Mittel gegen Covid-19 Remdesivir erhält Zulassung in Europa

Das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelte Mittel Remdesivir darf jetzt in Europa gegen die Lungenkankheit Covid-19 eingesetzt werden. Am Freitag teilt die EU-Kommission mit, dass es unter Auflagen eingesetzt werden darf.

Eine Hande hält eine Packung Remdesivir
Remdesivir kann ab nun in der EU bei Covid-19-Patienten eingesetzt werden, wenn sie älter als 12 Jahre alt sind. Bildrechte: Colourbox.de

Die EU-Kommission hat am Freitag grünes Licht für den Einsatz des Virus-Hemmers Remdesivir in den Ländern der Europäischen Union gegeben. Es darf von nun an unter Auflagen Patienten verabreicht werden, die schwer an Covid-19 erkrankt sind. Allerdings soll das Mittel weiter auf seine Wirksamkeit gegen Covid-19 sowie auf seine Nebenwirkungen getestet werden.

Remdesivir hilfreich, aber kein "Allheimittel"

Vorausgegangen war der Entscheidung über die Zulassung eine entsprechende Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Remdesivir gilt als eines von wenigen wirksamen Mitteln bei der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die EMA empfiehlt die Behandlung für Patienten ab zwölf Jahren, die eine Lungenentzündung haben und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden müssen.

Nach dpa-Angaben sehen Ärzte Remdesivir zwar nicht als Allheilmittel, wohl aber als Lichtblick für Covid-19-Patienten. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern habe Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Erkrankten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen könne – von 15 auf 11 Tage.

Versorgung von Europa in "angemessenem Umfang"

Obwohl die US-Regierung Anfang der Woche mitgeteilt hatte, sich fast die gesamte Verfügbare Menge des Präparats gesichert zu haben, gibt das deutsche Gesundheitsministerium Entwarnung. Mit der Zulassung sei die Verpflichtung für den Hersteller Gilead verbunden, das Mittel "in einem angemessenen Umfang" nach Europa zu liefern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juli 2020 | 13:00 Uhr

4 Kommentare

Klaus vor 5 Wochen

Sie sollten doch einfach mal bei der Realität bleiben.
Man hat sich daran gestört, dass Trump behauptet hat, mit dem Einreisestopp wäre das Problem erledigt.
Trump wurde von seinem eigenen Geheimdienst bereits Ende November gewarnt. Und die WHO kann nichts dafür, wenn Trump bis heute nicht die richtigen Maßnahmen ergreift.
Von daher brauchen die USA Remdesivir tonnenweise, während wir mit ein paar Litern auskommen.
Und wie schon geschrieben, am besten ist es, wenn man erst gar nicht erkrankt, weil auch Remdesivir erhebliche Nebenwirkungen hat und auch nicht immer hilft.
Von daher hat Trump alles falsch gemacht und unsere Regierung hat fast alles richtig gemacht.
Das ist nun mal die Realität.

Atheist vor 5 Wochen

Lach, während halb China infiziert war, landeten jede Woche Flieger aus China, es wurden noch Kommunalwahlen in Bayern abgehalten als schon Schulen geschlossen waren...
Hätte die WHO nicht so spät reagiert und hätte man bei uns nicht erst von Masken abgeraten wären wir heute schon weiter.
Als Trump Chinesische Flugzeugen die Einreise im Januar verweigerte hat man sich wieder auf das dümmliche Trump schottet sich ab verwiesen.
Jetzt Trump die Schuld zuzuschieben ist einfach, wenn hier einer Schuld hat ist es die WHO

Klaus vor 5 Wochen

Unsere Regierung gehört zu den Frühaufstehern. 😊
Es ist immer besser eine Erkrankung zu verhindern, als eine Krankheit zu behandeln. In den USA hat man Probleme, die man bei uns frühzeitig verhindert hat.
Remdesivir hat Nebenwirkungen und ist kein Allheilmittel. Gesund bleiben ist deutlich besser als eine Krankheit zu behandeln.
Die Regierung in den USA schläft immer noch, während unsere Regierung einen schlimmen Pandemie-Verlauf verhindert hat.