Corona-Pandemie WHO-Studie: Remdesivir ohne Wirkung bei Covid-19

Remdesivir gilt zwar nicht als Wundermittel gegen die durch Corona ausgelöste Covid-19-Erkrankung, aber als krankheitsverkürzend. Nun stellt eine Studie der WHO die Wirksamkeit des Mittels generell in Frage.

Eine Hande hält eine Packung Remdesivir
Ohne substanzielle Wirkung? WHO-Studie stellt Remdesivir als Medikamet gegen Covid-19 in Frage. Bildrechte: Colourbox.de

Das Medikament Remdesivir hat nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation keinen substanziellen Einfluss auf die Heilung von Covid-19-Patienten. Wie die WHO auf ihrer Internetseite schreibt, geht das aus Zwischenergebnissen hervor.

Studie an mit über 11.000 Patienten

Für die breit angelegte Studie mit mehr als 11.000 Patienten in 30 Ländern sind laut WHO auch drei andere Arzneien getestet worden:  das Malariamittel Hydroxychloroquin, das HIV-Medikament Lopinavir/Ritonavir sowie der Wirkstoff Interferon. Alle vier Präparate zeigten, dass sie entweder keinen oder nur geringen Einfluss auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung hätten.

WHO-Studie im Widerspruch zu US-Untersuchung

Die WHO-Studie steht damit im Widerspruch zu einer US-Studie, die Anfang des Monats im renommierten "New England Journal of Medicine" veröffentlicht worden war. Danach verkürzte Remdesivir die Genesungszeit von Covid-19-Patienten um fünf Tage.

Hersteller äußert Zweifel an WHO-Studie

Remdesivir-Hersteller Gilead äußerte Skepsis an der WHO-Studie. Man sei besorgt, dass die Daten nicht der strengen Überprüfung unterzogen worden sei, die erforderlich seien, um eine konstruktive wissenschaftliche Diskussion zu ermöglichen.

Remdesivir hat in Europa eine bedingte Zulassung als Medikament gegen Covid-19. Auch US-Präsident Trump war nach seiner Corona-Erkrankung unter anderem mit Remdesivir behandelt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2020 | 10:00 Uhr