Blick auf einen von Borkenkäfern befallenen Nadelwald zwischen Torfhaus und Braunlage im Nationalpark Harz.
Der Dürresommer hat den deutschen Wäldern ziemlich zugesetzt. Kurz vor Weihnachten kommt die Frage auf: Ist auch die Weihnachtsbaumzucht betroffen? Bildrechte: dpa

Weihnachten Dürresommer hat Auswirkungen auf Weihnachtsbaumzucht

In zwei Monaten ist Weihnachten. Neben Glühwein und Lebkuchen spielt auch der Weihnachtsbaum eine wichtige Rolle. Aber wird es genügend Tannen geben? Denn der heiße Sommer hat auch der Pflanzenwelt stark zugesetzt. MDR AKTUELL hat einen Weihnachtsbaumzüchter besucht und nachgeschaut, wie stark die Bäume von der Hitze betroffen sind.

von Thomas Matsche, MDR AKTUELL

Blick auf einen von Borkenkäfern befallenen Nadelwald zwischen Torfhaus und Braunlage im Nationalpark Harz.
Der Dürresommer hat den deutschen Wäldern ziemlich zugesetzt. Kurz vor Weihnachten kommt die Frage auf: Ist auch die Weihnachtsbaumzucht betroffen? Bildrechte: dpa

Um die Schäden der Dürresommer zu erkennen, muss man sich auf dem Weihnachtsbaumfeld von Ulrich Haberland hin knien. Es sind vor allem die nur 20 Zentimeter hohen Setzlinge der Nordmanntannen, die im Sommer gelitten haben.

Dürresommer hinterlässt Spuren

Der Weihnachtsbaumzüchter aus dem sächsischen Zschernitz sagt, über zwei Drittel seiner vor zwei Jahren gepflanzten Jungtannen hätten die heißen Sommer nicht überstanden. Durch die Trockenheit wären im Innenbereich der Bäume kaum Nadeln gewachsen, sondern hätten nur kleine Wüchse ausgebildet.

Grund sei die Trockenheit der letzten Jahre, berichtet Haberland. "Und wenn wir jetzt nach weiter hinten gehen, dann sieht man, dass da doch große Bereiche sind, wo die Bäume nicht angewachsen sind." Die Setzlinge haben braune Nadeln und die Wurzeln der geschwächten Bäume wurden von Mäusen zerfressen.

Preis bleibt dieses Jahr stabil

Haberland musste neue Jungbäume pflanzen. Alles Kosten, die nicht eingeplant waren. Dennoch sagt er, würden die Preise bei den diesjährigen Weihnachtsbäumen stabil bleiben. Zum Beispiel koste eine Nordmanntanne etwa 30 Euro – denn dort seien die Ausfälle gering.

Diese acht bis zehn Jahre alten Bäume konnten sich mit ihren längeren Wurzeln in der Tiefe genügend Nährstoffe ziehen. Auch, weil das Grundwasser gestiegen sei, meint Haberland – wenngleich auch bei manchen dieser Bäume die Optik gelitten habe.

"Hier und da hat man das Gefühl, dass die Nadelfülle nicht ganz so prächtig ist, wie sie durchaus sein könnte. Das liegt natürlich daran, dass das Wasser fehlt und die Bäume die im Boden verfügbaren Nährstoffe nicht im vollen Maße aufnehmen können."

Vorbereitung für künftige heiße Sommer

Weihnachtsbaumzüchter Ulrich Haberland neben einem Baum.
Weihnachtsbaumzüchter Haberland ist ganz zufrieden mit seiner "Ernte" trotz Trockenheit im Sommer. Bildrechte: MDR/Thomas Matsche

Aber im Großen und Ganzen ist Haberland ganz zufrieden. Das liege auch daran, dass er die Verkaufsbäume in diesem Jahr immer wieder ordentlich gießen ließ.

Um für künftige heiße Sommer gerüstet zu sein, will der Weihnachtsbaumzüchter in weitere Bewässerungsanlagen investieren. Aber auch Bäume enger beieinander bzw. jüngere Bäume in den Schatten der älteren Bäume pflanzen.

Maßnahmen, die sicher auch andere Weihnachtsbaumzüchter in Sachsen ergreifen müssen, glaubt Oliver Fritzsche, sächsischer Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Das werde sich zwar nicht in diesem Jahr auf den Preis niederschlagen, aber Weihnachtsbäume könnten in Zukunft teurer werden, wenn weitere heiße Sommer folgen.

Tradition erst mal gerettet

Auf einen Weihnachtsbaum dann zu verzichten, hält Oliver Fritzsche aber für falsch. Denn der Weihnachtsbaum hätte nicht nur die traditionelle Seite, sondern auch eine positive Umweltwirkung während seiner Wachstumszeit. Denn wie jede andere Pflanze auch, würde der Baum CO2 aufnehmen und binden sowie gleichzeitig Sauerstoff produzieren, erklärt Fritzsche.

Weihnachtsbaumzüchter Haberland ist zuversichtlich, dass es seine neuen Jungbäume schaffen werden. In ein paar Jahren wird er es wissen. Wenn aber zehn weitere heiße Sommer folgen sollten, sagt Haberland scherzhaft, überlegt er sich vielleicht doch, auf Orangenanbau umzusteigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2019, 05:00 Uhr

6 Kommentare

MaP vor 3 Wochen

Also erstmal stimmt die Schlagzeile nicht mit der Gesamtaussage des Artikels überein.
Aber mir ist ein Satz im ganzen Artikel aufgefallen: "...da der Grundwasserspiegel gestiegen ist...."
Wie kann das nach diesem angeblichen "Dürresommer" sein???

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 3 Wochen

"ndert nichts daran, dass die Sommermonate sehr trocken waren."

also haben sie keine aktuellen Daten?
also Fake-News!!!

Unglaublich, ein Bericht aus Annahmen und Vermutungen ;-(

MDR-Team vor 3 Wochen

Lieber vtw,
auch der bspw. im September gefallene Niederschlag ändert nichts daran, dass die Sommermonate sehr trocken waren.
Viele Grüße
Ihre MDR.de-Redaktion