Update: Corona-Lage an Schulen Neue Höchststände bei Infektions- und Quarantänezahlen

Immer mehr Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in Mitteldeutschland sind von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Das ergab eine Auswertung des MDR-Magazins "Umschau" anhand der von den Kultusministerien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen veröffentlichten Fallzahlen.

Ein Klassenzimmer, Blick zu einer Tafel auf der Viren gemalt sind
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THÜRINGEN - Sprunghafter Anstieg der Coronafälle

In Thüringen sind die Infektionszahlen zuletzt besonders stark gestiegen. So wurden in der vergangenen Woche 151 Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Der mit Abstand höchste gemeldete Stand seit den Sommerferien.

Die deutlich erhöhte Dynamik zeigt sich besonders im Vergleich zur Vorwoche. So gab es bei Schülerinnen und Schülern mehr als doppelt so viele positive Tests. Auch bei den Lehrkräften hat sich die Infektionszahl verdoppelt. In der vergangenen Woche (KW47) wurden 60 Lehrerinnen und Lehrer positiv getestet. In der Woche zuvor waren es nur 26.

Aktuelle Zahlen zur Quarantäne konnte das Bildungsministerium in Erfurt auf Anfrage noch nicht benennen.

Neues Corona-Monitoring in Thüringen

Das Covid19-Infektionsmonitoring des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport bildet seit dieser Woche (KW48) tagesaktuell auf einer Karte des Freistaates die derzeitigen coronabedingten Einschränkungen an Thüringer Schulen und Kindertageseinrichtungen ab.

Ein Lehrer unterrichtet bei geöffnetetn Fenstern und geöffneter Türe vor einer Klasse Corona Schutzmaßnahmen im Unterricht einer Berufsschule
Regelmäßiges Lüften soll eine Ausbreitung des Virus in Schulen verhindern. Bildrechte: imago images/Mattias Christ

SACHSEN - Neuer Höchststand bei Infektionen und Quarantäne

Auch in Sachsen steigt die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen - stetig und deutlich. Wurden Anfang Oktober an öffentlichen Schulen sieben positiv getestete Lehrkräfte in einer Woche gezählt, waren es zuletzt 192 - mehr als 27 Mal so viele. Bei den Schülerinnen und Schülern kletterte die Zahl im gleichen Zeitraum von 18 auf 404 pro Woche. Ein Anstieg um das 22-Fache.

Deutlich mehr Schülerinnen und Schüler sind von Quarantänemaßnahmen betroffen. Waren es Anfang Oktober noch 873 innerhalb einer Woche, wurde nun ein neuer Höchststand erreicht: In der vergangenen Woche blieben 13.520 Jungen und Mädchen zuhause in Quarantäne – insgesamt 1,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Sachsen.

Eine Schülerin sitzt mit Maske vor offenem Fenster und folgt dem Unterricht
In Sachsen-Anhalt ist eine Maskenpflicht für Schüler ab Klassenstufe 7 geplant, um Ansteckungen zu vermeiden. Bildrechte: imago images / Mattias Christ

SACHSEN-ANHALT - So viele Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in Quarantäne wie in keiner Woche zuvor

Neue Höchststände veröffentlichte auch das Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt. Waren Anfang Oktober 989 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, stieg ihre Zahl zuletzt auf 6.129 pro Woche - mehr als sechs Mal so viele. Insgesamt waren demnach 2,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt in der vergangenen Woche zuhause in Quarantäne.

Zum ersten Mal veröffentlichte das Bildungsministerium nun auch Zahlen zu Infektionsfällen. Bekannt seien Coronavirus-Infektionen bei 215 Schülerinnen und Schülern sowie 73 Lehrkräften.

Bislang hatte das Ministerium keine Zahlen zu Infektionen erhoben. Zur Begründung hatte ein Sprecher erklärt, "Krankheitsdiagnosen würden dem Arbeitgeber grundsätzlich nicht übermittelt".

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 25. November 2020 | 19:30 Uhr