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Die Wurstfirma Wilke wehrt sich mit einem Eilantrag bei Gericht gegen ihre Schließung wegen des Fundes von keimbelasteten Lebensmitteln. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Keimbelastung Wilke wehrt sich gegen Schließung

Die wegen des Fundes von keimbelasteten Lebensmitteln geschlossene Wurstfirma Wilke will weitermachen. Sie stellte bei Gericht einen Eilantrag gegen die Schließung. Laut Foodwatch gibt es in dem Skandal mehr Todesopfer.

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Die Wurstfirma Wilke wehrt sich mit einem Eilantrag bei Gericht gegen ihre Schließung wegen des Fundes von keimbelasteten Lebensmitteln. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach dem Fund von keimbelasteten Lebensmitteln wehrt sich die Wurstfirma Wilke gegen die Schließung des Betriebs. Wie das Verwaltungsgericht Kassel mitteilte, hat die hessische Firma einen entsprechenden Eilantrag eingereicht. Mit einer Entscheidung werde frühestens kommende Woche gerechnet.

Schließung nach Listerien-Fund

Die Wurstfirma im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg war vergangene Woche durch den Kreis geschlossen worden. Anlass waren zwei Todesfälle durch Bakterien in Südhessen. Im Fleisch des Unternehmens waren nach Angaben des Kreises wiederholt Listerien gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer.

Bei gesunden Menschen bergen die Bakterien die Gefahr, grippeähnliche Symptome auszulösen. Für Risikogruppen, zu denen Ältere oder Schwangere zählen, können die Listerien jedoch tödlich sein.

Möglicherweise weitere Todesopfer

Wie die Verbraucherorganisation Foodwatch erklärte, könnte die Zahl der Listerien-Todesfälle im Zusammenhang mit Wilke-Produkten größer sein als bisher angenommen. Foodwatch beruft sich dabei auf eine Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts.

Darin ist die Rede von 37 gemeldeten Listeriose-Erkrankungen seit 2014. Drei Patienten - in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt - starben demnach direkt oder indirekt an der Infektion. Nicht aufgeführt sind die beiden Fälle aus Südhessen.

Laut Foodwatch hat das Bundesinstitut für Risikobewertung aber festgestellt, dass die Keime in allen Fällen den in einem Betrieb in Hessen gefundenen Keimen ähneln. Der Name des Betriebes werde allerdings nicht genannt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Oktober 2019 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 19:04 Uhr