Zwei Birkhühner bei der Balz im Erzgebirge
In Deutschland gehören beispielsweise die Birkhühner zu den bedrohten Arten. Bildrechte: Jan Gläßer

WWF-Studie Zahl der Waldtiere drastisch gesunken

Amphibien und Säugetiere wie Affen oder Waldelefanten - seit Anfang der 70er-Jahre ist die Zahl der Waldtiere weltweit stark gesunken. Besonders betroffen nach den neuesten Angaben der Umweltschutzorganisation WWF: Amphibien und Säugetiere wie Affen oder Elefanten. Derweil schwächten die USA ihr Artenschutzgesetz ab.

Zwei Birkhühner bei der Balz im Erzgebirge
In Deutschland gehören beispielsweise die Birkhühner zu den bedrohten Arten. Bildrechte: Jan Gläßer

In den vergangenen drei Jahrzehnten ist der Bestand an Waldtieren stark gesunken. Nach einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF, gingen die Bestände seit 1970 um 53 Prozent zurück.

Amphibien und Säugetiere besonders betroffen

Besonders betroffen laut WWF: Tierarten der Tropen und des Amazonas-Regenwaldes - Amphibien wie Frösche, aber auch Säugetiere wie Affen oder Waldelefanten. Hauptursachen seien die Abholzung und die landwirtschaftliche Nutzung von Wäldern. Für die Studie untersuchte die Naturschutzorganisation WWF die Daten von 268 Wirbeltierarten und 455 Tierpopulationen.

WWF alarmiert

Der WWF warnte vor leeren Wäldern in einigen Regionen - sie erschienen auf dem ersten Blick intakt, beherbergten aber kaum noch Tiere. Der WWF forderte, einen planetaren Wald-Notstand zu erklären. "Wenn wir den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt umkehren und die Klimakrise verhindern wollen, müssen wir die Wälder und die dort lebenden Arten schützen", sagte eine WWF-Vertreterin. Waldzustand und Klima würden zusammenhängen, weil die Wälder riesige Kohlenstoffspeicher seien. Tiere hätten dabei wichtige Funktionen.

Artenschutzgesetz in den USA abgeschwächt

Mit dem aktuellen Erstarken konservativer Kräfte rücken diese Ziele in die Ferne. So schwächte jetzt die US-Regierung ein Gesetz zum Artenschutz ab. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten bekommen damit nicht mehr automatisch denselben Schutz wie bedrohte Arten. Wirtschaftliche Aspekte sollten demnach bei der Einstufung einer Art als bedrohlich keine Rolle spielen. Aus Sicht von Kritikern könnten dadurch wirtschaftliche Interessen den Prozess beeinflussen. Die Änderungen sollen im September in Kraft treten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. August 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 13:57 Uhr