Hessen Verdacht auf Wilke-Fleisch: Behörden stellen Grillfackeln sicher

Die hessischen Behörden haben 1,6 Tonnen Grillfackeln und Fleischspieße beschlagnahmt, da sie vom hessischen Wurstbetrieb Wilke stammen könnten. Ob das tatsächlich stimmt, muss noch geklärt werden.

Fleisch auf einem Grill
Hessische Behörden stellen Grillfackeln sicher, die möglicherweise von Wilke stammen können. Bildrechte: imago/Westend61

Im Zusammenhang mit dem Lebensmittelskandal um den Wurst-Hersteller Wilke haben hessische Behörden 1,6 Tonnen Grillfackeln und Fleischspieße sichergestellt.

Vom Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden hieß es, die Ware müsse vernichtet werden, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass sie von Wilke stammt. Auslöser ist eine anonyme Anzeige, die auf den bislang nicht bekannten Vertrieb der Grillfackeln im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg aufmerksam gemacht hatte. Laut Hinweisgeber soll die Ware ausschließlich aus Produkten der Firma Wilke hergestellt und auf Großveranstaltungen wie Konzerten und im Kirmesgeschäft verkauft worden sein.

Wilke-Logo
Logo des Fleisch- und Wurstwarenherstellers Wilke in Hessen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Firma: Fleisch ist schon von anderem Hersteller

Von den hessischen Behörden hieß es dagegen, dass die Firma, bei der die Ware gefunden wurde, zwar habe nachweisen können, dass sie seit Oktober Fleisch von anderen Betrieben bezieht. Es sei jedoch nicht absolut sicher, dass keine Wilke-Wurst mehr in den Beständen war. Der Fund wurde der Kriminalpolizei gemeldet.

Die Behörden hatten Anfang Oktober den nordhessischen Wursthersteller Wilke geschlossen, nachdem in dessen Produkten wiederholt Listerien-Keime nachgewiesen worden waren. Diese können bei einem geschwächten Immunsystem lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht.

Foodwatch veröffentlicht geleaktes Dokument

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte in dieser Woche einen internen Prüfbericht des Regierungspräsidiums Darmstadt veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass der "gesamte Produktionsbereich als großflächig kontaminiert angesehen werden muss".

Foodwatch kritisierte, dass es schon viel früher mehrfach zu einem öffentlichen Rückruf von Wilke-Produkten hätte kommen müssen. Die hessischen Behörden hätten es versäumt, die Menschen zu schützen. Das Listerien-Problem war im April 2019 bei einer Routineuntersuchung in einem Lebensmittelgroßmarkt bekannt geworden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. November 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2019, 11:59 Uhr

1 Kommentar

kennemich vor 21 Wochen

Und wieviel kömmte da schon verspeist wurden sein?

Da könnt ihr sehen, dass das doch nicht so schlimm war wie man uns vormacht. :-)