Berichtsentwurf Weltklimarat rechnet mit 280 Millionen Flüchtlingen

Nach Prognosen des Weltklimarats wird der steigende Meeresspiegel in den nächsten Jahrzehnten viele Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Neben China und Indien wären demnach auch die USA stark betroffen.

Der Weltklimarat IPCC rechnet bei einer Erderwärmung von höchstens zwei Grad Celsius mit 280 Millionen Flüchtlingen wegen steigender Meeresspiegel. Das geht aus einem Entwurf eines Sonderberichts über die Ozeane und die weltweiten Eisvorkommen hervor. Selbst wenn die Reduzierung der Erderwärmung auf unter zwei Grad gelingen sollte, gehen die Experten noch von 250 Millionen Klimaflüchtlingen bis zum Jahr 2100 aus.

Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter erwartet

Dem Papier zufolge drohen niedrig liegende Millionenstädten vor allem in Indien und China sowie Inselstaaten bis zum Jahr 2050 selbst bei optimistischen C02-Schätzungen jedes Jahr "extreme Meeresspiegel-Ereignisse" wie Überschwemmungen und Wirbelstürme erleben. Auch die Küstenregionen der USA sind demnach stark gefährdet.

In dem IPCC-Berichtsentwurf heißt es, bis zum Jahr 2100 könne der Meeresspiegel um bis zu einen Meter steigen, wenn nichts gegen den CO2-Ausstoß unternommen werde. Bei den jährlichen Schäden durch Überschwemmungen sei im gleichen Zeitraum Schätzungen zufolge ein Anstieg um das Tausendfache möglich.

Treibhausgase aus der Tundra

Ursache für den Anstieg der Meeresspiegel ist das mit der Erderwärmung einhergehende weltweite Abschmelzen von Gletschern, Eis und Schnee. Für Regionen mit einer geringeren Menge an Eisdecken wie Mitteleuropa oder Nordasien wird ein Rückgang der Gletscher um 80 Prozent vorausgesagt.

Mindestens 30 Prozent des dauerhaft gefrorenen Bodens, der sogenannten Permafrost-Böden, könnten den Angaben zufolge bis 2100 verschwinden, falls die derzeitige Klimaerwärmung anhalte. Dabei würden Milliarden Tonnen CO2 und Methan frei, was die globale Erwärmung verstärken würde.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurde als Ziel festgesetzt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Der 900-seitige "Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima" soll bei der 51. Plenarsitzung des Weltklimarats in Monaco im September von Vertretern der 195 IPCC-Mitgliedstaaten verabschiedet und beim UN-Klimagipfel ab 23. September in New York offiziell vorgelegt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. August 2019 | 14:12 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2019, 21:40 Uhr

8 Kommentare

Wir sind Steimle. vor 24 Wochen

Vielleicht sie, aber bestimmt nicht ich, denn wenn alle so wären wie ich, dann gäbe es überhaupt keine Umweltprobleme. Desweiteren empfehle ich ihnen mal eine Reise nach Indien, dann wird ihre Definition von Dreck eine ganz andere werden.

Denkschnecke vor 24 Wochen

Das ist nun wirklich zynisch und auch falsch. Denn die, die dann flüchten müssen sind nun gerade nciht die, die das Weltklima "verdreckt" haben. Das sind Sie und ich, die einen acht mal so hohen pro-Kopf-Ausstoß an CO2 zu verantworten haben wie Afrika.
Das ist wie wenn meine Dogge täglich ein Häufchen vor Ihrer Haustür macht, bis es Ihnen reicht und Sie ausziehen - und ich dann so: "Erst alles verdrecken und dann flüchten."

Lisa vor 24 Wochen

Typisch, da fallen die Herrschaften wie sie auf so was rein.

Da wird der Meeresgrund auf kosten einer Insel wo der quatrarmeterpreis in Schwindel erregenden Höhen ist unwiederbringlich zerstört.

Ihre Enkel werden stinksauer auf sie sein wenn sie das eines Tages lesen