Mit 80 Jahren Früherer Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gestorben

Er war NRW-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in der Regierung von Gerhard Schröder. Nun ist Wolfgang Clement im Alter von 80 Jahren gestorben.

Wolfgang Clement, ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
Wolfang Clement ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Bildrechte: dpa

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, ist tot. Das bestätigten seine Familie und eine Sprecherin. Der 80-Jährige sei am frühen Morgen in seinem Haus in Bonn friedlich im Bett gestorben, hieß es.

FDP-Chef Christian Lindner twitterte am Sonntag: "Die FDP trauert um Wolfgang Clement. Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein." Der derzeitige NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schrieb ebenfalls bei Twitter: "Ein Macher, der wie kein anderer für Soziale Marktwirtschaft stand, ein Ministerpräsident, der mit Dynamik unser Land vorangebracht hat. Ein Familienmensch, der nahbar war. Er wird mir sehr fehlen."

Unter Schröder in der Bundesregierung

Der langjährige SPD-Politiker Clement hatte seine politische Karriere in seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen gestartet, das er ab 1998 als Regierungschef leitete. 2002 wurde er vom damaligen Kanzler Gerhard Schröder in die Bundesregierung berufen und übernahm das sogenannte Superministerium, für das die Ressorts Arbeit und Wirtschaft zusammengelegt wurden.

Clement hatte sich stets für die Steinkohle und großindustrielle Projekte stark gemacht. Für hitzige Diskussionen sorgte er mit Vorwürfen gegen angeblich unberechtigte Hartz-IV-Empfänger, die in einer Broschüre seines Ministeriums als Schmarotzer und Parasiten bezeichnet wurden. 2008 verließ Clement die SPD im Streit, weil er einen Linksrutsch der Partei beklagte.

Merkel: Große Dienste erwiesen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte den Politiker in einer Erklärung auf Twitter: "Wolfgang Clement hat viel dazu beigetragen, notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel und die Belange der arbeitenden Menschen miteinander in Einklang zu bringen." Er habe Deutschland "große und bleibende Dienste erwiesen", er sei entscheidend an einer der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben beteiligt gewesen: "den Sozialreformen der Agenda 2010, die uns den Weg aus der hohen Arbeitslosigkeit wies." Ihr Mitgefühl gelte seiner Frau, seinen Töchtern und Enkeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. September 2020 | 13:00 Uhr