Bilanz WHO: Coronavirus-Pandemie schwerster globaler Gesundheitsnotstand

Für die Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Coronavirus-Pandemie der schwerste globale Gesundheitsnotstand in ihrer Geschichte. WHO-Generaldirektor Ghebreyesus warnte vor einem weiteren Beschleunigen der Pandemie. Gleichzeitig appellierte er an die unbedinge Einhaltung der Schutzmaßnahmen und lobte unter anderem Deutschland.

Tedros Adhanom Ghebreyesus
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, warnt vor Beschleunigen der Pandemie Bildrechte: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Coronavirus-Pandemie als den schwersten globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet, mit dem sich die WHO bislang befassen musste. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte an die Menschen, Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und Vermeidung von Menschenmassen strikt einzuhalten. Nur so könne die Welt die Krise überwinden.

Ghebreyesus sagte: "Wo diese Maßnahmen befolgt werden, gehen die Fälle zurück. Wo sie nicht befolgt werden, gehen die Fälle nach oben." Als positiv lobte der WHO-Chef Kanada, China, Deutschland und Südkorea für die Kontrolle von Ausbrüchen.

Zu den grundlegendsten Bestandteilen, um dieses Virus zu stoppen, gehören Entschlossenheit und der Wille, auch harte Entscheidungen zu treffen, um uns selbst und andere zu schützen.

Tedros Adhanom Ghebreyesus WHO-Generaldirektor

Pandemie nimmt immer noch Tempo auf

Der WHO-Chef warnte zugleich vor einem Beschleunigen der Pandemie. In den vergangenen sechs Wochen hätten sich die gemeldeten Infektionen verdoppelt.

Die WHO hatte wegen des Corona-Ausbruchs vor fast sechs Monaten, am 30. Januar, eine "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. An dem Tag gab es außerhalb Chinas weniger als 100 nachgewiesene Infektionen und keinen Todesfall. Inzwischen sind weltweit mehr als 16 Millionen Menschen infiziert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Juli 2020 | 14:30 Uhr