo: Frage: Haben die sogenannten Demonstranten in Leipzig geltendes Recht gebrochen, als sie gegen die Auflagen des Oberverwaltungsgerichts Bautzen den Leipziger Ring blockierten?
Ja, sie haben genauso geltendes Recht gebrochen wie die jungen Leute heute.
Also: Was macht die sogenannten Demonstranten von Leipzig besser oder schlechter als die jungen Leute von heute?