Corona-Pandemie Ein Jahr Kekulés Corona-Kompass

MDR AKTUELL feiert ein Jubiläum, obgleich es eher ein Grund für Sorgenfalten ist. Vor einem Jahr startete die erste Folge des Podcasts Kekulés Corona-Kompass. Und noch immer gibt es mehrmals in der Woche im Programm und auf allen Podcast-Plattformen aktuelle Informationen zur Corona-Lage – erklärt und zusammengefasst vom Virologen Alexander Kekulé.

Alexander Kekulé
Beantwortet seit einem Jahr Fragen zur Corona-Pandemie: Professor Alexander Kekulé Bildrechte: MDR/Stephan Flad

"Wir wollen Orientierung geben", hieß es am 16. März 2020, als Kekulés Corona-Kompass startete. Orientierung geben, das ist bis heute das Hauptziel des Epidemiologen Alexander Kekulé und des Moderators Camillo Schumann.

Kekulé – meinungsstarker Erklärer

Zum Jubiläum nehmen beide die mittlerweile 160. Folge auf. Schon in der ersten wurde deutlich, Alexander Kekulé ist meinungsstark, wortgewandt und ein guter Erklärer.

Wir sind in einer ganz schwierigen Situation, wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Es ist ja bekannt, dass ich mir viel früher gewünscht hätte, dass wir Maßnahmen ergreifen.

Professor Alexander Kekulé am 16.03.2020

Und an anderer Stelle sagte Kekulé: "Natürlich gibt es besondere Situationen, wo es sinnvoll ist, sich Vorräte anzulegen, und das betrifft Menschen die sehr betagt sind. In Deutschland würde ich mal sagen 70 plus".

Seit einem Jahr ein Duo – Kekulé und Schumann

Mit seiner direkten Art eckt der 62-jährige Wissenschaftler auch manchmal an. Für das kritische Hinterfragen ist Moderator Camillo Schumann zuständig.

Prof. Alexander Kekulé und Camillo Schumann
Prof. Alexander Kekulé und Camillo Schumann Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Die Gespräche über die Entwicklung der Pandemie, für Schumann sind sie nach wie vor spannend. "Die Coronavirus-Pandemie hat so viele Facetten", sagt er. Und, "dass es nie langweilig wird, jeden Tag die neuen Zahlen anzuschauen, Studien zu lesen, Beschlüsse zu bewerten".

Und dazu kämen ja noch spannende Fragen der Hörerinnen und Hörer. "Noch nie hatte ich das Gefühl, eine derartig sinnhafte Arbeit zu machen", sagt der Moderator.

Podcast-Format bietet Platz für komplexe Erklärungen

Anders als in Radiobeiträgen von wenigen Minuten gibt die Podcast-Variante Raum für komplexere Erklärungen und umfangreiche Informationen. Der anhaltende Erfolg des Podcasts zeigt, dass viele Zuhörende großes Interesse an den Details zum Thema Corona haben. Kekulé freut sich über die Aufmerksamkeit für sein wissenschaftliches Schwerpunktthema – die Virologie.

Dass so viele Menschen noch Interesse daran haben, sich immer wieder die neuen Daten erklären zu lassen, das hätte ich nie gedacht.

Professor Alexander Kekulé

Kekulé ergänzt: "Ich finde das ganz toll, weil das ja letztlich bedeutet, dass dieses ein bisschen wissenschaftliche Denken, dass das in der breiteren Bevölkerung auch salonfähig geworden ist."

Corona-Kompass millionenfach abgerufen

Das zeigt sich auch an den Zahlen. Bis jetzt wurde der Podcast mehr als 28 Millionen Mal über die MDR- und ARD-Onlineplattformen und bei anderen Anbietern abgerufen. 1,4 Millionen Mal wurden Streams bei Spotify und über 6,5 Millionen Mal bei Youtube abgespielt. Das sind insgesamt mehr als 36 Millionen Abrufe. Für ihn zählten die Interviews für den Podcast zu den angenehmen Aufgaben, sagt Kekulé.

Insgesamt dürfte die Pandemie wirklich mal vorbei sein, aber nicht wegen dieses Podcasts.

Professor Alexander Kekulé

Den macht er gerne noch weiter, am liebsten noch, bis er 95 ist. Dann, im Jahr 2054, gibt es zum Coronavirus aber hoffentlich keinen Gesprächsbedarf mehr.

Hier gibt es alle Folgen des Podcasts zum Nachhören:

Weitere Informationen zur Corona-Pandemie

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2021 | 06:05 Uhr

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