Mit einer Aktenmappe verdeckt der Angeklagte beim Betreten des Sicherheitssaals des Landgerichts sein Gesicht.
Höchststrafe für den irakischen Asylbewerber Ali B. wegen Vergewaltigung und Mord. Bildrechte: dpa

Mainz Mordfall Susanna: Lebenslange Haft für Ali B.

Wegen des Mordes an der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz hat das Landgericht Wiesbaden einen Asylbewerber zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall sorgte für Schlagzeilen, weil der Verdächtige kurz nach der Tat in den Irak ausgereist war. Er wurde von der Kurden-Polizei gefasst und ausgeliefert. Zudem löste das Verbrechen eine Debatte über den Umgang mit kriminellen Migranten aus.

Mit einer Aktenmappe verdeckt der Angeklagte beim Betreten des Sicherheitssaals des Landgerichts sein Gesicht.
Höchststrafe für den irakischen Asylbewerber Ali B. wegen Vergewaltigung und Mord. Bildrechte: dpa

Im Prozess um die Vergewaltigung und den Mord an der 14-jährigen  Susanna F. ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Richter am Landgericht Wiesbaden stellten zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung ist für den Iraker Ali B. damit so gut wie ausgeschlossen.

Das Landgericht sah es als erwiesen, dass der 22-Jährige vor einem Jahr die Schülerin in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat. Die Leiche des Mädchens aus Mainz war am 6. Juni 2018 in einem Erdloch gefunden worden. Die Ermittler waren durch einen Zeugenhinweis auf das Versteck gestoßen.

Anklage: Kaltblütiges und heimtückisches Verbrechen

Mit dem Urteilsspruch folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Vertreter der Anklage hatten dem irakischen Flüchtling vorgeworfen, Susanna erwürgt zu haben, um die Vergewaltigung zu verdecken. Er habe kaltblütig, zielgerichtet und heimtückisch gehandelt. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt.

Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, das 14-jährige Mädchen umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er. Bei Susannas Mutter entschuldigte er sich in seinem letzten Wort vor Gericht. In einem weiteren nichtöffentlichen Prozess muss sich der Iraker wegen der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten.

Kurden fassen Ali B.

Kurz nach dem Mord hatte sich Ali B. mit seiner Familie in die Heimat abgesetzt. Im kurdisch kontrollierten Nordirak wurde er jedoch nach wenigen Tagen gefasst und von Bundespolizisten nach Deutschland zurückgebracht. Diese Aktion war rechtlich umstritten und hatte für Kritik am Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, gesorgt.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 11:02 Uhr