Podcast-Cover "Gropps Wirtschafts-Podcast" 56 min
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Die Erde erwärmt sich, Klimaziele werden gerissen. Die Wirtschaft will weiter wachsen. IWH-Chef Reint Gropp und die taz-Journalistin Ulrike Herrmann diskutieren, ob die Marktwirtschaft das Problem oder die Lösung ist.

MDR AKTUELL Fr 27.01.2023 12:54Uhr 56:29 min

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Die Erde erwärmt sich und die internationale Staatengemeinschaft scheitert bisher daran, wirksam dagegen vorzugehen. Auch eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 oder 2 Grad, wie sie eigentlich gewollt ist, ist derzeit in weiter Ferne. Viele Kritiker und Kritikerinnen sehen die Ursache für die Unfähigkeit, Klimaziele einzuhalten, im Kapitalismus und in unserer Marktwirtschaft. Der Drang nach Wachstum sei eines der Grundprobleme. Ist das so? Oder bietet gerade der Kapitalismus eine Chance, doch noch zu einer funktionierenden Klimapolitik zu kommen?

Darüber spricht Ralf Geißler in dieser Folge mit IWH-Chef Reint Gropp und Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin bei der taz und Autorin des Buches „Das Ende des Kapitalismus“. Herrmann sagt: Der Kapitalismus sei in der Geschichte ein Segen gewesen, inzwischen könne es aber nicht mehr so weitergehen. Das aktuelle Wirtschaftssystem führe direkt in die Klimakatastrophe. Herrmann sieht folgende Lösung für das Problem: Die Deutschen müssten wieder so leben wie vor 40 Jahren.

IWH-Chef Gropp sieht sich nur in einem Punkt mit Herrmann einig: Dass es nicht so weitergehen könne wie bisher. Darüber hinaus vertreten beide sehr unterschiedliche Meinungen. Das geht schon bei Begriffen wie „Kapitalismus“ und „Wachstumszwang“ los. Auch darüber, wie die Wirtschaft wirtschafts- und klimaverträglich schrumpfen kann und muss, haben sie unterschiedliche Ansichten. Herrmann sagt: Wir werden nicht umhinkommen, weniger Energie zu verbrauchen. Gropp glaubt, dass die Energieerzeugung immer effizienter werde und es somit genug Strom für die Energiewende geben werde. Er glaubt auch, dass der Markt die Energiewende meistern kann. Herrmann findet dagegen, es brauche eine staatliche Planwirtschaft. Als Vorbild sieht sie die englische Kriegswirtschaft während des Zweiten Weltkriegs. Und: Das „grüne Wachstum“ sei eine Illusion.

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