Sommerzeit endet Trotz EU-Beschluss: Uhren werden weiter umgestellt

Am letzten Oktoberwochenende wird seit Jahrzehnten von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Eigentlich soll die Umstellung im kommenden Jahr abgeschafft werden. Doch die EU-Staaten sind zutiefst uneins darüber.

In Deutschland geht in der Nacht zum Sonntag die Sommerzeit zu Ende. Pünktlich um 3:00 Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Dann gilt bis Ende März wieder die Normalzeit, auch Winterzeit genannt.

EU-Staaten uneins über Zeitumstellung

Im nächsten Jahr sollte – auf Beschluss des Europäischen Parlaments – die Zeitumstellung eigentlich abgeschafft werden. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich. Denn dafür ist ein Beschluss aller 27 EU-Staats- und Regierungschefs nötig. Die streiten aber darüber, welche Zeit künftig gelten soll: die Winter- oder die Sommerzeit.

Die Folgen einer ewigen Winter- oder Sommerzeit

In Deutschland wären die Auswirkungen einer Abschaffung der Zeitumstellung nicht sonderlich zu spüren, in anderen EU-Ländern aber sehr wohl. In Teilen Frankreichs und Spaniens würde es im Dezember oder Januar erst nach zehn Uhr morgens hell, würde man sich für die Sommerzeit entscheiden. Man säße dort also lange im Dunkeln.

In Polen oder der Slowakei gebe es einen gegenteiligen Effekt, wenn man die ewige Winterzeit wählt: Dort würde es im Juni schon mitten in der Nacht sehr hell.

Vor allem Familien klagen über Umstellung

Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt. Damals war das Ziel, die Tageshelligkeit besser auszunutzen und Energie zu sparen. Wissenschaftlern zufolge gibt es über das gesamte Jahr gerechnet keinen solchen Effekt.

Nach einer Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse leiden vor allem Familien darunter, wenn am Wochenende die Uhren wieder umgestellt werden. Kinder müssten sich an neue Schlafenszeiten gewöhnen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2020 | 13:52 Uhr