Corona-Pandemie Zahl der Neuinfektionen in Deutschland stark gesunken

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist am Wochenende wiederum stark zurückgegangen. Das Ausbruchsgeschehen in den Hotspots der vergangenen Wochen scheint unter Kontrolle zu sein.

Passanten laufen im Hamburger Schanzenviertel an Außentischen der Gastronomie vorbei.
Städte im Fokus der Behörden: Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, soll vor allem in Innenstädten und Vergnügungsvierteln die Einhaltung der Corona-Maßnahmen überwacht werden. Bildrechte: dpa

Am vergangenen Wochenende haben die Kreise und Städte in Deutschland knapp 400 neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus der Datenbank des am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelten Projekts "Risklayer" hervor. Das ist der niedrigste Stand an einem Wochenende seit Anfang März.

Demnach wurden am Samstag 232 Infektionen gemeldet, am Sonntag 150. Jedoch haben vergleichsweise wenige Kreise und Städte aktuelle Zahlen gemeldet (am Samstag 30 Prozent, am Sonntag 24 Prozent). Da am Wochenende auch weniger auf das Virus getestet wird, sind die Zahlen am Wochenende regelmäßig geringer als werktags.

Nach wie vor meiste Fälle in NRW

Von den konkret 382 gemeldeten Fällen entfallen 160 auf Nordrhein-Westfalen. Hier hatte es wegen des Ausbruchs in einem Schlachthof im Kreis Gütersloh und einer Häufung von Fällen in belebten städtischen Zentren wie Düsseldorf zuletzt aber auch noch wesentlich mehr Neuansteckungen gegeben. In Düsseldorf kamen am Wochenende verteilt auf Samstag und Sonntag 24 Fälle hinzu, in der letzten Woche waren es bis zu 40 Fälle an einem Tag.

In der Hauptstadt Nordrhein-Westfalens war daher über eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen diskutiert worden. Bürgermeister Thomas Geisel machte nicht zuletzt dichtes Gedränge in der Innenstadt für den Anstieg der Fallzahlen verantwortlich. Mehrfach musste die Polizei in Düsseldorf abends Teile der Innenstadt räumen.

Nachtschwärmer in Düsseldorf sollen vergrault werden

Vor dem vergangenen Wochenende wurden in Düsseldorf nun Banner aufgehängt, die an die Verantwortung der Altstadtgäste appellieren sollen: "Unsere Altstadt – mit Abstand mein Lieblingsort", so die Aufschrift. Auf der Freitreppe am zentralen Burgplatz wurden 1,50 Meter breite Streifen aufgemalt und mit Abstandspfeilen versehen. Wird die beliebte Treppe dennoch zu stark bevölkert, kann die Polizei sie nun taghell beleuchten, um die Nachtschwärmer zu vergraulen.

R-Wert bei 1

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, schätzt das Robert Koch-Institut deutschlandweit aktuell auf 0,96 (berücksichtigt wurde dabei der Datenstand vom 5. Juli, 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp weniger als eine weitere Person ansteckt. Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen ist dieser Wert von 0,9 auf nun 1,00 gestiegen. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, muss der Wert langfristig unter 1,00 gehalten werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 06. Juli 2020 | 19:30 Uhr

4 Kommentare

Critica vor 5 Wochen

Sachse:
Ob ich das noch erlebe? Aber mir tut das viele Geld leid, das für diese nutzlose "Wunder-App" ausgegeben wurde. Wieviele Kugeln Eis hätte ich dafür essen können :)??

Sachse vor 5 Wochen

Critica: Erst wenn alle 20 Millionen Nutzer 20-millionenmal gewarnt wurden, dass sie nur Gesunde um sich herum haben, könnte man langsam daran denken, das Läppchen nur noch an einem Ohr baumeln zu lassen.

Critica vor 5 Wochen

"Zahl der Neuinfizierten in Deutschland stark gesungen..."
Das hat bestimmt die App bewirkt :). Immerhin sind von 20 Mio Nutzern 300 (in Worten: dreihundert) gewarnt worden.
Und dann haben wir ja noch die Läppchen und die Anwesenheitslisten...