Auswertung der Wetterdaten Winter in Europa war wärmster seit Beginn der Aufzeichnungen

Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus wertet satellitengestützte Daten aus, ebenso die Informationen, die alle EU-Mitgliedsstaaten liefern. Die ergaben nun, dass der jüngste Winter der wärmste in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen war.

Harz Skipiste Schneemangel
Das Bild vom Skigebiet am Wurmberg im Harz stammt von Mitte Januar. Bildrechte: imago images/Jan Eifert

Der zurückliegende Winter war in Europa bei Weitem der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus C3C in London mit.

Demnach lag die Temperatur zwischen Dezember und Februar 3,4 Grad Celsius über der durchschnittlich gemessenen Temperatur aus der jüngsten Referenzperiode der Jahre 1981 bis 2010. Bislang war der wärmste gemessene Winter der zwischen Dezember 2015 und Februar 2016. Doch der Winter jetzt war noch einmal durchschnittlich 1,4 Grad wärmer. Höher als gewöhnlich fielen die Temperaturen besonders im Norden und Osten Europas aus. Dasselbe gilt für Sibirien und Zentralasien.

DWD: Zweitwärmster Winter in Deutschland

Auf Deutschland bezogen meldete dieser Tage der Deutsche Wetterdienst (DWD), dass der jetzt zu Ende gegangene meteorologische Winter der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Land gewesen sei. Vielerorts habe das für einen "Totalausfall" des Winters gesorgt. Mit 4,1 Grad Celsius lag der Temperaturdurchschnitt in diesem Winter um 3,2 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1981 bis 2010.

Auf die Bundesländer gesehen fällt die Situation unterschiedlicher aus. So war der diesjährige Winter in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin mit einem Temperaturdurchschnitt von jeweils 4,8 Grad Celsius der wärmste seit Messbeginn. Thüringen und Sachsen gehörten mit einem Temperaturdurchschnitt von 3,6 Grad Celsius und 3,9 Grad Celsius in den vergangenen drei Monaten zu den kühleren Regionen in Deutschland. In Sachsen-Anhalt lag die Temperatur in diesem Winter durchschnittlich bei 4,8 Grad Celsius.

Temperaturdurchschnitt im Vergleich (Grad Celsius)
Land Aktueller Winter Kältester Winter Wärmster Winter
Sachsen-Anhalt 4,8 -6,0 (1940) 4,9 (2007)
Sachsen 3,9 -6,4 (1963) 4,1 (2007)
Thüringen 3,6 -6,4 (1964) 3,9 (2007)

Quelle: Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD)

Februar war besonders warm

Eine besonders deutliche Sprache sprechen die Zahlen vom Februar: Dem europäischen Klimawandeldienst Copernicus C3C zufolge war es weltweit und europaweit der zweitwärmste Februar. An allen Orten in Europa lag die Temperatur im Februar über der durchschnittlich gemessenen Temperatur aus den Jahren 1981 bis 2010.

In Mitteldeutschland lag die Temperatur im Februar nach Angaben des MDR AKTUELL-Wetterexperten Thomas Globig teilweise fünf Grad über dem Durchschnittswert. Auch fiel örtlich die doppelte Regenmenge als im Februar sonst üblich.

Große Schwankungen sind üblich

Die höheren Temperaturen im gesamten Winter führt der europäische Klimawandeldienst C3C nicht nur allein auf die globale Erderwärmung zurück. C3C-Direktor Carlo Buontempo sagte, jahreszeitliche Temperaturen seien von Jahr zu Jahr schon immer großen Schwankungen unterworfen. Dennoch sei anzunehmen, dass der globale Erwärmungstrend die Vorkommnisse extremer gemacht hat.

Die Auswertung der Daten zeigt auch, dass die Temperaturen im Winter in den vergangenen beiden Jahrzehnten im Allgemeinen immer höher lagen als über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (1850-1900): Sechs der sieben letzten Winter lagen mindestens 2 Grad Celsius über dem Niveau von 1850 bis 1900.

Meteorologischer Winter ist vorbei

Der meteorologische Winter geht von Anfang Dezember bis Ende Februar. Der kalendarische Winter endet erst mit der Tag- und Nachtgleiche am 20. März. Copernicus ist das wichtigste Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Es wertet Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus aus. CSC ist dabei einer der sechs thematischen Informationsdienste, der die Daten bereitstellt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. März 2020 | 04:30 Uhr

4 Kommentare

Eulenspiegel vor 18 Wochen

Also ich denke es gibt Holocaustleugner und es gibt Klimawandeilleugner. Überall dort wo Menschen Probleme haben mit der Realität da gibt es immer ein paar die sich einreden das Problem gibt es gar nicht und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Wie sagte ein alter Wissenschafftsjornalist was den Klimawandel angeht „ Wir haben da kein Erkenntnisproblem. Wir haben da nur ein Umsetzungsproblem.“
Unser heutiges Problem ist der globale Klimawandel und deren Ursachen. Lokal bezogene Klimaveränderungen hat es auch in den letzten 2000 Jahren gegeben. Global gesehen war das Klima seit vielen Tausend Jahren sehr konstant.
Und der Kurzkommentator schreibt ja auch von Lokal bezogene Ereignissen die letztlich mit unserem Heutige Problem nichts zu tun haben.
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FRIEDERIKE OTTO „WÜTENDES WETTER“

Strafrechts-Profit-eur vor 18 Wochen

Na ja - wenn ich so meine alten Fotos anschaue und wann ich die gemacht habe - zum Teil Ende Oktober bei sommerlichem Wetter - dann dürfte diese Meldung genauso stimmen, wie die Behauptung eines wärmsten Jahres in den letzten Jahren.

Es geht beim Klimaschwindel um nichts anderes, als sich zu bereichern.

Kurzkommentator vor 19 Wochen

"Winter in Europa war wärmster seit Beginn der Aufzeichnungen" - Interessant, aber mehr auch nicht. Einer muss nun mal der Wärmste sein. Die 150-200 Jahre sagen nicht viel aus. Vor 2000 Jahre haben die Römer in Britannien Wein angebaut und vor 1000 Jahren nannten die Wikinger Grönland (Grünland) nicht umsonst so.