Weihnachten Wo bekomme ich einen Corona-Schnelltest?

Porträtaufnahme einer weißen Frau mit zurückgebundenen Haaren, einer großen Brille und grüner Bluse
Bildrechte: Tobias Thiergen

Auf das ganz große Weihnachtsfest müssen wir dieses Jahr coronabedingt wohl alle verzichten, aber Weihnachten ohne Oma und Opa? Schwer vorstellbar. Doch gerade in Sachsen wird der Blick auf die aktuellen Infektionszahlen bei vielen Sorgenfalten auf der Stirn verursachen: Gleich mehrere Landkreise gehören zu den Top 10 mit der höchsten Inzidenz in ganz Deutschland. Wie kann Weihnachten da ein sicheres Fest werden? Sind vielleicht Corona-Schnelltests eine Lösung?

Blick auf einen Corona-Schnelltest
Könnten uns Schnelltests ein sicheres Weihnachtsfest bescheren? Bildrechte: dpa

Derzeit werden die Antigen-Schnelltests bei dem Verdacht auf eine Corona-Infektion und bei Kontaktpersonen eingesetzt. Ist er positiv, muss aber zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden. Schnelltests sind also derzeit nur als Ergänzung vorgesehen.

Mit Schnelltests das Virus "aushungern"?

Doch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, sieht trotzdem großes Potenzial in ihnen. Er plädiert im Gespräch mit MDR AKTUELL für obligatorische Schnelltests für die gesamte Bevölkerung: "Wenn sie wirklich in ausreichender Menge verfügbar wären, würde ich mir ja noch eine viel stärkere Ausweitung wünschen – bis zu mehr oder weniger verpflichtenden Tests für die gesamte Bevölkerung, wie man es ja zum Beispiel in der Slowakei gemacht hat."

Wenn idealerweise die Gesamtbevölkerung an so einem Massen-Schnelltest teilnehmen würde, so Heckemann weiter, könnten zunächst alle Positiven herausgenommen werden. Nach 14 Tagen müsse das dann mit allen wiederholt werden.

Dann hätte man eine Chance, das Virus mehr oder weniger auszuhungern, erläutert der Mediziner. "Sie wissen ja, in Südtirol zum Beispiel hat man am Wochenende mehr oder weniger die Gesamtbevölkerung getestet. Damit kriegt man in der Summe eine gewaltige Sicherheit. Also ich glaube, das ist schon eine Strategie, die man ergänzend zur ganzen Impfstrategie fahren muss, und die eben nur davon abhängt, ob wir ausreichend entsprechende Kapazitäten haben."

Noch fehlen die Kapazitäten

Ob es ausreichend Schnelltests dafür gibt, wisse er allerdings nicht – momentan sei da eine gewisse Knappheit zu beobachten. Bisher sind solche Massentests in Sachsen auch noch nicht geplant. Wie komme ich aber schon jetzt als Privatperson an einen Schnelltest?

Den Weg in die Apotheke könne man sich auf jeden Fall sparen, erklärt Göran Donner – Vizepräsident der Sächsischen Landesapothekerkammer. Denn die Tests, die sofort ein Ergebnis zeigen, dürfen nur an Fachleute verkauft werden: "Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens: Ärzte, Krankenhäuser, etc. und Pflegeheime dürfen von uns versorgt werden mit den Schnelltests."

50 Euro für einen Schnelltest

Also Anruf bei der Hausärztin: Kein Problem heißt es da am anderen Ende. Ich müsse den Test nur selbst bezahlen. Bis zu 50 Euro könne das kosten, erklärt Kassenärzte-Chef Heckemann. Und: Die Ärzte sind nicht dazu verpflichtet, Schnelltests für jeden anzubieten.

Das sei eine freiwillige Leistung. "Insofern denke ich, dass die Ärzte, wenn sie über die Tests verfügen, das auch schon machen werden, aber natürlich ist es eine Einschränkung, weil eben momentan nicht klar ist, wie sich der Bedarf und das Angebot in den nächsten Wochen entwickeln werden."

Auch mit Schnelltest keine Sicherheit

Wer den Test also unbedingt machen will, muss nur eine entsprechende Praxis finden und einen Termin kurz vor Weihnachten ausmachen. Petra Albrecht von der Sächsischen Landesärztekammer hält das jedoch nicht für sinnvoll, wenn keine Symptome vorliegen. "Denn diese Tests, selbst wenn man es macht, entbinden ja nicht von diesen AHA- und L-Regeln. Also die müssen trotzdem eingehalten werden, auch wenn man diese Tests machen würde."

Eine absolute Sicherheit gebe es sowieso nicht. Denn auch, wer sich testen lasse, könne sich das Virus zum Beispiel in der Zeit zwischen Test und Feiertagen noch eingefangen haben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2020 | 06:08 Uhr

3 Kommentare

Querdenker vor 7 Wochen

Zitat: "Bis zu 50 Euro könne das kosten, erklärt Kassenärzte-Chef Heckemann."

Ein Schnelltest kostet in der Beschaffung etwa 7 Euro, was schon als obere Preisgrenze anzusehen ist (siehe "kbv media PraxisInfo Testung Coronavirus"). Es ist ja gerade der Vorteil, dass diese Schnelltests so preiswert sind.

Zitat: "Noch fehlen die Kapazitäten"

Was wohl mit ein Grund wahrscheinlich ist, warum die Schnelltests in Deutschland für die normale Bevölkerung schwer zu bekommen sind.

Wenn man eine Risikogruppe vor sich selbst schützen möchte, dann sollte der Schnelltest möglichst kurz vorher gemacht werden. Und mit „kurz“ sind nicht Tage gemeint, sondern eher Stunden oder Minuten.

nasowasaberauch vor 8 Wochen

Antigen Schnelltest vor 2 Tagen hat soviel Aussgekraft wie als ich zuletzt zur Verkehrsampel schaute war noch grün. Gebt die Tests endlich für Jedermann frei weil es so kompliziert nicht ist und nur ein zeitnaher Test etwas Sicherheit bringt. Die künstliche Verknappung ist nicht ehrlich.

kleinerfrontkaempfer vor 8 Wochen

Keiner spricht es aus: Letztlich liegt es am schnöden Mammon.
Südkorea z.B. hat die Seuche im Griff. Dort wird vehement getestet und bei Patient positiv eine Quarantäne ausgesprochen.
Doitschland freut sich dagegen seines freiheitlich-demokratischen Förderalismus. Mit dieser Kleinstaaterei ist der Seuche nicht so schnell beizukommen.