Osterfeuer in Apolda (Archivbild)
Die Tradition des Osterfeuers wird auch dieses Jahr wieder an vielen Orten gefeiert. Doch wegen der anhaltenden Trockenheit herrscht vielerorts Brandgefahr. Bildrechte: MDR JUMP/Hagen Wolf

Mitteldeutschland Waldbrandgefahr - auch ohne Osterfeuer

In vielen Teilen Mitteldeutschlands werden die anstehenden Feiertage mit einem Osterfeuer gefeiert. Doch schon im Frühjahr besteht vielerorts ein hohes Waldbrandrisiko. In manchen Regionen von Sachsen und Sachsen-Anhalt sind sogar Osterfeuer verboten worden. Kommt diese Waldbrandgefahr nicht ziemlich früh im Jahr?

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Osterfeuer in Apolda (Archivbild)
Die Tradition des Osterfeuers wird auch dieses Jahr wieder an vielen Orten gefeiert. Doch wegen der anhaltenden Trockenheit herrscht vielerorts Brandgefahr. Bildrechte: MDR JUMP/Hagen Wolf

Ein wenig nervös war Mathias Nobel in den letzten Tagen schon. Der Geschäftsführer vom Heidebad in Halle-Nietleben ist verantwortlich für das Osterfeuer, das am Sonntag angezündet werden soll.

Trockenheit gefährdet den Osterbrauch

Die Trockenheit war auch während der Vorbereitungen Thema, berichtet Nobel. Eben aufgrund der Trockenheit habe man sich dazu entschlossen, das Osterfeuer nur 2,50 Meter hoch zu machen – obwohl viele Leute gerne ein viel höheres Feuer gehabt hätten. Nobel betont: "Es geht nicht um die Höhe, sondern um den Brauch und ich denke, dafür sind wir ausreichend versorgt."

Dass das Feuer wie geplant stattfinden kann, ist nicht selbstverständlich, denn das Heidebad liegt direkt am Wald. In vielen Regionen Mitteldeutschlands sind aber hohe Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen worden.

Hohe Brandgefahr in Mitteldeutschland

Für Sachsen-Anhalt liegen die Gefahrenstufen zwischen drei und vier, wobei Stufe vier hohe Gefahr bedeutet. In Teilen von Nordsachsen besteht sogar die höchste Gefahrenstufe fünf, erklärt Renke Coordes vom Forstamt Sachsen.

Dadurch könne es schnell zu Waldbränden kommen: "Durch das trockene Wetter, durch den Sonnenschein, der uns auch in den folgenden Tagen begleitet, sehr geringe Niederschläge und auch das Austreiben der Bäume ist der Boden sehr ausgetrocknet und bietet schon kleinsten Funke- oder Ascheresten Möglichkeit, sich zu entzünden."

Richtiges Verhalten verhindert Brände

Umso wichtiger sei es, Regeln zu beachten:

  • offenes Feuer ist im Wald und im Umkreis von 100 Metern verboten
  • es besteht Rauchverbot und auch das Grillen ist untersagt
  • auf der Sachsenforst-Homepage wird außerdem empfohlen, sich bei Waldbrandgefahrenstufe fünf gar nicht mehr im Wald aufzuhalten

Zu wenig Niederschläge im Winter

Kommt diese Trockenheit nicht sehr früh im Jahr? Das könnte man denken, sagt Coordes. In diesem Jahr gebe es aber eine besondere Situation. Coordes erklärt auch warum: "Wir hatten ein großes Niederschlagsdefizit im letzten Jahr, das hat sich im Winter auch nicht ausgeglichen durch die Niederschläge, die da gefallen sind."

Bei trockenen Wetterlagen sei es deshalb auch nicht ungewöhnlich, dass man schon Ende Februar und im März eine hohe Waldbrandgefahr habe, ergänzt Coordes.

Auch Thüringen betroffen

Auch in Thüringen gelte momentan gleichmäßig verteilt mittlere Waldbrandgefahr, sagt der Pressesprecher des Thüringenforsts, Horst Sproßmann. Da es in den kommenden Tagen warm bleiben soll und kein Regen vorhergesagt ist, könnte sich die Situation auch noch verschärfen, ergänzt er.

Ungewöhnlich sei das auch hier nicht, denn die Waldbrandüberwachung beginne in Thüringen mit dem 1. März, erklärt Sproßmann. "Wir hatten in diesem Jahr den ersten Waldbrand Ende Februar 2019. Das heißt also noch außerhalb der eigentlichen Überwachungszeit. Und das zeigt eben, wie groß doch lokal die Waldbrandgefahr ist."

Waldbrände im Frühjahr bald normal

Waldbrände im Februar könnten wohl auch in Zukunft passieren. Renke Coordes vom sächsischen Forstamt geht davon aus, dass ein trockener Frühling bald zur Normalität werden könnte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. April 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. April 2019, 05:00 Uhr

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