Coronavirus WHO und Biontech machen Hoffnung auf schnellen Impfstoff

Bei der Weltgesundheitsorganisation geht man von Impfungen gegen das Coronavirus ab Mitte nächsten Jahres aus. Hoffnung macht auch eine Vereinbarung des deutschen Unternehmens Biontech zusammen mit Pfizer über Lieferungen eines möglichen Impfstoffs nach Großbritannien – vielleicht schon in diesem Jahr.

Eine Hand in Gummihandschuh hält eine Einwegspritze mit Impfstoff zur Injektion mit einer Kanüle.
Die WHO erwartet bei aktuell 20 Impfstoffkandidaten, dass im nächsten Jahr ein oder zwei Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 zur Verfügung stehen. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Eine breit angelegte Impfung gegen das Coronavirus könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO Mitte 2021 erfolgen. Die WHO-Forscherin Soumya Swaminathan erklärte, aktuell würden mehr als 20 Impfstoffkandidaten klinisch getestet. Ein paar von ihnen sollten funktionieren. Erste Ergebnisse werden zum Jahreswechsel erwartet. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es dann Mitte 2021 einen Impfstoff für den Einsatz auf breiter Basis geben.

Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, ( .... ), bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten.

WHO-Forschungschefin Soumya Swaminathan  

Die WHO-Expertin sieht es auch nicht als entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Das bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr, etwa Gedächtniszellen.

Biontech und Pfizer schließen Lieferabkommen

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen.

Vorbehaltlich einer Zulassung sollen nach Unternehmensangaben 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich schon in diesem und im kommenden Jahr. Biontech-Chef Ugur Sahin zufolge gibt es auch "fortgeschrittene Gespräche mit verschiedenen anderen Regierungen".  

Zu insgesamt vier Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Dutzende Probanden entwickelten Antikörper

Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie "ermutigend", auch mehrere Experten sind zuversichtlich. Insgesamt 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren hatten demnach Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnten weitere Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten für den Impfstoff losgehen. Bei einem Erfolg könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland werden demnach noch im Juli Ergebnisse erwartet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juli 2020 | 08:00 Uhr

6 Kommentare

der Uwe vor 32 Wochen

Wieso soll es ausgerechnet bei Corona so sein, dessen " Geschwisterviren" sich bisher auch in den Griff bekommen ließen? Einerseits kann man annehmen,daß eine Immunisierung erfolgt, wenn man einmal Antikörper produziert hat, - und DIE wurden bei vielen schon nachgewiesen. ..und daß sie bei Erkrankten gar keine "Arbeit" verrichtet hätten,wäre mir jetzt neu. So habe ich Ihre Bedenken wirklich nicht betrachtet.Meiner Information zu Folge, hat man die Vermutung (!), daß eine Immunität wieder "schwinden" kann,-Nunja bei Tetanus sollten Sie auch ab und zu mal " auffrischen. Warten Sie doch erstmal ab,
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, ..und schon gar nicht erst bloß mit einem Stein.
Es gibt X Krankheiten,die Sie von heute auf morgen von der Bühne schubsen könnten. Das größte Problem bei Corona, war (ist) eine mögliche "Gleichzeitigkeit" vieler Erkrankten, weil 10% der schweren Verläufe ein Intensivbett benötigen würden. Und 10% von 1000 ist halt was anderes als 10% von 600 000....

der Uwe vor 32 Wochen

...nicht bange machen lassen, der Wehrmutstropfen, der mit einer wieder verschwindenen Immunisierung einher geht, wird andererseits von Forschern durch die Anwesenheit der menschlichen " Gedächtnisszellen" wieder gegen- relativiert , die sind in der Lage , schnell wieder Antikörper produzieren zu lassen, wenn sie einmal den " Bauplan" inne haben....

der Uwe vor 32 Wochen

Werter MDR! Da Sie meinen gestrigen Kommentar über einen Impfstoff , der In GB im Juni in die " Dritte Testphase" gehoben wurde , und DORT voraussichtlich (!) September/Oktober die Chance bekommt, breitenwirksam eingesetzt zu werden, verweise ich heute bei den Kollegen von Welt(24) zu recherchieren. Meine Informationen ( die diesbezüglich schon Anfang Juli darauf hinwiesen) bezog ich von der Webseite " vfa" ( die ich hier nicht verlinken darf, aber zu Ihrer Verifizierung dienen sollte) . Übrigens befindet sich auch eine Verlinkung dort zu einem MDR Beitrag von Dr . Rolf Hömke. Der von mir erwähnte " Impfstoffkandidat " stammt aus einer Forschungsgruppe der Oxford University ( AstraZeneca) und trägt den Namen:ChAdOx1 / nCov-19 (AZD1222).