Infektion bestätigt Drei weitere Coronavirus-Fälle in Bayern

Aus Bayern werden drei weitere bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Sie stehen im Zusammenhang mit dem ersten Fall in Deutschland. Dabei hatte sich der Mitarbeiter eines Autozulieferers bei einer Kollegin aus China angesteckt. Bundesgesundheitsminister Spahn weitete inzwischen die Meldepflicht für Fluggesellschaften und Krankenhäuser aus.

Kamerateams stehen vor dem Haupteingang des Klinikums Schwabing. Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland liegt im Münchner Klinikum Schwabing.
In der Münchner Klinik Schwabing werden inzwischen vier Menschen behandelt, die sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Bildrechte: dpa

In Bayern haben sich drei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, sie stünden in Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland.

Patienten in Münchner Klinik isoliert

Auch die drei neu infizierten Patienten seien Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der der erste Betroffene beschäftigt ist. Sie seien ebenfalls in der Münchner Klinik Schwabing stationär aufgenommen worden und würden dort medizinisch überwacht und isoliert.

Bei weiteren Kontaktpersonen laufe derzeit ein Test, ob auch hier eine Infizierung mit dem Coronavirus vorliege. Es seien insgesamt rund 40 Mitarbeiter der Firma ermittelt worden, die als enge Kontaktpersonen in Frage kämen. Weitere Angaben machte der Ministeriumssprecher nicht. Über Einzelheiten werde am Mittwoch per Pressemitteilung informiert.

Chinesin steckte Kollegen an

Der zuerst in Deutschland infizierte Mann hatte sich den Angaben zufolge am 21. Januar während einer Fortbildungsveranstaltung bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Die Frau sei zwei Tage später nach China zurückgeflogen. Am 27. Januar wurde das Gesundheitsamt von der Firma über die Erkrankung der Frau aus China informiert.

Webasto schloss den betroffenen Firmenzentrale in Stockdorf bei München bis Sonntag. Die Mitarbeiter sollen auch nicht an andere nationale oder internationale Standorte reisen. Bereits am Montag hatte die Firma alle Dienstreisen nach und von China für mindestens zwei Wochen abgesagt.

Piloten müssen über Gesundheit der Passagiere berichten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weitete als Reaktion auf die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland die Meldepflichten aus. Piloten auf Flügen aus China müssen bei der Landung in Deutschland über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Reisende aus China müssen ein Formular mit Fragen zu ihrer Gesundheit ausfüllen.

Krankenhäuser wurden verpflichtet, jeden Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu melden. Bisher müssen nur bestätigte Fälle gemeldet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Januar 2020 | 21:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 22:29 Uhr