Klimapaket Ab 2026: Neue Ölheizung nur bei Investition in "Erneuerbare"

Das Klimapaket der Bundesregierung soll die CO2-Emissionen in Deutschland verringern. Doch einige Neuregelungen sorgen für Verunsicherung. So hört man immer wieder von einem Verbot von Ölheizungen ab 2026. Und gerade ältere Menschen auf dem Land, abseits von Gas- und Fernwärme-Anschlüssen, fragen sich, ob sie sich ein anderes Heizsystem überhaupt leisten können.

von Raja Kraus, MDR AKTUELL

Ein junger Mann bei einer Heizung im Heizungskeller.
Der Einbau neuer Ölheizungen ist ab 2026 nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Bildrechte: imago/McPHOTO

Das Beratertelefon bei der Sächsischen Energieagentur SAENA klingelt jetzt häufiger. Denn gerade im ländlichen Raum, wo viele mit Öl heizen, herrsche Verunsicherung, sagt Stefan Vetter von SAENA. "Oft hören wir von älteren Menschen, die bei uns anrufen, die natürlich eine alte Ölheizung haben und sich fragen, was sie nun machen können."

Keine Austauschpflicht für Großteil der Ölheizungen

Häufig wird Vetter die Frage gestellt, ob man eine neue Öl- oder Gasheizung gefördert bekommt. Denn viele Bürger glauben, dass ihrer Ölheizung mit dem neuen Klimapaket spätestens 2026 der Garaus gemacht wird.

Und dann schwirrt den Leuten noch eine andere Zahl im Kopf herum: "Was oft angesprochen wird, ist natürlich diese Austauschpflicht von Ölheizungen. Da gehen ja diese kuriosen 30 Jahre rum", sagt Stefan Vetter. Die kämen aber aus der Energieeinsparverordnung heraus, und die beziehe sich nicht auf Niedertemperaturkessel oder Brennwertheizungen.

Wer also diese Art von Ölheizung im Keller hat, der muss sie, solange der Schornsteinfeger die Emissionswerte freigibt, nicht per Gesetz austauschen. Das dürfte für die meisten der rund 200.000 existierenden Ölheizungen in Sachsen gelten. Denn Vetter zufolge wurden nach der Wiedervereinigung vor allem diese Systeme eingebaut.

Kopplung neuer Geräte mit Erneuerbaren Energien ab 2026

Und auch 2026 sei nach den neuen Regeln des Klimapakets nicht pauschal Schluss, beruhigt Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie. "Die brauchen sich ehrlich gesagt keine Befürchtungen machen, dass sie nicht mehr ihre Ölheizung betreiben könnten, denn das ist nach wie vor gewährleistet, auch über das Jahr 2026 hinweg."

Nur der Einbau einer Ölheizung ab 2026 sei gekoppelt mit der Bedingung, auf Erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Solarthermie, mit zu investieren. Heißt also: Neue, reine Ölheizungen einbauen – das geht ab 2026 nicht mehr. Gekoppelt zum Beispiel mit Solarthermie aber schon.

Heizungsindustrie empfiehlt schnellen Ölkessel-Austausch

Andreas Lücke, dessen Branche natürlich von den neuen Gesetzen profitiert, empfiehlt Eigentümern alter Öl- und übrigens auch Gaskessel dennoch einen Austausch. Das rentiere sich oft schon nach sechs bis sieben Jahren.

Wenn man einen Ölkessel gegen einen Öl-Brennwertkessel mit Solarthermie tausche oder auch eine Pelletheizung oder Wärmeheizung statt einer Wärmepumpe nehme, seien das Investitionen in der Größenordnung ab 15.000 bis etwa 20.000 Euro. "Und das wiederum würde, wenn Erneuerbare Energien dabei sind, wie bei der Wärmepumpe zum Beispiel, bis zu 45 Prozent gefördert", sagt Lücke. Das sei relativ attraktiv, was da der Vater Staat heutzutage anbiete.

Wer das Geld zum Umrüsten hat, der kann die Fördergelder nutzen und so Emissionen senken und selbst Heizkosten sparen – je nach Heizungsart zwischen 20 und 40 Prozent. Eine Pflicht zur Modernisierung gibt es für die meisten alten Ölheizungen aber nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2020 | 06:38 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2020, 08:09 Uhr