Gerichtsurteil Transfer von Eizellen im Vorkernstadium verboten

Im Berufungsprozess um Eizellenspenden hat das Bayerische Oberste Landesgericht sein Urteil gesprochen: Demnach dürfen gespendete Eizellen im Vorkernstadium nicht an eine andere Frau übertragen werden.

Ein Spermium wird einer Eizelle injiziert.
Gespendete Eizellen im Anfangsstadium der Befruchtung dürfen nicht an Frauen weitergegeben werden. Bildrechte: dpa

Gespendete Eizellen im Vorkernstadium dürfen nicht an eine andere Frau übertragen werden. Das hat das Bayerische Oberste Landesgericht (OLG) am Mittwoch entschieden.

Angeklagt waren der Vorstand des Vereins "Netzwerk Embryonenspende" und zwei Mediziner. Ihnen wurde Verstoß gegen das Embryonenschutzgesetz sowie missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen.

Angeklagte haben Zellen im Vorkernstadium vermittelt

In zwei früheren Prozessen waren die drei Angeklagten freigesprochen worden. Die Urteile wurden nun teilweise aufgehoben. Das OLG war die letzte Instanz in der Sache. Laut Gerichtssprecher ist es das erste Mal, dass eine obergerichtliche Entscheidung zu dem Thema fällt.

Der Verein hatte ungewollt kinderlosen Paaren Eizellenspenden vermittelt – ohne dafür Geld zu nehmen, wie Vereinsgründer Hans-Peter Eiden betonte. Dabei handelte es sich um Eizellen, die anderen Frauen im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen entnommen wurden und dabei gewissermaßen übrig blieben. Die Zellen hätten sich sowohl im Vorkern- als auch im Embryonenstadium befunden. Beim Vorkernstadium handelt es sich um das Anfangsstadium der Befruchtung.

In Deutschland ist laut Embryonenschutzgesetz nur die Spende unbefruchteter Eizellen explizit verboten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 17. Oktober 2020 | 18:00 Uhr