Aufschnitt mit schwedischen Fahnen sind am 12.10.2017 in Kaarst (Nordrhein-Westfalen) bei der Eröffnung des IKEA Einrichtungshauses im Restaurant zu sehen.
Ikea-Teller mit verschiedenen Wurstsorten (Archivbild). Auch Wilke-Wurst wurde über einen Großhändler an die Restaurants des Möbelkonzerns geliefert. Bildrechte: dpa

Listerien Wilke-Wurst auch an Ikea-Restaurants geliefert

Wurst-Aufschnitt der wegen Keimen in die Schlagzeilen geratenen Firma Wilke wurde über einen Großhändler auch an Ikea-Restaurants geliefert. Dem Möbelkonzern zufolge wurde der Verkauf nach Bekanntwerden "umgehend gestoppt".

Aufschnitt mit schwedischen Fahnen sind am 12.10.2017 in Kaarst (Nordrhein-Westfalen) bei der Eröffnung des IKEA Einrichtungshauses im Restaurant zu sehen.
Ikea-Teller mit verschiedenen Wurstsorten (Archivbild). Auch Wilke-Wurst wurde über einen Großhändler an die Restaurants des Möbelkonzerns geliefert. Bildrechte: dpa

Der wegen keimbelasteter Wurst in die Schlagzeilen geratene hessische Fleischproduzent Wilke Wurstwaren hat auch den Möbelkonzern Ikea mit Produkten beliefert. Wie eine Ikea-Sprecherin am Montag mitteilte, hat Ikea Deutschland über einen Großhändler Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von Wilke erhalten. Sie bestätigte damit entsprechende Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Durch Großhändler beliefert

Teller mit Schwedischem Frühstück stehen im Restaurant des schwedischen Möbelhauses IKEA in einer Vitrine, an der Besucher ihre Tabletts vorbeischieben.
Teller mit Schwedischem Frühstück in einem Ikea-Restaurant. Bildrechte: dpa

Nach Angaben der Ikea-Sprecherin war der Möbelkonzern am vergangenen Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH informiert worden. Daraufhin habe man den Verkauf aller Produkte des Herstellers "umgehend gestoppt". Das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus Restaurant, Schwedenshop und Bistro sei nicht betroffen. Für den Wurstaufschnitt gebe es mittlerweile einen neuen Lieferanten, erklärte die Ikea-Sprecherin.

Bereits vergangene Woche hatte der Großhändler Metro erklärt, Wilke-Produkte und Eigenmarken mit Wilke-Fleisch aus dem Sortiment genommen zu haben.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Produkte von Wilke Wurstwaren aus dem nordhessischen Twistetal waren in der vergangenen Woche mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht worden. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Wie die Bakterien immer wieder in die Wurst gelangen konnten, haben Spezialisten des Landes Hesssen untersucht. Sie übergaben dazu am Montag dem zuständigen Landkreis Waldeck-Frankenberg einen entsprechenden Bericht, dessen Inhalt zunächst aber noch nicht bekannt war.

Listerien Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien. Nur sehr wenige Menschen erkranken aber an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Lebensgefährlich kann die Infektion für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 15:45 Uhr