Mecklenburg-Vorpommern 1200 Hektar Wald brennen bei Lübtheen

Der Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat mittlerweile eine Fläche von 1200 Hektar erfasst. Vier Ortschaften wurden schon evakuiert. Sechs Löschhubschrauber und zehn Räum- und Bergepanzer sind im Einsatz.

Waldbrand Lübtheen
Mit 1200 Hektar ist der Waldbrand bei Lübtheen der größte in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bildrechte: dpa

Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich am Dienstag auf eine Fläche von 1200 Hektar ausgeweitet. Vor allem die anhaltende Trockenheit und unberechenbar drehende Winde gestalteten die Löscharbeiten weiterhin schwierig.

Panzer schlagen zusätzliche Schneisen

Um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, sollten im Laufe des Tages zusätzliche Schneisen in das munitionsbelastete Gebiet im Landkreis Ludwigslust-Parchim geschlagen werden. Dadurch soll den eingesetzten Feuerwehrleuten ein sicherer Zugang verschafft werden. Die Bundeswehr ist dafür mit zehn Räum- und Bergepanzern vor Ort. Auch zehn Wasserwerfer sollten zum Einsatz kommen, um die Schneisen zu wässern.

Mehr Löschubschrauber im Einsatz

Außerdem sollte die Zahl der eingesetzten Löschhubschrauber im Laufe des Tages auf acht verdoppelt werden. Am Vormittag wurde zunächst der Einsatz von sechs Hubschraubern gemeldet. Am Montag lag die Zahl noch bei vier Helikoptern.

Seit Dienstag sind auch 50 Feuerwehrleute aus dem benachbarten Schleswig-Holstein mit Tanklastern und anderen Fahrzeugen bei Lübtheen im Einsatz.

Feuer, Rauch und Altmunition - Der Großbrand bei Lübtheen

Es ist der größte Brand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bei Lübtheen kämpfen zahlreiche Einsatzkräfte gegen einen Mega-Waldbrand. Feuer, Rauch und Altmunition sind die Gefahren.

Löschfahrzeug vom Flughafen Berlin für den Einsatz gegen den Waldbrand bei Lübtheen.
Auch Löschfahrzeuge vom Flughafen Berlin helfen im Kampf gegen die Flammen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Löschfahrzeug vom Flughafen Berlin für den Einsatz gegen den Waldbrand bei Lübtheen.
Auch Löschfahrzeuge vom Flughafen Berlin helfen im Kampf gegen die Flammen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Löschpanzer auf einem LKW wird wegen dem Waldbrand auf ehemaliger Truppenübungsplatz bei Lübtheen, angefahren.
Ein Löschpanzer wird zum riesigen Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen transportiert. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Anwohner beobachten Hubschrauber der Bundespolizei beim Wassertanken nahe Lübtheen in einem Badesee.
Anwohner beobachten Hubschrauber der Bundespolizei beim Wassertanken nahe Lübtheen in einem Badesee. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Anwohner betrachten Panzer der Bundeswehr in Lübtheen.
Die Bundeswehr hilft mit Panzern gegen den Waldbrand bei Lübtheen. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Pressekonferenz mit Brigardegeneral GERD JOSEF KROPF, Ministerpräsidentin MANUELA SCHWESIG (SPD), Landrat STEFAN STERNBERG (SPD) und Feuerwehrkommandant der Region.
Brigadegeneral Gerd Josef Kropf, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Landrat Stefan Sternberg und ein Feuerwehrkommandant zum Stand der Brandbekämpfung. Bildrechte: imago images / Michael Trammer
Rauch steigt bei einem groߟflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf.
Riesige Rauchschwaden steigen in der Nähe des Ortes Alt Jabel auf: Der Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen ist der größte in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Rund 2.000 Einsatzkräfte sind vor Ort, um den auf mehreren hundert Hektar lodernden Großbrand in Griff zu bekommen. Die Löscharbeiten werden durch Altmunition im Boden des ehemaligen Truppenübungsgeländes erschwert. Bildrechte: dpa
Ein Hubschrauber der Bundeswehr wirft in der Nähe der evakuierten Ortschaft Jessenitz-Werk in dem auch kleine Feuer zu sehen sind.
Ein Löschubschrauber der Bundeswehr in Aktion: Auf acht Helikopter sollte die Zahl am Dienstag (02.07.2019) erhöht werden. Bildrechte: dpa
Ein Mann radelt an abgestellten Wasserwerfern der Polizei vorbei.
Auch Wasserwerfer der Polizei werden eingesetzt, um die Wege und Schneisen in dem betroffenen Waldgebiet zu wässern. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen groߟflächigen Waldbrand.
Dadurch soll ein Ausbreiten des Feuers verhindert und den Einsatzkräften ein sicherer Zugang offengehalten werden. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute bereiten sich im evakuierten Ort Alt Jabel auf den Einsatz beim groߟflächigen Waldbrand vor.
Neben Feuerwehren aus Mecklenburg-Vorpommern sind auch Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor Ort. Bildrechte: dpa
Ein Mann blickt von einem Aussichtsturm von Niedersachsen aus über die Elbe auf den Waldbrand auf den Waldbrand bei Lübtheen
Blick auf den Großbrand von einem Aussichtsturm in Niedersachsen über die Elbe. Bildrechte: dpa
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"Gehen zum Angriff über"

Landrat Stefan Sternberg teilte am Dienstagmorgen mit: "Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über." Bislang sei es darum gegangen, am Rande des Truppenübungsplatzes gelegene und zum Teil auch schon geräumte Dörfer vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen. Dies sei gelungen.

Vierte Ortschaft evakuiert

Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Durch die Bewässerung von Schneisen und Wegen soll das Feuer unter Kontrolle gehalten werden. Bildrechte: dpa

Am Montagabend musste bereits die vierte Ortschaft in dem Brandgebiet evakuiert werden. Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte, wurde damit begonnen, das Dorf Volzrade zu räumen. 117 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zuvor waren bereits drei Ortschaften mit rund 900 Menschen geräumt worden.

Größter Brand in Mecklenburg-Vorpommern

Der Großbrand, der auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen ausgebrochen war, gilt als größter Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Till Backhaus hatte es auch zu DDR-Zeiten keinen Waldbrand mit ähnlichem Ausmaß gegeben. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus.

Das Waldbrandgebiet bei Lübtheen

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Juli 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 15:09 Uhr