Corona, Heuschrecken, Klimawandel Welthungerhilfe warnt vor einer Milliarde Hungernder

Durch die Corona-Krise sind bis zu eine Milliarde Menschen von Hunger bedroht. Die Welthungerhilfe nennt die Pandemie einen "Brandbeschleuniger" in einer Vielzahl schon bestehender Krisen.

Die Welthungerhilfe warnt, dass die Zahl der Hungernden weltweit auf eine Milliarde steigt. Wie die Organisation erklärte, funktioniert die Corona-Pandemie wie ein Brandbeschleuniger für schon bestehende Krisen.

Viele Menschen erkranken an Covid-19, viele verlieren ihre Arbeit, die Wirtschaft bricht dramatisch ein, Nahrungsmittelpreise steigen und Gesundheitssysteme sind überfordert.

Marlehn Thieme Präsidentin der Welthungerhilfe

Um die Folgen der Krise in den betroffenen Ländern zu reduzieren, seien sofort 100 Millionen Euro notwendig. Die Welthungerhilfe habe dazu einen internationalen Aufruf gestartet. Die Bundesregierung hatte in ihrem Nachtragshaushalt bereits zusätzliche drei Milliarden Euro für die weltweite Corona-Hilfe bereitgestellt. Insgesamt hat die Welthungerhilfe nach eigenen Angaben bislang Zuschüsse von rund zwölf Millionen Euro erhalten. Ein Nothilfeprogramme sei aufgelegt worden, mit dem Aufklärungsmaterial, Hygieneartikel, Nahrungsmittel und Saatgut verteilt würden. Wichtig sei nun, dass nicht nur in Nothilfe, sondern auch in langfristige Maßnahmen investiert werde.

Die Vielzahl der Krisen könnte ein Ausmaß annehmen, wie man es bisher noch nie erlebt habe. Zu der Pandemie komme etwa in vielen Regionen Afrikas und Asiens die Heuschreckenplage hinzu. Laut ihrem Jahresbericht war die Arbeit der Welthungerhilfe im vergangenen Jahr von den Folgen von Kriegen und Klimawandel bestimmt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Juli 2020 | 13:00 Uhr

13 Kommentare

aus Sachsen und denkt vor 4 Wochen

Richtig. Europäer kaufen zu Weihnachten grüne Bohnen aus Kenia, bei deren Anbau bestimmt hohe Verluste auftreten; auf diesem Boden hätte eine Familie ihre eigenen Nahrungsmittel anbauen können. Mit Altkleidern geht das Problem weiter und hört bei gammeligen Hähnchenteilen nicht auf.

Für zielführend halte ich Bildung, und zwar ganz normale Schulbildung wie auch Aufklärung, damit die Familien kleiner bleiben, und Gleichberechtigung!

Ihren/Deinen dritten Absatz halte ich für den Kern des Problems. Wir bilden uns ein, Afrika mit Milliarden an Entwicklungshilfe zu pampern, das führt aber fast nur zu Abhängigkeit und macht unsere Konzerne wie Nestle und dgl noch reicher, die die Gewinne abschöpfen. Entwicklungshilfe im derzeit verstandenen Sinne ist auch keine Partnerschaft auf Augenhöhe, sondern von oben nach unten und führt oft zu stereotypen Ansichten wie: das wird nichts, weil die Schwarzen eben so sind, wie sie sind... Rundhütten, Stämme, zu viel "schnackseln" blablabla - Rassismus.

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

Naja, aber wir (Europa) sind auch schuld. Wir schicken unsere "übrigen" (besser gesagt zu viel produzierten) Lebensmittel zu Preisen nach Afrika, welche dann auch noch niedriger als die lokalen Entstehungskosten angeboten werden. Wie soll sich Afrika so selbst versorgen?
Auch sind reine Lebensmittellieferungen wenig zielführend (ggf. kurzfristig ja um eine Krise abzumildern):

"Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben."
Eine Weisheit, die bereits 2500 Jahre alt ist... schade dass das nicht wirklich funktioniert.

Auch dürfen Sie nicht außer Acht lassen was so alles in den Ländern angestellt wurde und wird (wieder Europa ein Teil davon). Da werden die Länder ausgebeutet, die Lokalen haben aber nicht wirklich was davon.

Afrika ist eigentlich ein sehr reicher Kontinent, aber paradoxerweise profitieren andere davon.

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

"Nur mal so ein Gedanke. Kann es durchaus sein, dass das böse Virus etwas gegen Übervölkerung auf unserem Planeten hat."

wie der MDR schon geschrieben hat, der Virus bestimmt nicht.
Was aber richtig ist, dass die Überbevölkerung, die schnelle Erreichbarkeit jeden Winkels auf der Erde all das richtig stark beschleunigt. Wenn der Virus dann auch noch auf gesundheitlich chronisch unterversorgte trifft, wirds übel.